Der Dorfschreck

 

Teil zwei

 

Ach du dicker Hund

 

Von

 

Winfried Schäfer – Rochau

 

 

Vor dem Bahnhof stand eine alte doppelseitige Bank. Dort setzten wir uns erst einmal hin um uns von dem Stress auszuruhen. Scheiß Gaststättenverbot, so richtig ist das gar nicht unsere Schuld meinte ehr. Denn die Toiletten waren ganz vorne in der Bahnhofshalle, und da ging es noch einer Treppe herunter. Das war eindeutig zu weit, fast Dreihundertmeter. Wenn man in der Mitropa wieder ankam, musste man schon wieder, gehen damit man es rechtzeitig auf die Toilette schaffte. Das ist eindeutig zu weit, sagte ich. Deshalb hatten wir in einen Schirmständer zwischen der Garderobe gepisst. Und irgendwann hatte uns so eine Tussi verraten. Noch eine Stunde dann macht das Kulturhaus auf, oder wollen wir zuerst den Baudenzug einbauen, fragte ich? Ja ich klaube es ist besser, sonst bauen wir ihn noch verkehrt herum ein, und die Karre bremst wieder nicht. Nun machten wir uns an die Arbeit um den Bautenzug auszutauschen. Nach einer Stunde und zwei geklemmten Fingern, waren wir am Ende angelangt und

 

2.

 

konnten eine Probefahrt riskieren. Einmal durch das Wittchen, bis nach Neudietendorf an die

 

Tankstelle und zurück. Alles in Ordnung sagte ich, jetzt aber ab in die Kneipe, ich habe Durst. In der Kneipe angelangt, setzten wir uns an unseren Ecktisch den wir immer belagerten. Als der Gastwirt die verbundene Hand von Jörchie sah, sagte ehr zu ihm, du musst bei neunundneunzig einen Griffwechsel machen, da passiert so etwas nicht. Nun mussten alle lachen die in der Kneipe waren. Das fängt ja wieder gut an, sagte ich. Es könnte ein lustiger Abend werden, denn dafür werden wir uns rächen, die haben nicht umsonst gelacht. Abwarten hinten sind die Enten fett. Da heute ein Fußballspiel übertragen wurde war die Kneipe fast leer und wir hatten genug

 

3.

 

Geld. Also fingen wir an, eine Lokalrunde nach der anderen zu bestellen. Um nicht wie die Deppen dazustehen mussten die anderen jetzt auch mitziehen.

Denn sie wollten sich nicht lumpen lassen. Nun begann ich eine Runde Korn zu bestellen dann eine Runde Wodka und so weiter. Heimlich gossen wir den Schnaps in unser Bierglas und füllten es den anderen ein, wenn sie auf der Toilette waren. Jetzt bestellte Jörchie eine Flasche Sekt und sagte Jungs hier gibt es Herrengedeck danach gab es süßen Kirchlikör dann folgte ein Magenbitter. Die Stimmung hatte jetzt seinen Höhepunkt errecht und man war besoffen wie schon lange nicht mehr. Nun kam der Herr Pastor in den Gastraum um sich ein paar alkoholfreie Getränke zu besorgen, und sah diese Trunkenbolde. Nun schüttelte ehr den Kopf und bekreuzigte sich und sagte, schämt ihr euch nicht ihr Sünder? Gott strafe euch mit Übelkeit. Heute lachten noch alle darüber, aber am anderen Morgen wussten sie, das Gebet ist in Erfüllung gegangen. Nun hatten alle einen Brummschädel und das Gemecker ihrer Frauen im Genick. Und nun lachten wir.

Am Samstagabend gab es, eine Tanzveranstaltung im Kulturhaus mit der Gruppe Engerling. Die waren einsame Spitze und deren Musik suchte seines gleichen. Ich wusste dass da die Jugendlichen zahlreich aus der gesamten Umgebung zusammen kamen. Engerling heizte zum Schluss die Stimmung immer noch stark auf so dass die meisten ihren Zug verpassten. Aus diesem Grund nahm ich mein Motorrad mit um ein paar bekante nach der Veranstaltung nachhause zufahren. Als es soweit

war und ich mein Motorrad startete, lief es kurz und

 

4.

Ging wieder aus. Mann hatte mir den gesamten Sprit geklaut. Scheiße wo bekomme ich mitten in der Nacht noch neues Benzin her, das wahr fast unmöglich. Nun ging ich auf den Tanzsaal zurück und sammelte ein paar leere Wein und Sektflaschen ein und ging damit in das Neubaugebiet. Denn ich hatte keine Lust die 250ccm Maschine allein nachhause zu schieben. Hier schaute ich mich um, nur Autos, da konnte ich nichts ausrichten und warf die Flaschen in eine Mülltonne. Doch da sah ich. Eine Schwalbe, eine Flasche holte ich wieder aus dem Müll zurück, schlich mich heran und zog den Benzinschlauch ab und steckte ihn in die Flasche, drehte den Hahn auf und der Sprit begann in die Flasche zulaufen. Plötzlich reif da eine Stimme, was machst du da mit meinen Moped? Und im selben Moment hörte ich auch schon Schritte die sich schnell näherten.

Nichts als weg, dachte ich, vielleicht hat ehr mich nicht erkannt. Nun rannte ich, als ob der Teufel hinter mir herwar, doch die Schritte kamen näher und näher. Das hatte ich überhaupt noch nicht erlebt dass jemand schneller war als ich. Also, musste ich ihn abschütteln, als ehr so nah an mir dran war das ich seinen Atem schon fast in meinen Nacken spüren konnte blieb ich ruckartig Stehen und ging dabei in die Hocke. Da konnte ehr nicht mehr bremsen oder ausweichen und flog in einen hohen Bogen über mich und landete im Gras. Ich sprang erneut auf und rannte durch die Apfestädt, die gerade Niedrigwasser hatte. Er rief hinterher jetzt habe ich dich erkannt, Winny, laufe mir bloß nicht über dem Weg da haue ich dir das Reff voll. Gerade so entkommen und doch erkannt wurden.

 

 

5.

 

 

Scheiße. Das ging ja noch, aber Wehr hatte mich da

Gejagt und erkannt, fragte ich mich, vor wem muss ich jetzt einen Bogen machen. Jörchie holte am nächsten Tag das Motorrad vom Kulturhaus ab und wir stellten es erst einmal bei uns in den Schuppen. Die nächsten Tage ließ ich mich im Dorf nicht blicken und verlegte meine Aktivitäten nach Apfelstädt. Einige Wochen später tauchte ich im Dorf wieder auf und tat, als ob nie etwas geschehen war. Angesichts der Tatsache dass ich nicht wusste auf wem ich aufpassen sollte war ich in einer echt beschissenen Situation. Von anderen Leuten hatte ich erfahren dass es sich dabei um Hartmut Koch handelte, also beschloss ich der Sache ein Ende

 

 

6.

Zubereiten und ging hin und klingelte bei ihm. Als ehr die Tür öffnete entschuldigte ich mich bei ihm und erzählte wie es zu dem Zwischenfall kam. Ich hatte zwar erwartet dass ich jetzt ein paar auf die Zwölf bekomme, doch das war nicht der Fall. Ganz im Gegenteil, Hartmut verstand meine Lage und war hoch erfreut dass ich von selber zu ihm gekommen war. Ich beteuerte noch einmal dass es mir aufrichtig leit Tat und ich schon viel früher gekommen wehre, aber ich habe erst jetzt erfahren dass es sich dabei um dein Moped handelte. Ist schon in Ordnung sagte ehr und ich habe ihn nie wieder in seien Leben behelligt.

Bei einem Erkundungsgang hatte ich im Apfelstädter Wehr einen Schwarm Forellen ausgemacht. Als ich zum Zelt zurück kam und es brühwarm Jörchie erzählen wollte war er nicht da. Nanu wo ist der den hingegangen? Dachte Ich mir und vernahm hinter mir

 

 

 

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Ein paar Stimmen. Oh Schreck lass nach, meine Mutter kam und brachte meinen kleinen Bruder mit. Du musst auf Fred aufpassen, sagte sie, ich muss schnell nach Gotha, Oma ist schwer

Erkrankt und braucht Hilfe. Hier hast du Geld, aber das mir der Kleine auch was ordentliches zum essen bekommt und ihr nicht wieder alles versauft und den kleinen mit geklauten Gemüse, Tomaten oder Gurken voll füttert! Das hatte uns gerade noch gefehlt ausgerechnet mein Bruder Freddy hüten. Wenn ich das schon wieder hörte, der kleine, verdammt der kleine war vierzehn Jahre alt und soff schon wie ein Loch und fraß uns immer alles weg, dann beschwerte ehr sich noch rotzfrech bei seiner Mutter, die auch bromt darauf hereinfiel und ihm Geld für Essen gab. So hatte der Stinksack genug Zigaretten und uns verpetzte er, wenn wir mal eine rauchten, obwohl wir bedeutend älter waren als ehr. Neulich erst wieder! Ich hatte Lebensmittel für den halben Monat eingekauft und die waren so berechnet das ich damit auch bis Monatsmitte auskommen musste. Und da ich keinen

Kühlschrank besaß kaufte ich immer einen Teil frische Wurst die ich auch schnell verbrauchte und der andere Teil bestand aus Wurst und Fischkonserven. Da hatte doch das Dreckschwein wir die Wurstkonserven immer von unten aufgeschnitten und leer gefressen. Anschließend besaß ehr noch die Frechheit und stapelte sie wieder unter die übrigen Konserven. Bevor ich das feststellte, war der schon lange wieder bei seiner Mutter in Gotha. Wegen dem schlechten Schwein hatte ich fasst eine Woche nichts zu essen außer Brot, Butter, Fett und

 

 

8.

