Hermann der Türmer

 

 

Man schrieb das Jahr anno Domini 1227, Es war eine sehr Unsichere Zeit in Thüringen angebrochen. Der Graf von Gleichen zog mit seinen Rittern in das gelobte Land um sich den Kreuzzügen an zu schließen. Um seine Burg zu festigen und vor herannahenden Feinden zu schützen lies er überall im Lande Türme errichten die ein Feuersignal von Turm zu Turm weiter leiten konnten. Am Tage wurde ein stark qualmendes Feuer angezündet wenn Gefahr drohte. Bei Nacht nahm man sehr trockenes Holz was ein hell brennendes Feuer erzeugte. So konnte man in kürzester Zeit Signale bis hin zur Wartburg senden. Hermann, noch ein junger Ritter lies im Auftrag von Landgraf Friederich und dem Grafen von Gleichen einen starken Wehrturm in der Nähe des Klosterns Wandersleben errichten.

1.

 

Der Junge Hermann von Silberfeld war ein außergewöhnlicher Hüne mit seinen Zweimeterzehn zählte er für die damaliger Zeit als Riese. Da Hermann im Turm auf sich allein gestellt war, nahm er sich ein Weib und bekam die nötigen Bediensteten vom Grafen zur Seite gestellt. Nach Fertigstellung des Turmes, ließ Hermann einen wehrhaften Hof errichten und ihn von drei Seiten durch einen Wassergraben schützen. Sie begannen den Wald um den Turm zu roten damit sie eine freie sicht zur Burg Gleichen erhielten und um die gerodeten Stellen für den Ackerbau urbar zu machen. Hermann ging wie ein wahrer Ritter auf und ab um nach den Rechten zu sehen, als ein Mann mit einer Handwerkskarre den schmalen Weg entlang kam. Seit mir gegrüßt Fremder, sagte Hermann und fragte, wohin des Wegs. Ich bin der Schmied Andreas und komme aus der Rhön. Ich möchte in Erfurt mein Glück versuchen, Herr. Hermann lachte und sagte, in Erfurt. Warum nicht hier ? Ich kann einen tüchtigen Schmied der sein Brod redlich verdienen will wohl gebrauchen, überlegt es euch. Es soll euer Schade nicht sein. Da die

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Nacht langsam anbrach und Andreas der Schmied es bis Erfurt nicht mehr schaffen konnte, bat er um ein Lager für die Nacht. Es war ein wunderbarer Abend, Hermann hatte auf dem Hof der Anlage eine Tafel aufstellen Lassen, wo sie alle gemeinsam ohne Standesunterschied gemeinsam zu Abend aasen. Hermann lud den Schmied ein zum essen und ließ ihn die besten Happen auftafeln um ihn zu ködern, denn er brauchte dringend einen guten Schmied. Marta sein junges Eheweib saß zu seiner rechten und redete dem Schmied gut zu, der sich auch nicht lange bitten ließ. Schon am nächsten Morgen wurde gemeinsam begonnen eine kleine Schmiede zu errichten. Die Bauern bestellten die angelegten Felder und Hermann ging mit seinen Knappen Jörg auf die Jagt um frisches Wildbrett für den Hof zu besorgen. Der Knappe Jörg war erst achtzehn, aber ein sehr gelehriger junger Mann der gerne den Frauen hinterher sah. Das war Hermann nicht entgangen und er lächelte immer wenn er sich von irgendeiner Frau auf dem Hof eine Abfuhr einhandelte.

3.

 

Hermanns Eheweib, eine Schönheit aus gutem Hause war ihn treu ergeben und die beiden liebten sich abgöttisch denn sie hatten aus liebe geheiratet und wahren keine Zweckehe eingegangen wie es damals an der Tagesordnung war. So vergingen die Jahre und rund um den Turm siedelten immer mehr Familien die die starken Mauern des Turmes nutzten um sich in Sicherheit zu bringen wenn Gefahr drohen sollte. So wuchs die Gemeinschaft und es blieb alles Friedlich. Eines schönen Morgens ging Hermann mit seinem Weib über den Platz vor der Kirche. Es wurde der wöchentliche Marktag abgehalten, wo er sich zeigen musste um Diebe oder gar Räuber ab zu schrecken. Die Sonne stand bereits hoch am Himmel als ein Ritter mit seinem Gefolge des Weges kam und die Kunde tat dass die Thüringer mit den Schweden im Krieg wahren. Sie wurden an der Ostseeküste von den Schweden überfallen und sie marschierten ungehindert in das Landesinnere vor. Das war keine frohe Kunde, besorgt um sein Weib schaute er sie nichts sagend an. Ob wohl er seine Lippen nicht bewegte, war es für Marta als

 

4.

