Der Dorfschreck

Diese Geschichten spielten in ein Thüringer Dorf, im Landkreis Gotha. Wandersleben ein kleines verschlafenes Dorf mit Ca. 2000Tausend Seelen.1955 wurde ich als Sohn des Landarbeiters Kurt Rochau und der Hausfrau Charlotte Rochau geboren. Ich wuchs auf in ein kleines Haus am Rande des Pappelwaldes, der von Weiden umgebe wahr. Dieser Pappelwald wurde von den Leuten nur Wittchen genannt. Wittchen das kommt von Weite, die in unserer Gegend Witte genannt wurde, weil die Korbflechter früher die Äste der Weiten Wittchen nannten. Ich verbrachte mit meinen Freunden die gesamte Kindheit an diesen Ort. Es war eine schöne Zeit, trotz der Vorkommnisse. Egal was auch war, wenn genügend Wasser dem Mühlrad heruntergeflossen war, waren alle wieder ein Herz und eine Seele, denn über die Wanderslebener konnte man gar manches sagen, aber nicht das Sie nachtragend waren. Und so wurden uns unsere Streiche immer wieder verziehen Denn wir sorgten ja auch für Unterhaltung im Dorf, da das Fernsehen noch in den Kinderschuhen steckte, gab es von der Seite ja auch nicht viel zu erwarten. Unsere Lage war nicht rosig, was Spielzeug anbelangte. Also ließen wir uns immer etwas einfallen. Mal bauten wir Zelte aus alten Decken, mal schnitzten wir uns Holzpistolen oder Schwerte. Da wir meistens lange weile hatten brüteten wir die größten Dummheiten aus. So manschen Leuten haben wir übel mitgespielt, Sie verspottet oder der Lächerlichkeit preisgegeben. Aber wir sorgten fast täglich für neue Nachrichten. In unserem Dorf gab es gerade mal einen Sportplatz, und den haben wir gehasst wie die Pest. Es war ein großer Platz ohne irgendwelche Bäume oder Büsche in der Nähe. Egal was man dort auch tat, man fühlte sich dabei beobachtet, was meistens auch der Fall war. Spielplätze hatten wir keine, also machten wir uns das Gesamte Dorf zum Spielplatz. Meistens wurden wir überall vertrieben, mit den Worten könnt Ihr nicht wohl anders spielen. So kam es das wir uns in das Wittchen zurückzogen. Bald merkten wir das es für uns ein Paradies waren, wo man ungestört spielen konnte. Von diesen Spielen, Streichen und Dummheiten möchte ich euch erzählen. Zehn Jahre nach

 

1.

Dem Zweiten Weltkrieg, wurde ich in einen kleinen Haus geboren. Bereits mit Vier Jahren war ich als Sauhund in unserer Nachbarschaft verschrien. Eine alte Frau die ein kleines Stückchen in einen Pappelwald wohnte bekreuzigte sich wen Sie mich sah und erzählte im ganzen Dorf herum ich sei der Wolf im Schafspelz. Aber keiner nahm Sie für voll. Denn Sie war schon etwas sonderbar, Sie war streng gläubig und hieß Papst wie der in Rom, von allen im Dorf wurde Sie nur Papstens Linda genannt. Ein anderer Nachbar, montags Hermann genannt, sagte zu meiner Mutter, das sei nur ein Racheakt, weil ich mit Teer Ihren beiden Ziegen schwarze Augenringe angemalt habe.

 

 

 

Als ich sechs Jahre alt wurde bekamen wir vornehmen Besuch, Tante Lore und ihre hochnäsige Tochter Gabriella. Sie schenkten mir zum Geburtstag einen neuen Schulranzen, denn ich sollte noch im selben Jahr eingeschult werden. Da die Feier mir zu langweilig war ging ich in den Hof nach draußen, wo ich meine Hütte hatte. Gabriella folgte mir und wollte mit mir spielen. Ich sagte zu ihr, du hast da ein schönes weises Kleid an, lass uns doch Ballettschule spielen. Da ich keinerlei Ahnung hatte wie es in so einer Schule zugeht, dachte ich mir etwas aus. Ich stellte Sie in eine hohe enge Kiste und machte unten zwei Bretter ab so dass ich an Ihre Füße herankam und ihre Schritte Kontrollieren konnte. Ich nahm zwei Hämmer und

 

2.

Schlug sie im Takt auf die Füße, aber sie tanzte nicht. Sie sprang nur wie ein wildgewordener Ziegenbock und schrie Mutti – Mutti der haut mich schon wieder. Schreiend kamen alle Gäste herbei gelaufen und schrien, du verdammter Sauhund, lass sofort meine Tochter in Ruhe.

Ich bekam sofort Stubenarrest und sollte über meine Sünden nachdenken. Gabriella hatte es gut denn sie wurde von Onkel Fritz nachhause getragen, nur weil sie einpaar blaue Zehen hatte und die Füße angeschwollen waren sind und Sie angeblich nicht mehr in Ihre Schuhe passte. ( So eine Flasche. )

Wir wohnten am Dorfrand in der Riedstraße in ein Pappelwäldchen das von Weiden umgeben war und deshalb von den Einwohnern Wittchen genannt wurde. Quer durch das Wittchen zog sich der Mühlgraben und bildete ein natürliches Hindernis für die Familie Papst, die auf der anderen Seite des Grabens wohnte. Artur Papst (Lindas Mann) arbeitete als Oberinspektor bei der Deutschen – Reichsbahn. Um sich den Weg zum Bahnhof abzukürzen baute Er sich eine stabile Holzbrücke. Die war so praktisch dass sie von allen Einwohnern benutzt wurde, besonders aber von den Leuten die hinter dem Wittchen ihre Gärten hatten. Ich hatte gerade meinen Stubenarrest hinter mir und spielte mit Opas alten Bajonett das er noch aus dem ersten Weltkrieg hatte, das Bajonett hatte eine Säge auf der Rückseite.

Und ich musste ausprobieren ob sie auch scharf ist. Damit mich keiner sehen konnte schlich ich mich unter die Brücke und begann zu sägen. Da die Säge sehr scharf war ging sie rein wie in Butter, ich hatte gerade den zweiten Balken stark angesägt als ich Stimmen und das Quietschen eines schwer beladenen Handwagens hörte. Ritters Otto kam mit einer Fuhre Jauche um seinen Garten zu düngen. Er hielt mitten auf der Brücke an, steckte sich eine Zigarre an, lehnte sich an das Geländer und rauchte genüsslich. Nach kurzer Zeit kamen Artur und Linda Papst um auch die Brücke zu

Überqueren. Und an dieser Stelle nahm das Unheil seinen Lauf, die Brücke brach. Sie stürzten zwei Meter in die Tiefe und die Jauche ergoss sich über alle drei, Papstens Linda fluchte und schrie wie vom Teufel geritten. Das war der Wolf im Schafspelz.

 

 

3.

 

 

 

 

 

Und so kam es das ich wieder Stubenarrest bekam ohne dass man mir etwas nachweisen konnte. Da ich Juristisch gesehen ohne geringsten Beweis verurteilt wurde gelobte ich ewige Rache.

Es war an einen wunderschönen Julimorgen, ich war wie meistens wieder allein zuhause und wieder diese lange weile ich kletterte auf den Dachboden um herum zustöbern, da fand ich einen Armeesäbel der einmal meinen Opa gehört hatte, denn Opa wahr ja Opernleutnant beim Garderegiment. Ich schnallte mir den Säbel um und spielte Soldat aber das war auf die Dauer gansschön langweilig. Da fiel mir mein natürlicher Feind wieder ein, Papstes Linda. Ich schlich auf allen vieren an ihr Grundstück heran um die Lage zu peilen. Im Anschleichen war ich ein wahrer Meister. Das Grundstück war von drei Seiten, von einem Getreidefeld umgeben und die Front zeigen zum Wittchen. Artur war bereits an der Arbeit ich hatte ihn ja gesehen als er am Morgen das Haus verlassen hatte, nun musste nur noch Linda weck. Ich schlich zurück und ging zu einen kleinen Jungen in der Nachbarschaft (Gerhart K.) ein kleiner schmächtiger dunkelhaariger

Typ der sehr naiv war und mir immer alles glaubte was ich ihn auch für einen Unsinn erzählte. Gerhart war sehr

 

4

Hilfsbereit und das nutzte ich wieder schamlos aus. Ich sagte, Gerhart kannst du mir einen Gefallen tun? Ich soll der Frau Papst ausrichten, sie soll um drei Uhr zum Herren Pastor zum Kaffee kommen und ihr Gesangbuch mitbringen, aber ich muss auch noch Kaninchenfutter holen und habe wenig Zeit. Natürlich mache ich das fiel mir Gerhart ins Wort ich musste Ihnen nur versprechen das ich sein Freund bin, dafür gab er mir noch ein paar Bonbons und sagte ich muss nur noch meiner Mutter bescheid sagen, wo ich hingehe.

Ich schlich mich zurück auf meinen alten Posten und lauerte, kurz danach kam Gerhart und richtete die Einladung des Pastors aus. Linda streichelte ihn übers Haar und sagte gut gemacht mein kleiner und sah auf die Uhr, oh schon Zehn vor, da muss ich mich aber sputen. Sie nahm ihr Gesangbuch und rannte im Sturmschritt von Tannen. Ich nutzte die Gelegenheit und kletterte in den Keller. Ich durchstöberte alles und fand Ballons mit Hausgemachten Wein den ich sofort verkostete, ehr wahr einfach lecker. Doch der Ballon hatte Ca.50 Liter und war zu schwer für mich. Da sah ich einen kleinen Ballon in ein Regal in der Ecke stehen mit der Aufschrift Holunder, den nahm ich und ging so wie ich gekommen war. (Spurlos.) Ich hatte es mir im Wittchen in einem Gebüsch bequem gemacht und wollte den Wein mir zu Gemüte führen. Ich öffnete den Ballon und nahm einen großen Schluck und fing fürchterlich an zu spucken. Ich hatte es doch tatsächlich fertig bekommen den einzigen Ballon Essig zu klauen der im Keller stand. Wütend zog ich davon und ich musste noch den ganzen langen Tag nach diesen Zeug aufstoßen und bekam einen fürchterlichen Durchfall, deshalb kam ich nicht mehr vom Blumsklo herunter.

Mein Hindern war noch ganz wund, als ich am nächsten Morgen das

Haus in Richtung Papst verlas. Das üble Zeug sollte sie mir büßen, Ich schlich in Ihren Garten und legte alle Blumen flach mit meinen Säbel und versteckte mich schnell im Wittchen um zu beobachten, wann sie aus dem Haus kam, was nicht mehr lange auf sich warten lies. Sie bekreuzigte sich wie immer, wenn ihr der Schreck in die Glieder gefahren war und rief Jesus, Maria das war der Wolf im Schafspelz. Anschließend rannte Sie wieder einmal zum Pastor um sich über mich zu beschweren. Der

5.

Wiederum kam am Abend zu uns und erzählte alles meinen Eltern. Und ich bekam wieder Hausarrest ohne den geringsten Beweis. Als meine Mutter den Pastor fragte wer mich bei der Missetat gesehen hat, sagte ehr, natürlich niemand, aber wer sollte es wohl sonnst gemacht haben. Da sagte mein Vater so geht das nicht immer soll alles unser Winny gemacht haben, dabei ist es doch ein ganz liebes Kind das niemanden etwas böses will. Da strahlte ich wie ein kleiner Engel, denn so kannte ich meinen Vater gar nicht. Er sagte keine Beweise keinen Hausarrest, denn es bestehe ja die Möglichkeit dass ich unschuldig bin. Da fühlte ich mich zum ersten Mal gerecht behandelt.

Tage später machte ich wie gewohnt meinen Spaziergang durch das Wittchen, bis an die Stelle wo der Mühlgraben in die Apfelstädt mündet , da lag ein umgefallener Baum über dem Mühlgraben und ich konnte leicht das andere Ufer erreichen. Da es noch früh am Morgen war befand sich kein Schwein im Garten, die kommen ohnehin erst abends nach dem Feierabend. Ich erntete meine Erdbeeren, Gurken und was sonst noch im Angebot war. Als die anderen am Abend zum ernten kamen gab es öfters mal Stielaugen, an Stelle von Erdbeeren. Eines Morgens als ich mal wieder einen Streifzug durch die Gärten unternahm sah ich ein Schild am Gartenrand stehen, worauf stand Vorsicht Tellereisen. Das weckte meine Neugier und ich durchsuchte den ganzen Garten wie ein Mienenräumer der Armee Stück für Stück tastete ich mich vor, aber ich fand keine Tellereisen. So ein blödes Schild dachte ich. Doch da fiel mir ein das unser Pastor in der Kirche gesagt hatte man darf niemals lügen. Da der Besitzer des Gartens immer freundlich zu mir war, wollte ich nicht dass er vor Gott und aller Welt als Lügner dasteht. Da ich wusste wo ein alter Wilderer seine Fallen versteckt hatte holte ich welche und stellte sie in seinen Garten auf. Als

Arnold noch am selben Abend kam um zu schauen ob seine Erdbeeren sich noch am Strauch befanden, passierte was einfach passieren musste. Seit diesen Tage

Humpelt Arnold auf dem linken Bein, und hat den Spitznahme Fallensteller. Bei einem anderen großen Garten der keinen Zaun hatte, sah ich einen großen Komposthaufen mit schönen Kürbissen. Da fiel mir ein dass ich mal von einem Streich gehört habe, wo es um Kürbisse ging,

 

6.

 

 

 

 

Musste ich auch machen. Ich schlich mich zum Komposthaufen und schnitt mit meinen Taschenmesser ein kreisrundes Loch in einen Kürbis, höhlte ihn aus und füllte ihn mit Pferdescheiße, fügte das runde Stück wieder ein und beobachtete den Kürbis Wochenlang. Das Stück war gut und narbenfrei eingewachsen, nach ein paar Wochen hatte sich der zu einen Prachtexemplar entwickelt. Was ich zu diesen Zeitpunkt noch nicht wusste! Den schönsten Kürbis bekommt der Herr Pastor zum Erntedankfest. Ich weiß aus einer sicheren Quelle dass der Pastor nie wieder einen Kürbis angenommen hat. Endlich ist es warm genug um baden zu gehen. Unweit von unser Haus lag der Fluss Apfelstädt, in dessen Wasser wir baden gingen, angelten und sonstigen Unfug trieben. An einer Stelle, von uns Badeloch genannt, bestehend aus einem kleinen Wehr das einen kleinen Wasserfall vorzuweisen hatte war es ziemlich tief. Vor dem Badeloch lag eine kleine Wiese Weisdornbüsche standen, in deren Schatten breiteten wir unsere Decken aus und gingen baden. Eines Tages brachte ich das Kunststück fertig und habe allen eingeredet dass dieses besagte Badeloch auf unseren Grundstück liege und jeder 50 Pfennig Eintritt zahlen müsse. Da es sehr heiß draußen war ging mein neues Geschäft ganz gut. Doch so viel Geld macht gierig nach mehr und ich kassierte für die Durchquerung des Wittchens weitere 20 Pfennig. Das bemerkte Papsten Linda,

 

7.

Als ich an ihrer Brücke auch noch einen Zoll eingeführt hatte. Sie lief sofort zum Pastor um den Schwindel aufzudecken und ihm alles brühwarm zu erzählen. Der natürlich am Abend bei uns auf der Matte stand um mit mein Vater über die jüngsten Vorfälle zusprechen. Mein Vater kam sofort zum Badeloch und gerbte mir das Fell und schrie dabei das ist für dich, weil du so blöd warst und hast dich wieder erwischen lassen. Als ich das ganze Geld zurückgeben sollte, sagte ich dass ich es nicht mehr habe. Nun wollte er wissen wo denn das ganze Geld geblieben sei? Ich antwortete Ihnen dass ich vorhin ein schlechtes Gewissen bekommen habe und das Geld in die Kirche gebracht habe um alles in den Spendenkasten zu werfen.

 

 

 

Das lässt sich nicht nachprüfen schrie der Pastor, weil der Kasten nur zu Weinachten gelehrt werde und lief wütend davon, bekreuzigte sich und schrie dabei, der ist ja schlimmer als ein Wolf im Schafspelz.Ich hatte mich gerade mit ein paar Jungen aus dem Oberdorf angefreundet und wir lungerten vor der Kirche herum, als der Pastor kam und uns vertreiben wollte. Mit den Worten meine Kirche schändet ihr nicht das werde ich zu verhindern wissen. Mit diesen Worten hatte er mich auf eine Idee gebracht. Wir bliesen zum Rückzug um den Pastor im sicheren zu wiegen. Als es dunkel geworden war schissen wir in eine Zeitung

Hinein und knüllten sie zusammen, legten die Zeitung auf einen Haufen vor die Tür des Pastors, brannten sie an und klingelten. Danach rannten wir weg um

 

8.

Uns zu verstecken. Es dauerte einen Moment als der dicke Pastor an der Tür erschien. Als er das Feuer erblickte versuchte er es sofort auszutreten und sprang in der Scheiße herum. Als er den Braten gerochen hatte begann er zu fluchen und zu schimpfen du Treckschwein, wenn ich dich erwische ziehe ich dir dein Fell über die Ohren und wenn es das letzte ist was ich tue.

Es war an einen warmen Augusttag, ich traf mich mit meinen Freund Hans – Jürgen der von allen nur Jörchie genannt wurde an der kleinen Brücke die damals ein beliebter Treffpunkt der Dorfjugend war. Ich zeigte Jörchie eine Dose mit ein schwarzen Pulver. Er schrie sogleich ist das etwa Schwarzpulver? Aber nein sagte ich dass ist Grafitpulver, ich habe es aus der Schmiede mitgenommen die nehmen das als Schmiermittel aber es macht höllische Treckpfoten. Wir überlegten was man damit anfangen können. Im Kulturhaus fand gerade der Sportunterricht der fünften Klasse statt und der Umkleideraum war offen. Beste Gelegenheit in jeden Turnschuh den wir sahen etwas hineinzugeben, von diesen Wunderpulver. Als der Sportunterricht in vollen Gängen war schauten wir durch das Fenster hinein, da waren alle schwarz wie die Neger. Ein umwerfender Erfolg aber wir hatten noch fast die ganze Dose, also gingen wir spät am Abend in das Neubauviertel, wo einige Familien wohnten und fast alle hatten ihre Schuhe im Treppenaufgang vor der Wohnungstür. Am folgenden Morgen fuhren Sie alle wie die Treckschweine an die Arbeit in die umliegenden Städte. Wir schrieben das Jahr 1961, es war an einen Augustmorgen. Als mein Vater zu mir sagte, geh spielen du bist uns nur im Weg. Onkel Fritz und Onkel Heinrich kommen um mit mir die Wohnung zu renovieren. Da sah ich auch schon die Farbe die mein Vater angerührt hatte!

Da Ich auch eine Hütte bei uns im Hof hatte dachte ich dass es nicht schlecht wäre wen ich sie auch anstreichen würde. Ich besorgte mir ein Glas und bat meinen Vater um etwas Farbe. Der sagte zu mir, junge warte die Zeit ab wen etwas übrig ist kannst du es haben aber mache keinen Blödsinn damit. Als ich am Abend kam, sah ich, das die

 

9.

Farbeimer fast leer waren und die Farbe keines Falls, für meine geliebte Hütte ausreichen würde, schüttete ich alle Reste zusammen und stellte den Eimer in meine Hütte. Am kommenden Morgen stand ich ganz früh auf um mit der Arbeit zu beginnen. Ich lief zu meiner Hütte da, wo die Farbe stand, ich nahm einen Stock und rührte sie richtig durch, da entwickelte sich die Hässlichste grüne Farbe die ich in meinen ganzen jungen Leben gesehen hatte. Ich wollte diese hässliche Farbe gerade weggießen als ich von weiden sah das Papstens Linda gerate ihre zwei Ziegen ins Wittchen brachte und sie mit einer langen Kette an einen Baum zum grasen angebunden hatte. Nah warte dachte ich, wir haben noch ein Ei mit einander zu teilen, ich nahm die hässliche Farbe und einen alten großen Pinsel schlich mich heran und kurz danach wahren die Ziegen so hässlich grün wie noch nie eine Ziege gewesen ist. Ich ging schnell nachhause zurück und legte mich wieder in mein Bett und spielte den kranken Mann. Gegen 11 Uhr war bei uns der Teufel los Papstens Linda, der Pastor und unser Ortspolizist standen im Hof und schimpften was das Zeug herhielt. Aber meine Eltern schwören Stein und Bein das ich krank zu Bett liege und unschuldig seien müsse. Als Linda noch die Ziegen herbei brachte brach ein großes Gelächter aus und mein Vater sagte, so eine hässliche Farbe besitzen wir überhaupt nicht und zeigte allen die frisch renovierte Wohnung. Während des Rundganges fingen alle erneut an zu lachen, bis auf Linda die schreiend unser Grundstück verlas und rief das war der Wolf im Schafspelz, kein anderer kommt

 

10.

Da in frage als der Wolf im Schafspelz. Schon nach kurzer Zeit hatte es sich in Wandersleben herumgesprochen und das halbe Dorf lachte sich wieder einmal krumm und schief.

Neben unseren Haus gab es eine Mühle, wo ich nicht gern gesehen wurde. Weil ich den Sohn des Müllers immer ausnutzte und zu alle möglichen Missetaten anstiftete. Eines schönen Tages spielte Norbert (der Sohn des Müllers) wieder im Garten hinter dem Haus, da er ein bisschen eigenartig war hatte er keine Freunde mit denen Ehr spielen konnte .Da ihm langweilig war fragte ehr ob er zu uns kommen könne um mit mir zu spielen? Ich sagte wenn ehr mir eine hausgeschlachtete Wurst mitbringt Hab ich nichts dagegen.

 

 

 

 

Denn der Müller schlachtete mehrere Schweine im Jahr. Norbert schlich sich wieder einmal für mich in die Speisekammer und suchte für mich die größte Wurst aus und brachte sie mir mit. Ich begann sofort die Wurst zu essen. Norbert fragte was wir spielen könnten? Ich antwortete lass uns doch was ausdenken. Nach langen überlegen, sagte ich lass uns doch Schlaraffenland spielen. Norbert willigte ein

 

11.

Und fragte wie das geht? Ich sagte zu ihnen, ich hole eine Decke und ein paar Teller und du gehst in eure Speisekammer und bringst alles was du tragen kannst. Als wir fürstlich gespeist hatten brachte ich alles was noch übrig gewesen war in meine Hütte. Norbert fragte und was spielen wir jetzt? Plötzlich kam mein Vater um das Hausund sagte, spielt ihr schön? Ich antwortete mit ja. Er sagte ich gehe jetzt zum Haare schneiten und lasse mich rasieren. Und so wurde die Idee für ein neues Spiel geboren. Ich besorgte einen Stuhl und klaute die kleine Schere meiner Mutter. Norbert setzte sich freudenstrahlend auf den Stuhl und ich begann mit der Arbeit. Als ich alles kurz geschoren hatte mussten wir noch rasieren, da ich kein Rasierschaum hatte benutzte ich Klärschlamm und als Rasiermesser musste Opas alte Axt herhalten. Leiter bin ich abgerutscht und habe ihn dabei ins Ohr geschnitten und er rannte blutend nach hause, wo sein Vater schon auf ihm wartete mit seinen Koppel in der Hand. Norbert erzählte mir später dass er fürchterliche Prügel bezogen habe weil er wieder mit mir gespielt habe. Und weil er wie ein gerupftes Huhn aussah bekam ehr noch Stubenarrest bis seine Haare wieder normal aussahen, und ich hatte noch Wurst für ganze zwei Wochen. Zum Glück hatte das der Müller nicht gemerkt.

Ich saß im Wittchen auf einen Weidenbaum um ein paar Vogelnester aus zu nehmen,

Als ich aus der ferne das Kläffen eines Hundes wahr nahm. Da kam Papsten Linda mit ihr neuen Hund. Es hieß schon im Dorf das sie sich einen Hund aus Berlin mitgebracht habe. Er war klein weis und doof, ausgerechnet dieser Kläffer sollte in Zukunft das Haus bewachen. Ich konnte mich kaum auf dem Baum halten so stark musste ich lachen. Als ich mich wieder einkriegte machte ich sofort den Versuch mich an das Haus heranzuschleichen. Da begann der Kläffer sofort Alarm zu schlagen. Scheiße dachte ich und zog wie ein begossener Pudel davon, ich setzte mich in meine Hütte und überlegte was zu tun sei um dieses Vieh los zu werden. Ich bat meine Mutter um etwas Brot und Wurst unter dem Vorwand dass ich Hunger habe. Damit schlich ich mich wieder an und lockte den Hund mit der Wurst an und fütterte Ihn und wir schlossen Freundschaft. Als ich dass nächste Mal kam kläffte die verdammte Drecktöle wieder und ich musste erneut Wurst herbei bringe um ihn milde zu

 

12.

Stimmen, er fraß die Wurst, lies sich streicheln und als ich mich kurz herum trete biss mich das kleine Mistvieh in die Waden. Als ich ihn endlich abgeschüttelt hatte, rannte ich nachhause zu meiner Mutter und lies mich verbinden. Das gibt Rache, schwor ich mir. Ich wusste dass Lind immer sonntags in die Kirche ging und auch im Kirchenchor die Vorsängerin war. Da ist der Köter allein zu hause. Ich besorgte mir wieder Wurst und einen alten Kartoffelsack, damit bewaffnet schlich ich mich wieder an, lockte den Hund an und als ehr fraß steckte ich ihn in den Sack um ihn gar fürchterlich zu verprügeln. Anschließend verbrachte ich den Mistköter in den Hof, wo Lindas Toilettenhäuschen stand und steckte ihn kopfüber in die Toilette. Plötzlich hörte ich wie Linda, ihr Mann Artur und der Pastor das Grundstück betraten, als ich für mich keinen Fluchtweg mehr sah versteckte ich mich im Ziegenstall, wo es gar fürchterlich stank. Der Hund jaulte und kläffte jämmerlich

 

Und Lina begann ihn sofort zu suchen und fand ihn auch gleich. Um den hinterlistigen Köter zu befreien musst Sie die Scheißegrube abdecken. Am Gartenzaun hing ein alter Stahlhelm, wo man ein Stück Rohr angeschweißt hatte um ihn als Jauchenschöpfer zu verwenden, damit fichten sie den Köter aus der Scheiße.

Linda jammerte nur an einer Tour, mein Petzi, mein Petzi, das kann nur einer gemacht haben der verdammte Satansbraten, die elende Fehlgeburt, der Wolf im Schafspelz Die Beschimpfungen, das jammern und

 

13.

Wehklagen wollte kein ende nehmen und ich konnte mein Versteck nicht bei den stinkenden Ziegen verlassen, bis Linda den übel riechenden Hund auf den Arm nahm und zu meinen Eltern ging, um mir die Missetat in die Schuhe zu schieben. Doch der Weg war umsonst denn meine Eltern waren bei meinen Onkel und halfen auf dem Feld. Aber ich konnte schnell und unbemerkt entkommen, um den Gestank der Ziegen aus meinen Kleidern und von meiner Haut zu waschen.

Es war Montagnachmittag als ich meinen guten alten Freund Jörchy zufällig an der Schmiede traf, ich fragte was anliegt und er antwortete. Die ersten Weintrauben sind reif und er habe im gesamten Dorf schon kontrolliert wo die meisten und schönsten Trauben zu holen seien. Ich fragte wo es sich am meisten lohnen würde und bekam die Antwort, bei Alex Schmitt und Pastor Regensburger, aber die Unteren seien alle schon abgefressen und für die oberen müsse man eine Leiter haben. Ich schaute mir die Sache mit Fachmännischen Blick an und stellte fest dass unsere Leiter zu kurz ist.Jörchie sagte das seine Eltern auch eine Leiter haben und wir sie zusammenbinden könnten. Wir versuchten es, doch die Sache wurde viel zu kippelig und keiner von uns beiden wollte darauf klettern. Plötzlich hatte ich eine geniale Idee, wir borgen uns eine Leiter und als mich Jörchie fragte wo? Sagte ich na beim Pastor natürlich denn der Muss eine haben, denn sonst könne er ja seine eigenen Trauben nicht ernten. Da so eine Leiter schwer ist, kamen wir auf die Idee noch ein paar Jungs aus dem Dorf zu mobilisieren. Ich schickte sie mit dem Vorwand zum Pastor, er solle doch so gut sein der Frau Papst die große Leiter zu borgen damit sie an ihren großen Birnenbaum die Birnen abnehmen kann. Der Pastor sagte die Leiter hängt im Hof an der Wand und bringt sie danach bitte wieder zurück. Gesagt getan, wir ernteten nachts die Weintrauben des Pastors und hingen die Leiter wieder an ihren gewohnten Platz, klingelten am kommenden Morgen beim Pastor und bedankten uns im nahmen von Frau Papst. Der Pastor freute sich über unsere Hilfsbereitschaft und war besonders erfreut dass ich auch dabei gewesen war und schenkte uns eine Tüte Bonbons. Ich ging mit meinem Freund Jörchy der Hauptstraße herunter als uns der Dorffriseur ansprach und fragte ob wir uns etwas Geld verdienen möchten? Da wir immer Geld brauchen

 

14.