Marmelade. Warte nur dachte ich mir, Wenn Mutter weg ist werde ich dir schon zeigen, wo Bartelt seinen Most holt! Nun kam auch Jörchie zurück und sagte, ich war zuhause und habe bei meiner Mutter eingekauft. Das darf ich zwar nicht ohne sie vorher zu fragen, aber der Kühlschrank war mal wieder so verlockend voll gewesen und außerdem kaufe ich ja immer dort ein, wenn Mutter an der Arbeit ist. Stimmt sagte ich, das ist ja auch schon dein Gewohnheitsrecht. Als ich ihm über unseren Besucher erzählte zog ehr zuerst eine Miene und schüttelte sich dabei wie ein Hund, der sein Fell trocknen wollte. Dann sagte ehr zu mir, was soll’s so haben wir wenigsten einen Diener. Nun erzählte ich von den Forellen im Wehr und Jörchie sagte nur lecker-lecker mir läuft schon das Wasser im Mund zusammen. Eine Angelausrüstung besaß keiner von uns, darum gingen wir in das Landwahrenhaus. Jörchie lenkte die Verkäufer kurz ab und ich kaufte in der Zwischenzeit eine kleine Schachtel mit Stecknadeln und ein paar Rollen derben Schusterzwirn. Auf dem Nachhauseweg kamen wir an der Gasstätte zur Klause von Alfred Kohl vorbei und da duftete es wie gewöhnlich nach frischer Bratwurst. Natürlich mussten wir dort erst einkehren und eine Wurst verputzen, Alfred sagte zu uns. Jungs ich habe auch frische Schüsselsülze, steht nur noch nicht auf der Speisekarte.

Da konnten wir natürlich nicht wiederstehen, denn das war mit weitem Abstand die beste Sülze die mir in meinen gesamten Leben unter gekommen ist. Und ich war, weiß Gott schon weit gereist. Zwei Portionen

 

 

9.

 

Konnte ich noch davon verdrücken, bis ich absolut satt war und wir unseren Weg fortsetzten. Zuhause saßen wir jetzt in meiner Hütte, wo sich mein Werkzeug befand und bogen aus den Stecknadeln Angelhaken über einen Bunsenbrenner.

Freddy riss in der Zwischenzeit den Gänsen von unserem Nachbar Kurt Ullrich die Federn aus und besorgte aus der Kneipenmülltonne ein paar Flaschenkorken, woraus wir die Schwimmer fertigten. Nun mussten wir nur noch drei gerade Weidenruten besorgen und fertig waren drei Angelruten. Am Wehr angelangt fingen wir zuerst mit einem Einweckglas kleine Köterfische. Plötzlich tauchte ein Angelverbandsmitglied auf und fragte uns, was soll denn das werden, wenn es fertig ist? Elrerritzen, wir fangen Elterritzen. Sagte ich schnell zu ihm, denn ich wusste Forellenangeln war verboten.

 

 

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Das war nur den Verbandsmitgliedern vorbehalten und das auch nur mit einer besonderen Genehmigung, da gab es knallharte Vorschriften. Doch die kleinen Köterfische, kümmerten kein Hund, denn die gab es in Überfluss und wurden von den meisten Leuten nur abwertend als Kruppzeug bezeichnet. Scheiße, aus mit dem Angeln. Unsere Angelruten versteckten wir nun in ein Gebüsch und sahen den Angler zu in der Hoffnung das ehr nichts fängt und die Geduld verliert und dann das weite suchen würde. Ehr fing tatsächlich nichts, aber die Geduld verlor ehr aber auch nicht. Noch nie hatten wir einen so verbissenen Angler gesehen. Unser Vorhaben mussten wir nun aufgeben und wollten uns gerade zurückziehen als plötzlich ein paar Stimmen zuhören waren. Volle Deckung sagte ich

 

 

11.

Schnell runder, damit die uns nicht sehen. Es waren ein paar Jungs aus Apfelstädt, denen hatten wir schon so manchen Streichgespielt und das könnte heute auch wieder ein Riesenspaß geben. Nach und nach kamen immer noch mehr Jungs und Mädchen. Wir freuten uns wie die Schneekönige und der Angelfrust war wie weggeblasen. Auf der anderen Flussseite bauten sie Zelte auf, füllten Luftmatratzen und räumten andere Sachen in die Zelte ein. Ein paar andere Jungs gingen los und sammelten Feuerholz für ein Lagerfeuer. Mann hatte schon einen Grill aufgestellt und ein paar Öllaternen in Position gebracht. Toll sagte ich zu Jörchie die denken einfach an alles. Ein paar der Jungs kannte ich schon Holger und der Rothaarige Junge den sie alle nur Knolle nannten. Dehnen hatten wir schon des Öfteren übel mitgespielt. Doch heute waren wir einfach nur machtlos, denn sie waren in der Überzahl. Nun kam nur noch eines in Frage. Partisanenkrieg, und der musste gut organisiert werden. Ein paar alte Tarnplanen die noch aus dem zweiten- Weltkrieg übrig waren und ein nachttaugliches Fernglas hatten wir schon. Jörchie ging auch nachhause um alte dunkle Sachen anzuziehen die man in der Nacht nicht sehen konnte.

Mit einen kleinen Wehrmachtsspaten und einer Astsäge bewaffnet machten wir uns auf den Weg zum

Apfelstädterwehr und bauten heimlich und unbemerkt einen Unterschlupf in ein dichtes Gebüsch. Auf der anderen Flussseite herrschte ein reges Treiben. Und wir legten uns jetzt in eine Position wo wir einen perfekten Überblick hatten. Von hieraus konnte man das gesamte Wehr und auch das Zeltlager übersehen. Als nach und

 

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Nach die Dunkelheit hereinbrach, zündeten sie den Grill an und begannen Bratwurst zu grillen. Ein paar Mädchen kamen zum Wehr herüber, zogen ihre Sachen aus und gingen baden. Da die Dämmerung schon fortgeschritten war und man

 

 

Jetzt kaum noch etwas sehen konnte, kam das alte Nachtglas in Einsatz. Nun konnte ich schon wieder fast so gut sehen wie am Tag. Die Mädchen alberten noch im Wasser herum und wir stritten uns um das Fernglas. Jetzt kamen auch die Jungs zum Baden und ließen den Grill unbewacht. Blitzschnell schlich sich Freddy heran und klaute ihnen ein paar Bratwürste von einen Teller herunter der neben dem Grill stand. Jörchie der ihm folgte, nahm ein paar Flaschen Bier und ich stand

 

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Schmiere. Dabei konnte ich auch die nackten Mädchen im Blickfeld halten und beobachtete wie sie sich im Wasser tummelten. Nun verputzten wir erst einmal die Bratwürste und tranken das. Bier dazu. Von der anderen Seite hörten wir nur wie einer sagte, ich habe nur eine, ein anderer sagte ich habe auch nur eine. Wehr hat denn nur die ganzen Bratwürste gefressen und sie beschuldigten sich gegenseitig. Nach und nach klauten wir immer mehr Bier und legten die leeren Flaschen immer wieder zurück, hinter das Zelt von Knolle. Nach einer geraumen Zeit konnte man hören wie jemand schrie, Knolle hat das ganze Bier gesoffen es ist nichts mehr da. Im Schutz der Dunkelheit konnte ich mich bedeutend weiter an das Wehr vorwagen, wo jetzt die Mädchen aus dem Wasser kamen und sich gegenseitig abtrockneten, nun konnte ich ihre Brüste die schon ganzschön gewaltig waren sehen. Am liebsten würde ich jetzt bei der einen deren Namen ich nicht nennen will am PH spielen und so manches mehr. Komm jetzt sagte Jörchie leise und nun machten wir uns auf den Nachhauseweg und legten uns in unser Zelt wo wir auch gleich einschliefen und ich von den Brüsten der einen träumte. Am folgenden Morgen war es kühl und regnerisch als wir an die Apfelstädt gingen um unser morgendliches Bad zunehmen. So ein Scheißwetter

Sagte Jörchie, ich habe keine Lust heute den gesamten Tag im Zelt zuhocken! Ich auch nicht, sagte ich, Freddy der noch schlief bekam von all denen nichts mit. Für den war die Welt noch richtig schön bunt. Gehen wir erst einmal zum Bäcker um frische Brötchen zu besorgen. Beim Bäcker konnte man schon beizeiten

 

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Hinten in der Backstube Brot und Brötchen erwerben. Beim Fleischer und in den anderen Geschäften ging das natürlich nicht. Deshalb kauften wir auch ein frisches Dreifundbrot, was wir uns auf einer Bank in der Hauptstraße teilten. Die gesamte Brotrinde aßen wir rundherum ab und ließen den Rest in einer Mülltonne verschwinden.