 

Ob er sagten würde, ich liebe dich von ganzen herzen und auch die Schweden können uns nicht trennen. Da sie ja noch sehr weit weg waren, war es ja auch noch nicht gewiss das überhaupt schwedische Landsknechte oder Ritter bis tief in den Thüringer Raum vorstoßen würden. Und wenn dann war die Burg Gleichen sowieso zu unwichtig und sie würden zur Wartburg ziehen. Was aber nicht heißen würde das sie nicht hier vorbei kommen könnten.

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Hermann beauftragte den Schmied eine große Anzahl Waffen her zu stellen und ließ ein Zeughaus einrichten um für den Ernstfall gerüstet zu sein. Sie umgaben die bereits ganz beträchtlich angewachsene Gemeinde mit einer wehrhaften Mauer. Schon vom ersten Tag an lies Hermann die Bauern in der Kunst des Waffenhandwerkes ausbilden und sie hatten bereits gute Fortschritte erzielt. Sie waren alle samt gute Bogenschützen, denn das war Hermans Lieblings Waffe und sie konnten den Feind bereits aus einer größeren Entfernung bekämpfen. Wenn er seine Mannen gut genug hinter dem Mauerwerk platzierte, würden sie kaum heran kommen. Hermann kannte das Bogenhandwerk sehr gut aus seiner Zeit wo er in England war und unter König John gedient hatte. Bereits hier verliebte sich Hermann in den Langbogen aus Eibenholz. Die Kriegspfeile mit ihren sehr langen aber dünnen Spitzen durchschlugen jede herkömmliche Rüstung und waren bei den Normannen sehr gefürchtet. Also sah Hermann keinen Grund den Langbogen nicht auch hier zum Einsatz zu bringen, da die Wälder

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Über genügend Eiben verfügten. In den kommenden Monaten liefen die Vorbereitungen auf Hochtouren und die Frauen so wie die Kinder des Ortes erlernten die Kunst des herstellen von Kriegs und Jagdpfeilen. In der knappen Freizeit die ihnen nur noch zur Verfügung stand, mussten sie auch alle samt das Bogenhandwerk erlernen, denn Hermann wollte dass sich ein jeder seiner Haut wehren könne. In den nächsten Wochen und Monaten kamen immer mehr Leute über die Handelsstraßen und brachten neue Kunde über die Schweden. Jetzt sollten sie bereits an den Thüringer Landesgrenzen gesehen wurden sein. Die Tage wurden langsam immer kälter, denn der Herbst hielt langsam aber gewiss Einzug im Thüringer Walt. Hermann war hoch erfreut, weil es ihn gelungen war eine ungewöhnlich gute Ernte einzufahren und sie genügend Lebensmittel für den Winter hatten. Er ließ in allen Straßen und auf allen Plätzen Wasserbecken errichten für das Vieh, das im Ernstfall auch innerhalb der Mauern verweilen musste. Mit dem Einbruch des ersten Frostes würden sie dann Traditionell das alte Vieh

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Schlachten und im Rauch haltbar machen für den Winter. Marta stand an seiner Seite und schaute ihren geliebten Mann fragend an, doch Hermann kannte die Zukunft auch nicht und sagte zu ihr. Lass uns an das Heute und Morgen denken und leben, die Zukunft wird sich zeigen. Und sie feierten am kommenden Sonntag ihr bereits siebendes Erntedankfest. In den kommenden Monaten häufte sich die Kunde von den Untaten der Schweden die mordend und brandschatzend durch das Land zogen. Sie vergewaltigen die Frauen und schändeten die Kinder. Es war auch schon