Konnten, fragten wir um was es sich hantle? Wilhelm, so heißt der Friseur der im Dorf von jeder Mann nur Zimmermanns Wilhelm genannt wurde. Sagte das ehr Kohlen bekommen habe und der Kohlenhändler habe sie einfach nur vor dem Kellereingang abgekippt. Es waren Ca. sechs Tonnen Eierkohlen die in den Keller mussten und Wilhelm sagte dass er nicht mithelfen könne, da er in seiner Friseurstube Kundschaft hatte. Wir mobilisierten die Dorfjugend und erzählten was sich der freche Kohlenkutscher Alfred Zacher herausgenommen hatte. Da die Jungs alle mit Einander junge Thälmann Pioniere waren, verpflichtete sie ihr Fahneneid jeden Tag eine gute Tat zu vollbringen. Alle liefen nachhause um sich alte Sachen anzuziehen und trafen sich anschließend auf dem Hinterhof des Friseurs. Ich übernahm sofort mit meinem Freund Jörchy das Kommando und trugen die Verantwortung. Gegen 18 Uhr befanden sich alle Kohlen im Keller und wir schickten die Kinder nach Hause

, Jörchie“ bewaffnete sich mit einem Besen und ich mit einer Schaufel um den übrig gebliebenen Kohlentreck zu beseitigen. Als Wilhelm nach hinten kam um zu sehen, wieweit die Arbeit voran gegangen war, schaute er ganz erstaunt und sagte das hätte ich nicht geklaubt, wenn ich es nicht mit meinen eigenen Augen gesehen hätte, das zwei so kleine Kinder den großen Kohlenberg in nur so kurzer Zeit in den Keller geschleppt haben. Als ich nach unseren Arbeitslohn fragte , antwortete er, das er erst Morgen damit rechnete aber das wir so schnell sind konnte er nicht wissen und habe deswegen nicht so viel Geld im Haus und forderte uns auf am nächsten Tage gegen Mittag in die Friseurstube zukommen. Arbeit macht bekanntlich durstig, also gingen wir zu meinen Onkel Fritz in den Garten. Onkel Fritz arbeitete als Gleisbauarbeiten bei der Deutschen Reichsbahn auf Montage und kam immer erst am Donnerstagabend nachhause.

Wir setzten uns in die Gartenlaube, holten uns eine Flasche hausgemachten Erdbeerwein aus dem Schrank und feierten unseren Erfolg. Als wir die zweite Flasche öffnen wollten kam mein anderer Onkel, Hans, der in Onkel Fritz seiner Abwesenheit das gießen des Gartens übernommen hatte. Er sagte seit Ihr denn von allen guten Geistern verlassen, das

 

15.

Bekommt euch doch gar nicht und hielt uns die Köpfe unter die Gartenpumpe was das Zeug herhielt. Nass wie die Pudel und einen leicht schwankenden Gang verließen wir den Garten in Richtung Heimat.

Am darauf folgenden Tag traf ich mich wieder mit Jörchy wie abgemacht an der kleinen Brücke. Als wir wie abgemacht in die Friseurstube kamen fragte uns Wilhelms Frau was wir möchten? Als wir ihr alles erzählt hatten sagte sie zu uns dass ihr Mann im Garten seihe um dort Äpfel zu ernten. Als wir im Garten eintrafen gab uns Wilhelm jetten 50 Pfennige und bedankte sich noch einmal bei uns. So ein Geizkragen dachte ich und sagte Jörchy dass Wirt er uns büßen. Noch am selben Abend schlichen wir uns auf seinen Hof der nicht Abgeschlossen war. Ich steckte einen Gartenschlauch in das Kellerfenster und Jörchie drehte den Hahn weit auf, und da es Herbst war benötigte Wilhelm keine Kohle und merkte es erst Als das Wasser der Kellertür heraus lief. Der Kohlenkutscher Alfred, den man den Spitznamen Kuttenfröhlich verpasst hatte, erzählte am Abend im Wirtshaus zur Klause von Alfred Kohl, das er es wunderbar fände, das der Geizige Wilhelm

Endlich einmal einen angemessenen Denkzettel bekommen habe, denn ich habe auch schon die Kohlen für 50 Pfennig und ein halbes Glas Brause hineingeschaufelt und seit diesen Zeitpunkt kippe ich sie nur noch vor die Tür. Wenn ich nur wüsste wer das war, würde ich ihnen noch einen ausgeben.

Natürlich machte dieser Schabernack im Dorf die Runde und alle die bei Wilhelm in Zukunft Kohlen schaufelten kassierten in voraus. Ich wollte mich wieder mit Jörchy am anderen Tag treffen um mit ihm unsere Freizeit sinnvoll zu verbringen, doch Jörchie schüttelte den Kopf und sagte, geht leider nicht, muss mit meiner Mutter nach Gotha fahren ( das ist die nächste Kreisstadt) ich soll neue Schuhe und andere Klamotten bekommen.

Und so kam es das ich wieder in meiner Hütte saß und mich fast zu tote langweite. Als ich aus Nachbars Garten die Stimme von Norbert hörte und dachte ein Trottel ist besser als keiner zum Spielen und fragte ob er mit mir in meiner Hütte spielen wolle.

Ehr sagte zu mir, nein mir juckt doch nicht das Fell, wenn das mein Vater sieht, zieht er mir die Hosen stramm und gerbt mir den Hindern durch und dazu habe ich keine Lust.

 

16.

 

 

 

 

Da hatte ich, eine gute Idee! Du bleibst auf euerer Seite des Gartens und ich auf unserer und damit dein Vater es nicht merkt verstecke ich mich in den Busch auf unserer Zaunseite. Nun saßen wir da und wussten immer noch nicht was wir spielen sollten. Denn richtiges Spielzeug hatten wir beide nicht, also musste ich mir wieder etwas einfallen lasse.

Als ich so in die Runde schaute erspähte ich die Bettwäsche in Norberts Garten die zum Bleichen auf der Rasenfläche lag. Ich schickte Norbert in die Mühle um eine Rolle Strick zu besorgen, doch der kam zurück mit einem kleinen Bündel Strick das schon in Stücke geschnitten war, damit band sein Vater die Mehlsäcke zu.

Wir banden die Stücke wieder zusammen, nahmen vier gleichlang Stücke und banden sie an alle vier Ecken eines Bettlagen. Die anderen Enden band sich Norbert an seinen Gürtel und stieg damit auf den großen Apfelbaum um als Elitefallschirmjäger zu Boden zu schweben.

Doch da passierte es das scheiß Laken verfing sich im Apfelbaum und Norbert hing daran wie eine reife Pflaume und schrie Mama, Papa kommt schnell ich hänge fest.

 

17.

Seine Eltern kamen im Laufschritt in den Garten um zu sehen was da los ist.

Als Walter (Norberts Vater) seinen Sohn am Apfelbaum hängen sah,

Holte er eine Leiter und sagte, so ein Idiot was hat der sich dabei nur gedacht, wahrscheinlich gar nichts denn Gehirn hat er keins. Als er noch sah das die neue Bettwäsche zerrissen im Baum hing drehte er völlig durch und band sich sein Koppel ab und legte Norbert wieder einmal übers Knie und schrie dabei was hast du dir dabei gedacht und Norbert jammerte, nichts. Das war ich nicht das war alles Winny. Und so bekam Norbert noch zusätzlich ein paar Schläge hinten draufgezählt, weil er wieder mit mir gespielt hatte.

 

 

Ich saß vor unser Haus auf der Treppe, als ein älterer Mann, den ich noch nie gesehen hatte mich fragte ob meine Eltern zu hause seien. Ich antwortete mit ja und rief nach meinen Vater, der auch sofort herbei kam. Ich bin ein Antiquitätenhändler aus Gotha sagte er und ich kaufe alte Möbel, Bücher und sonstigen Hausrat. Mein Vater holte eine alte Bibel, die aus dem Nachlass meiner Oma stammte und zeigte sie den Händler. Der Antiquitätenhändler war begeistert und kaufte für eine Summe von 250 Mark, und

 

18.

Erzählte dabei das er jetzt öfters über die Dörfer fährt um noch mehr

 

 

 

Zu kaufen. Er sagte zu meinen Vater, wenn sie jemanden kennen oder mir dieses und jenes besorgen können bezahle ich ihnen das, in einer angemessenen Höhe.

Ich hörte die ganze Zeit gespannt zu und dachte mir 250 Mark, das kann ich auch!

Der Händler verabschiedete sich mit den Worten bis nächsten Montag, dann um ungefähr dieselbe Zeit.

Am folgenden Sonntag spät am Abend schlich ich mich über den Friedhof, der nach Anbruch der Dunkelheit immer menschenleer war.

Wo der Schlüssel der Kirche lag wusste ja fast jeder im Dorf und am Folgenden Tag wechselte die Bibel den Besitzer. Da meine Bibel fast 150 Jahre älter war als die meines Vaters bekam ich 700 Mark dafür. Doch das Geld machte mir Kopfschmerzen, denn ich hatte keine Möglichkeit einen auszugeben ohne das es sofort auffallen würde und um in die nächste Stadt zu fahren ,wo mich keiner kannte war ich noch zu klein, also beschloss ich die Hilfe eines Erwachsenen in Anspruch zu nehmen. Da war der Wolfgang N. ein junger Mann der des öfteren mit einem Luftgewehr im Wittchen herum strolchte und seine Zielübungen an einen Baum machte. Der war mir gut gesonnen und ich konnte des

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Öfteren mit seinem Gewehr schießen. Das war der richtige für mich, denn der war ehrlich und ich konnte mich auf ihnen verlassen, und außerdem war er mit meiner Schwester befreundet. Dem gab ich mein sauer verdientes Geld zur Aufbewahrung und er erfüllte meine Wünsche und brachte mir die Dinge als Geschenk getarnt nach hause, Wenn er meine Schwester abholde. Als ich wieder in

 

 

 

 

 

Wittchen an der Apfelstädt saß und versuchte mit meiner Angel ein paar Forellen zu fangen, kam Jürgen Martin ( von allen nur Napoleon genannt) und Nahm meine Angelrute und brach sie in zwei Stücke und sagte zu mir, du weißt doch das hier das Angeln verboten ist und nahm mir den Eimer mit den vier Forellen weg die ich schon gefangen hatte und schüttet sie in die Apfelstädt zurück.

Er gab mir ein paar Ohrfeigen und sagte, wenn ich dich noch einmal erwische geht es dir so richtig schlecht. Da dachte ich so richtig schlecht geht es dir bald, wenn du denkst das ich mir das gefallen lass, dann bist du auf dem Holzweg.

Der blöde Hund arbeitete im Nachbardorf das wie der Fluss hieß.

Fast an jeden Abend ging er in Apfelstädt ins Wirtshaus und

 

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Fuhr dann stinkbesoffen mit seinen Tratesel durch das Wittchen und sang wie ein bekloppter Volkslied. Da kam mir die Erleuchtung, ich spannte einen Strick über den Weg und zwar so hoch das er gerade noch darunter herfahren konnte, mit ein paar Wäscheklammern machte ich einen alten Scheuerlappen der gut in Lindas Scheißhaus getränkt wurde an dem gespannten Strick in etwa Wegmitte fest. Als Napoleon, zu fortgeschrittener Stunde singend den schmalen Weg der zwischen den Büschen hindurch führte angefahren kam, zog es ihm, den leckeren Lappen quer über seine Fresse und er war buchstäblich der Angeschissene.

 

Ein anderes Mal grub ich ein Loch in das er stürzte, dann stellte ich einen Weißdornbusch in den Weg. Das hörte erst auf als sich Napoleon einen anderen Nachhauseweg gesucht hatte und sich im Wittchen eine Zeit lang nicht mehr blicken ließ.

Zirkus Heine gastierte das erste Mal in Wandersleben.

Wandersleben war zu der Zeit der größte Ort im Umkreis, es lag zentral in der Mitte und verfügte über einen Bahnhof. So konnten die Leute von den umliegenden Dörfern gut anreißen so fern sie einen Bahnhof hatten. Die anderen kamen mit Kutschen, Fahrädern oder zu Fuß. Wir Kinder halfen beim Zirkuszelt mit aufzubauen, die Manege einzurichten, schleppten die ganzen Zuschauersitze in das Zelt und bauten sie alle mit ein. Bei dieser Arbeit lernte ich den Clown Alfons kennen. Der bekam den Auftrag Stroh für die Tiere und Sägespäne für die Manege zu kaufen. Da mein Onkel Hans in einer Tischlerei arbeitete kannte ich mich

 

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Dort gut aus, denn ich besuchte ihn dort oft und die Tischler baute mir immer schöne Holzspielzeuge. Alfons fuhr mit mir los und wir konnten uns so viel Späne nehmen wie wir brauchten, mussten sie nur selber in die mitgebrachten Säcke füllen. Als wir dis beendet hatten lud mich Alfons in das Wirtshaus ein und wir aßen jeder eine Bockwurst und drangen rote Fassbrause, dabei erzählte Alfons dass er auch als Messerwerfer und Kunstreiter in der Manege auftrat. Nach dem Essen zeigte ich Alfons den Weg zum Bauern Kecke der uns die Erlaubnis gab auf einen seiner Felder von einem Strohschober das benötigte Stroh zu entnehmen. Mit dieser Ladung

Kehrten wir zurück. Der Zirkusdirektor rief alle Kinder zusammen die beim Aufbau mit gearbeitet hatte und übereichte jeden Kind zwei Freikarten für die letzte Vorstellung, um damit sein Dank auszusprechen. Alfons musste noch andere Dinge besorgen und hatte leider keine Zeit mehr für mich übrig. Ein anderer Junge rief mich und sagte komm wir wollen uns die Tierschau ansehen. Wie aus heiterem Himmel sprach uns jemand von hinten an und sagte, Hallo Jungs ich bin der Schlangenbeschwörer und habe eine kleine Bitte an euch. Ich muss die Schlangen baden damit sie zur Vorstellung schön sauber sind und wir uns nicht blamieren.

Er stellte einem Riesen große Zinkbadewanne vor seinen Wohnwagen und gab uns zwei Eimer mit den Worten, ich muss noch einmal weg, mache die Wanne schön voll, na Ihr werdet das Kind schon schaukeln. Und wir schleppten Wasser wie die blöden. Denn der Zirkus stand auf dem Sportplatz und die nächste Pumpe war 400 Meter weit entfernt. Als wir die Wanne bis zum Rande gefüllt hatten kamen der Schlangenbeschwörer aus seinen Wohnwagen und sagte, gutgemacht da werden sich die Schlangen aber freuen. Da wir noch nie große Schlangen in der Natur gesehen hatten fragten wir ab wir zuschauen könnten, doch er stotterte nur herum, das geht nicht alles zu gefährlich, wenn das einer sieht und verschwand wieder in seinen Wohnwagen. Enttäuscht und noch schwitzend gingen wir zur Tierschau und beschlossen ihn heimlich zu beobachten. Gegen Abend als sich das Wasser in der heißen Mittagssonne aufgeheizt hatte, legte sich der Schlangenbeschwörer selbst in die Wanne und nahm ein

 

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Vollbad auf unsere Kosten und sang dabei, Ach wie wohl ist mir am Abend.

Wütend gingen wir zurück zur Tierschau. Auf den Wege dorthin lief uns Alfons in sein Clownskostüm über dem Weg und wir erzählten die Sache mit dem Schlangenbeschwörer, doch Alfons lachte nur und sagte einen Schlangenbeschwörer gibt es bei uns nicht. Doch die Geschichte kommt mir bekannt vor, doch da war e, der Elefantenmann und lies sich von Kindern eine große Wanne voll machen, genau wie bei euch. Als wir wissen wollten wer das eigentlich sei antwortete Alfons. Das ist unser Tierpfleger, der ist dafür verantwortlich dass die Tierzelte immer sauber sind und die Tiere genug Futter und Wasser zu Verfügung haben.

Da wusste ich sofort einen Ansatzpunkt um meine Rache zu vollziehen und die sollte fürchterlich werden. Denn wie der alte Blücher schon sagte, schlagt sie da wo es weh tut. Nachts machte ich mir die Arbeit und schlich heimlich und von allen unbemerkt in das Tierzelt. Alle Tiere wurden losgebunden und aus ihren Käfigen gelassen damit sie die Flucht ergreifen konnten. Doch die blöden Viecher wollten einfach nicht heraus bis auf die Affen, die sofort das weite suchten. Alle anderen brauchten eine Sondereinladung die sie auch bekamen, ich blies eine Papiertüte auf und lies sie knallen, und schon liefen sie alle in verschiedene Himmelsrichtungen davon.

Am folgenden Morgen gab es ein Böses erwachen für den angeblichen Schlangenbeschwörer der daraufhin, einen Verweiß von seinen Direktor und eine Lohnkürzung erhielt. Anschließend durften er die ganzen Viecher im gesamten Dorf wieder einsammeln. Der Zirkus blieb noch ein paar Tage und verlas dann Dorf und kam nie wieder zurück.

Ich hatte den Auftrag in der Gärtnerei einen Straus Blumen zu besorgen. Als ich an der Gärtnerei eintraf, stand da eine Menschenschlange, oh Gott dachte ich das kann ja heiter werden. Als ich mich angestellt hatte hörte ich die Leute von einer Chemikalie reden die den nahm Unkraut – Ex hatte. Einer der Männer erzählte

 

 

 

 

 

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Das man es nur in Wasser auflösen musste und dann mit der Gießkanne vorsichtig, als eine ganz dünne Lauge auf den Fußweg gießen müsse und da würgte für die nächsten Jahre nichts mehr wachsen.

Ich fragte ob ich nach vorn gehen könne da ich nur einen Straus Blumen für meine Mutter besorgen sollte. Na immer sagte ein Mann den ich nicht kannte, komm vor Winny sonst stehst du dir noch die Beine in den Bauch. Ich kaufte die Blumen und brachte sie nach Hause wie es mir aufgetragen wurde. Schon beim Mittagessen grübelte ich vor mich hin, Unkraut Ex. Welch ein Teufelszeug, das muss ich haben. Ich bad meine Mutter um etwas Geld und ging wieder in die Gärtnerei um auch welches zu kaufen, aber der Gärtner sagte, nein mein Sohn dazu musst du 18 Jahre alt sein, denn es handelt sich um die Gefahrenklasse 1a. Mist sagte ich und bettelte um das Herz des Gärtners zu erweichen, aber alles betteln und jammern nützte nichts Und ich zog davon. Zum Glück wusste ich ja wer alles welches gekauft hatte. Da war der Herr Old der in der Gemeinde die Fußwege am Kulturhaus sauber hielt, den würde ich fragen. Ich machte mich also auf den Weg dorthin um mir das Pülverchen zu besorgen. Auch der Weg war vergebens, Fritz Old hatte

 

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Bereits alles aufgelöst und auf den Fußweg vergossen. Nimm doch Dünger sagte er zu mir, wir haben früher nur Dünger genommen, musst nur eine viel größere Menge auflösen und die Wirkung ist fast die gleiche.

Das neue Unkraut Ex hat nur den Vorteil, dass es ein paar Jahre anhält. Und mit Dünger kannst du es alle paar Wochen wieder neu machen.

Die LPG habe eine alte Scheune auf einer Koppel und die ist randvoll mit Düngemitteln. Ich bedankte mich für die freundliche Auskunft und zog in Richtung Scheune davon. Dort angekommen staunte ich nicht schlecht, die LPG hatte dort Säcke mit verschiedenen Düngemitteln eingelagert ich nahm einen Angebrochenen Sack mit Phosphatdünger der in etwa noch 8-10 Kg Inhalt besaß und schleppte ihn davon.

Nach Einbruch der Dunkelheit schlich ich mich zu Papstens Linda, versteckte mich mit den halben Sack an der Hecke und wartete bis sie den alten Drecksköter Petzi in das Haus holte damit ihm, im Schutze der Nacht, nicht wieder ein Unheil wiederfährt. Den ganzen Dünger schüttete ich in die Regentonne und rührte mit einen Stock um bis sich alles aufgelöst hatte. So sagte ich, das ist geschafft, nach der harten Arbeit und der mörderischen Schlepperei habe ich mir einen guten Schluck verdient, also kletterte ich bei Linda in den Keller und besorgte mir eine Flasche Erdbeerwein, ging damit ins Wittchen, legte mich unter eine Pappel und ließ so den langen Tag ausklingen.

Ein paar Tage später bemerkte ich auf meinen Kontrollgang das es einen guten Effekt gehabt hatte, denn in Lindas Garten war tote Hose angesagt, alles war welk, die Tomaten hatten schöne hellbraune Flecken bekommen und die Blumen ließen die Köpfe hängen.

Endlich Sonntag ich hatte mich mit meinen Freund Jörchy nach den Mittagessen verabredet , wir wollten wieder einen Ausflug zur Wanderslebener Burg unternehmen, auf den Weg dorthin holte Jörchie eine Schachtel Zigarren aus der Jacke und sagte zu mir, schau was ich hier habe !

Die habe ich bei meinen Opa im Schrank gefunden. Und das Feuerzeug wohl auch, fragte ich? Nein das habe ich schon vor ein paar Wochen bei Karlchen weggefunden Und Er denkt dass er es verloren habe. Wir nahten uns dem Gasthaus Freudenthal wo

 

 

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Ingo L. der Sohn des Gastwirtes an einen Sandhaufen spielte. Ich rief hallo Ingo wie geht es dir? Gut und dir fragte er? Schlecht ich habe Durst und kein Bier! Kannst du uns 10 Flaschen besorgen, wir bezahlen es selbstverständlich.

Aber immer sagte Ingo, dafür haben wir die Gaststätte ja und ging hinein um das Bier zu besorgen. Klasse sagte

Jörchy zu mir, der alte Leiser hätte uns mit einem Arschtritt wieder hinausbefördert, weil wir noch viel zu jung waren und noch kein Bier dringen durften.

Genau aus diesem Grund tranken wir ja Bier und nicht weil es schmeckte.

Da kam auch schon Ingo mit dem Bier, ich bezahlte und wir steckten jeder fünf Flaschen in einen Beutel und schleppten es den Burgberg hinauf bis auf die Burg. Oben angekommen setzten wir uns in den großen Weinkeller, der zwar stockdunkel war, aber dafür schön kühl.

Schon Tage vorher waren wir hier unten und hatten eine Bank mit hereingetragen, genau da ließen wir uns nieder, öffneten das erste Bier und löschten genussvoll unseren Durst. Als einige Zeit vergangen war, hatten sich unsere Augen an die Dunkelheit angepasst und wir konnten alles sehen was sich im Keller abspielte.

In der Mitte des Kellergewölbes gab es zwei kleine Fenster, durch die etwas Sonnenlicht herein kam. Es führte eine

 

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Lange Treppe zum Kellereingang herunter, es ging links herum weiter durch einen großen Eingang, wo man noch die ersten zwei Stufen sah und dann wurde es stockdunkel und man sah die Hand vor den Augen nicht mehr.

Plötzlich hörten wir Stimmen die der Treppe hinunter kamen, eine Wandergruppe welche die Burg besichtigen wollte kam herunter.

Ein paar Mädchen tasteten sich vorsichtig der Treppe herunter und versuchten sich in das Dunkel vorzuarbeiten. Jörchie schlich Ihnen auf leisen Sohlen entgegen und mischte sich unter die Mädchengruppe und begann Sie abwechselnd an der Schulter zu berühren, oder blies ihnen sachte in das Ohr, denn die Mädchen konnten ja nichts sehen, da sich Ihre Augen noch nicht an die Dunkelheit gewöhnt hatten, doch Jörchie sah alles. Eins der Mädchen begann plötzlich zu kreischen und zu schreien, da war etwas und rannte der Treppe wieder hinauf. Die anderen erschraken und folgten ihr.

Jörchie und ich, wir lachten bis uns die Tränen kamen.

Was für ein Spaß, das würden wir jetzt immer machen! Ich öffnete die nächste Flasche Bier und wir branden uns eine Zigarre an.

Als jemand kam, drehten wir die Zigarre so, in die

 

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Handflächen das man die Glut von vorn nicht sehen konnte. So trieben wir unsere Späßchen und ließen uns immer wieder neue Dinge einfallen. Jörchy der plötzlich auf die Toilette musste, fragte ob ich etwas Papier in der Tasche hätte? Aber immer sagte ich, man kann ja in Verlegenheit kommen und gab ihn das Papier.

Aber wohin? Die Toilette war defekt und deshalb geschlossen. Ich sagte geh da vorn unter das Fenster, da kann der Gestank gleich abziehen. Schon nach kurzer Zeit hatte ich die Idee mit einem Stock der da herumlag Jörchy’s Scheiße an das Treppengeländer zu schmieren und etwas davon an die Wand.

An einer vorher sorgfältig ausgewählten Stelle. Als die nächste Wandergruppe eintraf und wieder ein paar Jungen und Mädchen den Versuch unternahmen in den Keller einzudringen rief Jörchy Vorsicht es sind acht Stufen, aber es wahren nur fünf und so hielt sich der eine am Geländer fest und ertastete mit den Füßen die Stufen und suchte und suchte, ein anderer Junge sagte ich gehe zurück, hier stinkt es wie Scheiße. Kein Wunder, denn der eine wühlte ja mit den Händen in der Scheiße herum die wir ans Geländer geschmiert hatten. Nach kurzer Zeit kamen schon die nächsten, ein älteres Ehepaar.

Die Frau forderte ihren Mann auf umzukehren da es so Dunkel sei. Da rief Jörchy Nach vorn, rechts oben an der Wand ist ein Lichtschalter. , Der fremde Mann tastete die Wand ab und griff in etwas Glitschiges und sagte, was ist denn das, ihr Schweine, wenn ich euch erwische, ich hole den Burgwart der hat bestimmt eine Taschenlampe und ging der Treppe hinauf. Wir wollten gerade die Flucht ergreifen als der Mann mit dem Burgwart zurückkam. Wir stellten uns schnell an die Kellertreppe und ich rief, da sind welche im Keller und zeigte in die Richtung.

Der Mann sagte ich weiß und ging mit den Burgwart in den Keller und wir gingen heimlich stiften.

Als ich nach dem Schulunterricht Jörchy zuhause abholen wollte, sagte seine Mutter, Jürgen macht erst seine Schulaufgaben und geht für mich einkaufen.

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Ich setzte mich im Hof auf eine Bank und genoss die warme Sommersonne. Als Jörchy endlich kam gingen wir für seine Mutter in den Konsum (alte DDR Verkaufsstelle) und erledigten alles. Jörchy hatte einen Zettel, wo alles aufgeschrieben stand. Mitunter sollte er auch Schwefelstangen mitbringen. Denn seine Mutter wollte am Sonntag Thüringer Klöße zubereiten und dazu wurden die Kartoffeln geschwefelt damit sie eine schöne hellgelbe Farbe bekamen und nicht grau anlaufen konnten.

Jörchy sagte ich nehme noch ein Päckchen mehr mit, von meinem eigenen Geld.

Davon können wir gute Stinkbomben basteln. Als wir den Einkauf erledigt hatten gingen wir ins Wittchen und brannten eine Schwefelstange ab, man stinkt das, sagte ich zu Jürgen. Das stinkt ja wie in der Hölle rief Jörchy, und schon war eine neue Idee geboren.

Ich sagte, den Teufel habe ich schon. Denn wir hatten zu hause ein Kasperle Theater, mit dessen Figuren hatte ich schon öfters Schattenspiele gemacht. Wir mussten uns nur noch Angelschnur und einen kleinen Haken besorgen. Dann legten wir uns auf die Lauer und warteten bis Linda das Haus verlassen hatte. Ich schraubte den Haken in den Fensteramen von Lindas Schlafzimmer.