Frisch gestärkt machten wir uns jetzt auf den Weg zum Zelt zurück. Freddy der noch immer wie ein toter schlief, ließen wir weiterschlafen und gingen herüber auf unser Grundstück und setzten uns in meine Hütte, wo wir schon so manchen Plan geschmiedet hatten. Stumpfsinnig schauten wir in der Gegend herum und wussten nichts mit uns anzufangen. So eine Schande, sagte ich, man kann doch nicht den ganzen Tag so nutzlos verbringen.

 

 

 

 

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Jörchie schaute der Tür heraus und sagte, der Himmel reist auf und die Sonne kommt heraus. Gott sei Dank, sagte ich. Das war doch schon einmal eine gute Nachricht, komm wir wecken Freddy auf und fahren nach Neudietendorf in das Schwimmbad. Das war billiger als das in Wechmar und Wechmar war auch noch weiter weg. Nach Wechmar gab es damals weder Zug noch Busverbindung, sondern nur eine alte ungeteerte Straße. Neudietendorf konnte man mit dem Zug erreichen, Wechmar musste man sich abstrampeln. In Neudietendorf hatten wir auch viele Freunde mit denen wir gemeinsame Sache machten und sie konnten die Apfelstädter nicht leiden, was sie uns gleich simpatiger machte. Unsere stärkste Waffe waren die Bahnhöfe, Ärzte und Zahnärzte. Das gab es in Apfelsädt

Nicht und ob man wollte oder nicht, irgendwann kam ein jeder einmal zu uns oder den Neudietendorfern. Ich weiß noch aus alten Erzählungen da es in der Region regelrechte Kämpfe um die Hoheitsrechte gab und man die verhauen tat nur weil sie aus Apfelstädt kamen. Das waren noch Zeiten, sagte Jörchie. Ja eine schöne Tradition antwortete ich, zu schade dass die Zeit vorbei ist. Warum denn eigentlich, fragte Jörchie? Keine Ahnung, antwortete ich, von einem Friedensvertrag ist mir nichts bekannt. Also fragten wir in Neudietendorf alle die wir kannten, doch von einem Friedenvertrag wusste auch da keiner was. Am Schwimmbad angekommen mussten wir schmerzlich feststellen dass da kein Wasser im Becken war. Na so eine Scheiße, jetzt machen die Arschlöscher Wasserwechsel, mitten in der Woche und unser Weg war umsonst. Die Jungs aus

 

 

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Neudietendorf waren genau so von den Socken wie wir. Nun kamen auch noch ein paar Jungs aus Apfestädt, ein gewisser Bernhart Mundstock mit seinen Freunden. Der ist so hässlich das man ihn lieber verstecken sollte, dachte ich mir. Ich sagte scherzhaft zu ihm, kennst du schon den Film, der Weg war umsonst? Da rastete er völlig aus, beschimpfte uns und warf mir einen Stein nach mir. Ich wollte ihn sofort eine reinhauen, doch der war wieder flink wie ein Wiesel und hatte null Komma nix einen Abstand von Ca. hundert Meter oder mehr. Nun ließ ehr ganze Schimpfkanonaden ab und warf wieder mit einen Stein in unsere Richtung. Doch ehr hatte nicht genügend Reichweite und so blieben sie wirkungslos. Jetzt trommelten wir alle uns bekanten Jungs aus Neudietendorf zusammen

 

 

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Und beschlossen den Krieg unserer Väter und den unserer großen Brüder traditionsgemäß wieder aufzunehmen und mit voller Härte durchzuführen. Nun wurde ich in einer freien Wahl als Oberbefehlshaber und uneingeschränkter Feldherr über die bestehenden Streitkräfte eingesetzt. Wieder in Wandersleben angekommen, wurde sofort allgemeine Mobilmachung befohlen und die Rüstung angekurbelt. Ab Montagmorgen Achtuhr wurden die Feindseligkeiten wieder aufgenommen und mit voller

Härte und den Fäusten wieder zugeschlagen. Im Wittchen und auf dem Stiedenberg lief die Operation Mausefalle, wo sie uns auch reihenweiße hinein tappten und an die Bäume gebunden wurden, bis ich die Zeit gefunden hatte ihnen ein paar Backpfeifen zu verpassen

 

 

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Bis sie mit einer Warnung wieder auf freien Fuß gesetzt wurden. Seile wurden gespannt auf dem Wegen und zwar schöne dicke die ein jeder sofort sehen konnte. Nur das gab uns die Garantie dass sie versuchen würden die zu umfahren oder zu umgehen. Denn nur so kamen sie in unsere Fallgruben oder Stolperdrähte geraden. Im Wittchen wurde ein Bunker gebaut und zum Hauptquartier erklärt. Hier liefen jetzt alle Fäden zusammen und wurden von mir gezogen. Postenketten wurden an der Grenze zwischen Wandersleben und Apfelstädt aufgestellt, Beobachtungsstände eingerichtet und bemannt. Die alten Schützenlöscher von dem Russenmanöver das ein Jahr zuvor durchgeführt wurde kamen uns gerade recht und wurden mit einbezogen.

Mit dem Neudietendorfern hatten wir einen Vertrag abgeschlossen und besiegelt. Am Bahnhof um Zwölfuhr werden die Feindseligkeiten eröffnet.

Es war bereits Donnerstag und wir mussten uns beeilen um das Internierungslager noch fertig zustellen. Nun gingen sie uns reihenweise in die Fallen und bekamen ihre Schläge wie es die Tradition verlangte. Da sie auf unsere Bahnhöfe und Ärzte angewiesen waren, passierte das auch regelmäßig. Manche kamen aus einen Wohlhabenden Haus und wollten uns bestechen mit Geld oder Sachleistungen. Das wurde von uns mit der doppelten Anzahl Schläge vergolten, da waren wir eisern, gleiche Schläge für alle. Eines schönen Tages war uns unser ganzspezieller Freund Bernhart Mundstock in die Falle gegangen. Ehr wurde sofort gefesselt und zu mir in das Hauptquartier eskortiert. Dort wurde ehr einem peinlichen Verhör unterstellt

 

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Wobei er alles gestand was wir hören wollten. Auf die gestandenen Missetaten folgte natürlich ein gerechtes Urteil. Fünfzig Backpfeifen links und rechts, dann wurde ehr in einen alten stinkenden Kartoffelsack gesteckt und bis zum Hals eingeschnürt, damit ehr nicht wie vorher immer weglaufen konnte und aus sicherer Entfernung dann wieder die große Schnauze hatte. Musste ehr jetzt für Ca. drei Kilometer Sackhüpfen machen und bekam bis nachhause bei jeden fünften Sprung einen Tritt in den Arsch, wobei ehr rufen musste Kikerriki ich bin der letzte Hahn und für den Fall das ehr das Krähen vergessen sollte wurde ihn gleich zu Beginn des Sackhüpfens mitgeteilt das ehr dann jedes Mal zum Start zurückgebracht werden würde. Nach einpaar Tagen war nur die erteilte Lektion wieder vergessen und die Schnauze wieder groß. Doch es kam was kommen musste, Zahnschmerzen und in Neudietendorf hatte man ihnen in Abwesenheit zu hundert Rutenschlägen auf

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Die nackten Fußsohlen verurteilt und da konnte ehr sich auf gar keinen Fall blicken lassen. Nach Tagen der Pein kam ehr auf den krummen Gedanken

Sich bereits schon nachts in das Dorf einzuschleichen und hielt sich verborgen bis die Zahnarztpraxis öffnete. Aber da hatte er die Rechnung