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Seit langen keine Siedler mehr angekommen, sie zogen alle gegen den Westen um den Schweden zu entgehen. Der Winter wurde außergewöhnlich hart und brachte den Vormarsch der Schweden zum stehen. So konnten die Thüringer Ritter ein starkes Heer aufstellen, womit sie den Schweden bei Erfurt begegnen wollten. Es war an einen wunderschönen Frühlingsmorgen, alles grünte und die Vögel des Waldes sangen ihr Lied. Hermann nutzte das wunderbare Wetter um mit seinen Weib aus zu reiten. Er ließ die Pferde satteln und half gerade sein Weib in den Sattel als eine Laute Stimme vom Turm rief, die Schweden. Im selben Moment ließ Hermann Alarm geben und die Leute versammelten sich alle auf der Stelle vor dem Zeughaus wo sie ausgerüstet wurden bevor sie ihren zugewiesenen Platz hinter der Wehrmauer einnahmen. Hermann, der schnell auf den Turm gerannt war überzeugte sich noch einmal selbst vom Eintreffen der Schweden und gab das Zeichen zum anzünden des Signalfeuers. Spätestens jetzt hatten die Schweden begriffen dass sie so eben entdeckt wurden wahren und nahmen am

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Waldrand Aufstellung. Es handelte sich nur um eine kleine Streitmacht die Hermann schon fast allein nieder kämpfen konnte. Aber Hermann ließ es einfach sein und suchte das Gespräch über die Mauer. Da der eine nicht verstand was der andere zu ihm sagte, warfen sie sich gegenseitige Beleidigungen zu mit einen lächeln im Gesicht. Hermann ließ stattdessen ein paar Kundschafter heimlich hinten über die Mauer die das Lager der Schweden auskundschaften sollten. Hermann hatte gut daran getan die Schweden links liegen zu lassen, denn es stellte sich schon nach kürze heraus das die Schweden mit ihrer gesamten Streitmacht in den umliegenden Wäldern lagen. Da es Frühling war und alle Vorräte der Siedlung erschöpft waren, sahen die Schweden keinen ausreichenden Grund zum Angriff. Denn auch ihnen ist nicht entgangen wie wehrhaft die Siedlung angelegt war und sie hätten bei einem Angriff sehr hohe Verluste hinnehmen müssen. Sie Lagerten friedlich und zogen weiter als sie ihr Tross eingeholt hatte. Der Turm hatte für sie noch weniger Bedeutung als die Burg Gleichen.

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Die Schweden waren mit einem geschickten Schwenk nach links der Schlacht bei Erfurt ausgewichen und die Thüringer Ritterschaft formierte sich erneut unweit des Klosters Reinhartsbrunn. Hermann hörte sich an was seine zurück gekehrten Kundschafter zu berichten hatten und beschloss nicht länger ohnmächtig den treiben der Schweden in den Dörfern zu, zu sehen.

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Er scharrte sein besten Mannen um sich und ließ sie mit einer leichten Bewaffnung ausrüsten. Sie trugen einen Leichten Lederwams ein Messer und ein Schwert, so wie einen Langbogen mit einen Köcher zu je zweihundert Kriegspfeilen die auch die stärkste Schwedische Rüstung durch schlagen konnten. Hermann machte sich mit seinen zwölf Mannen auf den Weg. Unterwegs als sie Dörfer und Ansiedlungen durchquerten stießen sie immer wieder auf vereinzelte kleine schwedische Gruppen die plündernd durch das Land zogen. Die konnte Herman samt ihren Anführern in Handumdrehen nieder kämpfen. Hermann begriff dass die Schweden unter Nachschubmangel litten und er sah in der Situation ihren verwundbaren Punkt. Er beschloss ständig ihren schlecht bewachten Tross an zu greifen um ihn von der Hauptstreitmacht ab zu trennen. Da sie nur wenige waren konnten sie dem Tross nicht in einer offenen Feldschlacht begegnen und sie griffen zu einer List. Hermann wollte nicht dass sie gesehen werden und sie so ihre eigene Schwäche preisgeben würden, also griffen sie immer nur die versprengten Landsknechte an und kämpften sie nieder.