Wir bekamen heraus dass Artur ihr Mann in der kommenden Woche zur Nachtschicht ging und das wollten wir ausnutzen, denn da war Linda allein mit ihr hässlichen Köter. Wir hatten noch vier Tage für die Vorbereitungen! Zuerst kam das Licht, Linda hatte die Angewohnheit nachts das Hoflicht brennen zu lassen, weil sie sich dann sicherer fühlte und wir ihr nicht im Schutz der Dunkelheit wieder übel mitspielen konnten. Diese Lampe war der Schlüssel zum Erfolg, wir mussten sie nur Ein kleinwenig nach rechts drehen und sie strahlte optimal ab. Nun mussten wir noch irgendwie den Schwefel Fernzünden. Aber wir wussten nicht so recht aus was wir eine Zündschnur basteln sollten. Alle Versuche waren bereits fehlgeschlagen. Da viel uns montags Hermann ein. Denn der hatte sowieso nichts anderes zutun als wie zu saufen oder vom Krieg zu erzählen Was für ihn kein Kunststück war, denn er hatte ja zwei Weltkriege mitgemacht.

Er sagte die Elektrozündung ist immer das Beste und zuverlässigste. Also bauten wir nach Hermanns Angaben eine

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Elektrozündung. Wir brauchten dazu nur einen Dynamo ein paar Meter Klingeldraht und einen Wolframfaden den wir aus einer Glühbirne nahmen. Dazu nahmen wir eine alte Konservendose, machten sie voll Schwefelstangen, banden den Wolframfaden an beide Kabelenden. Wir versteckten Die Dose unter dem Schlafzimmer Fenster zwischen den Schwertlilien und verlegten das Kabel unauffällig zum Getreidefeld das an das Haus angrenzte. Der Draht war so an der Dose befestigt das man sie später damit in das Feld ziehen konnte.

Der Montag kam, der Tag an denen unsere harte Arbeit Früchte tragen sollte. Wir konnten es nicht erwarten dass es endlich so weit war.

Bei Einbruch der Dunkelheit schlich ich mich auf das Grundstück und band die Angelschnur an den Haken, den wir zuvor in den Fensterrahmen geschraubt hatten,

Und legten uns auf die Lauer um zu warten bis Linda zu Bett gehen würde, was im Sommer aufgrund der Helligkeit erst Ca. 23 Uhr geschah. Linda hatte sich gerade hingelegt, das Schlafzimmerfenster war halb geöffnet wo Jörchie die Angelschnur straff zog und begann mit einem Kamm leise Geräusche zu machen. Linda stand auf und ging zum

 

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Fenster um hinaus zu sehen, aber da war nichts. Um die Schnur sehen

 

 

 

 

 

 

 

Zu können war es nicht hell genug, sie legte sich wieder hin, und schon wieder ganz leise kratzende Geräusche. Linda schaute sogleich wieder nach, wieder nichts zu sehen. Nun

 

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Begann ich mit den Teufelchen aus unseren Kasperle Theater die ersten Schatten mit Hilfe des Hoflichtes durch das Fenster an die weiße Schlafzimmerwand zu werfen. Dann zündeten wir die Schwefelladung und beendeten den Spuk für den heutigen Tag.

Jörchy zog das Kabel mit der Dose leise heran und wir verstauten alles auf dem Fahrratgepäckträger, denn wir hatten einen Fahrrat mitnehmen müssen um mit dessen Dynamo den Schwefel zu entzünden. Am nächsten Tag wiederholten wir das Schauspiel für eine kurze Zeit, Und hinterließen wieder einen Höllengestank.

Am folgenden Morgen sahen wir Linda mit zwei Koffern und der alten Misttöle

In Richtung Bahnhof abmarschieren, da wussten wir sofort, das Sie wieder für eine unbestimmte Zeit nach Berlin zu ihrem Sohn Martin reiste.

 

 

 

 

Im Dorf sollten neue Zeiten anbrechen, unser alter Dorfpolizist wurde nach Gotha in eine Schreibstube verbannt und wir bekamen einen neuen Polizisten. Kaum ins Amt eingeführt ging er durch das Dorf und verteilte Strafzettel. Am anderen Tag stand er am Kulturhaus in einen Gebüsch, und immer wenn ein Radfahrer ohne Licht kam

 

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Sprang er heraus um ein Strafzettel zu schreiben. ( Zu der damaligen Zeit hatte keiner Licht am Rad oder eine Bremse, manche hatten noch nicht einmal Schutzbleche oder einen Kettenschutz, denn der meiste Teil der Fahrräder stammte noch aus der Zeit vor dem zweiten Weltkrieg und es gab keine Teile mehr dafür, und so lange sich die Räder drehten wurden sie auch benutzt ). Es war eine dumme Angewohnheit der Leute auch über die kleine Brücke zu fahren ob wohl es eine Fußgängerbrücke war. Da es im Dorf kaum Verkehrsschielter gab, fuhr jeder wo er wollte, und das sollte jetzt ein Ende haben. Er schrieb und schrieb und machte sich überall immer unbeliebter. Selbst bei Frauen hatte er abkassiert ,weil der Kinderwagen zu weit auf der Straße stand, in einer Straße wo seit Jahren der Kohlenhändler der einzige Motorisierte Verkehrsteilnehmer war und Selbst der kam höchstens zwei mal im Jahr, denn im Dorf gab es nur eine Hand voll Autos. Und so wurden langsam Stimmen laut die sagten, den müssen wir wieder los werden, denn das ist ja ein Arschloch wie es kein zweites gibt. Da war unser alter Riechart Gold dagegen. (Denn der kümmerte sich um nichts und wenn Kinder oder Jugendliche Unfug gemacht hatten, half er ihnen den Kopf aus der Schlinge zuziehen. Dabei fand er stets eine Lösung die für alle das Beste war. Und so überlegten wir was das bete wohl sei um den Trecksack abzuschießen. Da der Polizist so scharf war, wie Festus aus dem Film rauchende Colts bekam. Er auch den Nahmen Festus. Festus kam aus einen der Nachbarorte jeden Morgen mit dem Moped, stellte es an seinen Dienstzimmer ab und drehte seine Runde durch das Dorf. Wo er etwas sah was nicht dem Gesetz entsprach schrieb er sofort eine Anzeige oder einen Strafzettel. So konnte es beim besten Willen nicht weiter gehen, der Kerl war erst eine Woche im Ort und hatte bereits über zwanzig Feinde. Doch was tun, der ist wie eine Laus im Pelz? Ich ging zu Jörchy und wir machten einen Schlachtplan. Jörchy hatte noch Knallkörper von Silvester, da dass Knallen strengstens verboten war konnten wir sie gut benutzen. Doch um den Plan auszuführen mussten wir mindestens fünf Mann sein, also fragten wir noch andere Leidensgenossen und Sie machten alle mit. Wir teilten die Knallkörper aus und einer nahm eine kleine Fahne und stieg damit auf den Kirchturm. Wir verteilten uns in alle vier

 

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Himmelsrichtungen im Dorf, jeder wählte seinen Platz so aus das er den Kirchturm sehen konnte. Dann explodierte der erste Knaller, Festus schwang sich sofort auf sein Moped, und schon knallte es wieder. Er fuhr mit Höchstgeschwindigkeit ( Ca. 60 Kmh) in die Richtung aus der dass Knallen kam, als er fast an der Stelle angekommen war, gab Ike das Zeichen vom Kirchturm und es knallte an einer anderen Dorfecke. So beschäftigten wir ihn den ganzen Nachmittag. Als er nach Dienstende nach hause fahren wollte waren seine Reifen zerstochen er musste sie wieder flicken. Auf dem Nachhauseweg der durch das obere Wittchen ging und nicht befestigt war hatten wir noch mehrere Nagelbretter eingegraben. Am folgenden Tag erschien er mit dem Fahrrad zum Dienst er schloss es am Fahnenmast an der vor seinen Dienstzimmer stand. Und schon gab es den nächsten Streich, wir gingen hin und Ike stand schmiere, ich hakte das Rad an der Fahnenschnur ein und zog es mit Jörchy nach oben. Nach geraumer Zeit verlies Festus sein Dienstzimmer um seine Runde zu drehen, er ging zum Fahnenmast und sah sei Fahrrad nicht und

 

 

 

 

Bekam einen feuerroten Kopf und ging zu Fuß durch das Dorf. Abends fuhr er mit dem Bus nachhause und sein Fahrrad blieb am Fahnenmast hängen, wo es von allen

 

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Leuten bewundert wurde und sie sich die Bäuche hielten vor Lachen. Am Abend saßen zwei bekante aus dem Nachbardorf bei uns im Wirtshaus und erzählten das es Festus bei ihnen genau so getrieben hatte. Er sei Tag und Nacht nur unterwegs gewesen und habe in jeder Ecke herum geschnüffelt. Der Spuk ging so lange bis sie Ihnen alle seine Karnickel geklaut haben und hatten ihm ein Schild im Stall hinterlassen worauf geschrieben stand. Festus du bist überall, nur nicht in deinen Karnickelstall. Ein paar Tage später habe er sich, wo anders hin versetzen lassen. Und so haben wir den Idioten bekommen. Jörchy hatte ein Schild geschrieben, worauf geschrieben stand Depp im Dienst und ich habe es ihm heimlich am Rücken angeheftet, ein anderes mal nahmen wir einen Schweineschwanz der von der letzten Schlachtung noch übrig war und machten das gute Stück mit einer Sicherheitsnadel an seiner Hose fest.

 

 

 

 

Spät abends bekam er einen Anruf, er solle so schnell wie möglich nach Wandersleben kommen. Es sind zwei Einbrecher in das Kulturhaus eingestiegen. Als Festus durch das Wittchen angeradelt kam warf ihm irgendeine schwarze Gestalt einen Sack über den Kopf und noch andere Gestalten verpassten ihn eine Abreibung die sich gewaschen

 

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Hatte. Festus schrie wie am Spieß, lasst mich ich bin Dienstlich hier und muss einen Einbruch aufklären.

Tage später ging ich der Hauptstraße entlang, vorbei am Dienstzimmer des Polizisten und ich traute meinen Augen kaum. Unser Riechart war wieder da. Ich ging zum Dienstzimmer um guten Morgen zu sagen, wie es sich gehört für einen gut erzogenen Jungen. Und sah zu meinen erstaunen dass der ganze Schreibtisch voller Blumen stand und Riechart war damit beschäftigt haufenweise Durchschläge von Strafzetteln zu verbrennen.

 

 

 

Riechart, ein ausgezeichneter Pistolenschütze der hinter dem Gasthaus Freudenthal einen kleinen Schießstand besaß, übte zweimal im Monat mit einer Kleinkalieberpistole schießen auf Scheibe. Immer wen Riechart seine Übungen machte zog er eine Fahne an einen Mast auf, das man schon von weiten sehen konnte das die Luft wieder Bleihaltig ist. Wir warteten bis Riechart seine Übungen beendet hatte und wieder nachhause fuhr. Anschließend gingen wir zum Schießstand und sammelten die lehren KK Hülsen ein.die Hülsen wurden von uns mit Schwefelkuppen, die wir von Streichhölzern entfernt hatten gefüllt und mit einer Zange zusammengedrückt und fein umgebogen. Die so gewonnenen Knallkörper legten wir auf die Schienen der Deutschen Reichsbahn, oder bestrichen sie mit

 

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feuergefährlichen Klebstoff. Den Kleber mussten wir nur anzünden, und dann weglaufen. Als Riechart davon hörte nahm er die leeren Hülsen immer mit nach Hause und entsorgte sie über seine Dienststelle.

Als ich wieder im Wittchen mich aufhielt sah ich wieder diesen Jungen aus dem Nachbardorf, der mit dem losen Mundwerk. Bei unseren letzten Treffen hatte er mich beschimpft weil ich ihn Wittchenverbot ausgesprochen hatte. Als er so weit von mir weg war, das ich ihm nicht mehr einholen konnte, begann er mich zu beleidigen und zu Beschimpfen. Ich machte kurzer Hand einen Blitzstart und rannte los, er versuchte zu entkommen, doch ich war schneller und schnappte ihn. Als ich ihm eine ordentliche Tracht Prügel verabreicht hatte ließ ich ihn ziehen. Doch diesmal hatte ich keine Lust hinter ihm herzurennen und versteckte mich hinter einen Baum. Ich wartete bis er an mir vorbeigehen wollte und schnappte ihn mir um ihm sofort wieder eine tracht Prügel zu verpassen. Danach ließ ich ihn wieder laufen, kaum hundert Meter von mir weg begann ehr wieder zu schimpfen und hatte eine große Schnauze. Ich lachte laut und rief, das macht nichts, schimpf du nur, denn deine Prügel hast du dieses Mal schon im Voraus bekommen. Da war ehr plötzlich still und zog von Tannen. Da ich mich dann wieder langweilte ging ich zu Jörchy, um nun mit ihm ein sinnvolles Spiel zu unternehmen. Wir überlegten was wir tun könnten, doch uns fiel einfach nichts ein und so saßen wir auf der Bank in Jürgens Hof. Sein Opa Karl der von allen nur Karlchen genannt wurde fragte, na, Jungs, wohl Langeweile? Wir nickten mit den Köpfen und er sagte dann kommt einmal mit, ich hab genau das richtige dagegen. Wir gingen in die Waschküche und Karlchen holte ein paar Siebe und eine Pfeffermühle aus dem Schrank der in der Ecke war.Hier Jungs könnte ihr Pfeffer mahlen und sieben. Karlchen zeigte uns wie das gemacht Wirt. Jörchy ging an die Mühle und ich nahm drei Siebe die übereinander gesteckt wurden. Karlchen sagte das geht ganz einfach, den Pfeffer der von Jürgen gemahlen wirt nimmst du, schüttest ihn auf das obere Sieb und rüttelst leicht hin und hehr. Dann nimmst du vorsichtig die Siebe auseinander, hier hast du zwei Tüten in die eine den groben Pfeffer und in die andere dehn mittleren, das ganz feine Zeug kannst du mit auf den Misthaufen werfen,

 

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Denn das kann ich nicht brauchen. Eigentlich schade, drum sagte Jürgen, vielleicht können wir es verkaufen.

Und so machte ich den feinen Pfeffer in eine extra Tüte! Gegen Abend gingen wir dann von Haus zu Haus und versuchten den Pfefferstaub jemanden anzudrehen, doch wir waren erfolglos. Einer der Bodensillen Kunden sagte zu uns um Gotteswillen das Zeug brennt ja zweimal. Als ich fragte was er damit meinte, sagte er zuerst im

 

 

 

Hals beim Essen und später im Arsch beim scheißen. Mist dachte ich und wir gingen weiter. Nach den nächsten erfolglosen Versuchen gaben wir die Sache auf und setzten uns auf das Geländer einer alten Steinbrücke die in der Dorfmitte den Mühlgraben überbrückte. Nach langen überlegen, was nun mit dem Pfefferstaub werden sollte, fielen mir die Worte wieder ein, brennt zweimal.

Warum den erst im Hals? Lassen wir es doch gleich im Arsch brennen. Wir gingen weiter bis zur Gaststätte Kulturhaus, schlossen uns auf der Toilette ein und manipulierten das Toilettenpapier mit dem Pfefferstaub. Anschließend entfernten wir aus der einem Deckenlampe die Glühbirne, so dass die Toilette schlecht ausgeleuchtet war. Ich ging in den Keller der immer offen stand, um das Wasser der Waschbecken abzustellen. Nach der Arbeit setzten wir uns auf eine Bank die in der Grünanlage stand

 

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und beobachteten jedem der auf die Toilette ging. Es dauerte Stunden bis einer ein größeres Geschäft erledigen musste.

Der alte Oskar Bunsel setzte sich auf die Toilette und wir fingen schon an herzhaft zu lachen ob wohl noch nichts passiert war. Aber nach einpaar Minuten hörten wir einen jämmerlichen Schrei. Scheiße was ist denn das, huh brennt das, verflucht was ist das. Warum läuft kein Wasser??? Schon nach kurzer Zeit kam er aus dem Kulturhaus und humpelte quer und jammernd über die Straße. Dabei hatte er großes Glück das sein Haus gleich gegenüber Stand. Wir lachten und lachten und konnten einfach nicht aufhören damit.

Nach kurzer Zeit hörten wir bereits die nächsten Schreie und hielten es für besser uns jetzt aus dem Staub zu machen um nicht den Verdacht zu wecken dass wir etwas damit zu tun haben könnten. Am Abend kehrten wir zurück um die Lage zu Peilen, doch da sprachen schon wieder fast alle im Dorf darüber was im Kulturhaus wieder Vorgefallen war.

Wir taten so als ob wir erst jetzt davon erfahren hätten und taten ganz empört, na so was, wer macht denn nur immer so einen Unfug?

Ich ging auf die Toilette und sah das neues Toilettenpapier da hing, das Wasser lief auch wieder. Da es bereits Dunkel geworden war gingen wir nachhause, um Abendbrot zu

 

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Essen. Jörchy sagte zu mir, um neun an der kleinen Brücke treffen wir uns wieder.

Ich ging gegen neun an die besagte Brücke und Jörchy wartete schon und empfing mich mit den Worten, auch ich habe Ideen und hielt seine Hand hoch, worin sich ein Schraubendreher und ein kleines schielt befand. Außer betrieb stand darauf! Was soll das werden, fragte ich? Komm doch einfach mit und wir gingen auf die Herrentoilette des Kulturhauses, wo Jörchy den Lichtschalter abschraubte und das Schild hinhing. Aus Sparmaßnahmen war das Lischt immer ausgeschaltet. Wenn jemand auf die Toilette ging machte er das licht an und wenn er ging wieder aus.

Jetzt bekam aber ein jeder einen Stromschlag verpasst der nach dem Schalter griff.

Am folgenden Tag hatten wir ein Gespräch zwischen zwei Dorftratchen mit gehört,

Dass so mancher einen Schlag bekommen habe und sich aber nichts anmerken lies, was ihnen passiert war als er in die Gaststube zurückkam. Um dort schadenfroh darauf zu warten wen es als nächsten erwischen würde.

An einen Samstag waren wir auf dem Nachhauseweg. Als wir bei Zimmermans Wilhelm am Garten vorbei kamen, bemerkten wir dass es dort eine Gartenparty gab und uns plagten sowieso gerade der Hunger, da kam uns das gerade recht. Da es noch zu hell war gingen wir vorbei und sagten freundlich guten Abend, in der Hoffnung dass wir eingeladen werden, was aber bei Wilhelm nie der Fall war. Nach ungefähr drei Stunden kamen wir zurück um die Lage zu peilen. Ich hatte sofort den Eindruck dass Alle Volltrunken sind und sich in die Gartenlaube verzogen hatten. Der Grill brande noch, es lagen Fleisch und Bratwürste darauf, so dass wir uns nur bedienen brauchten. Hinter einer kurzen Hecke die bereits zum Nachbargrundstück gehörte machten wir uns es bequem. Dort aßen wir Steaks und Wilhelms Bratwürste, ohne Brot, denn das war in der Gartenlaube.

Alle feierten ausgelassen in der Gartenlaube und wir hausen wo der Grill und die Bierkästen standen. Da es immer kälter wurde beschlossen wir doch nachhause zu gehen und hoben unsere Tafel auf. Als wir in der Hauptstraße angekommen waren und unser Weg sich gleich trennen würde, nahm ich

 

 

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Einen Duft von frischen Kuchen wahr. In ein kleinen Fenster stand ein kleiner Pflaumenkuchen zum abkühlen, den Schnappte ich sofort und verschwand damit in der Dunkelheit. Jörchy teilte den Kuchen mit seinem Taschenmesser auf und wir begannen den ganzen Kuchen aufzufressen. Ich schaute um die Ecke ob die Luft noch rein war. Es hatte noch keiner bemerkt und ich stellte die leere Kuchenform wieder an seinen Platz. Es ist schon spät sagte Jürgen und wir verabschiedeten uns von einander, mit den Worten bis morgen gleiche Stelle gleiche Zeit.

Meine Mutter stand in der Haustür als ich nachhause kam und sagte, so spät Junge du musst doch Hunger haben? Nein Mama, ich habe mit bei Jürgen zu Abend gegessen.

Am nächsten Abend hatten wir uns im Wittchen ein kleines Lagerfeuer angezündet, um uns zwei Hühner zu grillen. Der Müller neben uns, hatte ein Paar hundert davon in seinen Hühnerhof herumlaufen und wusste nie genau wie viel es eigentlich sind. Immer, wenn wir Lust auf Hühnchen hatten bedienten wir uns. In schlachten und rupfen war Jörchy ein wahrer Meister

 

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Und ich war mehr für das würzen und braten zuständig.

Wir aßen unser Hühnchen auf und machten uns auf den Weg. Bei der Familie Klick war das Küchenfenster weit geöffnet, die Frau Klick hatte eine Suppe gekocht und war gerade dabei das Geschirr in das Esszimmer zu bringen. Als die Frau mit dem Geschirr die Küche verließ, sprang ich hinein und würzte die Suppe mit einer ganzen Tüte Sals. Jörchy reichte mir eine Hand voll Sand und sagte hier sind noch mehr Gewürze. Ich tat alles in den Suppentopf und verschwand wieder. Gegen über befand sich eine Mauer und da saßen wir jetzt, um durch das Fenster zu beobachten wie alle die Suppe essen würden. Als die ersten damit begannen die Suppe auf den Teller zurück zu spucken und dumme Gesichter zogen, versteckten wir uns hinter der Mauer. Uns standen die Tränen in den Augen so haben wir gelacht und uns auf dem Boden herumgewälzt. Ein paar Häuser weiter lag ein Häufchen Hundekot. Vorsichtig nahm ich es mit ein paar Kastanienblättern in die Hand

Und schmierte es beim Pastor Regensburger unter die Türklinge. Jörchy klingelte und wir rannten um die nächste Ecke. Schon nach kurzer Zeit hörten wir den Pastor wieder fluchen. Mittlerweile schlug die Turmuhr der Kirche elf Uhr, schon wieder so spät sagte Jürgen, da muss ich nachhause und ging. Ich rief noch hinterher bis morgen und ging auch nachhause.

Im Unterricht kippelte ich öfters mit meinen Stuhl, bis eines schönen Tages

Die hinteren Beine abbrachen. Da ich mich ohnehin nicht mehr hinsetzen konnte sagte meine Lehrerin Frau Lenz ich solle in die Dorfschmiede und die Beine wieder anschweißen lassen. Klasse dachte ich, denn so konnte ich mich wieder vor den Unterricht drücken! Wir hatten gerade Nadelarbeit, das lag mir ohnehin nicht, das ist ehr was für Mädchen oder Tunten. In der

 

 

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Schmiede angekommen sagte ich zum Meister Heider was geschehen war Und das der Stuhl geschweißt werden sollte. Ist in Ordnung sagte der Schmied, ich muss nur noch eine dringende Auftragsarbeit beenden. Setze dich so lange dorthin und laufe mir nicht in den Weg herum. Da standen zwei Fässer, das eine war geöffnet und ich konnte hineinsehen. Karbiet klasse das kann ich brauchen, zum angeln brauchte man nur ein paar kleine Karbietsteinchen in eine Flasche zu tun und Wasser darauf geben und verschließen. Dann aber schnell weg damit ins Wasser damit die Flasche noch genügend Zeit hatte um zu sinken und auf dem Grund detonieren konnte. So einfach kann man angeln, denn wo ein Karpfenteich ist wusste ich ja. Heimlich steckte ich mir ein paar Brocken in die Hosentaschen. Der Meister überreicht mir den fertigen Stuhl und sagte zu mir, das nächste mal pass besser auf. Ich habe keine Zeit um immer eure Schulstühle zu schweißen. Pass auf, die Schweißnaht ist noch heiß. In der Schule wieder angekommen überlegte ich, wo ich die Karrbietsteine verstecken sollte. Im Blumenbeet sah

 

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Ich ein Maulwurfsloch, das ist perfekt dachte ich und steckte die Steine hinein. In der Klasse wieder angekommen, setzte ich mich wieder auf meinen Platz. Ein Mädchen das neben mir saß meldete sich und schrie nach vorn. Der Winny stinkt wie die Pest, das kann ja keiner aushalten.

Die Lehrerin kam nach hinten und schnupperte, du hast Recht sagte sie der stinkt nach Karrbiet! Drehe doch mal deine Hosentaschen herum und öffne dein Schulranzen, doch sie fand nichts. Wo ist das Karbiet wollte sie wissen. Ich habe so etwas überhaupt nicht, was ist das überhaupt ( Komi) so etwas kenne ich nicht was soll das denn überhaupt sein , fragte ich ?

Das nimmt man zum schweißen, es sieht aus wie schwarze Steine. Ach so Sagte ich, so etwas habe ich in der Schmiede gesehen, das war in den Fässern wo ich draufsaß. Ah ha, daher der Gestank, nimm bitte deinen Stuhl und setze dich an das offene Fenster. Der Hausmeister kam in den Schulhof

Und rollte einen Gartenschlauch auseinander und schloss ihm an die Wasserleitung an, dann begann er

 

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Zu gießen. Am Maulwurfsloch angekommen sagte er, verdammtes Vieh dir werde ich helfen und steckte den Wasserschlauch in das Loch. Nach kurzer Zeit winkte er ab und sagte bringt ja alles nichts, da muss man schon größere Geschütze auffahren und ging in den Keller, wo er seine Werkstadt hatte und holte Gaspatronen,

Zündete eine davon an und steckte sie in das Maulwurfsloch und verschloss es mit dem Schuhabsatz und ging wieder in den Keller als sich das Karbietgas in den Maulwurfbau ausgebreitet hatte erreichte es die flamme der Gaspatrone. Es gab einen riesengroßen Knall, gefolgt von einer großen Treckwolke die das gesamte Blumenbeet über den Schulhof verteilte.

Alle Schüler und Lehrer rannten an das Fenster um zu sehen was passiert war. Doch wie das passieren konnte wurde einfach nie richtig aufgeklärt.

 

Die Getreideernte war wider mal in vollen Gängen. Wir bewaffneten uns mit einen Spaten, Hacke und einen Sack um Hamster auszugraben. Denn so konnten wir uns immer Geld verdienen. Die Felle der Hamster verkauften wir in Gotha in einer Fellhandlung. Das Getreide das wir aus dem Hamsterbau herausholten verkauften wir als Hühnerfutter an die Bauern und alle die es haben wollten. Unser Geschäft lief sehr gut, wir konnten mehr verkaufen wie wir in den Hamsterbauen finden konnten. Da wir zu vielen Leuten Getreide versprochen hatten, musste eine neue Quelle erschlossen werden. Wie ich bemerkt hatte, wurden die Mähdrescher am Abend nur gelehrt ,wenn der Bunker voll war. Nachts machten wir uns auf dem Weg mit einen Handwagen und drei Säcken. Den Handwagen versteckte ich ein Stück im Wald, anschließend gingen wir zu den Mähdreschern um zu schauen ob die Luft reine ist. Wir horchten ob etwas zu hören war, schauten in die Fahrerkabinen. Alles in Ordnung sagte Jörchy und kletterte in einen Bunker

 

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Der Mähdrescher, machte darinnen die Taschenlampe an und sagte, werfe die Säcke und die kleine Schaufel herein. Ich ging zurück zum Wald und holte die Säcke um sie in den Bunker zu bringen als es plötzlich zu regnen anfing. Scheiße ich kann nun im Regen Säcke schleppen und der macht sich einen fetten im trockenen Bunker. Wieder am Mähdrescher angekommen warf Ich die Säcke zu Jörchy in den Bunker hinein und suchte ein wenig Schutz unter der Maschine. Fertig hörte ich eine Stimme rufen und kletterte hoch um den ersten Sack heraus zu heben, doch der war voll bis zum Rand.

Unmöglich den schweren Sack hier herauszuheben sagte ich zu Jörchy! Fasse bitte einmal mit Ann. Es ging einfach nicht und so schüttete er wieder die hälfte heraus. Nun konnte ich den Sack mit Leichtigkeit wegtragen. Nun ging ich immer mit halben Säcken zum Wald, lud ihnen in den Wagen und schüttete immer zwei Säcke zusammen. Der Scheißregen wurde immer stärker und ich musste mit den verdammten Säcken auch noch den Hang hoch. Scheiß Lehmacker dachte ich. Jörchy der in meiner Abwesenheit wieder einmal den Bunker gewechselt hatte, lies mich auch noch ein jedes Mal in die verkehrte Richtung laufen. Das ist der letzte hörte ich ihn rufen, dehn nehmen wir zusammen, denn ich habe ihn voll gemacht.