Ohne den Wirt gemacht, denn unser Zahnarzt Bussler wahr im Urlaub und das konnte ehr nicht wissen und ging erneut in die Falle. Nun wurde ehr zum zweitenmal in das Verhör genommen und abgeurteilt. Da ich trotz allen ein freundlicher Mensch bin hatte ich beschlossen ihn wenigsten von seinen Zahnschmerzen zu befreien, schließlich hatte ich einmal zugesehen wie der Dorfschmied einem Pferd den Zahn gezogen hatte. Jörchie rannte zu mir nachhause um aus meiner Hütte Werkzeug zu holen, denn ehr musste mir ja bei der OP helfen. Nun wurde sein Kopf mit zwei Kälberstricken in einer Astgabel fixiert und der Mund weitgeöffnet um ihn mit ein stück Brett zu blockieren. Ich konnte auch sofort den Übeltäter sehen. Mann war der schwarz und stank wie die Hölle oder fauler Fisch, so genau konnte man das nicht sagen. Ich packte ihn mit einer Schnabelzange drehte ihn genussvoll etwas hin und her damit ehr sich lockerte und zog ihn jetzt mit einer langsamen Drehbewegung heraus. Bernhart verdrehte dabei so merkwürdig die Augen und versucht mir etwas zusagen, doch ich konnte ihn nicht verstehen. Denn ehr hatte ja noch das Stück Brett im Mund. Ich sagte später, denn mit vollem Munde spricht man nicht, das ist unhöflich. Hast du den überhaupt kein benehmen. Jörchie sagte zu mir, was bist du denn für ein

 

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Viehdoktor? Du hast die Narkose vergessen und reichte mir den Holzhammer. Nein Hab ich nicht, ich habe es genauso gemacht wie der Schmied und der hat dem Gaul ja auch keine Übergezogen. Das war ein Pferd du Knaller, die brauchen keine Narkose, warum den auch? Die können ja nicht Petzen. Nun war auch ich überzeugt. Scheiße Narkose vergessen. Ach das macht nichts, dass holen wir einfach nach und stiegen auf unsere Fahrräder und fuhren in Richtung Apfelstädt wo wir Bernhart kurz vor der LPG einholten. Ehr war schon vor lauter hüpfen ganz außer Puste. Als ich mit dem Holzhammer gerade Maß nehmen wollte, verdrehte Bernhart wieder so merkwürdig die Augen und versuchte dabei mit dem Kopf zu schütteln. Nun nahm ich erst einmal die Astgabel von seinen Kopf damit ehr wieder besser Luft bekam und mir sagen konnte was ehr eigentlich von mir wollte. Ich brauche keine Narkose mehr, der Zahn ist ja schon raus. Stimmt sagte Jörchie da hast du doch alles richtig gemacht. Nun wurde Bernhart losgebunden und aus dem Stinkenden Kartoffelsack befreit, ehr durfte mich noch großzügig für meine geleiteten Dienste entlohnen und bekam ein ernstgemeintes Versprechen mit auf dem Weg. Wo ehr sich in der Zukunft auch daran hielt, denn ich würde ihn nicht nur alle zähne ohne Narkose ziehen, sondern sie ihn auch wieder einsetzten.

Nun musste ich noch über einen Antrag entscheiten. Ein Mädchen aus unserem Dorf hatte einen Freund aus dem Feindeslager und durch die kriegerischen Auseinandersetzungen wurde deren Verhältnis empfindlich beeinträchtigt. Da es sich hierbei um die

 

 

22.

 

Kleine Schwester eines guten Freundes handelte, konnte ich der Kleinen nichts abschlagen und fasste den Beschluss. Da ihr Freund aus Apfelstädt kam und auch Jörchy genannt wurde bekam ehr freies Geleit und wurde von zwei Mann meiner Leibwache unauffällig eskortiert. Weiterhin sind die Feindseligkeiten bis auf weiteres einzustellen, um einen Waffenstillstandsvertrag zu erwirken. Weiterhin wurde sofort ein Melder nach Neudietendorf in Marsch gesetzt um den

Befehl zu überbringen. Am nächsten Tag herrschte Frieden in der gesamten Umgebung. Wo auch immer ein Apfelstädter jemand von uns sah, nahm ehr reiß aus und wir lachten uns darüber kaputt, denn wir hatten ihnen nichts von einen Frieden gesagt und ließen sie einmal wieder dumm sterben. Sie schlichen sich nach wie vor immer noch zum Bahnhof, versteckten sich und

 

 

23.

kamen erst schell hervor als der Zug einfuhr. Auf dem Nachhauseweg nahmen sie auch noch den unmöglichsten Umweg in Kauf. Und so dauerte es noch eine ganze Weile bis sie merkten dass sie nicht mehr verfolgt oder verprügelt wurden. Später gingen wir sogar zusammen zu Tanzveranstaltungen oder in die Kneipe. Nun Kegelte man sogar zusammen und feierte Feste. Von diesem Zeitpunkt an wurde der Frieden zwischen den Dörfern nur noch gefestigt und nie wieder gebrochen. Das verdankten sie alle ein kleinen Mädchen das von allen wegen ihren Nachnamen nur Möhre genannt wurde und den Sieg über unser Erzfeind Bernhart Mundstock. Ich war mit Jörchie am Bahndamm unterwegs und wir sammelten Gegenstände die uns Reisende aus dem Fenster gaben. Am Einfahrtssignal stand öfters einmal ein Interzonenzug der keine Einfahrt hatte, weil er aufgrund von Gleisbauarbeiten erst auf den endgegenkommenden Zug warten musste. Hier gingen wir immer am Zug entlang und sprachen mit den Reisenden aus der Bundesrepublik, was eigentlich verboten war, uns aber nicht scherte. Dabei bekamen wir immer allerlei geschenkte. Da wir alte Sachen anhatten und manchmal wie ein paar Bettelkinder aussahen erweckten wir besonders viel Mitleid und bekamen dementsprechend auch ziemlich viel geschenkt. Wir hatten uns extra die ältesten Lumpen im Wittchen versteckt und nannten diese Kollektion Räuberzivil. So bekleidet durften unsere Eltern uns nicht sehen. Aus diesem Grund blieben die Klamotten immer im Wittchen. Die Geschenke machten wir natürlich wieder

24.

Meistbietend zu Geld. Mittlerweile hatten wir schon einen Beutel voll mit Plastikfeuerzeugen wo kein Gas mehr darin war. Die konnte man wieder füllen. Aber wie mussten wir erst herausbekommen. Es gab da schon Leute die schon lange füllten und da ließen wir uns das zeigen. Es war ganz einfach, die Schwierigkeit besteht nur darin Gas zu besorgen.

Denn das gab es in unserer Mangelwirtschaft fast nie, aber wir wussten uns auch hier zu Helfen. Beim Schmied ließen wir uns ein Rohr an eine Überwurfmutter schweißen und dann wurde das Rohr auf die gewünschte Stärke herunter reduziert bis ein passendes Gewinde für die richtige Düse

Geschnitten werden konnte. Nun musste nur noch eine passende Dichtung eingefügt werden und die Sachen passten auf eine große Propangasflasche die wir auf dem

 

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Kopf stellten um die kleinen handelsüblichen Butangasflaschen mit Propangas füllten. Nun konnte man den größten Teil der Feuerzeuge wieder auffüllen und für einen guten Preis verkaufen. Bei dem restlichen Teil waren die Feuersteine alle und mussten auch erst besorgt werden. Da uns bekannt war, dass die Feuersteine aus unserer eigenen Produktion keinen Schuss Pulver wert waren, mussten wir welche aus dem Westen haben. Wir bekamen ja auch am Zug so eine oder andere D-Mark geschenkt, so dass wir, da auch schon über eine kleine Summe verfügen konnten.

Dadurch hatten wir die Möglichkeit nach Gotha zufahren um im Intershop

Feuersteinen zu versorgen. Mittlerweile hatten wir Bestellungen von allen Seiten, obwohl ein Feuerzeug fünfzehn Ostmark kostete und eine Nachfüllung fünf Mark. Ein paar Modelle hatten wir dabei, die sahen richtig gut aus, aber sie gingen nicht nachzufüllen. Zum Wegwerfen sind die zu schade sagte ich zu meinen Freund Jörchie, ich habe da eine gute Idee.

Die Dinger halten zwar das Gas nicht lange und waren nach ein paar Stunden wieder leer und mit durchsichtigen Feuerzeugen konnte man auch nicht tricksen. Da ich wusste das Feuerzeuge ein begehrter Artikel sind und uns jedes Mal geklaut wurden, wenn wir sie in der Kneipe für einen Moment unbeaufsichtigt auf dem Tisch liegen ließen und auf die Toilette gingen.