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Nachts machten sie regelmäßig die Wachen des Trosses nieder und beschossen die erstellte Wagenburg mit Bradpfeilen und verschwanden wieder. Sie legten sich sofort unweit schlafen um Kraft für den kommenden Tag zu haben. Die Schweden die den Tross bekleideten, machten vor Angst, es könnte ein nächtlicher Pfeilhagel nieder gehen, kein Auge mehr zu. Hermann ließ in jeder Nacht in einer sicheren Entfernung dutzende kleine Lagerfeuer anzünden um so den Eindruck zu erwecken das sie doch eine ernst zu nehmende Streitmacht sind.

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Wie der Blitz kam Hermann aus dem Hinterhalt und ritt mit seinem gezogenen Schwert quer durch das Schwedische Lager des Trosses und machte dabei zwei Männer nieder und verschwand wieder im dichten Nebel noch bevor die Schweden begriffen was gerade vor ihren Augen abgelaufen war. Nachts schossen sie ab und zu ein paar Brandpfeile ab um das Lager zu markieren. Die Schweden verschanzten sich unter den Wagen des Trosses und nahmen ihre Schilde mit zur Deckung, aber der große angekündigte Pfeilhagel blieb wieder aus. So konnten sie verhindern dass die Schweden schlafen konnten. Bereits nach einigen Tagen wahren die Schweden so müde das sie bereits beim gehen neben den Fuhrwerken ein schliefen. Des Nachts wurden wieder die Markierungen mit den Brandpfeilen gesetzt, doch die Schweden schenkten ihnen keinerlei Beachtung mehr, denn sie hatten sich bereits daran gewöhnt und legten sich schlafen. Hermann ließ heimlich ihr Lager umstellten und sie ließen es Pfeile regnen bis sie wunde Finger vom vielen Bogenspannen hatten.

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Es war ihnen gelungen mit diesen Handstreich die Schweden wieder hell wach zu rütteln und einige von ihnen zu erlegen ihre Pferde wahren allerdings sehr stark in Mitleidenschaft gezogen wurden und mussten zum Teil Not geschlachtet werden. Jetzt mussten die Schweden den halben Tross zurück lassen, denn er war bewegungsunfähig. Die Hauptstreitmacht vermisste ihren Tross, denn er war überfällig und so schickten sie Kundschafter aus, die feststellen sollten warum ihnen der Tross nicht mehr folgen würde. Jetzt war es Hermanns Hautaufgabe diese Kundschafter regelmäßig ab zu fangen damit sie keine stärkere Bewachung schicken konnten um den Tross zu sichern. Als die Heerführer merkten was da gespielt wurde, war es bereits zu spät, denn Hermann war es gelungen den gesamten Tross zu vernichten mit über zweihundert Mann Begleitpersonal. Sie verbranden die Wagen, sammelten die Waffen ein und vergruben sie an einer sicheren Stelle im Wald. Ein hungerndes Heer ist ein halb besiegtes Heer, doch das war Hermann nicht genug und er griff ab jetzt mit seinen Getreuen regelmäßig die Hauptmacht mit großen Erfolg an.

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Schon bald machte die Kunde von einer Geisterarmee die Runde und schüchterte die Männer ein. Hermann machte sich diesen Irrglauben zu nutze und sie schlugen nur noch Nats und bei Nebel zu. Ihre größte und stärkste Waffe war die Unsichtbarkeit so wie der Aberglaube der Schweden. Jetzt begann das Heer langsam zu zerfallen. Zu groß waren der Hunger und die Empörungen