Nun mühten wir uns beide ab und schafften es gerade so. Am Handwagen angekommen machten wir eine Verschnaufpause und rauchten eine Zigarette. Auf zum Endsport sagte und wir luden den letzten Sack auf und wollten losfahren. Aber der Wagen bewegte sich nicht einen Meter. Verflucht schrie ich, denn der Wagen war in den aufgeweichten Waldboden eingesunken. Drei Zentner waren doch zu fiel sagte Jörchy. Ich habe es dir doch gleich gesagt, aber du alter Gierlappen kannst ja nie hören. Wir mussten zwei Säcke in den Wald verstecken und deckten sie mit

 

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Reisig und Laub ab und fuhren jetzt mit der halben Ladung zu uns und brachten das Getreide in meine Hütte. In der folgenden Nacht fuhren wir wieder los und holten den Rest. Nun saßen wir tagelang bei uns im Hof und trockneten

Das Getreide an der Sonne und verkauften alles zu einen sehr guten Preis.

Ein Bauer sagte mein lieber man das hat sich aber gelohnt für euch, das stimmt Ca. fünf bis sechs Zentner und dann noch die ganzen Felle. Nein Felle haben wir keine, sagte ich. Das macht nur ein Haufen Arbeit und bringt nichts ein. Die Hamster haben wir laufen lassen.

 

Ein Schausteller namens Max Gärtner gastierte mit seiner Frau Gerda am Rande des Sportplatzes. Einige Kinder und auch wir halfen beim Aufbau. Max brachte wie immer seine Luftschaukel und das Karussell für die kleinen mit. So versuchte Max außerhalb der Season, seine Familie über Wasser zu halten. Doch diesmal sollte alles anders werden. Zwei Tage nach Max reiste

 

 

 

 

 

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Eine junge Schaustellerin mit einer Schießbude an, sie war wunderschön, einundzwanzig Jahre alt und Sie lebte allein. Das Geschäft hatte sie von ihren Eltern übernommen. Und da sie aus einer alten Schaustellerfamilie stammte kannte sie auch alle Tricks und wendete sie auch ungeniert an. Am Vormittag kamen die kleinen. Da steckte sie nur Donröhrchen auf die sie aus einen Wassereimer nahm der unter der Schussauflage stand. Die eingeweichten Röhrchen platzten natürlich schlechter als die anderen.

Ab Mittag legte sie andere Gewehre heraus und war bedeutend leichter bekleidet als vorher. Mit Ihren Reizen geizte sie nicht gerade und bei der Figur mit den großen Brüsten schauten die Jungs und besonders unsere Väter sowieso nicht mehr auf das Ziel.

Das Geschäft der kleinen florierte und die Kasse klingelte nicht schlecht. Schon am zweiten Tag kante ich einen Teil ihrer Tricks und zog meinen Nutzen daraus. Ein Schuss kostete 20 Pfennig und damit konnte man Höchsten eine Papierblume gewinnen. Aber nicht mit mir! Die benötigten Kugeln kaufte ich im Konsum, da kosteten 250 Stück nur 1,25 MDM

( Mark der Deutschen Notenbank.) Abends versuchte ich mein Glück, 10 Schuss kaufte ich an der Bude. Immer wen die Schaustellerin damit beschäftigt war die Kunden abzulenken und zu verwirren,

Tauschte ich die Magazine, des Luftgewehres aus, so konnte ich bis zu 30 mal schießen und nur 10 Schuss bezahlen. Schon nach den dritten Schuss merkte ich dass der Lauf bei dem Luftgewehr verzogen war. Da ich von Haus aus ein guter Schütze war wusste ich dass ich daneben zielen musste um zu treffen.

Ich musste nur noch herausbekommen wie weit. Nach ein paar weiteren Schüssen wusste ich es, schon nach kurzer Zeit war sie dahinter gekommen das hier etwas nicht stimmen konnte. 18 Röhrchen mit nur 10 Schuss, das hatte es noch nie gegeben und sie passte genau auf, zählte jeden verdammten Schuss mit. Wenigstens

 

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Hatte ich genug üben können um zu treffen. Da ich jetzt alles traf und die anderen kaum etwas, gaben sie mir alle Geld und ließen die Dinge die sie haben wollten von mir schießen. Die Schaustellerin sagte plötzlich mir ist schlecht geworden, ich weis auch nicht was das ist, ich muss zum Arzt und schloss die Schießbude. Am anderen Abend ging ich wieder zu der Schießbude und schaute zu wie die anderen ihr Geld für ein paar wertlose Papierblumen verpulverten. Als ich ein bisschen näher trat bemerkte ich dass sie das Gewehr nahm, mit dem ich mich so gut eingeschossen hatte und brachte es nach hinten. Ein anderer Mann wollte mit allen Mitteln eine Flasche Wein schießen, den beobachtete ich schon eine ganze weile lang. 10 Magazine mit A 10 Schuss hatte er gekauft und vor sich aufgereiht hingelegt und begann wieder zu schießen. Mit einer geübten Gäste lenkte die Schaustellerin die Blicke der Männer in eine andere Richtung um unbemerkt zwei volle Magazine gegen leere auszutauchen.

Noch nie hatte ich solche geschickten Finger gesehen und war erstaunt,

Von der kannst du noch etwas lernen, dachte ich und beobachtete sie weiter.

Der Mann der da schoss war stark angetrunken und wollte unbedingt die Flasche Wein. Dieselbe Flasche hätte im Laden 6,50 MDM gekostet und hier hatte er schon über 80, - MDM gelassen und brauchte immer noch 12 Röhrchen. Aber schon nach kurzer Zeit ging den armen Tropf das Geld aus. Er bettelte wie ein verdurstender noch der Flasche, doch die Schaustellerin lies sich nicht erweichen. Geh nach hause und hole dir neues Geld oder nimm ein paar Blumen mit. Was soll ich mit Blumen? Die Dinger sind so hässlich das sie mir meine Frau um die Ohren schlagen würde. Was ich will ist Wein. Nach langen hin und hehr gab sie ihn die Flasche mit den Worten, hier sauf dich zu tote.

 

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Im selben Moment betrat Riechart (unser Dorfpolizist) den Sportplatz, um mit Frau und seinen Kindern den Rommel zu besuchen. Da es bereits abends war, kam er ohne seine Dienstkleidung. Unser Riechart im ganzen Dorf als Meisterschütze und Waffenexperte bekannt, steuerte sofort auf die Schießbude zu und sagte klasse, eine Schießbude, das hatten wir ja noch nie hier. Holte seine Brieftasche aus der Jacke und kaufte zehn Schuss. Bereits beim dritten Schuss sagte er mein Fräulein die Waffe ist nicht in Ordnung. Sie gab ihn daraufhin ein anderes Gewehr. Riechart schoss und traf wieder nicht. Er legte das Gewehr hin mit der Bemerkung, verstehe, es ist wohl zufällig gegen einen Hammer gefallen. Die Schaustellerin kam wütend aus der Schießbude und nahm das Gewehr und schoss damit, drei Schuss und erzielte damit auch drei Treffer. Schießen wollen und Schießen können ist ein Unterschied sagte sie lautstark um Riechart mit diesen Worten der Lächerlichkeit preiszugeben. Da kannte sie aber unseren Riechart schlecht, denn der lies sich seine Laune nicht verderben und ging mit seinen Kindern zu Max an die Luftschaukel und den Karoesel. Um dort seinen Spaß zu haben bis die Schausteller ihre Geschäfte schlossen. Am nächsten Morgen wollte ich wieder der erste sein auf dem Platz und ging beizeiten von zuhause weg. Zu meinen erstaunen war ich nicht der erste, Riechart war schon vor mir da.

In Uniform und mit zwei Kollegen beschlagnahmten sie die Waffen. Riechart ging in die Schießbude und sah ein Fußpedal, welches dazu diente bei schon einen Geringen Druck an der Auflage zu wackeln. Bei vollen Betrieb dachte man immer dass es die Zuschauer oder die anderen Schützen sind. Den Eimer mit den nassen Donröhrchen stellte er auch sicher mit den Worten hat wohl wieder reingeregnet und schaute hoch zu der Budendecke. Das kennen wir schon sagte ein anderer Beamter. Mittlerweile standen schon mehrere Leute an der Schießbude und schauten was die Polizei da

 

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Machte. Max von der Luftschaukel kam herüber, sah die Schaustellerin und sagte zu ihr, ich habe es dir immer wieder gesagt. Du schadest nur unserem Gewerbe, genauso wie dein Vater wirst du jetzt auch dein Gewerbeschein verlieren.

Ich finde es nur schade das die meisten Leute nicht sagen ich bin von XXX betrogen wurden, sondern es heißt immer, ich bin auf dem Rommel betrogen wurden. Die Polizisten waren gerade weggefahren, da begann sie mit dem Abbau der Schießbude und verschwand genauso wie Sie gekommen war. Ich bekam von meiner Mutter den Auftrag zum Bäcker zu gehen um verschiedene Dinge dort einzukaufen. Beim Bäcker stand ein Eimer mit überlagerter Hefe vor der Tür, denn heute wurde von der Gemeinde der Müll abgefahren. Ich rieb mir die Hände und nahm den Eimer mit nachhause. Jörchy besuchte mich am Nachmittag und den zeigte ich den Fund. Wir sahen uns gegenseitig an und dachten wahrscheinlich dasselbe. Wir mussten loslachen und malten uns aus was das für eine Gaudi werden würde. Nun mussten wir nur noch warten bis es Dunkel werden würde. Auf dem Nachbargrundstück spielte der Sohn des Müllers mit einen langen Seil. Er legte es hin und balancierte darauf. Jörchy rief Mensch Norbert schäm dich,

Auf dem Boden das kann sogar meine Großmutter noch. Du musst das Seil zwischen zwei Bäume spannen und es dann noch mal probieren. Norbert machte es, er spannte das Seil nicht, sondern band es nur zwischen zwei Apfelbäume. Nun begann er zu balancieren, das Seil begann hin und her zu schwingen so dass Norbert das Gleichgewicht verlor und mordsmäßig auf die Schnauze fiel. Wir rannten schnell in meine Hütte, denn er sollte nicht sehen das wir uns vor lachen ausschüttelten. Als wir aus der Hütte kamen waren noch zwei andere Jungs bei Norbert im Garten die wir nicht kannten. Ich fragte, he Norbert wer ist denn das? Meine zwei Fettern aus Mühlberg sagte er zu mir.

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Jörchy sagte leise zu mir schau dir die einmal genauer an, so wie der eine heißt, so sieht der andere aus. Nun wollten die anderen auch balancieren, und flogen genau so auf die Fresse. Ich konnte nicht mehr vor lauter lachen, denn so viel Blödheit auf einen Haufen hatten wir schon lange nicht mehr gesehen. Nun setzten sie dem ganzen noch die Krone auf, denn sie Wollten Bergsteiger spielen. Berge gab es aber nicht, also nahmen sie die Wand der Scheune. Norbert band sich das Seil um den Bauch und die anderen gingen in die Scheune in den ersten Stock, öffneten das Fenster und Norbert warf das Seil nach oben. Die zwei nahmen das Seil über die Schultern und zogen wie die Ochsen. Norbert der aber noch Ca. drei Meter von der Wand Weckstand wurde plötzlich angehoben und knallte volles Programm gegen die Scheunenwand. Au, au mein Kopf hörten wir ihn jammern. Jörchy sagte zu mir, welch ein schöner Nachmittag, wir kommen aus den lachen nicht mehr heraus.

Ich bemerkte das die Dämmerung hereinbrach, was so

 

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Spät schon. Die Zeit war im Flug vergangen. Wir machten uns mit der Hefe auf den weg.

Vorigen Monat fragte uns ein Bauer aus der unteren Hauptstraße, ob wir ihm bei der Ernte helfen könnten, ich bezahle auch gut. Wenn jemand etwas für mich macht habe ich mich noch nie lumpen lasse. Er versprach jeden von uns 50 Mark und einen Doppelzentner Speisekartoffeln

Ein anderer Bauer aus der Nachbarschaft sagte zu uns, Jungs seit nicht dumm bei dem arbeitet ihr umsonst, da bekommt ihr noch nicht einmal was zu Essen geschweige zu dringen.

Am abgesprochenen Erntetag haben wir uns gewundert das wir mit ihm allein auf dem Felde standen, als ich sagte warum? Sagte er die anderen kommen noch. Gut sagte ich wir sind in der Kneipe, wen die Anderen da sind, sag uns bitte bescheid und wollten gehen. Er sagte, ihr könnt mich doch jetzt nicht in Stich lassen. Ich sagte hasst du keine Augen im Kopf, du siehst doch das wir das können. Sei dem du drückst jeden von uns hundert Mark in das Patschehändchen, dann bleiben wir. Wer arbeitet für zwei soll auch verdienen für zwei. Das geht in Ordnung sagte er zähneknirschend, aber ich habe jetzt kein Geld bei mir. Macht nichts sagte Jörchy, du kannst ja auf die Sparkasse beim alten Schmidt fahren, die öffnet in zehn Minuten, wir legen uns so lange in das Gras und warten auf dich. Er beeilte sich das er zurückkam und gab jeden sein Geld. Wir machten uns an die Arbeit und sammelten seine Kartoffeln in Rekordzeit auf. Gegen Mittag hatten wir bereits 80 Prozent Eingesammelt und wollten eine Pause machen. Doch außer einer Kanne Tee war nichts da. Ab zum Mittagessen, sagte ich und wir gingen die zwei Kilometer bis zur Klause von Alfred Kohl um etwas zu essen. Aber den geizigen Bauern nahmen wir mit und ließen ihm die Rechnung bezahlen. Gegen Abend waren die letzten Kartoffeln in seinen Keller verstaut und wir wollten natürlich auch

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Den versprochenen Doppelzentner haben. Er sagte zu uns, also Jungs das machen wir Morgen, ich habe Kreuzschmerzen. Die Kartoffel muss meine Frau auch erst sortieren, oder wollt ihr etwa angestochene oder kleine dabei haben. Die nehme ich als Viehfutter. Als wir am anderen Tag mit einen Wagen zu ihm fuhren war er nicht da und an den folgenden Tagen ließ er sich verleugnen oder versteckte sich schnell, bis wir die Hoffnung aufgaben. Dafür bekommt er heute seine Quittung! Als es Dunkel genug geworden war schlichen wir uns auf seinen Hof, zerkleinerten die gesamte Hefe und streuten Sie über den gesamten Misthaufen und fast einen halben Eimer schütteten wir in die Jauchengrube. Als am anderen Tag die Sonne den Misthaufen weiter aufheizte, begann es zu brodeln und zu gären. Nach einer Woche war die Schaumwirkung bereits so stark, dass sich die gesamte Jauche bereits im Hof verteilte. Ein Pestilenz artiger Gestank machte sich in der unteren Hauptstraße breit, so das die Leute aus der Nachbarschaft es nicht mehr aushalten konnten und sich

 

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Beim Bürgermeister beschwerten. Aufgrund einer Verfügung des Bürgermeisters musste er den stinkenden Misthaufen unverzüglich entfernen. Rieschart kam an einen Dienstagmorgen gegen sieben zu uns, er fragte was ich wider angestellt habe? Da ich mir keiner Schuld bewusst war, sagte ich, keine Ahnung ich weiß nicht was sie meinen? Konnte mir aber denken dass es sich um die Hefe handeln könnte, aber sicher war ich mir nicht. Riechart hatte mich schon einmal so hereingelegt. Er fragte dumm und ich Esel dachte der weiß schon alles und erzählte ihm alles in der Hoffnung das die Strafe geringer ausfallen würde. Was ja in der Regel auch stimmte, bei Riechart hieß es schon immer, sag die Wahrheit und du bekommst Ei Jahr weniger. Ich hatte es doch schon oft genug erlebt, dass er uns mehr geholfen hat die Sache wieder gerade zu Biegen. An Stelle einer Ordnungsstrafe gab es eine Standpauke, was fiel schlimmer war. Und das gemeinste an der Sache war auch noch, das der Mann Recht hatte und ich nichts dagegen sagen konnte. Die Frau Rosa Pollmann vom Dammweg kam gestern Abend zu mir um eine Anzeige zu Erstatten! Irgendjemand hat ihr den Garten vollkommen ausgeräumt und in solchen Sachen bist du weiß Gott kein unbeschriebenes Blatt. Deshalb bin ich verpflichtet dich zu fragen wo du gestern zwischen zwölf Uhr Mittag und 18 Uhr abends gewesen bist? Aber ja doch, antwortete ich und holte meine Fahrkarte aus der Jackentasche. Nach Eisenach wollte ich eigentlich um mir die Wartburg anzusehen. Doch scheiße war es, die hirnlosen Pinscher von der Trappo (Transportpolizei) haben mich hopp genommen. Warum fragte Riechart? Das wussten die Idioten selber nicht genau, ich sollte ihnen wohl verdächtig vorgekommen seien.

So war jedenfalls die Begründung, da jetzt ein Verdacht auf Republikflucht bestand war das ein handfester Grund mich zu verhaften und zu befragen.

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Nach langen hin und hehr wurde ich mit der Auflage den nächste Zug nach Gotha zu nehmen, entlassen. Dort erwartete mich der nächste Uniformtrottel in blau um mich bis zu meinen Heimatbahnhof zu bekleiden, um diese Farce Noch zu krönen durfte ich noch eine Ordnungsstrafe von zwanzig Mark bezahlen. Ist das Beweis genug fragte ich? Na ,wenn das kein hieb und stichfester Beweis ist, will ich Max heißen. Wir unterhielten uns noch eine ganze weile, bevor Riechart wieder wegfuhr. Natürlich plagte mich die Neugier und ich ging durch das Wittchen, dahin wo die Gärten waren und sah mir den Garten von Rosa Pollmann an. Alles herausgerissen und niedergetrampelt, Tomaten, Gurken alle Gartenfrüchte und das Gemüse wahren einfach gestohlen wurden. Aber dass sie mir so eine Gemeinheit zutraute ärgerte mich schon und so beschloss ich ihr eine Lehre zu erteilen. Gegen Abend ging ich zu Jörchy um zu erzählen was vorgefallen war. Ist denn die Alte verrückt geworden, sagte er. Das würde ich mir nicht gefallen lassen, nein ganz und gar nicht. Das wirft ja ein schlechtes Licht auf dich,

 

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Und das kann nicht sein. Immerhin ließen wir uns fast nie erwischen, wenn wir etwas anstellten, aber alle wussten immer sofort, das kann nur Winny gewesen sein, mit seinen Kumpel Jörchy. Es wollte heute nicht so richtig Dunkel werden, der Monte nahm zu und es war gegen zwölf Uhr nachts noch ziemlich hell draußen. Mit einer Axt und Säge ausgestattet marschierten wir durch das Wittchen. Es war eine sehr gute Sicht, dadurch kamen wir gut voran. Jörchy hatte wieder das Nachtfernglas seines Vaters

Dabei, das wir vorher die Lage klar machen konnten und nicht in eine Falle tappten würden. Kaum am Garten angekommen begannen wir sofort mit der Arbeit Ich sägte die Zaunfelder heraus und Jürgen hob die Feiler aus der Erde, bis auf die Tür, die ließen wir stehen.. Denn das sah lustig aus nur eine Tür mit zwei Schlössern. Den gesamten Zaun verbrachten wir in das Wittchen um ihn in einer Senke zu verstecken. Da es aber zu Mühselig war die ganzen Zaunfelder auseinander zu nehmen, machten wir ein Feuer und stapelten alles darüber. Als das Feuer soweit heruntergebrannt war schoben wir die Reste des Zaunes die um das Feuer lagen und nur angekohlt wurden mit hinein und häuften die Glut immer wieder an bis alles vollständig verbrannt war. Mit Erde deckten wir die Brandstelle gut ab und tarnten sie mit Laub und dürren Zweigen. Nach der Arbeit gingen wir noch einmal zum Garten Zurück um alle Pfahllöscher mit Erde sorgfältig zu verschießen und mit Rasenstücken passend zu versehen, damit es aussehen würde ,als ob da nie ein Zaun gestanden habe. Nach der Nächtlichen Aktion zogen wir uns in meine Hütte zurück um unsere Sachen in einen Kübel zu waschen da wir stark nach Rauch rochen. Nach dem wir die Wäsche eingeweicht hatten gingen wir in der Apfelstädt baden und schwammen ein paar Runden.

Als unsere Wäsche endlich auf der Leine hing, gab ich Jörchie ein paar Klamotten von mir, mit einer Decke

 

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Unter den Arm gingen wir zurück ins Wittchen, legten uns hin und schliefen erst einmal. Denn immerhin hatten wir ja eine Nachtschicht hinter uns. Die Ganzjahreszeugnisse standen bald wieder auf dem Programm, Oh Gott muss denn das sein, dachte ich. Unser Sportlehrer Herr Lehmann ( von allen nur Jonny genant) sagte zu mir, Winny du warst in diesen Jahr noch nicht einmal zur Sportstunde erschienen. Bitte lass dich wenigsten einmal kurz blicken, damit ich dir eine Zensur geben kann. Dein Durchschnitt steht auf einer glatten Null. Am kommenden Dienstag Zweige ich eine Stunde von meiner ohnehin schon knapp bemessenen Freizeit ab und schaute einmal vorbei. In der kommenden Sportstunde gab ich mir für einige Zeit große Mühe, so dass mich Jonny lobte. Gut gemacht Winny sagte er zu mir! Dann ist es ja gut dachte ich und tat so ,als ob ich mir den Fuß verstaucht hatte. Schade sagte Jonny, aber das was ich bis jetzt gesehen habe ist mir eine glatte zwei wert. So konnte ich mit wenig Aufwand einen Notendurchschnitt von null auf zwei verbessern.

 

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Andere hatten das gesamte Jahr über geackert und standen bedeutend schlechter da. Aber wie ich mein Durchschnitt in den anderen Fächern verbessern konnte wusste ich auch noch nicht. Am Nachmittag beriet ich mich mit Jörchy. Ich habe auch ein paar Fünfer ( was Damals noch die Schlechteste Note war), wenn ich nur wüsste wie ich sie los werde ! Am liebsten würde ich die Klassenbücher fälschen! Bloß nicht das merken die sofort, aber sag mal warum lassen wir die Klassenbücher nicht gleich verschwinden? Tolle Idee und wie wollen wir das anstellen, damit der Verdacht nicht wieder sofort auf uns fällt. Im Dorf hieß es sowieso bei jeder Kleinigkeit Winny hat wieder zugeschlagen. Ein guter Plan musste her und zwar so schnell wie möglich. Denn es würde nicht mehr lange dauern bis die Lehrer anfingen die Zensuren zu schreiben. OK. Ich weiß wie es gehen könnte, schon am Freitag nach den Schulschluss müssen wie die Klassenbücher aus den Lehrerzimmern klauen. Als Ablenkungsmanöver nehmen wir alle Bücher der Oberstufe mit, anschließend fahren wir mit dem Zug nach Erfurt und nisten uns bei meiner Oma ihrer Schwester ein. Die freut sich immer, wenn ich komme und sie eine Hilfe im Garten hat. Klasse genauso machten wir es dann auch und blieben bis zum Montagabend in Erfurt.

Im Garten machten wir laute Musik, alberten herum und machten viel Krach dass alle Nachbarn auf uns aufmerksam wurden.

Dienstagmorgen gingen ging es mit frischen Schwung in Richtung Schule, da rief ein Mädchen hinter mir her, Winny warte bitte mal auf mich. Du kannst es noch nicht wissen, alle Klassenbücher der Oberschule sind verschwunden. Quatsch! Doch alle sind weg, geklaut. Wenn ich dir es sage. Restlos alle! Du willst mich auf den Arm nehmen? Nein ich schwöre es. In der Schule angekommen, stellte ich mich mit in die Ecke, wo Jörchy mit ein paar Jungs aus der Klasse stand. Sie

 

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Diskutierten wer das wohl gewesen sein könnte. Jürgen und ich wir hatten uns perfekt abgesprochen, falls uns der Direktor oder die Pauker in die Mangel nehmen würden. Aber nichts der gleichen passierte, alles blieb ruhig aber warum? Wollten die uns Weichkochen, oder warteten sie darauf dass jemand einen Fehler begehen würde? Die gesamte Schule war in heller Aufregung und die Pauker hielten still! Seltsam dachte ich und versuchte mir das Gehirn zu zermartern.

Es klingelte zur großen Pause, ich rannte mit den anderen auf den Hof um etwas neues zu erfahren. Ich war gerade auf den Weg zu Jörchy, der wie immer in der Ecke stand, als ich hörte, sie haben eine Belohnung ausgesetzt in höhne von hundert Mark. Hundert Mark die würden wir uns gerne verdienen also ging ich mit Jörchie zum Direktor, um zu fragen ob das stimmt mit den hundert Mark? Ja sagte er die Belohnung bezahle ich aus meiner Privattasche und wollte wissen warum wir fragen? Ach nur so sagte ich, hundert Mark, die kann man gut brauchen. Jürgen fragte noch ob es das Geld für die Täter gibt oder für

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die Bücher. Egal sagte der Direktor zu uns. Die Bücher konnten wir nicht finden, denn sie waren ja in Rauch aufgegangen. Also, mussten wir nur einen suchen der blöd genug war, das wir ihn als Täter verkaufen konnten.

Wir wussten das immer zwei Jungs aus dem Dorf sich auf der Müllkippe aufhielten. Sie durchsuchten alles was die Leute weggeworfen hatten, sammelten Schrott, Bundmetalle, Lumpen, Flaschen, Gläser und was sich auch sonst noch zu Geld machen ließ. Ich brauchte einmal einen Fahrratlenker, als ich auf der Müllkippe suchte, fand ich auch einen. Die Jungs kamen sofort angelaufen, behaupteten das sei ihr Müll, nahmen mir den Lenker weg und verprügelten mich. Wir hatten ja oft genug gesehen dass dort ein Feuer brannte, wo sie altes Papier, Zeitungen, Bücher, Holz und was sannst noch herumlag verbrannten

 

 

 

 

Nachts machten wir uns auf den Weg und holten die Reste der verbrannten Klassenbücher von der Feuerstelle im Wittchen und verbrachten sie zur

 

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Feuerstelle auf der Müllkippe. Pünktlich am anderen Morgen standen wir im Direktorzimmer. Ich sagte, wir haben die Reste der Klassenbücher auf einer Feuerstelle der Deponie gefunden. Gestern Abend sind wir da vorbeigelaufen, da sahen wir das Feuer und einpaar Jungs. Heute Morgen bin ich auf dem Schulweg dort wieder vorbeigegangen um zu schauen was die da verbrannt haben. Es sind stapelweise Bücher. Sofort machte sich der Direktor Mit zwei Lehrern auf den Weg um die Reste sicherzustellen. Tatsächlich handelte es sich um die Klassenbücher. Nach kurzen hatten sie auch schon herausbekommen wer da immer mit Feuer spielte. Natürlich stritten sie alles ab, nur keiner klaubte es. Ich erzählte den Direktor dass ich Angst vor den zwei Jungen hätte und sie mich schon oft verprügelt haben. Er solle doch so gut sein und keinen Sagen das wir die Bücher gefunden haben.

Keine Angst von mir erfährt keiner was, sagte der Direktor und gab uns jeden fünfzig Mark. Ein paar Wochen später war die Vergabe der Zeugnisse. Es gab in diesen Jahr keinen Sitzenbleiber, alle Schüler hatten plötzlich einen mittelmäßig bis guten Notendurchschnitt. Wir hatten im Wittchen unser Zelt wieder auf geschlagen um zu campen wie wir es schon seit Jahren taten. Schwarz, angeln, Hühner klauen, und alle anderen Zutaten klauten wir in fremden Gärten zusammen. Wir kochten selber am offenen Feuer. Tagsüber als das Leben im Dorf erwachte gingen wir zu Bett, am nächsten Nachmittag standen wir wieder auf, aßen etwas und gingen baden. Den Rest des Tageslichtes nutzten wir aus um zu Spionieren was wir wann und wo organisieren konnten. Nachts saßen wir mit einer selbst gebauten Angel auf der Mauer hinter dem Fleischergeschäft von Ernst Baumgarten und angelten unseren benötigten Wurstvorrat. Alles wurde gut verstaut und in das Wittchen geschleppt. In einen Gebüsch hatten wir eine 50 Liter Milchkanne

 

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Vergraben, die wir als Erdkühlschrank nutzten. Morgens als das erste Frische Brot aus dem Ofen kam standen wir schon beim Bäcker auf dem Hof und lauerten darauf. Der Bäckermeister Zierfuß hatte mit uns ein Abkommen getroffen. Wir bekamen jeden Morgen außer sonn und montags ein Dreifundbrot und zehn kleine Brötchen. Im Gegenzug hatten wir nichts weiter zu tun, als ihn mit unseren Späßchen zu verschonen. Das Geld was wir von unseren Eltern bekamen legten wir in Bier und Zigaretten an. Was wir sonst noch so zum leben brauchte besorgten wir uns von zuhause und bei Karlchen. So ließ es sich gut aushalten, schönes Wetter, nur das beste Essen,

 

 

 

 

 

Genug zu trinken. Alles was das Herz begehrte hatten wir uns besorgt.