Füllte ich sie einfach mit Wasser ab und gab einen geringen Teil Gas darauf, dass sie einpaar Stunden Funktionstüchtig waren und ließen sie uns am Abend im Kulturhaus klauen. Das ging schneller als ich gedacht

 

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Hatte. Wir konnten nur nicht wissen das der Dieb die Feuerzeuge für zwanzig Mark immer weiter verkaufte und diesmal des Betruges bezichtig wurde und furchtpaar die Schnauze poliert bekam. Nun stand ehr im gesamten Dorf als unehrlicher Mensch und Betrüger da. Sein Name war bald in aller munde, denn wenn in Wandersleben etwas perfekt funktionierte dann war das der Dorfklatsch der alten Weiber, die auch unsere Schandtaten des Öfteren Öffentlich diskutierten.

Neben unser Zelt hatten wir eine Feuerstelle zum Braten und kochen eingerichtet. Um sie betreiben zu können verbrauchten wir eine Unmenge an Holz, da im Wittchen eine Menge Bäume standen und für gewöhnlich auch genügend trockene Äste von Wind herunter geworfen wurden war der Vorrad

Aufgebraucht und wir mussten unser Brennholz, wo

 

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Anders holen. In der Dorftischlerei bekamen wir einen Sack mit Schnittabfällen aus Fichtenholz. Es war sehr trocken und verbrannte ziemlich schnell, so das es an einen Abend verbrannt war. Jetzt saßen wir wieder da und konnten nicht Kochen. Ich hätte ja nachhause gehen können, was nicht weit war, denn immerhin

Zelteten wir ja auf unserem Grundstück. Aber es machte einfach keinen Spaß zuhause in der Küche zu kochen, in der Natur schmeckte auch alles viel besser. Holz hatten wir riesige Schober hinter dem Haus zum trocknen aufgeschichtet, doch da durfte ich nichts wegnehmen denn das war heilig. Wenn ich mich trotz alledem an diesem Holz vergriffen hätte, wäre das ein Schuss in das eigene Knie gewesen. Denn es hätte dann im nächsten Winter wieder gefehlt und das durfte auf gar keinen Fall sein und ich hätte neues Brennholz sägen und hacken müssen. Allein bei dem Gedanken das Holz erst im Wald schlagen zu müssen trieb mir den kalten Schweiß auf die Stirn. Aber in unserer Nachbarschaft hackte gerade jemand Holz, da war noch nichts gestapelt es lag ein Riesenhaufen da von ungehackten und ein etwas kleinerer mit gehackten Holz. Dieses durcheinander nutzten wir natürlich aus und bedienten uns regelmäßig an des Nachbarn Holzhaufen. Wir wussten genau das der uns die Hosen stramm ziehen würde Wenn ehr uns erwischt, also bauten wir vor. Indem wir aus unseren Holzstapel eine große Menge entnahmen und im Schuppen hinter ein paar Wellblechen versteckten. Für lange Zeit hatte unser Nachbar Horst Ullrich genügend Arbeit mit dem Holz und bei uns gab es jeden Abend

 

28.

Etwas zum verbrennen. Irgendwie wurde ehr nach sehr langer Zeit misstrauig und kam zu uns herüber um zu fragen was wir da für Holz verbrennen würden.

Na unseres, was sonnst antwortete ich. Ehr ging hinter unser Haus und sah das Loch im Holzschober dann kam ehr zurück und sagte, da habt ihr noch einmal Glück gehabt! Warum fragte ich siegessicher. Ich hacke und hacke aber irgendwie will mein Holzhaufen nicht so richtig wachsen, sagte ehr.

Das Gefühl kenn ich, war bei uns genauso. Das Scheiß Holz fällt in die Breite und nicht in die Höhe, dadurch sieht es weniger aus. Aber wenn du erst die Schober stapelst, wünschst du dir es wäre weniger, denn das geht ins Kreuz und die Scheiß Staplerei will kein Ende nehmen. Da könntest du Recht haben

Sagte ehr und ging weiter Holzhacken.

 

 

29.

Die lange weile hatte uns einmal wieder gepackt und ich überlegte was wir tun könnten um uns den Tag mit etwas Spaß zu versüßen. Komm wir gehen erst einmal zum Badeloch um zu sehen was da los ist, sagte Jörchie. Gute Idee denn da waren wir in den letzten zwei Wochen immer nur früh am Morgen schwimmen gegangen um uns den Schlaf aus den Augen zuwaschen.

Schon von weiten hörten wir fröhliche ausgelassene Stimmen und gingen sofort in Duckmandustellung damit uns keiner sehen konnte. Auf allen vieren schlichen wir wieder durch die Büsche und es gab keine Spur von langer Weile mehr. Der letzte Busch gab gerade die Sicht frei und wir sahen die gesamte Weiberschar beim Baden. Das konnte doch nicht sein das uns nichts mehr einfallen sollte mit denen einen kleinen Scherz zu machen. Aber was konnte man noch anstellen ohne dabei gleich in Verdacht zugeraten?

Ich weiß was wir machen sagte Jörchie lachend, wir nutzen einfach denen ihr Misstrauen aus und legen uns mit einer Decke zwischen sie und sind einfach übertrieben höflich und scheißfreundlich, das nehmen die uns nie ab und vermuten eine Riesen Sauerei dahinter. Gesagt getan, inmitten zwischen ihren Decken machten wir uns breit um uns zu sonnen. Misstrauige Blicke beobachteten uns aus allen Richtungen. Ich bot höflich jeden Kekse an, aber keine griff zu (es konnte ja was darin sein.) Jörchie fragte ob sie etwas trinken möchten, aber auch hier sagte jede nur, nein danke, wer weiß was da alles drin ist.

Nun tuschelten sie untereinander und ließen uns nicht aus den Augen. Sie stellten sogar regelrecht Wachen auf

 

30.

Um uns zu beobachten. Ich stand auf und ging hinter einen Busch zum pinkeln, sogar da wurde ich von zwei Mädchen bekleidet. Ich muss nur einmal pinkeln, sagte ich. Ja ja das kennen wir schon, kaum haben wir dich aus den Augengelassen und schon folgt zum Dank wieder irgendeine Bosheit.

Aber ich muss wirklich einmal ganz schlimm pinkeln und drehte mich um zum Busch und öffnete mir die Hose, als ich merkte das die eine links und die andere rechts neben mir stand, sagte ich, was soll das? Wollt ihr ihm jetzt halten oder was soll das jetzt werden? Warum eigentlich nicht, sagte die eine zu mir! Und wir taten es, nur so zum Spaß. Als ich mich endlich erleichtert hatte, sagte die andere zu ihrer Freundin, den vernaschen wir jetzt. Und ich hatte den ersten Sex meines leben, und das gleich mit zwei wundervollen Mädchen

Spätestens jetzt hatte ich begriffen das Mädchen nicht nur zum ärgern da sind. Ich legte mich auf meine Decke zurück und seufzte. Wo warst du nur so

Lange mit den beiden? Dreimal darfst du raten sagte ich! Quatsch das glaube ich nicht flüsterte er mir heimlich zu, doch sagte ich und lächelte dabei. Oh jetzt muss ich auch mal, sagte ehr und stand auf um zu den besagten Gebüsch zu gehen. Kaum ein paar Schritte hatte Jörchy in die Richtung getan als wieder zwei Mädchen aufsprangen um ihn zu eskortieren.

Die anderen lachten leise und steckten die Köpfe zusammen um zu tuscheln.

Die eine mit den schönen langen Haaren kam nach einer Weile zu mir und legte sich mit auf meine Decke und

 

 

31.

Sagte, warte noch ein Weilchen, dann ist Jörchie auch ein Mann. Habt ihr heute abends schon etwas vor, fragte sie? Nein eigentlich nicht, warum? Wir wollten nach den Abendessen Wiederkommen und campen, wenn ihr nichts dagegen habt. Nein haben wir jetzt nicht mehr, sagte ich und entschuldigte mich bei ihr dafür das ich ihr schön des öfteren den einen oder anderen Streich gespielt hatte. Sie klappte die Decke über mich und fasste mich zwischen die Beine und sagte wir sehen uns heute abends und stand auf um wieder zu den anderen zu gehen um mit ihnen zu sprechen. Ganz fröhlich und ausgelassen schnatterten sie wie Enten durcheinander und begannen ihre Decken zusammen zu rollen. Nun kam auch Jörchie mit den zwei Mädchen zurück und sagte zu mir, das klaubst du mir nie. Als sie ihren nassen Badesachen ausziehen wollten sagte eine von

 

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Ihnen, den Weg hinter die Büsche können wir uns jetzt sparen. Und schon nach kürzester Zeit standen alle fünf vor uns wie sie Gott geschaffen hatte. Sie zogen sich um und gingen nachhause um Abendbrot zu essen. Ein wunderschönes Mädchen trete sich noch einmal um und sagte winkend Tschüss. Wir überlegten ob unser Zelt nicht lieber einen Stellungswechsel unterzogen werden sollte. Besser wäre es ja, denn unser Standort war ja jeden bekannt und das wäre in diesen speziellen Fall nicht unbedingt von Vorteil.