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über die Heerführer. Die Landsknechte setzten sich heimlich ab um den Hunger zu entkommen und gingen dabei in Hermans Fallen, wo sie den Sicheren Tot fanden. Hermann ein stolzer und geachteter Mann unter seinem Mannen, hatte er es doch geschafft seine Männer ohne Verluste durch die wirren des Krieges zu bringen. Ob wohl er ein ernst zu nehmender Gegner für die Schweden geworden war, schickten sie nur eine Hand voll Soldaten die ihn gefangen nehmen sollten. Doch Hermann lockte sie alle samt in die dichten Wälder und zwang ihnen sein Spiel auf. So schürte er das Feuer von der Geisterarmee die keiner je gesehen hatte. Pfeile aus dem Hinterhalt überraschten die Männer immer dann wenn sie schlafen oder essen wollten. So wurde ihre Kampfmoral geschwächt und der eiserne Siegeswille gebrochen den die Schweden zu beginn des Krieges noch hatten. Es war an einen verregneten Sommermorgen, als Hermann die Kunde ereilte, das die Schweden bei Reinhartsbrunn vernichtende Schläge einstecken mussten und ihr Heer sich in alle Winde verteilt hat. Jetzt würden nur noch einzelne plündernde

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Gruppen auf dem Heimweg das Land durchqueren. Eine frohe Kunde war das und gab Hermann genügend Anlass zur Heimkehr, denn er vermisste sein geliebtes Weib nur all zu sehr. Da sie nicht all zu weit von ihren Heimatort entfernt waren, würden sie bereits schon morgen

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Gegen Abend dort eintreffen. Sie nutzten den restlichen Tag und setzten sich in Marsch und kamen auch ganz gut voran. Als die Sonne bereits tief am Horizont stand hatten sie einen nieder gebrannten Bauernhof bei Schwabhusen erreicht und bezogen ihr Nachtlager. Hermann der vor seinen Zelt lag und in die Sterne sah dachte an sein Weib und lauschte dabei in die Ferne. Es waren schon einige Tage her als er solch eine friedliche Nacht erleben durfte. Er starrte in den Sternenhimmel und schlief dabei ein. Als ihn früh am Morgen die Sonne kitzelte, wurde er wach und sah das seine Mannen bereits alles zusammen gepackt hatten und fertig waren zum Aufbruch. Sie hatten Hermann schlafen lassen, da sie wussten dass auch er in den letzten Tagen und Wochen kaum geschlafen hatte. Hermann streckte seine noch immer müden Glieder und nahm ein Bad in den kleinen Flüsschen. Das Wasser war angenehm kühl und weckte die Lebensgeister wieder. Da ihre Wegzehrung bereits aufgebraucht war, machten sie sich auf dem Weg um sich an Abend zu hause wieder so richtig den Bauch voll zu schlagen. Im Turm war die Friedenskunde noch nicht

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Eingetroffen und alle Bewohner der Siedlung waren noch auf der Hut. Marta saß im Turmzimmer und erledigte ihre Handarbeit. Sie webte ein feines Tuch für ihren angebeteten Mann den sie über alles liebte. Hermann, ach Hermann seufzte sie vor sich hin und wahr mit ihren Gedanken weit weg von zu hause bei ihren Mann.

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Dabei ahnte sie nicht, das es bereits am heutigen Tage ein wieder sehen geben könnte. Auf der Hofanlage ging alles seinen gewohnten Gang. Die Bauern bestellten die Äcker und trugen dabei ein Schwert an ihrer Seite und wurden von Bogenschützen bewacht. Der gesamte Viehbestand war immer noch innerhalb der Mauern. Am späten Nachmittag ertönte die Kunde in der Ansiedlung, Hermann kommt und bringt alle sein Mannen mit. Das war für die Angehörigen der Siedlung das schönste Geschenk. Hermann brachte ihre Söhne und Ehemänner unbeschadet nach hause. Schnell wurde die frohe Kunde bis in das Turmzimmer getragen, wo Marta vor lauter Freude gleich los rannte um ihren Mann zu empfangen. Sie richteten schnell eine Tafel aus und feierten die Rückkehr bis in die spähte Nacht hinein. Am Morgen bei dem ersten Hahnenschrei, ertönte fast Zeitgleich wie Donnerhall der ruf durch die Hofanlage. Die Schweden, die Schweden sind da. Hermann gab Alarm und die wehrhaften Bauern und Bürger erschienen auf und hinter der Mauer um den Schweden klar zu machen das sie