Letzte Nacht hatten wir Lindas Kornapfelbaum abgeräumt und die Äpfel verscheuert. Das brachte zusätzlich ein paar Zigarren ein. Linda hatte Besuch

 

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Bekommen. Ihr Sohn Martin war mit seiner Familie gekommen. Linda hatte im Garten ein Tafel aufgebaut, wo sie alle Kaffee tranken. Natürlich haben wir sofort versucht uns ein paar Stück Kuchen zuborgen.

Sonntagvormittag beobachteten wir Linda, sie stand in der Küche und kochte. Artur (ihr Mann) und die gesamten Gäste machten sich fertig und gingen in die Kirche. Wir hörten noch wie er sagte, nach der Kirche gehen wir noch auf den Friedhof, die Blumen auf dem Grab gießen. Sehe bitte zu

 

 

 

 

Damit das Mittagessen um halb eins auf dem Tisch steht wenn wir zurück sind. Wir beobachteten noch ein Weilchen, da sahen wir wie Linda ein gebratene Gans aus der Backröhre nahm und mit Fett übergoss. Kurz vor zwölf kamen wir wieder, um uns auf die Lauer zu legen. Gegen Viertel nach zwölf begann Linda den Tisch im Garten einzudecken. Zuerst brachte Sie das Geschirr und die Bestecke. Als Artur und die anderen schon von weiten zusehen waren, brachte sie den Gänsebraten, stellte ihn auf den Tisch und ging wieder

 

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In das Haus um die Klöße und den Rotkohl zu holen. Das war die Gelegenheit, ich passte auf, Jörchy krallte sich den Teller mit dem Gänsebraten. Im Wittchen versteckten wir uns in einen großen Weißdornbusch und ließen uns den Gänsebraten schmecken. Bevor wir in das Dorf aufbrachen, schliefen wir noch eine Stunde. Am Kulturhaus saßen wir noch auf einer Bank, langweilten uns und starrten Löcher in die Luft.

So schön wie die großen Ferien auch sind. Auf dem Dorf konnten sie tot langweilig sein. Was machen wir jetzt? Das war die große Frage. Die meisten Mädchen und Jungs waren wieder in irgendwelche nervigen Ferienlager gefahren.

Gehen wir angeln sagte Jörchie! Beim Durchqueren des Wittchens, hörten wir Stimmen die vom Badeloch herüberkamen. Komm lass uns nachschauen wer das ist, sagte ich. Jürgen sagte spöttisch das wirt Linda sein auf Gänsejagd!

Ich musste schon wieder loslachen und wir gingen vorsichtig den Stimmen entgegen. Da stand ein LKW und eine menge Jungen und Mädchen bauten Zelte auf, sammelten Holz und richteten sich häuslich ein. Ach du grüne Scheiße sagte ich, müssen die ausgerechnet hier ein Zeltlager einrichten. Sofort legten wir uns hin und schlichen durch das Dickicht heran. Jörchy sagte hör mal, was ist denn das für eine vermalledeite Sprache. Das müssen Berliner sein sagte ich. Ja sagte Jörchy, der LKW hat die Aufschrift, Wohnungsbaugenossenschaft Berlin- Marzahn. Das kann ja heiter werden.

Da schau was machen die denn da. Wir schlichen näher heran und sahen dass da zwei Männer ein Loch gruben um ein hölzernes Blumsklo aufzustellen.

Wenn das halb voll ist dann sägen wir es an sagte ich.

Wir schlichen zurück, standen auf und gingen zu unseren Zelt. Unser Zeltplatz war ideal von uns angelegt worden. Schon vor drei Jahren hatten wir die Lichtung in einen gossen Dornenbusch gefunden. Die

 

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Stelle ist für uneingeweihte unzugänglich, denn man muss auf dem Bauch durch die Dornen robben um auf die Lichtung zu gelangen. Eine herrliche kleine Lichtung, schönes dichtes Gras in einer Senke. Die wir vor zwei Jahren begradigt hatten und säten schönen dichten Sportrasen aus. Den Samen dazu haben wir uns im Sportlerheim geklaut. Mann konnte um die Büsche herum suchen, aber beim besten willen konnte man nichts sehen. Wir nahmen

 

 

 

 

Unsere Angeln und gingen zur Apfelstädt hinunter. Legten unsere Angelschnüre aus um ein paar Forellen oder Eschen zum Abendbrot zu fangen. Vom Badeloch kam ein Lärm und ein Getöse herüber. Aus mit der schönen Ruhe, aber was dagegen tun? Wir nahmen unsere Badesachen und gingen auch hin. Ein paar Mädchen versuchten uns auszufragen wer wir sind und wie wir heißen, ob im Dorf etwas los ist, eine Disco, Kino oder sonst irgendwas. Wir nannten ihnen natürlich die nahmen und Adressen unserer ärgsten Feinde. Ansonsten spionierten wir das gesamte Lager

 

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aus. Die waren da so arm dran, dass man denen aus Mitleid noch etwas hätte bringen können. Also verzogen wir uns wieder und sahen nach unseren Angeln. Fische hatten auch keine angebissen, also packten wir alles ein und brachten es in das Zelt. Gegen Abend lach ein Grillgeruch in der Luft und wir schnupperten, oh fein wollen doch einmal sehen was es im Feriencamp zum Abendbrot gibt und machten uns auf den Weg. Am Camp angekommen, mussten wir feststellen dass außer einer Frau kein Ahs da war. Als ich sie fragte wo denn die alle seien sagte sie zu uns die sind alle geschlossen zum Essen in die Schule gegangen. Was sagte ich in die Schule gegangen, zum Essen! Warum macht ihr das nicht hier? In der Schule gibt es eine Schulspeisung und von da werden wir versorgt. Aha sagte Jürgen und wir gingen wieder. Da war er wieder dieser Grillgeruch, es roch deutlich nach Bratwurst. Wir schnüffelten wie die Trüffelschweine und gingen den Geruch nach. Das kommt von Papsten Linda. Da konnten wir uns beim besten willen nicht blicken lassen.

Als es Abend geworden war, die Sonne war noch nicht richtig untergegangen mussten die im Feriencamp schon in das Bett und das mit sechzehn Jahren. Wir lungerten noch da vorn herum als wir bemerkten das die Erzieher alle in Richtung Dorf verschwanden. Lass uns sehen, wo die hingehen sagte Jürgen und wir folgten ihnen unauffällig bis zur Kneipe. Die kommen so bald nicht wieder sagte ich. Wir gingen zurück in das Wittchen und holten den Bratenteller mit den Knochen aus dem Gebüsch und stellten ihn heimlich wieder bei Linda im Garten auf dem Tisch ab. Die Kirchturmuhr schlug gerade Mitternacht, zeit für die Wittchengeister. Am Camp machten wir Geräusche, zerbrachen dünne Zweige und kratzten an den Zeltwänden bis die Weiber darin wimmerten und zitternd nach den Erziehern riefen.

Am nächsten Morgen hörten wir ein vertrautes

 

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Motorradgeräusch und wussten sofort das ist Riechart denn der war der einzige in der gesamten Umgebung der noch mit einer alten DKW fuhr. Das weckte unsere Neugier und wir sahen nach. Riechart war im Camp und schrieb etwas auf. Wir hörten nur noch wie ein Mädchen die nahmen sagte, die wir ihnen angegeben hatten.

Gott sei Dank, die Woche ist morgen vorbei und die hauen endlich wieder ab. Mit denen machte es uns irgendwie keinen Spaß. Immer waren welche im

 

 

 

 

 

Lager, so konnten wir das Blumsklo nicht ansägen. Aber es war toll als wir ihnen die gesamten Sachen klauten und alles auf die Bäume gehängt hatten. Oder nachts als wir die Zeltheringe herauszogen das die Zelte zusammenbrachen. In den sieben Tagen war Riechart viermal da und hörte immer die nahmen unserer Todfeinde, aber die waren nicht zuhause ,sondern im Ferienlager auf Usedom. Riechart sagte zu der Heimleiterin, ich weiß genau wer dafür

 

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Verantwortlich ist. Wenn ich sie doch nur einmal auf frischer Tat erwischen würde.

Bei uns weiß man schon lange, die Bosheit hat einen nahmen, und keiner wagt ihn auszusprechen, da es Unglück bedeutet. Im Nachbarort gab es einen Imker, der seinen Honig in Erfurt auf dem Domplatz verkaufte. Eines Tages ging ich an seinen Haus vorbei und sah einen Karton voll mit Bienenhonig auf einen Stuhl stehen, mit einen Schild versehen zu verschenken. Warum das den dachte ich. Die Frau des Imkers kam gerade vom einkaufen zurück, und ich fragte was denn mit dem Honig sei? Ach der Honig sachte sie der Honig ist noch vom vorigen Jahr und schon fest geworden. So kauft ihn uns keiner ab. Als ich fragte ob ich den Honig mitnehmen dürfte, sagte sie aber natürlich nimm ihn nur mit wir sind ja froh, wenn wir wieder Platz im Lager haben. Ich schulterte mir den Karton mit den zwölf Gläsern A500 Gramm, bedankte mich und ging. Auf dem Nachhauseweg wurde der Karton immer schwerer, als ich die Schnauze voll hatte mit der Schlepperei, machte ich eine größere Pause um mich auszuruhen. Erst mal in aller Ruhe ein schönes Zigarettchen rauchen sagte ich zu mir und brannte mir dabei eine an, setzte mich ins Gras und lehnte mich zurück. Als ich so da lag und rauchte, tauchten wie aus dem nichts zwei Jungs mit ihren Fahrrädern auf. Winny was machst du denn hier fragte der eine? Ihr kommt mir gerade wie gerufen, ich war Honig einkaufen und habe ganzschön zu schleppen. Seit ihr so gut, nehmt den Karton auf den Gepäckträger mit und stellt ihn bei uns vor die Tür. Klar machen wir, hast du eine Zigarette für uns? Aber immer und bot ihnen eine an. Auch Feuer fragte ich? Ja auch Feuer! Hier aber rauchen könnt ihr selber, sagte ich und ging weiter. Zuhause angekommen nahm ich sofort den Karton und brachte ihn in meine Hütte. Beim Abendbrot essen fragte ich meine Mutter was man mit hart gewordenen Honig noch alles anstellen

 

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Könnte? Eine ganze Menge sagte meine Mutter, den musst du nur in heißes Wasser stellen und er wirt wieder so weich wie vorher. Am kommenden Tag hatte ich wieder eine sturmfreie Bude, und konnte mit Jörchy den Honig erhitzen. Wunderbar dünnflüssig ist er geworden, das ist ein hundertprozentiger Erfolg. Aber was machen wir damit? Ich habe keine Lust wieder von Haus zu Haus zulaufen und mich zum Affen zu machen! Ich auch nicht aber ich habe eine ganz hervorragende Idee.

 

 

 

 

 

Wir teilen uns den Honig auf und geben ihn unseren Eltern, da haben wir wieder ein Stein im Brett für das nächste Mahl, wenn man uns wieder einmal erwischen sollte. In der Apfelstädt trieb ein Lederball mit der Strömung in Richtung Badeloch,

Geschwind rannte ich hinter den Ball her und holte ihn auf halber Strecke ein.

Mit einen langen dünnen Ast angelte ich ,solange bis ich den Ball endlich hatte. Scheiße der war kaputt, an

 

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Der Seite war die Nat offen und die Blase schaute heraus. Schade ein richtiger Lederball, dachte ich und nahm ihn erst einmal mit in meine Hütte. Die Nachbarn mischten gerade Beton für ein Neues Fundament. Sie bauten eine Garage. Eine Zeit lang schaute ich dabei zu. Wie aus heiteren Himmel, hatte ich eine fantasiere Idee, ich fülle den Ball mit Beton. Schon saß ich da und schnitt mit meinen kleinen Taschenmesser ein kleines rundes Loch in den Ball und klaute meiner Mutter einen Teelöffel um damit die Betonreste die noch neben den Fundament lagen einzufüllen. Ich legt ihn bei uns auf den Hof in eine Ecke damit der Beton in aller Ruhe abbinden konnte.

Am folgenden Tag hatte meine Klasse nach der großen Pause Schulschluss,

Nur ich musste mal wieder nachsitzen. Nur wo? Denn alle Lehrer sträubten sich, vor diesen Gedanken mich in ihrer Klasse zu haben. Also sollte ich den Hausmeister helfen. Doch der schloss sich schnell in seiner Werkstadt ein und spielte toter Mann. Ich ging zurück zum Direktor, sagte zu ihm dass der Hausmeister unauffindbar sei. Geh in die Schulküche und lass die dort eine Arbeit geben! In der Küche waren die Frauen gerade dabei Kartoffeln zu schälen. Ich soll mich hier melden, sagte ich. In Ordnung du kannst die Schalen wegbringen und Zwiebeln schälen. Für was sind die Zwiebeln, fragte ich? Für den Kartoffelsalat den es morgen Mittag geben soll. Gegen 14 Uhr waren die Frauen fertig mit der Arbeit und ich musste noch die Schüsseln auswaschen. In der Spülküche fand ich einen großen Block Kernseife. Das wirt ein Spaß sagte ich mir, nahm die gesamte Seife und ging damit zur Brotmaschine, begann damit die Seife zuerst in Scheiben und dann in Stückchen zu schneiden. Die gesamte Kernseife streute ich über den Kartoffelsalat und rührte ihn mit einen Schaumlöffel um bis nichts mehr zu sehen war. Nun konnte ich ruhigen Gewissens nach hause gehen um mit Jörchy

 

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etwas zu unternehmen. Tat – Tata ertönte es in der Ferne, bestimmt ein Unfall dachte ich und wollte sofort in die Richtung gehen aus der ich das Signal gehört hatte. Da kam auch schon ein Krankenwagen angeraucht und fuhr an mir vorbei. Ich schaute hinterher wo würde der wohl hinfahren

Er bog rechts ab und ich verlor ihn aus den Augen, danach verstummte auch so gleich das Signal. Ich lief etwas schneller, denn meine Neugier plagte

 

 

 

Mich sehr. Kaum um der Ecke hörte ich das Signal wieder, bald darauf kam mir der Krankenwagen wieder entgegen. Hat eben nicht sollen sein, dachte ich mir und ging nachhause.

Meine Mutter schimpfte schon von Weiten mit mir, Winny was hast du wieder angestellt? Ich musste sofort an die Seife denken und sagte ich weis nicht was du meinst. Was hast du mit dem Ball gemacht. Jetzt wurde mir einiges klar. Bernhart Mundstock aus Apfelstädt wollte mich besuchen um mit mir Frieden zu schließen, sah den Ball in der Ecke. Er nahm so richtig Anlauf und trat volles Programm gegen den

 

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Betongefüllten Lederball. Nun musste der arme Kerl in das Krankenhaus nach Gotha und wurde herrlich eingegipst. Ich legte meine Schultasche unter die Treppe auf ihren angestammten Platz und nahm mir ein Stück Pflaumenkuchen aus der Küche und ging zu Jörchy, denn wir wollten heute die Zeit nutzen, wenn Linda wieder zur Bibelstunde geht. Da wollten wir ihren Birnenbaum abräumen.

Denn die Birnen haben wir schon letzte Woche verkauft und das Geld bei Alfred versoffen. In der Werkstatt von Jörchy’s Opa Karlchen hatten wir ein Riessengrossen Gelenkband gefunden, das musste von einen Scheunentor oder einer anderen großen Tür sein. Das konnten wir gut brauchen.

Wir nahmen noch eine Säge und anderes Werkzeug mit, denn Linda hatte schon lange das Haus verlassen, trotzdem mussten wir vorsichtig sein, denn die gesamte Nachbarschaf hatte sich schon gegen uns verschworen und passten mit auf ,wenn Linda nicht zu hause war. Genau aus diesen Grund konnten wir keine Leiter benutzen wie wir es geplant hatten. Zu unseren

 

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Glück war es nur ein kleiner Birnenbaum mit einem dünnen Stamm.

Wir schraubten das Gelenkband kurz über den Boden an und sägten den Baum an der anderen Seite einfach durch und ließen ihn einfach in Richtung Getreidefeld umfallen. Auf dem Bauch liegend ernteten wir alle Birnen in Windeseile ab und banden eine Alte Wäscheleine in der Baumkrone fest

Womit wir den Baum wieder hoch zogen, die Leine an einen anderen Baum anbanden um den Baum zu fixieren, spannten wir die Leine kreuzweise.

Kaum hatten wir das Grundstück verlassen und waren in Sicherheit, fiel der Baum wieder um. Doch wir lieferten pünktlich wie die Maurer unseren Birnen

An unsere Kundschaft aus.

Hinter dem Dorf gab es Gärten ohne Zaun. Dort mussten wir doch auch wieder mal nach den rechten sehen. An die kleine Gartenkolonie grenzte eine Weite, wo Ca. 20 Kühe grasten. An der anderen Seite grenzte der Friedhof an und dort erkundeten wir die Gärten. Ich hatte gerade einen Kürbis an einen Komposthaufen gesehen, als Jürgen sagte schau einmal das ist ein Brummer von einen Kürbis. Der hat bestimmt fünfzehn Kilo oder mehr. Ich versuchte ihn anzuheben um dessen Gewicht zu schätzen, als der Besitzer des Gartens kam und schrie ihr Verbrecher, mich beklaut ihr nicht und schlug mir mit der Faust in das Gesicht. Mir platzte sofort die Lippe auf und ich fiel zu Boden.

Als ich mich von den Schreck erholt hatte stand ich wieder auf und schlug zurück.

Schon beim ersten Schlag brach sein Nasenbein und kurz danach sein Unterkiefer. Er trete sich um und lief davon. Wir gingen zu mir nachhause.

Als ich mir gerade das Blut aus dem Gesicht wusch kam auch schon Riechart mit seinen Motorrad um die Ecke und wollte wissen was los war.

Wir erzählten ihm das ich versucht habe den Kürbis anzuheben, um dessen Gewicht zu schätzen und wie

 

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Der Besitzer kam und sofort auf mich einprügelte. Riechart sagte er hat eine Anzeige bei mir gemacht und auch behauptet dass ihr den Garten verwüstet hättet und alle Kürbisse beschädigt

 

 

 

Habt. Wir stritten das natürlich ab und gingen zusammen mit Riechart zu den Garten hin. Doch da war alles in Ordnung. Kein beschädigter Kürbis, keine Spuren im Garten, rein gar nichts war zu sehen. Eine Stimme rief aus dem Hintergrund, ich habe alles gesehen. Wilhelm Zimmermann unser Friseur kam aus seinen Garten herüber und bezeugte unsere Worte. Nachts machten wir uns auf den Weg um Rache zu nehmen. Als wir die Lage gepeilt hatten und alles ruhig war öffneten wir den Elektrozaun der Viehkoppel und trieben alle Kühe in seinen Garten um sie dort hin und her zu jagen bis alles niedergetrampelt war.

Wir wollten uns ein Baumhaus im Wittchen bauen, das so hoch oben in einer Pappelkrone war das man es nicht vom Boden aus sehen konnte. Zu erst suchten wir

 

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eine passende Pappel aus, die Ca. 20 Meter hoch war und geeignete Astgabeln besaß.

Dazu mussten wir auf alle Pappeln Klettern die für uns geeignet waren, als die richtige mit einer ausgezeichneten Fernsicht gefunden war, mussten wir nun das Passende Material besorgen. In der LPG Klauben wir aus einen Stall jede menge Kälberstriche und von einer Gemeindebaustelle holten wir die gesamten Gerüstklammern weg. Seile hatte der Müller genug in seiner Scheune, denn die stellte sein Vater noch selber her um damit noch seine Rente aufzubessern. Jede Menge Zweihunderter Nägel klauten wir in einen kleinen Zimmermannsbetrieb. Auf einer Privatbaustelle fanden wir eine Rolle Dachpappe und einen Eimer Bitumenkleber, die sofort den Besitzer wechselten. Jörchy’s Opa Karlchen hatte noch altes kleines Fenster mit Rahmen in der Scheune die wir uns erbettelten.

Nun fehlte nur noch die Hauptsache, Balken, Bretter und Bohlen. Das sollte auch kein großes Problem darstellen. In der Nähe der kleinen Brücke gab es eine Tischlerei. Dort waren am Rand der Apfelstädt Festmeter von allen aufgestapelt. Wir berechneten was an Material benötigt wurde und erst dann folgte unsere Logistische Meisterleistung! Das Material musste in das Wittchen transportiert werden ohne das jemand etwas davon merken würde.

Das konnte nur eine Nacht und Nebelaktion werden. Da die kleine Brücke wo wir vorbei mussten gut beleuchtet war kam für uns nur noch der Wasserweg in frage. Ich klaute alles und ließ es der Apfelstädt herunter treiben und Jörchy fing alles an einer vorherbestimmten Stelle wieder auf um es am Flussrand aufzustapeln. Als ich das letzte Brett auf reißen geschickt hatte musste ich in der Apfelstädt den Weg lang laufen um zu schauen ob sich irgendwo etwas verfangen hat was uns verraten konnte.

 

 

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Die Aktion dauerte die gesamte Nacht und wir gingen nach dieser Knochenarbeit todmüde nachhause und schliefen uns erst einmal wieder richtig aus. In den nächsten Wochen wurde gesägt, geschraubt und

 

 

Gehämmert was das Zeug herhielt. Aus einen Malerbetrieb besorgten wir uns Farbrest und strichen das Baumhaus dunkel grün an. Von innen hatten wir es mit einen Sandfarbenen Anstrich versehen. Die ersten fünf Meter musste man so klettern und dann begann eine Leiter die aus den Bauklammern bestand.

Ca. alle vierzig Zentimeter hatten wir eine Bauklammer tief eingeschlagen

Und ein Sicherungsseil hindurchgezogen, wo man sich mit einen Karabinerhaken gut sichern konnte. Das Haus war uns erstklassig gelungen Nun kam die Einrichtung an die Reihe. Wir wuchteten mit mehreren Seilen eine kleine Liege und zwei alte Sessel von Jörchy’s Oma in das Baumhaus um Platz zu sparen zimmerten wir einen kleinen Tisch der an der Wand befestigt wurde und bei Bedarf heruntergeklappt werden konnte. An der wand hatten wir bereits zwei

 

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Hängeschränke gebaut wo unsere Dinge des täglichen bedarf

Untergebracht wurden. Jörchy besorgte noch einen Campingkocher mit Geschirr und Töpfen. Ich hatte ja auch noch die Pfanne die wir bei Töpfers vom Herd mit samt den Schnitzeln entführt haben. Damit konnten wir in der Baumkrone Bratkartoffeln zubereiten. Das Baumhaus war Wasserdicht und es zog auch kein bisschen herein, wenn die Einstiegsluke geschlossen war.Wir versuchten ob man vom Boden aus irgendeinen hinweiß auf unser Baumhaus sehen konnte. Da war nur das umgetretene Gras um den Baum herum. In den nächsten Tagen ließen wir die Stelle in ruhe damit sich das Gras wieder aufrichten konnte, stattdessen bauten wir in den umliegenden Büschen so genannte Fuchslöscher ,wo wir schnell verschwinden konnten.

Die legten wir so an das man nicht sehen konnte welches der Ausgang war.

Ein jedes Fuchsloch hatte mehrere ein und Ausgänge und besaß auch zwei bis drei Scheingänge zur Tarnung. So war es unmöglich für jemanden herauszufinden wo wir das Loch wieder verlassen würden, denn die Gänge zogen sich in alle Himmelsrichtungen und kamen immer in einen unzugänglichen Gebüsch wieder heraus. Als wir die Arbeiten nach ein paar Tagen geschafft hatten gingen wir wieder Baden.

Auf dem Weg zum Kulturhaus kamen wir immer an einen Garten vorbei der einen schönen Apfelbaum hatte. Der Besitzer arbeitete im Garten und ich sagte klasse Äpfel haben sie da. Ja sagte er und Wenn nur einer fehlt weiß ich ja wer ihn hat. Nein wir klauen keine Äpfel, davon haben wir ja mehr als genug im eigenen Garten, antwortete Jörchy. Wir mussten ihn versprechen das wirklich alle Äpfel am Baum bleiben und wir aber nicht einen davon abreisen. Am Kulturhaus saßen wir wieder auf der Bank und starrten

 

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Löcher in die Luft. Wir unterhielten uns mit Passanten die des Weges kamen.

Jörchy schaute mich an und sagte zu mir, schöne Äpfel sind es doch!

Wir hatten aber was versprochen, und wir hielten auch immer unser Wort das war für uns doch eine Ehrensache. Denn für Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit waren wir ja bekannt. Also, mussten wir für einen anderen Weg Ausschau halten. Jörchy sagte man, wir sagen einfach das Versprechen war ein Versprecher. Nein das glaubt dir kein Hund, sagte ich zu ihm.

Überlege doch einmal, wie das Versprechen genau war, Ja !!! Das wir keine Äpfel vom Baum abreißen. Aber kein Ahs hat versprochen das wir keine Essen. Ein jedes mal ,wenn wir dort vorbeikamen und die Luft rein und sauber war, sprangen wir in Windeseile über den Zaun und fraßen die leckeren Äpfel rundherum ab und ließen die Apfelkrebse an seinen Ästen hängen.

Ein anderes Mal lagen wir auf der Wiese in der nähe

 

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Des Kulturhauses und träumten vor uns hin denn es war ein schöner warmer Tag. Langweilig sagte Jürgen ich schlafe bald ein. Ich auch sagte ich, aber muss denn das so sein, fragte ich Jörchy? Nee muss nicht, kann aber, du siehst es doch, lass dir mal etwas einfallen. Was einfallen, du bist gut immer soll mir etwas einfallen antwortete mir Jörchy mit gähnender Stimme. Das geht so nicht ich brauche eine Inspiration, komm hoch du fauler Sack wir gehen durch das Dorf und warten auf eine Himmlische Eingebung sagte Jörchy wieder zu mir. Egal wo wir auch lang gingen, war es still wie an einen Totensonntag um die Mittagszeit. Hier spielten ein paar Kinder, dort fegte eine alte Frau die Straße. Wir kamen am Konsum vorbei und gingen weiter in Richtung Fleischerei. Plötzlich zog ein Pestilenzartiger Gestank vom Hinterhof des Konsums herüber. Igitt was ist denn das? Da wir unbedingt wissen mussten was da so mordsmäßig vor sich hin stinken konnte, gingen wir auf den Hinterhof. Oh Gott was ist denn dass? Da stand ein altes Holzfass, halb voll mit Pökelbrühe von Salzheringen. In diesen Stingfass befanden sich weiterhin alte Harzerrollenkäse die schon das weite suchten, verdorbene Fleisch und Wurstreste die bereits von Maden zersetzt waren. Dieses Stinkfass stand in der Sonne und gärte vor sich hin. Jörchy sagte zu mir so kann noch nicht einmal die Hölle stinken. Wir sahen uns gegenseitig an und mussten augenblicklich laut loslachen, geradeso als ob wir das gleiche gedacht hätten. An der Hintertür standen ein paar Milchkannen mit Deckel herum. Davon nahmen wir eine. Auf einen Kistenstapel lagen alte Zuckersäcke herum. Mit Hilfe der Säcke siebten wir die verdammt stinkende Brühe durch und gossen sie in die Milchkanne, verschlossen Sie mit dem Gummideckel. Und schleppten das schwere Ding erst einmal in das Wittchen und versteckten die Kanne in einen Gebüsch. Lass uns wieder zurück in das Dorf gehen, sagte ich vielleicht

 

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Finden wir noch etwas brauchbares, antwortete Jörchy und kämmte dabei sein schulterlanges Haar. Musst nicht herum Gockeln, meine Haare sind doch länger sagte ich und lächelte dabei. Und wir machten uns wieder auf den Weg ins Dorf. Mist, sagte Jörchy ich muss ja noch den verdammten Schrott und Müll wegbringen, alte Flaschen, Gläser, Geschirr und so ein Zeug. Karlchen hat die Scheune aufgeräumt! Komm sagte ich wir haben sowieso nichts anderes vor, helfen wir Karlchen. Auf dem Weg zu Karlchen gingen wir der Riehtstraße hinauf als uns ein Trecker mit Hänger überholte. Er hatte zwei Tannen geladen und eine Menge Leute saßen auf dem Hänger mit einen Kasten Bier und feierten. Klettert mit rauf und trinkt eins mit sagte der eine und der Fahrer hielt den Trecker an Und wir kletterten mit auf den Hänger. Was ist denn los fragte ich? Eine Hochzeit und wir setzen die Tannen denn heute ist Polterabend. Am Haus angekommen erwarteten uns schon die anderen Jungs aus dem Dorf, sie hatten bereits die Löcher für die Tannensetzung ausgehoben. Nun wurden die Tannen aufgestellt und

 

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Mit einen Kranz und bunten Bändern versehen. Dabei feierten alle und sangen dabei wie es die alte Tradition verlangte. Denn so ein Tannensetzen hatte eine alte Tradition und wurde nach einen bestimmten Ritual vollzogen. Gegen Abend dann begann der sogenannte Polterabend, wo die gesamte Dorfgemeinschaft viel Glück und einen reichen Kindersegen wünschte. Dieses Ritual wurde mit ein paar Scherben die Glück bringen sollten beendet. Nach alter Sitte musste der Bräutigam so lange einschenken bis der letzte der Tannensetzer abgefüllt war. Hielt sich ein Brautpaar nicht an die Regel so konnte das natürlich üble Folgen haben, wie es hier der Fall wurde, denn gegen 22 Uhr hob das Brautpaar die Tafel auf und schickte alle noch feiernden nach hause. So begannen sie den ersten gemeinsamen Fehler ihres gemeinsamen Lebens. Alle waren gerade so gut in Stimmung gekommen und hatten noch riesigen Durst, als die Party schon enden sollte. Nun verließen die Gäste das Grundstück. Einige sagten, ich gehe nachhause, andere ich gehe noch eine Stunde in die Kneipe. Und uns fiel Karlchen wieder ein. Versprechen sollte man auf jeden Fall einhalten, sonnst galt man als unzuverlässig. Bei uns hieß es immer, ein Mann ein Wort. Karlchen hatte bereits alles auf den Wagen geladen, den mussten wir jetzt nur noch zur Müllkippe bringen. Auf den Weg dorthin beschlossen wir, dass es heute an einer anderen Stelle eine Müllkippe geben würde und brachten alles zu den Hochzeitspaar. Kaum hatten wir alles leise abgeladen als auch schon andere Personen vor die Tür schlichen um dort ihren Müll zu entsorgen. Ein Ortsbekannter Trecker kam um die Ecke gebrecht und kippte eine Fuhre Industriemüll ab und verschwand wieder im Dunkel der Nacht.