Unweit vom Badeloch gab es ein kreisrundes Gebüsch mit einer kleinen Lichtung darin. Dort hatten wir schon öfters unser Zelt hinein gebaut. Die Stelle war absolut ideal für unser Vorhaben, man konnte rundherum gehen ohne etwas vom Zelt zusehen. Es gab nur an einer Stelle einen Zugang, in dem man sich bückte und ein paar Zweige zur Seite machte. Wir banden ein paar Stricke an die besagten Zweige und legten sie durch den Busch.

Wenn man jetzt daran zog, öffneten sich die Zweige wie eine Tür und man konnte in gebückter Haltung hindurchlaufen. Wir mussten uns mit der Arbeit beeilen denn die Zeitspanne war knapp, denn es sollte ja Ach keiner merken dass wir umgezogen sind. Als die Arbeit beendet war, gingen wir erst einmal schwimmen, denn man war ja durchgeschwitzt und gegen ein kühlendes Bad war sowieso nichts einzuwenden. Doch ich hatte Hunger wie ein Wolf und unsere Vorräte im Zelt waren aufgebraucht. Scheiße der Konsum hatte schon geschlossen. In der Kneipe essen ging schon gar nicht, denn da würden wir

Nur wieder versumpfen und das wollten wir heute auf

 

 

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Gar keinen Fall. Es gab nur einen Weg! Jörchie musste zu Karlchen und sich etwas aus seiner Wurstkammer geben lassen, denn Karlchen schlachtete noch selber und gab uns immer etwas, wenn wir fragten. Da wir ihn immer halfen Wenn ehr Hilfe brauchte. Wir kamen frisch gestärkt wieder im Wittchen an, als wir sahen das die Mädchen schon die Zelte stehen hatten. Ihr hättet warten können, bis wir kommen, wir hätten euch doch jetzt gern geholfen, sagte ich.

War nicht nötig, mein Vater hat uns geholfen. Wir müssen nur noch die Decken hinein legen. Wir machten einen Steinkreis für das Lagerfeuer und

besorgten das benötigte Holz. Nun brach die Dunkelheit langsam herein. Da es noch immer furchtbar heiß war zogen wir uns alle aus und gingen in das Wasser, um uns abzukühlen. Das brachte einen Riesenspaß, denn es

 

 

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War mittlerweile so dunkel das man kaum noch sehen konnte wen man berührte. Ich umarmte jedes Mädchen was sich in meiner nähe begab und tastete sie voller Freude am gesamten Körper ab und wir streichelten uns überall und sammelten so unseren ersten Erfahrungen. Diesen wunderschönen Abend werde ich nie vergessen. Jörchie zündete das Feuer an und wir rösteten Brot und Wurst. Es war schon weit nach Mitternacht, als sich die ersten Mädchen erschöpft in ihr Zelt begaben um zu schlafen. Auf diesen Moment hatten wir schon lange gewartet. Nun krochen wir jeder zu einer anderen mit in ihr Zelt und ich hatte der halben Nacht lang den schönsten Sex meiner Jugend. In den nächsten Tagen drehte sich alles nur noch um Sex den wir abwechselnd mit allen fünf hatten und unser neues Motto hieß ab sofort. Peace and free love. Es war eine wundervolle Zeit. Die Mädchen stritten sich einmal wer von ihnen die größten Brüste habe. Da mussten wir die Schietsrichter spielen und mit Hilfe einer Küchenwaage und einem Schneiderbandmaß eine Endscheitung treffen. Eine jede Brust wurde exakt vermessen und gewogen. Damit die Siegerin ermittelt werden konnte. Ein anderes Mal mussten wir Urteilen mit wem der Sex am schönsten war. Doch da konnte es Fährerweise nur ein Unentschieden geben. Denn sie waren wirklich alle einsame Spitze, zwar eine jede auf ihre Art, aber unerreichte Spitze. In ferner Zukunft unternahmen wir noch verdammt viel zusammen und hatten immer unseren Spaß und viel Freude.

Warum, konnten wir uns nicht schon früher so gut vertragen? Wir hätten ihn garantiert nichts Böses angetan. 35.

 

Das kleine Zeltlager am Badeloch war schon lange abgebaut und wir trafen uns immer wieder mal an dieser Stelle, um etwas Spaß zu haben. Doch immer öfters wurden wir von irgend -welschen Leuten gestört und das machte uns überhaupt keinen Spaß. Jörchie sagte, so kann das unmöglich weiter gehen. Entweder wir suchen uns einen neuen Platz oder wir jagen alle einfach weg. In Gotha kannte ich einen Schildermacher vom Straßenwesen, der musste uns ein Paar Schilder machen, wo rauf geschrieben stand. Auf Grund erhöhter Wasserverschmutzung besteht Seuchengefahr das Baden oder Wasserentnehmen ist ab sofort per Strafe strengstens verboten. Der Umweltbeauftragte. Nun hatten wir unsere Ruhe, denn ein jeder der kam, fiel

Auf den Schwindel herein und fuhr lieber in das

 

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Schwimmbad nach Neudietendorf. Wir vergnügten uns gerade so schön im Wasser als Papsten Linda und das Fräulein Frick auf einen Spaziergang am Badeloch vorbeikamen. Sie lasen das Schild und gingen sofort zu Dorfpolizisten um uns anzuzeigen, doch der Wusste von nichts und erkundigte sich sofort beim zuständigen Umweltamt. Da die aber auch nichts davon wussten fuhr Riechart sofort mit seinen KR50 zum Badeloch. Der unverwechselbare Sound war wie immer schon von Weiten zu hören. Also entfernten wir sofort das Schilt, legten es unter den Wasserstrudel und beschwerten es mit Steinen so dass es nicht mehr gesehen werden konnte und wir badeten weiter wie immer. Riechart bog um die Kurve und stieg von seinem Moped, stellte es auf den Ständer. Da der Boden so weich war fiel es auch sofort um und wir lachten darüber. Als er einen Schritt in unsere Richtung machen wollte stolperte ehr und lag lang im Gras. Nun mussten wir erst recht laut loslachen. Ehr stand wieder auf und wischte sich das Gras von der Uniform und fragte nach den Schild. Doch wir wussten natürlich nichts von einem Schild. Papstens Linda und die alte Frick hatten in der Zwischenzeit das gesamte Dorf rebellisch gemacht und ein jeder machte noch etwas dazu, wie es beim Dorfklatsch so üblich war. Und so wurde im Handumdrehen aus einem kleinen Fluss eine alte stinkende verseuchte Brühe. Den einzigen den das alles nichts ausmachte, waren die Fische und wir. Und andere trauten sich noch nicht einmal ihren Garten mit Wasser aus der Apfelstädt zu gießen.

An der Straße nach Apfelstädt stand eine alte Feldscheune und jemand hatte darin alte Autos

 

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Abgestellt. In der hinteren Ecke hatten die Scheune ein Loch wo wir durchkrischen konnten. Die Autos waren alle unverschlossen und wir machten es uns dort mit den Mädchen bequem und hatten so manche schöne Stunde. Aber trotz alledem seilten wir uns immer mehr ab, denn wir hatten gemerkt das dies alles auf kosten unserer Freiheit ging und wir nur noch

Machten was die Weiber wollten. Und das war sowieso immer nur das eine.

Wir hatten uns gansschön für sie zum Trottel gemacht und das musste ein Ende haben. Da wir sie auch nicht unbedingt vor den Kopf stoßen wollten, fragten wir Karlchen wie wir uns verhalten sollten. Karlchen sagte zu uns, Jungs da gibt es nur eins. Kurz und schmerzlos. Das tut zwar weh, aber es ist immer besser ein Ende mit Schrecken zu haben, als ein Schrecken ohne Ende.