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Sich hier nur blutige Köpfe holen konnten. Doch unbeeindruckt forderten sie die Weiber und die Lebensmittel so wie den gesamten Viehbestand. Nur wenn sie dieses alles erhalten, wollten sie friedlich abziehen und die Siedlung ungebrandschatzt lassen. Hermann begriff schnell dass die Schweden in einer erschreckenden Übermacht waren und er ihnen nichts entgegen bieten konnte. Hilfe hatte er nicht zu erwarten, dazu war die Siedlung zu unbedeutend. Und selbst die Schweden gaben sich auch nur mit ihr ab weil sie Hunger hatten und die Kornspeicher der Siedlung gut gefüllt waren. Jetzt stellten die Schweden ein Ultimatum und Hermann stand machtlos im Turmzimmer und schaute den treiben der Schweden zu. Hier konnte er nicht kämpfen und sie auch nicht angreifen. Er wusste das ihnen eine sehr harte Zeit bevor stand und lies die Hälfte der Männer wegtreten damit sie sich ausruhen konnten. Hermann hatte den Entschluss gefasst die Anlage bis zum letzten zu verteidigen, in der Hoffnung dass die Schweden aufgeben würden wenn ihre Verluste zu hoch werden würden. Er lies die Stellungen mit

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Bogenschützen bemannen die auf jeden schossen der sich in Schussweite begab. Da auf dem Wassergraben noch einige Gänse und Enten der Siedlung herum schwammen war der Graben für die halbverhungerten Schweden ein lohnendes Angriffsziel was vereinzelte Landsknechte immer wieder angriffen in der Hoffnung eine Gans oder Ente zu erwischen. Am Kommenden Morgen war das Ultimatum abgelaufen und die Schweden griffen mit ihrer gesamten Streitmacht an. Sie mussten alle über

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Eine Schmale Schneise um nicht durch den Wassergraben zu müssen, doch hier gaben sie ein gutes Ziel ab und mussten den ersten Angriff abbrechen. Aus sicherer Entfernung schossen sie eine Pfeilsalve nach der anderen in Richtung der Siedlung, wo sie einen verheerenden Schaden anrichten konnten. Da es trotz alledem den Schweden nicht gelungen war die Anlage zu nehmen, mussten sie wieder hungrig ihr Nachtlager aufschlagen. Hermann wusste dass sie noch lange nicht aufgeben würden, obwohl sie enorme Verluste erlitten hatten. Aber Hermann musste auch schwere Verluste hinnehmen und stand Ohnmächtig den treiben der Schweden gegenüber, aber er wusste, wenn sie morgen noch einmal standhalten würden, dann würden die Schweden wahrscheinlich doch abziehen. Bereits im Morgengrauen setzten die Schweden ihren Angriff fort und verschossen in rauen Mengen Brandpfeile. Jetzt kamen die angelegten Wasserbecken den Bürgern zu gute, aber das gespeicherte Wasser reichte bei weiten nicht aus um alle Brände zu löschen. Der Turm rief plötzlich eine Stimme und Hermann schaute sich

24.

 

Um und sah wie der Turm gerade von den Flammen aufgefressen wurde. Marta rief Hermann erschrocken und wollte seiner geliebten zur Hilfe eilen, als ihn vorm Turm ein Pfeil in den Rücken traf. Benommen taumelte er in den brennenden Turm um seine geliebte Marta zu retten, doch die stark brennenden Holzdecken des Turmes stürzten ein und begruben Hermann neben seiner geliebten Marta. Jegliche Hilfe von seinem Mannen kam zu spät und Jörg der Knappe zündete die Kornspeicher an und gab damit den Schweden keinen Grund mehr ihren verlustreichen Angriff fort zu führen. Die Schweden zogen unverrichteter Dinge ab und die Bürger der Siedlung begannen mit dem Wiederaufbau und beerdigten Ihren Türmer, den Ritter Hermann von Silberfeld mit seiner geliebten Marta tief im inneren des Turmes wo sie einst so Glücklich wahren.

25.

 

So überlieferte der Volksmund die Geschichte des Wohnturmes zu Wandersleben durch die Jahrhunderte.

26.

Eine Geschichte von  Winfried Schäfer – Rochau

Herausgeber:           Winfried Schäfer - Rochau

Cover und Grafik:     Winfried Schäfer - Rochau

 

 

 

 

 

 


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