Nachts kamen noch einige Leute die in Windeseile zuhause noch schnell klar Schiff gemacht hatten um ihren alten Schrott und Müll loszuwerden. Als wir Am Morgen nachsahen stapelte sich der Unrat bis über das

 

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Hoftor. Als das Paar hintenherum durch den Garten das Haus verlassen wollte um zur Trauung in die Kirche zugehen warteten da noch andere Überraschungen.

Wir hatten heimlich die Gartentür von außen zugeschraubt und den Zaun mit einen Teil der stinkenden Pökelfischbrühe bestrichen. So wagten sie sich nicht über den Zaun zuklettern und mussten doch vorn zu der Hoftür heraus, wo viele Schaulustige standen und sich belustigten. Edgar unser Bürgermeister der von allen nur liebevoll Edder genannt worden wurde, war mit von der Nächtlichen Partie und hatte wie alle anderen seine wahre Freude an der Aktion. Mit einer Decke hatten wir es uns am Badeloch bequem gemacht und rauchten eine Zigarette, tranken eine Flasche Bier und ließen den lieben Gott einen frommen Mann sein. Wir faulenzten gerade so schön vor uns hin, als eine menge Weiber zum baden kam. Sie hatten uns noch nicht bemerkt.

In Windeseile verschwanden wir mit unserer Decke hinter einen großen Busch, das waren die Weiber der

 

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Zehnten Klasse. Aus einer sehr guten Deckung heraus konnten wir beobachten wie eine nach der anderen hinter den besagten Busch kamen um sich in aller ruhe umzuziehen. Jetzt konnten Auch wir sie alle sehen wie sie Gott geschaffen hatte. Ich bedauerte nur das unsere private Peepshow zu schnell zu ende ging. Nun gingen die Mädels schwimmen und wir suchten uns einen noch besseren Beobachtungsplatz.

Denn wir konnten uns ja an allen zehn Fingern ausrechnen dass sie sich vor den Nachhauseweg wieder umziehen würden. Denn keiner von ihnen würde mit den nassen Badeanzug oder Bikini nachhause gehen.

In der Zwischenzeit schoben wir lange Weile und malten uns die geilsten Dinge aus. Ich hatte plötzlich eine himmlische Eingebung als ich einen Hagebuttenstrauch sah.

Hagebutten, hier standen überall Hagebuttensträucher herum.

Nun wussten wir genau wie die lange Weile überbrückt werden konnte.

Eines der Mädchen sagte zu den anderen, bevor wir in

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Das Kino gehen muss ich noch nachhause um mir Geld zu holen. Aha ins Kino wollen die, sagte Jörchy! Da müssen wir doch dabei sein, weist du was sie zeigen? Nein, ist auch egal wir bekommen sowieso kaum was davon mit. Die gesammelten Hagebutten schnitten wir in der Mitte durch und entfernten die Kerne um an die feinen Härchen zu kommen denn nur die konnten wir so richtig brauchen und sammelten sie in einer Streichholzschachtel, denn das ist das beste Juckmittel was ich kenne. Davon ein paar Härchen im Pullover und du Juckst dich wie ein Affe, denn die Härchen haben kleine Widerhäkchen und haken sich in den Sachen fest. Es ist unmöglich sie wieder los zu bekommen.

Als alle Weiber wieder im Wasser sich tummelten, schlichen wir uns heran und präparierten ihre Schlüpfer genau zwischen den Beinen mit den Hagebuttenhärchen und machten uns wieder aus den Staub. Als die ersten Mädchen aus dem Wasser kamen hatten wir bereits unseren neuen Beobachtungsposten besetzt. Und schon begann der Peepshow zweiter Teil.

Sie hatten einfach fantastige Figuren, mit herrlich großen Brüsten. Als sich die Mädels bereits auf den Weg gemacht hatten, rannten wir in Windgeschwindigkeit außen um das Wittchen herum nur so konnten wir den Ausgang des Wittchen vor den Mädchen erreichen und die Operation Harmlos konnte von unserer Seite aus beginnen. Unauffällig machten wir unsere Beobachtungen. Hier und da begannen sie sich schon zwischen den Beinen zu kratzen. Schau die ersten werden schon ganz Jucktisch, sagte Jörchy. Lass sie nur, denn je mehr sie kratzen des so tiefer haken sich die Härchen ein und der Juckreiz wird dann unerträglich. Eine der Mädels sagte verflucht mir juckt die Schnecke und begann sich auch zwischen den Beinen zu Jucken. Heimlich lachten wir uns eins in das Fäustchen denn die machte die lustigsten Verrenkungen dabei und gaben sich große Mühe nicht

 

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Der Menschenmenge aufzufallen die bereits vor dem Kino stand. Andere suchten die Toilette auf, doch nützen konnte das auch nichts denn die Härchen waren im Schlüpfer und nicht an der Schnecke und so konnten sie ruhig Stundenlang sich waschen oder die Pflaume kühlen. Denn schon in kürze war alles wieder beim alten und sie mussten sich wieder jucken. Wir saßen am Saaleingang auf der Treppe und hatten unsere wahre Freude mit dem Weibervolk. Nach den Einlass in das Kino wählten wir unsere Plätze so aus das wir zwar den Mädchen gut zwischen die Beine schauen konnten aber von den Film hatten wir nur den Ton und selten ein Bild. Nun saßen sie in einer Reihe neben einander da und hatten ihre Hände im Schlüpfer und schauten dabei einen Liebesfilm. Na, wenn da keine Freude aufkommt, dann gibt es keine mehr sagte ich zu Jörchy flüsternd und sah den fröhlichen Treiben zu was sie zwischen ihren Schenkeln veranstalteten.

Auf den Nachhauseweg machten wir uns über den merkwürdigen Gang lustig den sie sich zugelegt

 

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Hatten, denn es juckte wie die Hölle und in der Öffentlichkeit mussten sie sich ja etwas zusammenreißen und versuchten ohne den Händen auszukommen. Als ich an das Badeloch kam um mich zu sonnen, musste ich mit Ansehen wie ein paar Männer in DRK Uniformen große Zelte aufbauten und andere eine Gulaschkanone in Stellung brachten. Was soll denn das werden ,wenn es fertig ist fragte ich? Hier findet Morgen eine Übung der Zivilverteidigung statt. Sagte einer der Männer. Nun kamen mehrere Lkws angerollt und brachten Schlauchboote bzw. andere Gegenstände.

Am anderen Wittchenende ging eine Panzerabwehreinheit in Stellung. Überall wo man hin sah wurden Schützenlöcher ausgehoben. Ach du scheiße dachte ich mir, wie kriegen wir die bloß wieder los? Aber da gab es nicht die geringste Möglichkeit. Was soll’s da muss ich eben mal mit den Wölfen heulen. Ich schaute mir alles an und klaute sofort drei Feldspaten und einige Tarnnetze. Sofort zerrte ich meine Beute in ein Fuchsloch und kam an einer anderen Seite wieder ohne heraus. An der Gulaschkanone war bereits das Mittagessen fertig. Es roch nach Erbsensuppe mit Speck, meine Leib und Magenspeise sagte ich leise zu mir und ging mit einen treuen Dackelblick

Hinüber. Na klener hasste Hunger fragte mich ein Baum von einem Mann mit Berliner Dialekt. Aber immer sagte ich erfreut. Hier Hau nur richtig rein sagte er und gab mir eine bis zum randgefüllte Suppenschüssel mit sehr viel Fleisch und zwei Bockwürsten darin. Welch ein Festessen, ich war gerade dabei mich so richtig voll zustopfen als jemand rief Stellungswechsel wir haben den Befehl am Kartenpunkt B4 in Ruhestellung zu gehen. In Rekordzeit hatten sie das Lager geräumt und ich saß mit meiner Noch halb vollen Suppenschüssel alleine da

 

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Und dachte. Na wenigsten habe ich den Kompass noch mit dem ich die ganze Zeit herumgespielt hatte. Das einzige was mich noch an sie erinnerte waren die Schützenlöscher.

Mittlerweile kam auch Jörchy angelaufen. Ich erzählte ihm was sich alles zugetragen hatte und zeigte die Feldspaten und das Tarnnetz. Los lass uns nachsehen ob die sonst noch etwas vergessen haben. Wir suchten nun das gesamte Wittchen ab, fanden aber nichts von Bedeutung, einer hatte doch tatsächlich seine Zigaretten ( Marke Karo ) vergessen und an einer anderen Stelle hatte jemand seine Eiserne Ration weggeworfen. Da wo die Gulaschkanone stand lag noch ein Berg Kohlen und bei den Panzerjägern waren jede Menge Spiritustabletten,Kekse und so ein Zeug noch zu finden.

Als wir soweit alles eingesammelt hatten sagte ich zu Jörchie , komm schnell ,bevor ein anderer die Kohlen sieht denn auch die konnten wir gut Brauchen, denn wir hatten ja mittlerweile auch einen kleinen Ofen in unser Baumhaus hochgewuchtet.

 

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Wir gingen in die Kneipe und tranken erst einmal ein wohlverdientes Bierchen. Es wollte aber keine Stimmung bei uns aufkommen denn es war noch zu früh und die Kneipe noch leer. Also bezahlten wir und gingen wieder in das Wittchen als wir auf dem Weg dorthin waren zerrte mich Jörchy plötzlich in ein angrenzendes Gebüsch und sagte leise, da kommt Linda mit ihren Mann und den hässlichen Köter. Sie zogen einen Wagen der mit ein paar Koffern beladen war. Ha – Ha, sturmfreie Bude sagte ich, und ob antwortete Jörchy. Ich holte den Fünf Liter – Wasserkanister aus dem Baumhaus und Jörchie ging die Milchkanne mit dem Rest der stinkenden Heringsbrühe holen. Treffpunkt war bei Linda an der Brücke. Wir schlichen um das Haus um nachzusehen ob alles OK. War und kletterten bei ihr in den Keller und ich füllte den Teil eines Weinballon in den Kanister und Jörchie ersetzte den Inhalt mit der Stinkenden Brühe. Auf den Rückweg mussten wir uns schon bildlich vorstellen wie dumm die aus der Wäsche schauen würden, wenn sie eines Tages wieder Gäste hätten und würden den Ballon vor dessen Augen öffnen.

Den Wein versteckten wir gut in einen Fuchsloch, holten uns zuhause ein paar Weingläser und machten uns über den süßen Nektar hehr. Zu jener Zeit war ich unter der Dorfjugend der ungeschlagene Wettkönig in der gesamten Umgebung, alle Tricks und kniffe waren mir wohl bekannt.

Das war Jörchy immer ein Dorn im Auge, egal um was wir auch wetteten,

Er verlor. Im Nachbarort war heute Kirmes und wir wollten natürlich hingehen aber das war immer ein teueres Pflaster. Als ich mit meinen Wettkünsten mal wieder angab, das ich mich auch ohne Geld durchschlagen Würde und trotzdem mich voll laufen lassen würde sagte Jörchy, wetten das du es nicht einmal ohne Eintrittskarte bis auf den Saal schaffen

 

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Wirst. OK. Die wette gilt um was möchtest du wetten. Einen Kasten Bier sagte Jörchy.

Als wir endlich in Mühlberg ankamen gingen wir gleich zur Kirmes auf den Schützenhof. Jörchy nahm mein gesamtes Geld in Verwahrung und sagte her damit, dir traue ich nicht einmal so weit ich dich sehe. Er stellte sich an der Kasse an um eine Eintrittskarte zu kaufen, ging damit durch die Saaltür ,wo ein Ordner stand und die Karten entwertete. Ich lief einfach hinterher. Und du sagte der Ordner zu mir, ich brauche keine antwortete ich. Und warum nicht? Na, weil du mich gleich so reinlassen wirst sagte ich ganz spöttisch. Na, weil ich an dir vorbeigehen kann ohne damit du mich siehst. Denkste denn ich bin weder blind noch blöd. Ich sagte zu ihm komm lass uns eine Wette abschließen um hundert Mark. Das ich an dir vorbei auf den Saal laufen kann ohne damit du das Geringste siehst. Er überlegte ein Weilchen und sagte hundert Mark, ich bin doch nicht blöd. Na gut sagte ich, fünfzig Mark. Nein das ist mir zu teuer für eine blöde Wette. OK. Weil du es bist zeige ich es dir umsonst. Und da er sehr Neugierig war und unbedingt die wette sehen wollte willigte er ein und wir wetteten. Ich ging langsam auf den Saal, der Ordner kam hinterher und sagte, das habe ich aber genau gesehen. Na gut da hast du die wette gewonnen und griff in meine Tasche und tat so als ich meine Brieftasche herausholen wollte und brach die Aktion plötzlich mit den Worten ab, Ach so, du wolltest doch nicht um Geld wetten und holte die Hand wieder aus der Tasche.

Ganz verwirrt schaute mich der arme Tropf an und ging ärgerlich mit den Worten, hätte ich doch bloß gleich um die hundert Mark mitgewettet zurück zur Tür, wo schon wieder andere Gäste standen und auf Einlass warteten.

Diese Wette wiederholte ich andauernd und bekam so mein Bier, Zigaretten, Abendbrot usw. Bald hatte sich das herumgesprochen und andere wollten auch ihr

 

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Saufgelage finanzieren bis ein reicher Bauernsohn mit der Wette an mich geriet und ich sofort mitwettete gewann ich auch noch Hundert Mark. Jörchy der alles selbst bezahlt hatte was ehr verzehrte war schon fast grün vor Neid, bis ich sagte klaubst du mir jetzt. Ja musste er kleinlaut

 

 

 

Zugeben. Ich verzichtete auf den Wetteinsatz ( die Kiste Bier) und teilte die hundert Mark mit ihm.

Gegen Mitternacht machten wir uns auf den Nachhauseweg, wir musste Ca. 4Km. Zu Fuß gehen. Auf halber Strecke lag das Gasthaus Freudenthal, dort machten wir eine Pause auf der Terrasse. Man ich habe schon wieder Hunger, sagte ich zu Jörchie. Im Küchenfenster stand eine Pfanne. Als ich hinein sah musste ich feststellen dass ein Hackbraten sich darin befand, auf der Terrasse stand noch ein Küchenwirtschaftswagen mit lauter Töpfen die Mit Tüchern abgedeckt waren. Wir sahen nach was es da so alles gab. Die leckersten Speisen waren dort kaltgestellt die der Koch schon für den kommenden Tag vorbereitet hatte. Klasse sagte ich und wir klauten

 

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Uns einen kleinen Hackbraten der noch lauwarm war und verdrückten ihn auf der Stelle. Ich war gerade dabei meinen Mörderischen Kater aus zuschlafen als ich von einen Höllenlärm aufgeweckt wurde, was ist denn das? Ich ging sofort nach draußen um zu schauen was los war, oh Gott was ist den das? Eine menge Jugendliche mit Trommeln, Pauken und Trompeten machten einen Krach das selbst das Laub vor Scheck von den Pappeln fiel. Nein das hörte sich einfach fürchterlich an, denn keiner von denen beherrschte sein Instrument. Als ich sie fragte ob sie noch alle Latten am Zaun haben, sagte einer der Jungs. Unser Klassen Lehrer, Herr Bieber hat einen Fanfarenzug gegründet und gesagt wir sollen uns mit unseren Instrumenten vertraut machen. Ja vertraut machen kann ich euch auch damit indem ich die Dinger euch um die Ohren haue, ihr sollt einmal sehen wie vertraut euch das dann vorkommt. Wir müssen ja üben für die Vorführung am ersten Mai sagte der eine. Aber nicht hier sagte ich geht zum Friedhof da stört ihr bestimmt keinen mehr. Denn wenn ich euch noch einmal hier erwische dann fresst ihr die Dinger.

Nun Dackelten sie davon in Richtung Friedhof, die Idioten. Der Pastor wir ihnen schon auf den Hocker helfen, von wegen auf dem Friedhof. Kaum hatte ich mich wieder hingelegt, ging das Affentheater schon wieder los.

Ich ging wieder nach draußen, oh graus Heinz Bieber der Lehrer war jetzt mit dabei, scheiße da bin ich erst einmal machtlos und ich ging zu ihnen hinüber. Willst wohl mitmachen sagte er. Um Gotteswillen bloß nicht,

Da wüste ich aber was ich lieber täte antwortete ich ihn. Da ich den Lärm keinesfalls aushalten konnte suchte ich das weite. Am anderen Tag kamen sie ohne Lehrer wieder ins Wittchen, das muss ich mir nicht antun, sagte ich mir und ging zu Jörchy. Karlchen sagte die haben schon das gesamte Dorf Rebellisch

 

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Gemacht. Den sollte man die Dinger weg nehmen und auf den Müll werfen. Nun kam auch Jörchy aus dem Haus und wir gingen in Richtung Wittchen. Was wollen wir dagegen unternehmen, fragte ich ? Ganz einfach du hast doch gehört was Karlchen gesagt hat. Erwiderte Jürgen. Ein guter unfehlbarer Plan musste her. Also trafen wir unsere Vorbereitungen.

Die Instrumente lagerten über Nacht in der Schule. Da gab es einen Raum im Keller.

Noch in derselben Nacht machten wir uns los um den Spuk ein ende zu

 

 

 

Betreiben. Ich wusste ja dass man nur durch das Kellerfenster steigen musste und war schon öfters in den besagten Kellerraum. Die gesamten Instrumente wickelte ich in alte Decken ein und reichte sie den Kellerfenster heraus, wo Jörchy alles in Empfang nahm und auf den Fahrradhänger den wir uns von Karlchen geborgt hatten verstaute. Gut abgedeckt brachten wir diese Riesenfuhre zu Müllkippe. Dort versenkten wir alles in einen Wasserloch das sich beim letzten Regen gebildet hatte. Am darauffolgenden Tag

 

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Gingen wir wie gewohnt zur Schule und taten so, als ob wir kein Wässerchen trüben könnten. Als die letzte stunde vorbei war gingen wir in den Speiseraum und schlangen unser Mittagessen hastig hinunter, denn wir wollten keines Falls Versäumen die dummen Gesichter zu sehen, wenn sie die Instrumente aus dem Kellerraum holen wollten.

In der Küche fragten wir die Frauen ab sie Kohlen aus dem Keller brauchten?

Ja Jungs das ist aber toll von euch, wurden wir gelobt, ich habe noch Pudding von heute Mittag übrig, den könnt ihr noch habe. Rief uns die Küchenfrau hinterher.

Nun konnten wir ganz zufällig in den Keller gehen und die Früchte unserer Arbeit genießen. Nun war die alte Ordnung für die nächsten Tage im Wittchen wieder hergestellt. Die Scheiß Instrumente wurden bald wieder gefunden und in eine Werkstatt gegeben. In Zukunft übte der Fanfarenzug nur noch am Oberen Dorfente oder im alten Steinbruch der Ca. drei

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Kilometer außerhalb des Dorfes lag. Im Ort war die alte Frau Reinhart verstorben. Da sie keine Angehörigen mehr hatte und sich auch sonst kaum jemand um sie kümmerte, musste die Gemeinde ihren Haushalt auflösen. Die Frau war mittellos verstorben und besaß nur ihren Hausrat. Den Erlös der Einrichtungsgegenstände wollte man aufwenden um ihr ein würdiges Begräbnis zu finanzieren. Da die Möbel bereits Antik waren konnte ein sehr guter Preis erzielt werden. Den kläglichen Rest der sich nicht veräußern ließ, wollte auch sonst keiner haben und so wurde alles auf die Müllkippe gefahren. Jörchy sagte zu mir schau mal da! Ich sah zwei neuwertige Federbetten mit Kissen, ob wir die verkaufen können fragte ich ihm gleich?

Bestimmt! Wir warteten bis alle Leute weg waren und krallten uns das Bettzeug. Nun machten wir uns auf den Weg, jeder hatte eine Decke und ein Kissen zu tragen. Alles haben wir sorgfältig in meiner Hütte die auf unseren Hof stand verstaut. Nun mussten wir nur warten bis genug Wasser der Apfelstädt herunter geflossen ist. Denn wer kauft schon das Bettzeug einer Toten? Nach Ca. acht bis zehn Wochen wollten wir dann unser Glück versuchen. Egal wo wir auch mit dem Bettzeug auftauchten wurden wir auch mit Schimpf und Schande wieder davongejagt. Alle hatten nur dumme Sprüche für uns übrig wie, du alte Sau ich will mir doch nicht die Krätze holen, oder ihr Schweine versucht sogar Scheiße noch zu Geld zu machen.

Die Beschimpfungen hatten wir einfach satt und verbrachten alles wieder in meine Hütte.

Im gesamten Dorf machten sie Witze über uns und verspotteten uns, wo wir auch auftauchten. Also beschlossen wir uns erst einmal zurück zuziehen. Nach ein paar Monaten, als keiner mehr an das Bettzeug dachte kam der Tag der Abrechnung. Die hatten uns nicht umsonst verspottet und der Lächerlichkeit

 

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Preisgegeben. Im Radio gab der Wetterdienst Sturmwarnungen heraus. Das ist das perfekte Wetter für unsere Rache, sagte Ich zu Jörchy. Am spähten Nachmittag begann der Wind schon aufzufrischen und am Abend bereits Spitzengeschwindigkeiten von Ca. achtzig Kmh. erreicht. Nun holten wir das Bettzeug aus meiner Hütte und stiegen damit auf den Kirchturm. Oben angekommen, schnitten wir sofort die Decken und Kissen mit einen Taschenmesser auf und schütteten alles aus den oberen Turmfenster. Den Rest erledigte der Sturm für uns. Am folgenden Tag ähnelte das Dorf einen gerupften Huhn. Die Russen machten wieder Fahrschule, dazu stellten sie Regulierungsposten auf jede Straßenkreuzung. Die Fahrschüler fuhren in einer Kolonne von Ca. zweihundert Fahrzeugen und mehr mit mehreren Fahrlehrern durch die umliegenden Dörfer. Es war keine Seltenheit das einige dabei besoffen fuhren oder dabei einfach durch Übermüdung einschliefen. Denn diese monotone Fahrt dauerte manchmal mehrere

 

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Tage. Die Regulierungsposten durften ihre Kreuzung nicht verlassen und waren manchmal von der Versorgung abgeschnitten. Die meisten von ihnen versuchten mit uns irgendwelche Geschäfte abzuwickeln. Die Eheringe wurden mitunter gegen eine Flasche Wodka eingetaucht oder sie verkauften einfach das Benzin aus den Fahrzeugen. Für eine große Flasche Wodka gaben sie manchmal bis fünfzig Liter Kraftstoff. Alles was nicht Niet und nagelfest war wurde von den Muschkoten verscheuert. Wir hatten das Gefühl, als ob sie für eine Flasche Wodka sogar ihr Vaterland verraten würden. Immer ,wenn die neuen Rekruten kamen gab es Fahrschule, das war für uns das Zeichen das der Rubel bei uns wieder rollte.

Wir kratzten sofort unser gesamtes Geld zusammen und legten es in einen Wodkavorrat an, denn nur der frühe Vogel fängt den Wurm. Wir gingen zum ersten Posten um zu fragen ob er Wodka wolle und was er dafür gab?

Die neuen hatten meistens noch eine menge Goldschmuck oder gute Uhren.

Das Zeug war in Russland sehr kostengünstig und den hiesigen Marktwert Kannten sie zum Glück noch nicht. Wir einigten uns auf ein paar Eheringe und ich gab eine Flasche Wodka dafür. Er öffnete die Flasche und gab sie mir mit den Worten, komm Brüderchen Drink. So ein Trottel dachte ich,

Erst lässt er sich von mir bescheißen bis die Schwarte kracht und dann saufe ich ihn das Zeug auch noch weg. Für ein paar Eheringe bekam ich bei ein

Juwelier bis zu sechshundert Mark, die Flasche Wodka kostete Siebenmarkzehn im Konsum. An einer anderen Kreuzung ergatterte ich eine Schweizeruhr. Jörchy hatte eine Hand voll Damenschmuck erhandelt. Ein anderer Russe kam uns entgegen und fragte, du wollen kaufen Ohrringe für dein Freundin ? Nein sagte ich,vielleicht meine Schwester, ich kann sie ihr ja mal zeigen. Er wollte meine Jacke als Pfand, damit ich

 

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Wiederkommen Würde. Meine Schwester hatte sich entschieden sie zu kaufen und gab mir das Geld gleich mit. Als ich an die besagte Kreuzung zurückkam hing meine Jacke an einen Gartenzaun und die Russen waren weg. Jörchy saß noch da und sagte, Glück gehabt, die wurden gerade wieder eingesammelt. Die Beute haben wir uns redlich geteilt und hatten wieder für die kommenden Wochen etwas zu saufen. Unser Oberförster Gottfried sprach uns an und fragte ob wir uns einpaar Mark verdienen möchten? Aber immer sagte ich, denn wenn wir etwas von Geld hörten sagten wir nie nein. Ich wollte wissen um was für eine Arbeit es sich handle. Bäume pflanzen, bescheiden und was sonst noch so alles im Wald anfällt, sagte Gottfried zu uns.

Ja das ist in Ordnung sagte ich und wollte wissen, wenn es losgehen würde.

Am Sonnabend gegen sieben Uhr morgens treffen wir uns am Ortsrand in Richtung Mühlberg. Ihr müsst keine Angst haben denn es kommen noch mehr Leute aus dem Dorf mit. Zur abgemachten Zeit standen wir

 

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Am Dorfrand und warteten auf die anderen. Ach du scheiße sagte ich zu Jörchy, der blöde Napoleon ist auch dabei. Den konnte ich überhaupt nicht leiden. Da müssen wir durch sagte Jörchy zu mir. Ja da hast du Recht, denn wir brauchen ja auch das Geld. Bis zum Mittag pflanzten wir kleine Tannen ein.