 

 

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Ob Karlchen da Recht hatte wussten wir auch nicht aber so kurz und schmerzlos wollten wir gar nicht sein, denn immerhin hatten wir ja auch viel Spaß mit den Mädchen. Aber auf der anderen Seite, wer kann schon immer Spaß verstehen. Also, musste eine Lösung für unser Problem gefunden werden. Nach langer Diskussion waren wir uns einig, aber wer sagt es den

Weibern, das fünf uns auf die Dauer die Luft nahmen. Da wir beide zu feige dazu waren schrieben wir unsere Bedingungen auf ein Blatt Papier und gaben es ihnen, gebt uns die Antwort erst nächste Woche und gingen in Richtung Bahnhof um mit dem Zug nach Gotha zufahren. Eine Woche Pause, war so für uns herausgesprungen. Diese Zeit nutzten wir auch voll aus und blieben in Gotha bei einem Kumpel der auch immer für ein Späßchen zu haben war. Wir fuhren stundenlang schwarz mit der Straßenbahn, beleidigten die Schaffner und machten jedes Mädchen an was sich in unsere Nähe wagte. Am Baggersee ärgerten wir die Angler indem wir schön laut und dicht an ihren Angelstellen vorbeischwammen. Doch das diente alles nur der Ablenkung, Den Jörchie schlich sich von hinten an, um deren Ausrüstung zu sabotieren. Mann war das eine Wonne, endlich waren wir wieder wir selbst. Den gesamten Tag trieben wir irgendwo unsere Scherze und hatten jede Menge Freude daran. Doch abends wo es um das Schlafen ging, da fehlten uns schon die Mädchen irgendwie. Und nun merkten auch wir, was Karlchen damit gemeint hatte, als ehr sagte es tut weh, aber lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Jetzt waren wir bereits den siebenden Tag in folge aus

 

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Wandersleben verschwunden und hier wollte keine Stimmung mehr aufkommen. Also beschlossen wir zuhause wieder mal nach den rechten zu sehen, denn man konnte die Bäume doch nicht in den Himmel wachsen lassen. Oder waren wir ganzeinfach nur verliebt und konnten ohne die Weiber nicht mehr auskommen, stellten wir uns die Frage.

Warum nicht das angenehme mit den Nützlichen verbinden, fragte Jörchie? Du hast recht, antwortete ich und wir setzten uns auf die Bank vor dem Bahnhofsgebäude. Hier machten wir einen Plan für die Zukunft, denn so konnte es nicht weiter gehen. Denn zum Idioten hatten wir uns genug gemacht. Paschas und Haremsväter wurden wir bereits von den alten neidigen Dorfdratchen genannt. Diese Schmach mussten wir beenden. Gegen Abend trafen wir wieder auf unsere Mädchen und sie waren sofort mit allen Bedingungen einverstanden. In Zukunft trafen wir uns nur noch heimlich im Wittchen und dann nicht mehr alle mit einmal, wenn es um Sex ging. Denn das wollten wir nur noch nach Bedarf gestalten und auch nur solange bis wir uns für eine feste Freundin entschieden hatten.

Jörchie hatte schon bei Zeiten seine Entscheitung getroffen, nun hatte ich bereits vier zur Auswahl und konnte mich nie entscheiten. Da blieb mir nur noch die

Flucht und ich verlegte mein Revier nach Sülzenbrücken, wo ich bereits nach kurzer Zeit wie ein Reutiger Hund zum Teufel gejagt wurde. Denn ich hatte beim Tag der offenen Tür, nur so zum Spaß in der Kirche in eine Bibel geschissen und sie danach einfach zugeklappte.

 

 

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Anschließend in der Kneipe bei Dunkels Karl noch ein paar Bier gezischt und machte mich dann auf den Nachhauseweg, als ich wieder an der Kirche vorbei kam, musste ich höllisch pissen und wollte mich an die Kirchenmauer stellen. Das ging schlecht, denn da standen überall alte Klageweiber herum

Und ich ging wieder in die Kirche und pisste in das Taufbecken. Nun kamen die alten Weiber angelaufen und schrieen Gotteslästerung, ergreift das schwarze Schwein. Andere hatten sofort den Pastor herbei gerufen. Ein Junge holte sofort ein paar Bauern die gegenüber gerade einen Misthaufen umsetzten. Sie kamen jetzt mit Mistgabeln und Forken schreiend angelaufen. Oh scheiße dachte ich, die verstehen hier keinen Spaß, nichts als weg. Und so nahm ich meine Beine in die Hand und gab Fersengeld. Alles bloß nicht den

 

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Wütenden mopp in die Hände fallen. Sie steinigten mich nicht nur, sie trafen auch noch verdammt oft. So manchen Stein hatte ich bereits in das Kreuz bekommen und konnte vor Schmerzen kaum noch laufen. Trotzdem war mir über die Felder die Flucht in Richtung Wandersleben gelungen. Nach geraumer Zeit bemerkte ich, dass mich keiner mehr verfolgte und legte mich in einen Graben neben den Feldweg. Mit dem schmutzigen Wasser aus dem Graben wusch ich mir das Blut aus dem Gesicht. Denn ein Stein hatte mich an der Stirn getroffen und hinterlies eine große klaffende

Wunde. Am gesamten Körper hatte ich die Treffer abbekommen und musste jetzt große Schmerzen ertragen. Wie ein Tier zusammengekauert hockte ich in den Graben und konnte mir vorstellen, wie es mir gehen würde, wenn sie mich erwicht hätten. Vom Rad bis zum

 

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Scheiterhaufen war bei denen vermutlich alles möglich. Teeren und federn gehört dort bestimmt noch zur Tagesordnung. Ich bemerkte ein Motorrad und versteckte mich in einen Maisfeld. Überall suchten sie nach mir und veranstalteten eine Hetzjagd die sie erst nach Stunden aufgaben. Im Maisfeld hatte ich die Orientierung verloren und bin wieder in Richtung Sülzenbrücken gelaufen. Einen Trost hatte ich, als man mich in der Kneipe nach meinen Namen fragte, sagte ich Bernhart Mundstock und ich bin aus Apfelstädt. In der Zwischenzeit hatten sie schon lange die Eltern von

Bernhart informiert was ihr Sohn da angestellt habe. Die holten ihn sofort vom Sportplatz weg und gerbten ihn das Fell. Als ehr seinen Vater fragte warum, bekam ehr noch eine Wucht. Vorsichtig schaute ich aus dem Feld und sah eine Müllkippe mit einer kleinen Wiese davor, dort spielten Ca. zwölf Jungs mit einem Ball. Als sie mich sahen begannen sie sofort mit Steinen nach mir zu werfen. Und schon wieder bekam ich eine brocken vor den Kopf. Am Rand der Wiese lagen ein paar Weidepfähle, wo ich mir einen davon nahm und den Jungs entgegen rannte. Den ersten erwischte ich sofort frontal und ehr viel zu Boden. Zwei andere schmiss ich mit voller Wucht dem Hang der Müllkippe herunter und prügelte auf den Rest ein bis sie die flucht ergriffen hatten oder am Boden lagen. Als ich gegen Abend nachhause kam wurde ich vom halben Dorf empfangen

Und ausgefragt was da wieder los war? Da man die Sülzenbrückener bei uns im Dorf nicht besonderst leiten konnte, lachten die meisten nur darüber, andere schüttelten einfach nur den Kopf und gingen weg ohne

 

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Etwas zu sagen. Nun wurde ich zu unseren Landarzt Dr. Henner Kornrumpf gebracht, damit ehr sich die Wunde ansehen konnte. Da habe ich richtig Arbeit damit und kann einmal wieder zeigen was ich einmal gelernt habe, sagte ehr. Ehr lies auch nichts aus. Erst alles auswaschen mit Jot, Nähen mit engen Stichen damit keine Narbe bleiben kann. Nun erhielt ich noch ein Kopfverband und die Aufforderung am nächsten Donnerstag in seiner Sprechstunde zu erscheinen.

Als ich nach einen Mittel für Schmerzen fragte, sagte ehr, warum ich denk du hast schon welche! Ich kann

 

 

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Doch nicht wissen das du noch mehr davon willst, sagte ehr spöttisch und lachte dabei. Nun verbesserte ich mich und sagte ich meine natürlich ein Mittel gegen die Schmerzen. Ach so sagte ehr und gab mir ein Rezept was ich noch in der Apotheke holen musste.