Und gegen zwei waren wir fertig. Der Oberförster brachte uns Bier und etwas zu Essen in den Wald und sagte kommt Jungs jetzt ist erst einmal Pause. Mit der Arbeit waren wir bereits fertig geworden, als Klaus (den man Molle nannte) sagte wir essen erst einmal und trinken unser Bier aus. Ich habe noch im Freudenthal ein Tisch bestellt sagte Gottfried. Nach Speis und Trank gingen wir in das Freudenthal. Nach einer weiteren Stunde waren alle ganz locker und lachten über Molle seine Scherze. Wir waren jetzt auch mit den Erwachsenen per du, alberten herum und lachten über Napoleon der schon ziemlich angetrunken war. Er hatte eine blaue ausgewaschene Arbeitskombination mit einer Kapuze an und musste im Wald einmal Scheißen gehen. Da es am Hang war fand er keinen festen Halt und musste sich an einen Ast festhalten. Das sah so komisch aus das wir alle lachen mussten. Als er sein Geschäft beendet hatte, sagte er nanu, wo ist denn mein Ei hin. Molle sagte komm du alter Ochse hast bestimmt nur Blähungen gehabt. Im Freudenthal saß Jörchie neben Napoleon und sagte zu mir, Oh Gott der stinkt wie Scheiß. Nun rochen es die anderen auch. Klaus stand auf und fragte, ist von euch jemand in die Scheiße getreten das stinkt ja hier wie Hupratz . Wir überprüften unsere Schuhe, nein sagten alle. Klaus bestellte eine Runde Bier für uns, als der Kellner kam schnüffelte er und fragte hat hier jemand in die Hosen geschissen, das stinkt bei euch wie auf dem Scheißhaus. Alle sahen sich gegenseitig an und schüttelten den Kopf.

Nach einer Weile stand Klaus auf und wollte gerade auf die Toilette gehen als sein Blick auf Napoleon fiel.

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Du Sau hast dir in die Kapuze

Geschissen und trägst das Ei auch noch spazieren, Mach dich ja schnell raus hier und entsorge deine Stinkbombe. Ein kluger Mann sagte einmal zu mir, wenn du einen alten Mann siehst dann grüße ihn und sei freundlich. Denn er könnte dein Vater sein! Doch da sagte er mir nichts neues, denn nach der Devise wurden wir ja schließlich erzogen. Jörchy hatte heute in der Stadt zu tun, also holte ich ihm am Bahnhof ab. Ein alter Mann stieg mit aus dem Zug, beladen mit drei Koffern und einen Rucksack an denen noch eine kleine Tasche angebunden war. Ich erkannte ihn sofort, das war der alte Louis Leihe. Wo kommt der denn hehr sagte Jörchie , schau dir ein Mal die Koffer an, wer so beladen ist der kommt bestimmt von einen Westbesuch zurück. In der Hoffnung dass etwas für uns abfällt boten wir unsere Hilfe an. Zum Glück war ich ja mit dem Fahrrad zum Bahnhof gekommen.

Zwei Koffer stellte ich links und rechts auf die Pedalen und band sie mit meinen Gürtel fest. Den dritten Koffer verstauten wir auf dem Gepäckträger und ich schob das Rad.

 

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Jörchy schulterte sich den Rucksack, der war so schwer dass er bald O-Beine davon bekam. Louis hatte weder Kinder noch hatte er eine Frau, ja er hatte ja noch nicht einmal Freunde. So saß er Tag ein Tag aus am Fenster und wenn jemand in seine Richtung schaute versteckte er sich schnell.

Mit uns redete er fast kein Wort, als wir bei ihm angekommen waren stellten wir ihm alles vor die Tür in den dritten Stock.

Er bedankte sich mehrmals und nahm aus der kleinen Tasche vier Schachteln Zigaretten heraus und gab sie uns mit den Worten das sind Probepackungen. Wir bedankten uns und wollten gerade gehen, da sagte er kommt Morgen wieder. Wir freuten uns über die Zigaretten, obwohl es nur dreier Packungen waren. Wir rauchten sie in aller Ruhe, Jörchy nahm eine Schachtel und ließ vor was darauf stand. Attika hießen die und es war eine schöne Schachtel, zu schön um einfach wegzuwerfen. Übrigens in Gotha gab es eine neue Sorte Zigaretten, ich habe welche mitgebracht sagte Jörchy zu mir. Sie waren auch schon mit Filter und hatten ein großes a aufgedruckt. Schau mal die sind genauso lang wie die Westzigaretten, aber schmecken einfach fürchterlich, I glitt was ist denn das für ein Kraut, fragte ich. Das sind Albanische sagte Jörchy. Die haben bestimmt da den Bahndamm abgemäht, schimpfte ich vor mich hin. So ein Dreck, das kann man unmöglich rauchen, das sind die Attika Gold dagegen, waren wir uns einig. Wir schauten uns an und ich sagte, ein großes A auf der Schachtel das seht für Aberia. Nein sagte Jörchy jetzt steht es für Attika und stopfte dabei das Unkraut in die Westschachtel. Wer sagt es denn, passt doch rein lachte er teuflisch dabei. Wir wussten wie beliebt Westzigaretten bei uns waren.

Sofort machten wir uns auf den weg in den Konsum um zu schauen ob es das Kraut bei uns auch schon gab. Diesmal war es ein Segen das die Dörfer immer zuletzt

 

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Beliefert wurden. Wir mussten uns nur dahin setzen, wo die meisten Leute vorbei kamen, an das Kulturhaus denn da führte der weg zum Bahnhof entlang und alle die außerhalb ihren Arbeitsplatz hatten kamen da vorbei. Wir machten die Schachteln voll mit den üblen Kraut und steckten sie so in die Hemdtasche dass ein jeder sie sofort bemerken musste. Absolut ein jeder der vorbei kam und die Zigaretten sah kaufte sie uns für zwei Mark ab.

Die Zigaretten verkaufen wir nur unter einer Bedingung. Das wäre fragten sie immer. Das wir die leeren Schachteln zurückbekommen, weil wir sie sammelten, was damals nicht ungewöhnlich war. Doch wir füllten sie wieder nach und dann konnte der nächste hereingelegt werde. So hatten wir in kürze Sechsunddreißig Mark verdient und konnten wieder in der Kneipe sitzen.

Am nächsten Tag gingen wir wieder zu den alten Louis um zu schauen was er noch von uns wollte. Er stand schon an der Tür und gab jeden eine kleine Tüte und

 

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Bedankte sich noch einmal. Als wir das Haus wieder verlassen hatten schauten wir hinein, Schocklade, Kaugummi, Bonbons und Zigaretten der Marke HB und sogar große Schachteln.

Nach einer Woche hörten wir die Leute sagen, dass der alte Louis verstoben sei.

Ich war gerade dabei mein Zelt am Badeloch aufzubauen. Da kam Jörchy und brachte diesen jungen mit, den alle nur Ike nannten, weil sie aus Berlin zugezogen waren. Jörchy fragte ob Ike bei uns mitzelten könne? Wenn er will, sagte ich und fragte ihn gleich ob er ein Zelt hat. Ja aber nur ein kleines, sagte er auf berlinerisch. OK dann bring es hehr. Unsere Zelte waren bereits aufgebaut und eingerichtet als Ike mit seiner Ausrüstung ankam. Er begann sofort alles auszupacken, da mussten wir schon loslachen, denn er hatte ein kleines spitzes Indianerzelt mit zwei Indianerköpfen und gekreuzten Friedenspfeifen darauf.. Wir bekugelten uns über das Zelt was eigentlich seinen kleinen Bruder gehörte. Er fragte wo er das Zelt aufbauen solle? Dorthin sagte ich, hier hin sagte Ike. Nein dorthin. Wo hier hin, nein dorthin. Da er aus Berlin kam und nicht die geringste Ahnung besaß, gaben wir ihn erst einmal Unterricht was bei uns hierhin und dorthin oder hüben und drüben bedeutete. Nach einer Weile dachte ich schon, der lernt das nie und sagte Mach es so wie du es für richtig hältst . Wir bauten eine Feuerstelle und Ike sollte das benötigte Brennholz dazu besorgen. Als er nach einer Zeit zurückkam hatte er nur ein paar kleine Äste in der Hand. Mehr hast du nicht, fragte Jörchy und warum ist den das Holz nicht gehackt? Ich sagte Jürgen komm, wir machen uns auf den Weg. Unterwegs sachte ich, den müssen wir noch viel beibringen. Wir schauten kurz ob die Luft rein war und klauten jeder einen Arm voll Brennholz von Lindas Holzschober und gingen

 

 

 

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damit zurück zum Badeloch. An unseren Zelten gab es nichts mehr zu tun.

Also gingen wir zum nächsten Thema über, das Abendessen. Ich sagte wir gehen nachhause und ein jeder besorgt was er nur kann.

Da ich keine drei Minuten Weg hatte war ich als erster wieder zurück und passte auf die Zelte auf, die zwei kamen gemeinsam wieder und wir breiteten unsere Beute aus um festzustellen ob noch irgendetwas fehlte was für uns wichtig war. Jörchy brachte zwei Ringe Knackwurst und ein halbes Brot mit.

Ich hatte Kartoffeln, Speck ,Eier , Öl , Zwiebeln und Gewürze mitgebracht.

Wir sahen mit weit aufgerissenen Augen Ike an! Der hatte eine Tüte gries, die Zuckerdose seiner Mutter und ein paar Päckchen Pudding.

Klasse sagte ich, jetzt haben wir auch noch einen Nachtisch, den Kochen wir mit Wasser aus der Apfelstädt und fressen alles aus der holen Hand. Die Dämmerung war gerade hereingebrochen und ich sagte

 

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Ike du brauchst noch Milch für dein Abendessen. Gehe doch zu Papstens Linda und melke die Hibbeln. Jörchy erklärte ihn wie das geht und dann schickten wir ihn los.

Unauffällig schlichen wir hinterher um ihm zu beschatten. Am Gartenzaun hingen ein paar Eimer, da nahm er zwei herunter. Den einen stellte er falsch herum auf die Erde und den anderen unter die Hibbele. Eigentlich hätte er es an den Hörnern sehen müssen, dass er vor dem Ziegenbock saß. Als er begann zu melken, verdrehte der alte Ziegenbock die Augen weil Ike ihm an die Klöten packte. Er meckerte laut und sprang mit einen Riesen Satz nach vorn und schlug dabei mit den Hinterhufen aus, das der Eimer mit einen scheppernden Geräusch gegen die Hauswand flog. Linda und Artur kamen herausgelaufen um nachzusehen was da los war. Endlich haben wir mal einen erwischst sagte Linda. Doch über den armen Ike lachte sich das gesamte Dorf krumm und schief, weil er einen Ziegenbock melken wollte.

 

Es war wieder Sonnabend, wir waren wieder im Forst, heute sollten wir in einer Obstplantage Bäume ausästen. Es war ein herrlicher Tag, die Sonne schien den ganzen Tag lang. Wir machten unsere Arbeit und alberten herum. Klaus hatte einen Grill mitgebracht und der Oberförster holte Bratwürste und ein paar Falschen Bier. Was er nicht wusste, Napoleon und Klaus hatten am Morgen auch schon einen Kasten Mitgebracht und ich eine Flasche Korn.

11 Uhr Vormittag, Napoleon war schon wieder stark angesoffen und lag im Gras mit einer Flasche Bier und rauchte dabei eine Zigarette. Was der kann können wir auch sagte Klaus und rief die anderen, Pause kommt hierher wir rauchen erst mal eine. Napoleon hielt sich den Bauch und sagte verdammt ich muss schon wieder scheißen, holte ein Stück Papier aus seiner Jacke und ging hinter einen Busch. Klaus sagte los kommt den

 

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Spielen wir einen Streich. Er holte schnell eine Schaufel aus dem Wagen und schlich von hinten hinter den Busch. Wir gingen auf die andere Seite um sehen zu können was er da machte. Er hielt heimlich den armen Napoleon die Schaufel unter den Arsch und klaute sein Ei, danach schlich er sich zurück.

Er vergrub das Ei schnell und tat als ob nichts passiert wäre.

Als Napoleon sein Geschäft beendet hatte, schaute er ganz dumm, das Ei war wieder weg. Er suchte die gesamte Gegend ab, doch das Ei blieb verschwunden. Er kratzte sich im Genick und überlegte dabei. Dann begann er sich auszuziehen und schaute in die Kapputze nach. Wir konnten nicht mehr vor lauter lachen. Doch Napoleon war so stark mit sich selber beschäftig, das er es nicht mitbekam. Nach der Pause arbeiteten wir weiter und mussten immer wieder lachen über das dumme Gesicht was Napoleon gezogen hatte als er sein Ei suchte. Da ihm keiner etwas gesagt hatte suchte er immer weiter, denn er war sich sicher dass er eins gelegt hatte. Nebenbei soff er

 

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Uns das gesamte Bier weg so das Klaus noch einmal welches holen musste. Kurz vor Feierabend war Napoleon so besoffen das er auf einen niedrigen Baum saß und sich den Ast unter dem Arsch wegsägte. Wie blöd muss man denn sein sagte Klaus, damit man den Ast an der verkehrten Seite absägt. Napoleon lag unten und jammerte gar fürchterlich. Da sah ich auch schon das verdrehte Bein. Gebrochen sagte ich, wir müssen Hilfe herbeiholen. Ich fuhr mit dem Rad zum Arzt und die anderen brachten ihn, solange schon an den Straßenrand. Es war an einen Freitagabend, ich fuhr gerade mit dem Linienbus nachhause. Als ich aus dem Seitenfenster hinaus sah, kam mir ein Birnenbaum in den Blickwinkel und der hing voller saftiger reifer Birnen. Lecker, die muss ich haben, dachte ich mir. Kaum in Wandersleben angekommen, sah ich auch schon Jörchy wie er an der Bushaltestelle auf mich wartete. Ich stieg aus und ging zu ihm hinüber, grüß dich, begrüßte ich meinen Kumpel. Du kannst dir nicht vorstellen was ich gerade gesehen habe und erzählte ihm von diesen Birnenbaum. Eins hatte Jörchy mit mir gemeinsam, wir waren süchtig nach schönem reifem Obst. Besonders nach saftigen Birnen wo einen der Saft sogar den Händen herunterläuft bis in die Hemdsärmel.. Da wir heute sowieso nichts Besseres vorhatten, schmiedeten wir sofort einen Plan. Wir besorgten uns die Fahrräder von Karlchen und seiner Frau, banden zwei Spankörbe auf Den Gepäckträger und fuhren damit zur kleinen Brücke. Dort setzten wir uns auf eine kleine Bank und planten weiter. Schon nach kurzer Zeit waren wir der Ansicht dass die Körbe nicht ausreichen würden. Denn der Baum war ziemlich voll und wir wollten uns nur einmal den Risiko aussetzen erwischst zu werden.Ich passte auf die Fahrräder auf und Jörchy informierte in der Zwischenzeit Ike über unser Projekt. Da er auch nichts Besseres mit sich anzufangen wusste kam er auch sofort mit zu Karlchen den Fahrradhänger

 

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Holen. Wieder an der kleinen Brücke vereint mussten wir nur noch warten bis es Dunkel genug ist um unbemerkt aufzubrechen. Aber wie es nun mal ist im Leben, wenn man auf etwas wartet rückt der Uhrzeiger nicht mehr und Minuten Werden zu Stunden. Aus diesen Grund beschlossen wir uns einen Kasten Bier aus dem Kulturhaus zu besorgen und damit langsam aufzubrechen. Als wir unsere Fahrräder mit dem Anhänger durch das Wittchen schoben hatten wir bereits einen Riesenspaß denn wir stellten uns bildlich vor was der Besitzer des Baumes für ein dummes Gesicht machen würde Wenn er am nächsten Morgen die Bescherung sehen würde. Schritt für Schritt kamen wir voran, doch es wollte einfach nicht Dunkel werden.

Kurz vor dem Nachbardorf legten wir uns in das Gras um unser letztes Bier zu trinken, das gibt es doch nicht, sagte Jörchie zu mir. Es ist schon zehn Uhr und immer noch verdammt hell. Erst jetzt bemerkten wir das es

 

 

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Eine Vollmondnacht werden würde und es nicht richtig dunkel werden würde.

Nun mussten wir überlegen wie es weiter gehen sollte. Warten bis es späht genug ist oder die Operation abbrechen.

Jetzt holten wir erst einmal einen neuen Kasten Bier in der Apfelstädter Kneipe und gingen zurück an die Stelle wo wir unsere Fahrräder zurückgelassen hatten, um die Zeit weiter totzuschlagen. Das Bier wurde immer weniger und Ike immer voller. Als er sich genügend Mut angesoffen hatte war er nicht mehr zu bremsen, jetzt wollte er beweisen dass er es drauf hat. Jörchy redete auf ihn ein, das er die zeit abwarten solle, das er sonst alles versauen würde. Nun lagen wir wieder im Gras und redeten über allen tot und Teufel. Die Turmuhr von Apfelstädt schlug gerade Mitternacht als ich die letzte Bierflasche öffnete. Was Bier alle sagte Jörchy schon ziemlich angetrunken, das geht überhaupt nicht. Wenn wir unsere Ärsche bewegen, schaffen wir es noch bis zur Kneipe. Ike und Jörchy machten sich schwankend auf die Socken in Richtung Kneipe, dabei hatten sie es so eilig das sie alles liegen und stehen ließen. Gegen halb eins kamen die Zwei mit Gesang und Schalle zurück, stellten einen Kasten Bier ab wo eine Flasche Northhäuser – Doppelkorn darauf lag. Das kann ja heiter werden sagte ich mir. Nun fing auch Ike wieder an und wollte unbedingt die Birnen aus dem besagten Garten klauen, doch er war bereits so voll das er sich kaum noch auf den Beinen halten konnte. Da wir zwei auch nicht besser dran waren als Ike sagte ich Scheiß auf die Birnen ich habe keinen Bock mehr, morgen ist auch noch ein Tag. Nichts da, sagte Ike und machte sich auf den weg!

Hole bloß den Idioten zurück sagte ich zu Jörchy. Der versaut uns alles!

Doch Ike hatte schon einen großen Vorsprung und laut rufen konnten wir ja auch nicht ohne das gesamte Dorf aufzuwecken.

 

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Wir liefen so schnell wir nur konnten um ihm von seinen Vorhaben noch abzubringen, doch das Schicksal nahm seinen lauf. Jetzt passierte was keiner im voraus ahnen konnte. Ike nahm einen großen Anlauf und sprang mit Schwung über den Zaun auf einen Schäferhund der da gerade lag und schlief.

Giemelnd vor Schmerz sprang der Hund auf und biss sich sofort in Ikes Hose fest, der jetzt auch vor lauter Schmerzen aufschrie und erneut einen Satz über den Zaun machte. Noch nie hatten wir Ike so schnell laufen sehen wie in Dieser Vollmondnacht. Nun gingen wir hinter ihm her und mussten plötzlich loslachen und bekamen uns nicht wieder ein. Ike hatte ja auch wieder mal eine verdammt komische Figur abgegeben. Nun tat er uns schon wieder leit, denn der Schäferhund hatte ihm ja auch ganzschön am Arsch erwischst. Die Hose war zerrissen und eine tiefe Bisswunde die stark blutete hatte das arme Schwein davon getragen. Die Bisswunde schwoll immer mehr an und Ike jammerte wie ein kleines Kind auf dem Zahnarztstuhl.

 

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Nun hatten wir ein Problem, Mitten in der Nacht einen Arzt aufzutreiben war unmöglich. Also, mussten wir uns helfen so gut es ging, Ike der weder sitzen noch laufen konnte musste nach Wandersleben zum Arzt. Aber wie?

Wir hatten hur eine Möglichkeit, der Fahrradhänger Ike kniete sich hinein und ich wollte ihn gerade anhängen, das sagte Jörchie wir müssen irgendwie die Blutung stillen. Denn er Blutete immer noch wie ein abgestochenes Schlachtschwein. Blutung stillen, aber wie? In einen Westernklassiker hatten wir einmal gesehen das die Leute Whisky und ein glühendes Messer nahmen aber wir hatten kein Messer und auch keinen Whisky also nahmen wir einen Ortendlichten Schluck von den Northäuser – Doppelkorn und Jörchy wollte mit einer Zigarettenkippe die Wund ausbrennen. Ich hatte gerade den Korn über die Wunde gegossen als Ike begann einen wilden Feixtanz aufzuführen und jammerte wie ein geprügelter Hund dabei. Als aber Jörchy noch mit der Zigarettenkippe kam rannte er wie ein Wiesel in Richtung Wandersleben. Denn haben wir aber schnell Kuriert, schau an wie der wieder flitzen kann. Nach ein paar Metern blieb Ike wieder stehen und jammerte weiter, dir ist wohl der Sprit ausgegangen sagte ich . Macht nichts rief Jörchy es ist ja noch ein Schluck in der Flasche, beiß die Zähne zusammen du bist doch ein Mann. Ike antwortete bloß keinen Schnaps mehr denn es ist schön wenn der Schmerz nachlässt, spottete ich hinter seinen Rücken. Bringt mich entlisch zum Arzt. Ich hängte den Wagen an das Fahrrad an und wir fuhren los. Jörchy musste das Rad von Ike während der Fahrt neben sich mit der rechten Hand mit sich führen, was gar nicht so einfach war, wenn man Besoffen ist. Ike kauerte in dem Wagen und streckte seinen angebissenen Arsch in die Luft und brüllte bei jeden Schlagloch erneut auf. Gegen drei Uhr nachts kamen wir bei Henner (unser Landarzt) an. Gewöhnlich hatte Henner immer

 

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schlechte Laune Wenn er nachts aus dem Bett getrommelt wurde.

Doch heute musste er so laut lachen das die gesamte Nachbarschaft wach wurde und an den Fenstern sehen wollte was da wieder los war.

Es brach ein lautes Gelächter aus als sie Ike in den Fahrradhänger kauern sahen wie er seinen Arsch in die Luft streckte.

Anschließend wurde seine wunde mit Jod gereinigt und mit achtzehn Stichen genäht. Als wir den Arzt erzählten dass wir die Wunde bereits mit Doppelkorn Gereinigt hatten, nannte er uns Barbaren und sagte das ist eine Sünde den guten Korn so zu verschwenden. Natürlich wollte der Arzt wissen was passiert war? Ich erzählte das Ike den Hund meines Schwagers geärgert habe und der hat ihn dafür in den Arsch gebissen. Denn die Wahrheit konnten wir unmöglich erzählen.

Am folgenden Tag fuhr ich wieder mit dem Linienbus nach Erfurt und musste blutenden Herzens mit Ansehen wie jemand den Birnenbaum aberntete.

 

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Ob das ein Zufall ist möchte ich bezweifeln, sagte ich so vor mich hin. Aus unserer Nachbarschaft wurde ich beauftragt eine Lichtmaschine für den Trabant aus einer Gothaer Werkstatt abzuholen. Da es an diesen Tag besonders heiß war, hatte ich keine besondere Lust dazu. Jörchy kam gegen Mittag zu mir und sagte, scheiße ich muss nach Gotha fahren und mir neue Schuhe kaufen und gleich zeitig hob er sein Linkes Bein um mir das Loch in der Sohle zu zeigen. Ich auch sagte ich zu ihn, ich soll für Rudi eine Lichtmaschine in der Trabbiwerkstatt abholen. Wir beschlossen zusammen nach Gotha zu fahren. Auf dem Weg zum Bahnhof kamen wir an einer kleinen Sparkasse vorbei, da stand eine abholbereite Mülltonne vor der Tür. Am Griff der Mülltonne war ein Leine mit einen kleinen weißen Hund angebunden.Wir sahen uns kurz an und nickten uns zu, es folgte ein kurzer Rundblick, als die Luft rein wahr. Öffnete ich die Tonne, Jörchy nahm den Hund und setzte ihn in die Ruß geschwärzte Mülltonne und ich ließ den Deckel wieder zu fallen. Das geschah in einer Windeseile, so dass niemand etwas gesehen oder gehört haben konnte.

Denn das war eine unserer Leichtesten Übungen und wir waren damit so schnell und perfekt als hätten wir nie etwas anderes in unseren Leben getan.

Am Bahnhof angekommen nahmen wir Aufstellung in etwa Bahnsteigmitte,

Damit wir sehen konnten,wo der Zugschaffner aussteigen würde um den Zug wieder abzupfeifen. Denn wir wussten dass der Personenzug genau zwölf Minuten bis Gotha brauchte.

Einmal hielt er noch in Seebergen für Ca. drei Minuten, also hatten wir noch neun Minuten wo uns der Schaffner nicht erwischen durfte.

Wir hatten wieder einmal Glück denn der Zug war voll und wir kamen unbehelligt nach Gotha. Dieser Erfolg musste natürlich erst einmal gefeiert werden, also gingen wir in die Mitropa und versoffen das

 

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eingesparte Fahrgeld. Es war ein heißer Tag und deshalb wurde das Geld für die Rückfahrt gleich mit durch die kehle gejagt. In der Innenstadt angekommen kaufte Jörchy sofort ein paar Schuhe, natürlich die billigsten die es in der gesamten Stadt nur gab. Ich klaute von ein paar teueren Schuhen die Preisschielter und auf der Straße wurden sie Umgetauscht und Jörchy konnte diese billigen Gurken zuhause als teure abrechnen.

Da es mittlerweile kurz vor drei Uhr war gingen wir zu der Autowerkstadt.

Als wir dort angekommen waren öffnete ich die Werkstatttür, wir sollen hier eine Lichtmaschine für Herrn Rudi Ritter abholen , sagte ich zu den verantwortlichen Meister. Ja sagte er und ging in das Lager, wir beobachteten, solange einen Lehrling , der damit beschäftigt war Reifen auf die Felgen zu montieren und sie auswuchtete. Als der Lehrling gerade dabei war den nächsten aufzuziehen lenkte ich ihm von seiner Arbeit ab, indem ich ihn ein paar Fragen stellte und nach dem Weg zu einer Drogerie

 

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Fragte die sich in der Selben Straße befand. Er ging hilfsbereit mit mir auf die Straße hinaus um mir den Weg zu beschreiben. Jörchy hatte in der Zwischenzeit eine große Stahlkugel von der Werkbank weggenommen und in den Reifen gesteckt der halb montiert auf der Maschine war. Der Lehrling ging mit mir wieder in die Werkstatt und sagte zu mir, wenn der Meister kommt und nach mir fragen sollte! Sag ihn ich bin Pinkeln. Jörchy sagte zu mir ich habe eine Kugel aus einen kaputten Kugellager in den Reifen gesteckt. Was nur eine, fragte ich und steckte noch ein paar mit hinein. Nun kam der Meister aus dem Lager zurück und übergab mir das gewünschte Ersatzteil. Auch der Lehrling hatte inzwischen seine Arbeit wieder aufgenommen und montierte den reifen fertig und pumpte mit Hilfe eines Kompressors die benötigte Luftmenge auf.

Jetzt brachte er ihn zu der Auswuchtmaschine und spannte ihn ein, lies ihn laufen um zu ermitteln was für ein Gegengewicht benötigt wird. Nun machte er die

 

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Kontrolle und das Ergebnis stimmte nicht mehr, er ermittelte das Gewicht neu und montierte das genau ermittelte Gegengewicht und machte erneut die Probe. Diesen Vorgang wiederholte er noch ein paar Mal, dann holte er den Lehrmeister. Der wollte es den Lehrling noch einmal genau zeigen, doch es ging einfach nicht da die eingefüllten Kugeln nie an derselben Stelle liegen blieben. Heimlich beobachteten wir die zwei und hörten den Meister schimpfen. Was ist denn das wieder für eine Scheiße, so etwas habe ich noch nie erlebt und sprang von einen Bein auf das andere wie ein Geistesgestörter.

Mach bloß das Scheißding von der Felge, denn kann sich die Gummibude an den Arsch klammern sagte er und der Lehrling begann mit der Demontage.

Das war für uns das Signal uns so schnell wie nur möglich unauffällig auf die Socken zu machen, bevor sie die Kugeln in den Reifen finden würden.

Noch eine geschlagene Stunde Zeit hatten wir noch, bevor der nächste Zug wieder nachhause fuhr.

 

Jörchy hatte noch Geld von seinen Schuhkauf übrig und das wollten wir am Abend im Kulturhaus auf den

 

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Kopf hauen. Ich sagte, komm wir gehen in das Kaufhaus und sehen was es neues gibt.

OK. Sagte Jörchy und wir gingen in das Kaufhaus, dort lästerten wir nur ab über die hässlichen Klamotten die da auf den Kleiderstangen hingen. Schau einmal die unmöglichen Preise an, sagte Jörchy und lachte. Ich wusste genau was er mit diesen Lachen ausdrücken wollte und wir fingen an die Preisschielter untereinander zu vertauschen. Das machte so einen Riesenspaß dass die Stunde wie im Flug verging und wir uns auf den Weg zum Bahnhof machten. Der Zug wurde in Gotha neu auf den Bahnsteig fünf eingesetzt und stand schon abfahrbereit da. Nun mussten wir nur wieder den Schaffner Austricksen, doch das war heute gar nicht so einfach, denn es waren zwei. Scheiße sagte Jörchy, komm wir fahren einen Zug später. Nein das geht nicht sagte ich denn Rudi wartet auf die Lichtmaschine. Komm wir setzen alles auf ein Karte und behalten die Nerven und ich hatte schon einen Plan der eigentlich schon oft geklappt hatte. Nun gingen wir zu den Dienstabteil und setzten uns mit zu den zwei Schaffnern und verwickelten Sie in ein Gespräch, was auch ganz gut geklappt hatte. Nach kurzer Zeit setzte sich der Zug in Bewegung und die Schaffner standen auf, der eine sagte, na da wollen wir mal wieder. Der andere Schaffner sagte zu uns, dann fiel Spaß noch und schob uns mit einer kleinen Handbewegung zur Seite und sie begannen mit der Kontrolle.

In Wandersleben wieder angekommen, hörten wir zwei ältere Frauen sich lautstark zu unterhalten. Der arme Hund, den müsste man, das war bestimmt. Alles solche Gesprächsfetzen konnten wir vernehmen und wussten natürlich sofort um was es da ging. Als wir die kleine Brücke überquert hatten und uns gerade von einander verabschieden wollten, kam Riechart Unser Dorfpolizist mit seinen Moped angefahren und fragte sofort wo wir den ganzen Tag gewesen sind? In Gotha, warum, fragte ich.

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Da haben ein paar Sauhunde den Hund von der alten Frau Wutke in die Mülltonne eingesperrt! Von der Brücke bis zum Rudi waren es nur Ca. 150 Meter und auf diesen kurzen Weg wurde Ich noch zweimal gefragt, Winny Wusstest du schon .Natürlich wusste ich schon, aber das konnte ich doch keinen sagen. Ich klingelte und Rudi kam auch sofort heraus und sagte du bist meine Rettung ich muss heute noch nach Erfurt. Er gab mir 20 Mark für den Weg und begann die Lichtmaschine einzubauen.

Am Abend traf ich mich mit Jörchy im Kulturhaus wie besprochen.

Kaum saßen wir in der Gasstube, mussten wir uns schon wieder die Geschichte von dem Hund in der Mülltonne anhören und das nervte

 

 

Der Gastwirt sagte uns auf den Kopf zu, das wart ihr da fresse ich einen Besen. Alle schauten zu uns herüber und lachten. Ein anderer Gast sagte kommt gebt es schon zu, ein anderer wie ihr kommt sowieso nicht in Frage.

Nun fingen alle rundherum an auf uns einzureden und

Boten sogar an, unsere Rechnung für den heutigen Tag

 

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zu Übernehmen. In Ordnung sagte ich, dafür geben wir alles zu was ihr hören wollt und gaben die Sache zu.

Das habe ich doch gleich gewusst, sagte der Gastwirt und sorgte dafür dass die heutige Rechnung von uns übernommen wurde. Jetzt hatten wir zu tun das die Rechnung nicht zu niedrig ausfiel.

Am nächsten Abend kamen wir wieder in die Kneipe, rundherum war

 

 

Plötzlich eine Totenstille, denn Riechart saß mit am Stammtisch und hatte allen erzählt das wir es unmöglich gewesen seien könnten da wir in Gotha waren, wofür es mehrere zeugen gab. Der Gastwirt sagte, na da sind wohl welche hereingefallen.

Winny hat euch doch gesagt, wenn ihr wirklich die Rechnung bezahlt, gestehen sie alles was ihr hören wollt. Plötzlich brach ein lautes Gelächter aus und manche mussten sogar so stark lachen das sie Lach und Weinkrämpfe bekamen. Nach ein paar Tagen sprach keiner mehr über den Hund und so kam nie an das

 

 

 

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Tageslicht wer die Tat wirklich begangen hatte. Es war an einen Samstagnachmittag als Jörchy und Ike mich zuhause abholen wollten. In Seebergen ist heute abends eine Tanzveranstaltung

Mit einer Beatkruppe aus Erfurt, die sollen absolute Spitze sein, sagte Ike zu mir. Tut mir Leid sagte ich, ich bin pleite, der Pleitegeier sitzt mir schon seit gestern im Genick. Ach deshalb bist du gestern nicht im Kulturhaus gewesen und zuhause warst du auch nicht, denn ich wollte dich abholen, sagte Jörchy zu mir. Die Ernte steht vor der Tür und ich musste meine Erkundungstour machen wie weit die Dinge sind, damit die Eigentümer nicht schneller sind als ich. Aber die Tomaten haben noch etwas Zeit kommst du nun mit oder nicht fragte Ike noch einmal mit Nachtruck. Du willst wohl einen ausgeben, fragte ich? Na klar, Geld habe ich genug. OK. Sagte ich, also auf nach Seebergen. Jörchy sagte, es reicht, wenn wir mit dem Sechsuhrzug fahren. Es fängt gegen Zwanzig Uhr an und Neunzehn Uhr ist Einlass. Na was machen wir jetzt noch mit dem angebrochenen Vormittag, fragte ich in die Runde? Muss noch was für Karlchen erledigen sagte Jörchy! Ike musste auch noch einige Wege für seine Eltern erledigen und sagte wir treffen uns am Bahnhof. Jörchy ich komme mit, ich habe sowieso nichts anderes zu tun. Wir gingen zu Karlchen und fragten was alles anliegt.Ja Jungs ihr könntet Karnickelfutter für mich von der Wiese holen, weiterhin brauche ich noch ein paar Zigarren.

Ist gut sagte Jörchy, das machen wir doch gern und nahm den Fahrradanhänger mit der Sense. Wir nehmen die Fahrräder, sagte Jörchy, das geht schneller. Kaum auf der Wiese legten wir uns in das Gras und träumten vor uns hin. Plötzlich drangen ein paar Mädchenstimmen zu uns herüber. Wir richteten uns auf, konnten aber nichts sehen. Das kommt bestimmt vom Wehr da trüben, lass uns einmal nachsehen wer das ist, sagte Jörchy mit einen listigen Grinsen im

 

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Gesicht. Auf dem Bauch schlichen wir nach alter gewohnter weise durch die dort stehenden Büsche. Als wir nahe genug uns angeschlichen hatten, konnten wir einige Mädchen aus unseren Dorf beim Nacktbaden sehen. Jörchy rieb sich die Hände und grinste dabei. Wollen wir denen wieder einen Streich spielen, fragte ich. Klar oder dachtest du ich krieche um sonst auf den Bauch damit mich keiner sieht. Aber was konnten wir noch machen ohne dass der Verdacht wieder auf uns fallen würde.

Man schob uns sowieso schon alles in die Schuhe, ob wir es waren oder

 

 

 

 

Nicht interessierte doch keinen Hund mehr !

Die Hauptsache wahr sie hatten einen Sündenbock für alles.

Die Juckpulverschlüpfernummer konnten wir nicht mehr durchziehen,

Auch die Sachen verstecken würde sofort auf uns schließen lassen.

Erinnerst du dich noch daran als wir ihnen in die

 

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Schlüpfer gepisst haben und dabei erwischt wurden sind? Erinnere mich bloß nicht an diesen Reinfall, allein für diesen Streich haben mich drei Mann vermöbelt.

Der Viola ihre Eltern sagten sogar dass wir die Boshaftesten Krepel im gesamten Landkreis seien. Doch das stimmte auf gar keinen Fall,

Ein bisschen scherzhaft vielleicht aber Boshaft doch nicht. Das währe ja, als ob man einen Hund nach der Prügel das Genick bricht um ihnen die Schmerzen zu ersparen. Schnürsenkel und Knöpfe klauen war auch schon da, nur was haben wir ihnen noch nicht angetan, überlegten wir Minuten lang,

Doch uns sollte einfach nichts einfallen. Weist du noch als wir mit denen ihren Klamotten ein Lagerfeuer gemacht und deren Schlüpfer in den Baumkronen aufgehängt haben? Das war eine Gaudi, wenn sie uns das beweisen könnten, würde man uns noch heute öffentlich kreuzigen und an die Hund verfüttern. Und so kam es das wir ein paar Nackte Mädchen beim Baden beobachteten und nichts mit ihnen anzustellen wussten.

Wir schauten noch ein Weilchen und schlichen dann zurück um Karlchens Hasenfutter zu machen. Nun mussten wir nur noch Zigarren besorgen, was auch schnell erledigt war.

Karlchen bedankte sich bei uns und steckte jeden zehn Mark zu. Von den Geld darf Ike nichts erfahren, der hat uns eingeladen und will alles bezahlen.

Ich habe schon den ganzen Tag nichts getrunken, damit ich auch den richtigen Durst mit bringe. Da die Zeit langsam reif wurde gingen wir uns waschen und zogen uns um für die Veranstaltung. Am Bahnhof saß Ike auf einer Bank und wartete schon auf uns, Ike Hab schon die Fahrkarten. Schrie er schon von weiten. Jörchy holte tief Luft und rollte dabei mit den Augen und sagte, ist denn der vom Wahnsinn umzingelt, schade um das gute Geld,

 

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Das hätten wir in der Kneipe gegen ein paar Bier eintauschen können.

Im Zug nach Seebergen kam wie üblich keine Kontrolle und wir machten uns auf den Weg zu der Gasstätte Düppel wo die Post ab ging.(Dachten wir!) Die Band wahr einfach nur Scheiße die spielten die Hits der großen Beatkruppen nicht nach, sondern verunstalteten sie auf das kläglichste, so das es klang wie eine undefinierbare Katzenmusik. Währen wir doch lieber im Wittchen geblieben und hätten Brotzahn seiner Band zugehört. Denn die Wahren wirklich Spitze. Als wir diesen Katzenjammer hörten lief uns eiskalt der Schweiß dem Rücken herunter und Ike steckte sofort sein Geld wieder ein und sagte dabei, das müssen wir uns nicht antun. Sollen sie die anderen mit ihren Tönen foltern, das ist ja eine Beleidigung für meine Ohren, schimpfte Jörchy.

 

 

Also gingen wir lieber in die Gaststube, doch die war bereits voll und die Stimmung war bereits größer als wie auf dem Tanzsaal. Wir bestellten uns ein Abendessen und tranken ein Bier nach dem anderen. Die Zeit verging wie im Flug und wir mussten uns

 

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Beeilen damit der letzte Zug uns nicht vor der Nase wegfuhr.

Ganz außer Atem kamen wir am Bahnhof an, doch da standen alle Leute da und schimpften, weil der Zug mal wieder Verspätung hatte. Vor dem Bahnhof gab es eine Grünfläche und dort alberte ich noch mit anderen Jungs herum.

Plötzlich trat ich auf eine Graskante und knickte um, scheiße, Bein gebrochen, das hatte mir gerade noch gefehlt. Man, hatte ich plötzlich wahnsinnige Schmerzen in meinem linken Bein. Das Bahnhofspersonal telefonierte nach einen Krankenwagen und den Notarzt. Jetzt wurden Minuten zu Stunden, so stark waren die Schmerzen. Beim Eintreffen des Arztes bestätigte sich meine Diagnose. Die Speiche im linken Bein ist gebrochen und man brachte mich nach Gotha in das Kreiskrankenhaus.

Dort angekommen, wurde sofort eine Röntgenaufnahme angefertigt und der Bruch eingerichtet. Nun bekam ich auch endlich eine Spritze gegen die Schmerzen. Die auch sofort anschlug! Danach wurde ich in den Gipsraum gefahren. Oh du heilige Scheiße, die zwei Schwestern kannte ich. Denen hatte ich schon öfters übel mitgespielt. Die blonde Schwester bekreuzigte sich und sagte dabei, O Herr ich danke dir, ich habe ihn auf meinen Tisch.

Die blonde raste immer wie eine Verrückte mit ihrer Schwalbe durch die Gegend und hatte mich einmal an einen Regentag vor einer Pfütze eingesaut.

Daraufhin habe ich ihr das Vorderrad geklaut, was mir jetzt auch leit tut, ich konnte ja nicht wissen das sie hinter dem Fenster mich beobachtet hatte. Daraufhin holte sie die Polizei und ich war der gelackmeierte. Doch das gab neue Rache. Ein paar Tage später sah ich sie im Südbad mit der anderen Schwester beim schwimmen. Na warte dachte ich mir, meine Nase wittert Morgenluft und legte mich auf die Lauer. Sie

 

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Ließ auch nicht lange auf sich warten, ging zu einer decke und nahm sich eine Zigarette aus einer Handtasche zündete sie an und ging zu einer Bank, wo die andere saß.

Den Moment nutzte ich natürlich aus und schnitt mit meinen scharfen Taschenmesser ihre gesamten Klamotten in Streifen, setzte mich danach auf eine Bank und tat, als ob nichts passiert wäre. Als die zwei zur Decke kamen, fing plötzlich die verkehrte an zu schreien. Ich hatte die falschen Sachen erwischt, konnte ja auch nicht ahnen dass die Zigaretten der anderen sind.

Komisch war es doch und ich musste lachen, als ich mich gerade aus dem Staub machen wollte sah mich die Blonde. Nun musste sie nur noch eins und eins zusammenzählen und hatte das Ergebnis. Doch das blieb eine Vermutung denn beweisen konnte sie es mir nicht. Und nun lag ich schutzlos auf dem Eingipstisch der beiden Furien. Sie gaben sich untereinander

 

 

Zeichen die ich nicht verstehen konnte und fingen an mich mit eingeweichten Gipsbinden

Einzuwickeln. Am großen zehn fingen sie an und

 

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Wickelten eine Unmenge Gipsbinden um meinen Fuß und begannen eine Art Klumpfuß daraus zu formen und wickelten die Binden bis hoch zu den Arschbacken so das ich noch nicht einmal auf die Toilette konnte und auf eine Bettpfanne angewiesen war. Die zwei lachten und machten ihre Späßchen mit mir und waren ganz fröhlich und ausgelassen. Nun wurde ich in ein Krankenzimmer gefahren und in ein Bett gelegt. Schon nach kurzer Zeit meldete sich das Bier und ich musste auf die Toilette gehen, aber wie, ich konnte mich ja nicht mehr bewegen mit dem zu langen Gips am Bein und außerdem hatten die blöden Schnepfen mir keine Papierbandagen unter den Gips gewickelt und die gesamten kleinen Härchen wurden mit eingegipst und das begann zu ziepen und zu jucken. Die Wirkung der Spritze ließ nun auch wieder nach. Als ich die Nachtschwester rief und um Hilfe bat, sagte sie nur, es kommt sofort eine Schwester zu dir. O Gott die blonde schon wieder, sie kam mit Einer komischen Flasche die eine große Öffnung hatte und sagte na dann wollen wir einmal. Erstaunt sah ich sie an und dachte, die muss wohl auch einmal. Sie hob meine Bettdecke hoch und nahm meinen kleinen Mann in die rechte Hand und hielt in der linken, die Flasche. Als sie sich zu mir herunter beugte erhaschte ich einen kurzen aber tiefen Einblick in ihren Schürzenausschnitt und bekam die volle bracht zu sehen. Nun wurde mir ganz anders zu Mute. So viel ich mich auch bemühte, ich konnte so einfach kein Wasser lassen. Macht nichts sagte die Schwester, da fehlt nur die richtige Stimulation. Mein Gott dachte ich, jetzt will sie dir einen runterholen. Doch sie drehte den Wasserhahn weit auf und durch das plätschernde Geräusch konnte ich Wasser lassen.

Welche Wohltat, nun kam auch der Stationsarzt und gab mir noch eine Spritze gegen die Schmerzen. Nachts wachte ich noch ein paar Mal auf, weil sich das Bier meldete und ich ließ mir von der blonden

 

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Schwester mein Hänschen stimulieren, bis ich Wasser lassen konnte. Doch schon nach kurzer Zeit hatte ich Gefallen daran gefunden und klingelte ob wohl ich gar nicht musste und amüsierte mich darüber, was sie alles anstellte damit ich konnte.

Doch was sie auch tat, es war erfolglos. Nach einer geraumen Zeit durchschaute sie die Sache und sagte ich habe das Gefühl das dein Penes anschwillt und du gar nicht musst. Daraufhin antwortete ich rotzfrech, ich kann nicht mehr schlafen. Da dachte ich mir, rufe doch die Schwester, schau ihr in den Ausschnitt und Spiel mit ihr eine Runde Taschenbiliart. Wütend verließ sie mein Zimmer und die alte Nachtschwester kam herein und machte einen Hermann auf. Aber das hat folgen sagte sie zu mir und am nächsten Morgen flog ich aus dem Krankenhaus danach wurde ich zuhause von unseren Landarzt Dr. Henner Kornrumpf weiter verarztet. Natürlich hatte der nichts anderes zu tun als im Dorf herumzuerzählen warum ich aus dem Krankenhaus geflogen war. Als Jörchy hörte das ich

 

 

 

 

 

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Wieder zuhause bin kam er sofort zu mir um zusehen wie es mir geht und ob ich etwas brauchte.

Du kommst mir gerade recht, sagte ich muss unbedingt auf das Klo. (Damals hatten wir noch fast alle Toilettenhäuschen aus Holz auf dem Hof, und wir natürlich auch.) Jörchy schaffte mich mit dem Fahrradanhänger quer durch den Hof zum Klo und ich versuchte mich darauf zu setzen, doch es ging nicht der Scheiß Gips ging bis zu den Arschbacken hoch und der Gips lag am Toilettenrand auf und ich konnte mich nicht hinsetzten.

Doch Jörchy hatte die rettende Idee, er holte einen Flaschenzug aus unseren Schuppen und befestigte ihm am Toilettendach und machte eine Schlinge in das Seil und zog damit mein Bein hoch, so das ich auf der Toilette eine gerade Auflage hatte und meine Notdurft verrichten konnte.

Doch die feinen Härchen die mir die verdammten Weiber mit eingegipst hatten ziepten und zwackten gar fürchterlich. Also bekam Jörchy von mir den Auftrag Gips und Binden zu besorgen und das passende Werkzeug.

Als er alles besorgt hatte machten wir uns daran den Gips bis unter das Knie mit einer Eisensäge vorsichtig rundherum zu durchtrenne und Jörchy schnitt ihn dann längs mit einer Heckenschere auf und versuchte ihn nach links und rechts auseinander zu biegen. Dabei riss er mir die gesamten Härchen aus dem Oberschenkel und ich tat ein paar Schreie. Beiß die Zähne zusammen

Es ist nur noch ein Stück. Als ich von dem Gipsteil befreit war schliffen und glätteten wir die Gipskanten an den Schnittstellen. Doch in dem restlichen Gipsbein wahre auch noch die gesamten Härchen eingegipst und jede Bewegung schmerzte höllisch. Das restliche Gipsbein füllten wir mit Wasser auf und nach einer Zeit hatten sich alle Haare gelöst und wir banden mein Bein wieder in den Flaschenzug und zogen es nach oben damit das Wasser wieder herauslaufen konnte.

 

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Jörchy hatte auf der Müllkippe einen alten Autositz von einem F- acht gefunden und mitgebracht. Den baute er in den Fahrradhänger, ich setzte mich darauf und wir fuhren eine Rund durch das Dorf, wo uns alle Leute zuwinkten und uns ausfragten, was wieder los war.

Doch ich sagte nur das Übliche, nichts Besonderes fügte Jörchy noch hinzu.

Nun kam auch der Dorfpolizist und sagte zu mir das geschieht dir recht, ich komme aus dem Krankenhaus und weiß alles. Wenn es noch jemand wissen möchte, so möge er heute abends in das Kulturhaus kommen, denn da findet heute wieder eine allgemeine Belustigung auf Winny’s kosten statt.

Das Bier bezahlt der Bürgermeister und gelacht werden darf umsonst. Mein Schwager wollte sein altes Motorrad verkaufen, da er schon seit geraumer Zeit ein nagelneues besaß stand das alte nur im Weg herum.

Es hatte noch zwei Ersatzmotoren,einen Seitenwagen und diverse Räder,

Auch andere Ersatzteile waren in großer Menge vorhanden. Da ich noch keine Fahrerlaubnis hatte, weigerte sich mein Schwager mir das Motorrad zu überlassen. Ich hatte schon wochenlang auf ihm eingeredet, bis er sagte du darfst aber nicht in der Gegend herumfahre.

Denn ich hatte ihm eingeredet, dass ich nur auf unseren Grundstück Fahrübungen machen wollte. Er machte einen Kaufvertrag fertig und schrieb noch hinein dass dieses Motorrad verschiedene Mängel aufweist und für den Straßenverkehr nicht zugelassen ist und sagte zu mir dass ich es im öffentlichen Verkehrsraum nicht bewegen durfte. Weiterhin schrieb er noch die Kaufsumme und damit das Motorrad vom Umtausch ausgeschlossen ist.

Ich unterschrieb ganz aufgeregt und hielt meinem Schwager das Geld hin.

Von dir nehme ich doch kein Geld, das wäre ja das

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Letzte, stammelte er und sagte nun hau schon ab und das mir keine Klagen kommen. Ich machte mich auf den Weg und holte Jörchy zur Hilfe. Wir bauten den Seitenwagen an,

Beluden ihn mit den Motoren und soviel Ersatzteile wie nur hereinpassten. Den Rest schafften wir mit einen Fahrradhänger zu mir und lagerten alles im Schuppen ein.

Als die Dunkelheit herein brach, wollten wir das Motorrad überführen. Der Tank war noch halb voll mit Benzin und der Motor lief wie ein Schweizer

Uhrwerk, die Beleuchtung war auch in einen einwandfreien Zustand.

Nur die Handbremse hatte einen gerissenen Bautenzug und die Bremse des Seitenwagens hatten wir erst gar nicht angeschlossen. Es waren ja auch nur ein paar Kilometer und dann kam der Seitenwagen sowieso wieder ab, das Stückchen würde es schon gehen. Als es Dunkel genug war schoben wir mit vereinten Kräften das Motorrad vom Grundstück meines Schwagers der Straße entlang und bogen sofort beim Dr. Kornrumpf

 

130.

 

 

 

Nach rechts auf eine Wiese ab. Ab hier konnte uns keiner mehr sehen, einen Moment warteten wir noch und lauschten ob uns ein neugieriger Mensch gefolgt sei. Nun wollte Jörchy das Motorrad starten, er drehte den Zündschlüssel um, er wollte den Kickstarter betätigen.

Da sich an seinen Schuhsolen nasses Gras befand rutschte er ab und der Kickstarter schlug zurück und traf ihn an der Wade. Nun führte mein Freund mir einen Jammertanz vor und biss sich dabei auf die Zähne um den Schmerz zu unterdrücken. Nach einer Weile hatte sich der arme Kerl erholt und ich startete die Maschine und dann stiegen wir auf und fuhren los und in der nächsten Kurve kam was kommen musste. Ich war etwas zu schnell in die Kurve hineingefahren, was normalerweise kein Problem darstellt, wenn die Bremsen gehen. Ich machte den ersten Bremsversuch als ich merkte das der vollbeladenen Seitenwagen eine enorme Fliehkraft aufbaute und die Handbremse des Vorderrad auch nicht stoppen konnte lastete die gesamte Bremswirkung nur auf dem Hinterrad und das

 

131.

Blockierte. Nun drehten wir uns sieben oder achtmal im Kreis herum bis uns die Friedhofmauer stoppte.

Im hohen Bogen waren wir beide auf die Wiese geschleudert worden und hatten dabei das große Glück nur ein paar Prellungen und Abschürfungen davon getragen zu haben. Das Motorrad hatte dagegen überhaupt keine Schäden, die Drehbewegungen hatten die gesamte Fliehkraft abgebaut und die Mauer diente nur noch als Fangeinrichtung. Die hälfte des Weges hatten wir bereits hinter uns und den Rest ging sogar alles bergab. Auf unser Grundstück angekommen entluden wir den Beiwagen und bauten ihn sofort ab. Dann schoben wir ihn in den Schuppen zu den anderen Ersatzteilen. Eine alte Plane lag noch in einen Regal und diente uns dazu die Maschine abzudecken. Ferienzeit, schöne Zeit. Am nächsten Morgen kamen wir verschlafen aus unseren Zelt und gingen an das Badeloch und schwammen ein paar Runden. Der nächste Motorrad Laden war in Gotha, ich sagte wir kaufen uns einen neuen Baudenzug, ohne fahre ich nicht mehr. Du hast Recht sagte Jörchy, aber wir sind pleite. Nein sagte ich mein Schwager hat von mir kein Geld angenommen und ich habe die sechshundert Mark noch. Klasse, Davon sagen wir Ike nichts, denn wir hatten zusammengelegt und dass mein Schwager so hanteln würde konnte ja auch keiner ahnen. Nun fuhren wir nach Gotha ( natürlich schwarz.) Dort angekommen setzten wir uns erst einmal in die Bahnhofsgaststätte Mitropa und verdrückten ein paar Bockwürstchen. Nun fuhren wir mit der nächsten Straßenbahn in Richtung Innenstadt, gingen auf den schnellsten Weg den Baudenzug kaufen und fuhren zum Hauptbahnhof zurück. Oh je, sagte Jörchy, noch Siebenundzwanzig Minuten, bis der Zug fährt. Komm wir warten in der Mitropa und machten uns gleich auf den Weg. Ich habe schon wieder Hunger sagte Jürgen und wir betraten den Gastraum, schauten uns kurz um

 

 

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Und sahen ein junges Mädchen an einen Tisch sitzen. Komm dahin sagte ich! Guten Morgen ist der Platz noch frei fragte ich höflich wie es sich für gut erzogene junge Männer gehört.

Ja bitte sagte sie und wir nahmen Platz. Sie trank einen Kaffee, ich winkte den Kellner um zwei Bier zu bestellen. Das Mädchen bestellte sich bei der Gelegenheit eine Bockwurst, worauf Jörchy sagte, aber in Scheiben bitte.

Die kleine bekam einen roten Kopf und ich wollte ein bisschen mit ihr flirten, doch sie war zu schüchtern und sah mich nur ganz verschwitzt an.

Nun bekamen wir unser Bier und sie ihre Bockwurst. Zahlen bitte sagte sie zu den Kellner. Nun nahm sie ihre Bockwurst und wollte essen, Jörchy sagte zu mir, Ach guck mahl wie sie ihn in die Hand nimmt. Es wird bestimmt supergeil Wenn ehr erst im Mund ist. Sie legte sofort ihre Bockwurst zurück auf den Teller, stand auf und sagte zu Jörchy, du Sau. Was, sagte ehr?

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Du hast ihn in der Hand, und ich bin eine Sau, ich klaube du verwechselst da etwas. Nun nahm sie ihre Jacke vom Haken und ging. Und wieder eine Gratisbockwurst sagte Jörchy und begann sie aufzufressen. Nun kam eine Kellnerin zu uns an den Tisch und sagte, seit ihr schon wieder hier, austrinken, bezahlen und raus. Um ihrer Aufforderung Nachdruck zu verleihen fügte sie noch die Worte sonst hole ich die Transportpolizei hinzu.

Ihr habt hier Gaststättenverbot ihr Seuchenvögel, raus mit euch und lasst euch nicht mehr blicken. Wie zwei begossene Pudel zogen wir von Tannen

Und setzten uns auf eine Bank auf dem Bahnsteig.

Scheiße, es hätte so ein schöner Vormittag werden können. Blöde Hannelore, hat uns den ganzen Tag versaut. Nun fuhren wir wieder in Richtung Heimat. Als ich mich zum Mittelgang hin beugte sah ich einen Zugschaffner der eine Kontrolle durchführte. Nichts wie weg sagte ich und wir wollten uns gerade absetzen als ich bemerkte dass aus der anderen Richtung auch noch eine Kontrolle kam. Scheiße wir versuchen die Zu spät komm Masche. Wir gingen den Schaffner entgegen und taten als 0p wir ganz außer Atem waren und sagten zweimal Wandersleben bitte. Na wohl fasst den Zug verpasst, sagte der Beamte spöttisch zu uns, geht nach hinten zum Dienstabteil und bezahlt dort, ich habe jetzt keine Zeit.

Wir gingen nach hinten, aber nicht zum Dienstabteil, denn wir wussten dass es unmöglich war in so kurzer Zeit den Zug zu kontrollieren. Und so stiegen wir in Wandersleben unbehelligt aus dem Zug.

 


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