In den folgenden Wochen und Monaten schlossen sich immer mehr Jungs

Und Mädchen mir an und in der gesamten Gegend hieß es nur noch Winny’s Bande. Doch von einer Bande konnte hier keine Rede sein, denn wir hatten eine Demokratie. Ich hatte meistens nur die besten Einfälle und so folgten mir immer mehr und mehr. Damit unsere Strafen sich im Rahmen hielten

Warben wir auch die Jungs und Mädchen der Orts Funktionäre an so wie die Kinder des Dorfpolizisten wie

 

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Den Sohn des Bürgermeisters. So konnten wir uns so manches derbe Späßchen herausnehmen. Da bei uns im Dorf selten genug etwas los wahr sorgten wir hingegen täglich für Stimmung und ließen uns die unmöglichsten Geschichten einfallen. Eines Tages musste ich feststellen das unser Polizist Dinge wusste die bei uns nur in einen kleinen Kreis besprochen wurden. Wir hatten also einen Judas in unserer Mitte. Nach kurzen überlegen kam nur einer in Frage und das musste bewiesen werden. Ich setzte mich am Abend mit Jörchie bei einen Glas Bier zusammen und wir schmiedeten einen Plan. Am anderen Tag erzählten wir nur ihnen dass nachts von uns die Karnickel von Ohm Karl geklaut werden würden, um sie zu verkaufen. Jetzt dauerte es nicht mehr lange bis ehr sagte, was so späht schon, ich muss ja auch noch was für meinen Vater

 

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Erledigen, sonst bekomme ich Ärger, ehr nahm seine Jacke von der Bank und ging. Als ehr genügend Vorsprung hatte folgten wir ihm und sahen wie ehr auf dem kürzesten Weg zum Dienstzimmer des Polizisten ging. Jörchie wollte ihn eigentlich fürchterlich verprügeln, doch ich sagte nein den nutzen wir aus um falsche Fährten zu legen. In ferner Zukunft gaben wir ihm immer falsche Invermationen und so wussten wir genau, wo sich der Sheriff aufhielt. So konnten wir in derselben Zeit, wo anders zuschlagen. Riechart sagte

 

 

Einmal zu mir, seit vorsichtig, denn Judas ist unter euch. Das wissen wir schon lange, was meinst du wer dir immer die falschen Infos gibt, sagte ich und gab ihn

 

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Auch einmal einen Tipp. Nachts ließen wir unseren Verräter in eine Falle laufen. Wir beschlossen das uns die Gruppe viel zu groß und schwerfällig war, die meisten konnten nichts für sich behalten und gaben an wie ein Sack Mücken. Aus diesem Grund wollten wir wieder unser Süppchen allein kochen und seilten uns langsam ab und hielten uns für eine Zeit auf anderen Dörfern auf bis sich so nach und nach die Gruppe aufgelöst hatte.

 

 

Mittlerweile hatten wir auch auf jedem Dorf eine Freundin und das Wort lange Weile, kam in unseren Sprachschatz nicht mehr vor. Egal wo wir auch

 

 

 

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Auftauchten ließ man uns nicht mehr aus den Augen und so wurde es für uns immer schwerer einen guten Streich durchzuführen. Aus diesem Grund dehnten wir unseren Aktionsradius immer weiter aus und gewannen dabei auch viele neue Freunde, Freundinnen und vor allem massenhaft neue Feinde denen wir so richtig gezeigt hatten was Bosheit ist. Die wir so richtig nach allen Regeln der Kunst auflaufen ließen und der Lächerlichkeit preisgaben. So kam es schon vor das wir den alten Arno so richtig besoffen machten und im Park auf einer Bank platzierten. Rundherum verteilten wir leere Bierflaschen und schraubten ihn mit seinen Holzbein an der Bank fest. Wir hatten nicht bedacht das ehr auch einmal auf die Toilette musste und deswegen ging ab jetzt alles in die Hosen. Nach kürzester Zeit hatte ehr sich bereits beschissen und eingepisst. Eine Schulklasse die gerade ihren Sportunterricht im Park durchführte blieben an der Bank stehen spotteten und verhöhnten ihn bis die Lehrer darauf aufmerksam wurden und die Polizei rufen taten. Nun fing der Spaß erst richtig an, ein Polizist forderte ihn auf aufzustehen. Doch Arno rollte nur mit dem Augen und stank lustig vor sich hin, dabei fing ehr an fürchterlich zu kotzen so das der gesamte Schwall auf der Hose des Polizisten ihr Ziel fand. Oh, Gott, schrie der, das mir, wo ich gerade eine frische Uniform anhabe. Der andere Polizist sagte hoffentlich braucht ehr keine Mund zu Mundbeatmung, bevor die Rettung hier ist. Mahl bloß nicht den Teufel an die Wand, sagte der andere. Aus der Ferne war schon eine Sirene zu hören, als Jörchie sagte jetzt kommt der Sanka. Sie kamen mit Blaulicht um die

 

49.

Ecke, sprangen heraus und öffneten die Tür, eine Trage wurde herausgeholt und man rannte damit quer über die Parkwiesen, stellte sie an der Bank ab um Arno darauf zu legen. Doch das war gar nicht so einfach, denn Arno wog Ca. einhundertvierzig Kilogramm und die zwei Sannis wahren nur dürre Heringe. Nun versuchten auch die Polizisten mit anzufassen. Rundherum versammelte sich eine Menschenmenge, die wuchs und wuchs. Ein jeder wollte sehen was da nur los war. Und Arno saß und saß, man bekam ihn einfach nicht auf die Trage. Ein weiterer Streifenwagen traf am Ort des Geschehens ein und vier Polizisten kamen noch hinzu. Einer von ihnen, ein wahrer Riese von Wuchs, sagte das währe doch gelacht, so etwas haben wir doch früher an der Uhrkette herumgetragen. Kommt vier Mann vier Ecken. Als sie ihn jetzt anheben wollten, merkte der Riese sofort das ehr an der Bank befestigt war und sagte man der ist auch noch angenagelt, nein angeschraubt verbesserte ehr sich, holt doch mal einer Werkzeug aus dem Streifenwagen. Im Handumdrehen war das Bein wieder los und der Spuk beendet.

Ein anderes Mal bohrten wir am Gondelteich wieder die Boote an, verschlossen die Löcher mit einen kleinen flock an dem eine Angelschnur von Ca. dreißig Metern Länge befestigt war. Das andere Ente banden wir am Bootssteg fest und setzten uns auf eine Bank die am Ufer stand. Von hieraus hatte man den Perfekten Überblick. Nun mussten wir nur noch auf ein Opfer warten. Gegen Mittag eröffnete der Gondelteich seine Pforten und der Gondelbetrieb konnte beginnen. Wenige Minuten später ruderten drei Frauen in den besten

 

50.

Jahren mit unserem Präparierten Boot auf den See hinaus. Sie unterhielten sich laut und kreischten wie die Schulmädchen, wenn das Boot nur ein wenig wackelte. Kaum ein paar Ruderschläge gemacht, hörten sie auf und holten die Ruder ein.

 

 

Was soll das den werden, sagte Jörchie zu mir? Ich weiß nicht, vielleicht müssen sie erst das Vertrauen zum Wasser gewinnen oder sind einfach nur zu faul zum Rudern. Wir konnten es einfach nicht abwarten und beobachteten sie ganz nervös und unauffällig. Kaum Wind zu spüren, da trieb das Boot auch kaum. Da saßen sie nun mit ihren hellen dünnen Sommerkleidern und plauderten aus dem Nähkästchen. Hab Geduld sagte ich, vielleicht quert ja ein anderer das Fahrwasser und bleibt dabei an der Schnur hängen. Doch nichts tat sich bis der

 

51.

Wind etwas auffrischte und das Boot langsam in Richtung Teichmitte trieb. Stück für Stück entfernte sich das Boot vom Ufer und wir rieben uns schon heimlich die Hände, doch das Boot stand schon wieder still und wollte sich keinen Millimeter mehr bewegen. So eine Kacke, sagte ich, ganz aufgeregt. Wollen die blöden Weiber nun rudern oder schnattern? Schau einmal da, die Schur ist schon gespannt und hält das Boot fest. Jeden Moment musste es soweit sein. Wir schauten immer auf den kleinen Pflock der sich am hinteren Bootsente unter der Wasserlinie befand. Was war das für ein Nervenkitzel, gespannt schauten wir in die Richtung. Jetzt, der Pflock ist hausen und das Wasser kann langsam eindringen. Sie hatten immer noch nichts bemerkt und ruderten jetzt wieder ein Stück weiter hinaus auf den Teich. Nach einer Weile bekam die erste nasse Schuhe und plötzlich schrieen sie durch einander und begannen zu rudern wie die Olympioniken die mit allen Mitteln Gold gewinnen wollten. Doch so sehr sie auch ruderten, der Kahn sang und sang immer tiefer. Mit jedem Ruderschlag kamen sie näher und sanken dabei immer weiter bis das Boot Ca. Zweimeter vor dem Ufer versank. Das Wasser war an dieser Stelle nicht tief, aber das konnten sie ja nicht wissen und schwammen an das Ufer. Die eine etwas korpulente Frau mit dem weißen Sommerkleid kam als erste aus dem Wasser. Ihr schönes weißes Kleid wurde nun durch das Wasser ganz durchsichtig und da sie keinen BH trug konnten wir jetzt ihre großen Brüste gut sehen. Durch das kühle Wasser begannen jetzt ihre Brustwarzen weit abzustehen. Nun kamen auch die anderen an das Ufer

 

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Gekrochen. Deren Kleidung wurde durch das Wasser genauso durchsichtig wie bei der dicken. Nun kam auch schon der Bootsverleiher und brachte ein paar Decken mit. Jetzt gingen sie auch noch alle in das Bootshaus und wir armen Schweine hatten leider nichts mehr zu lachen.

 

 

An einen sonnigen Nachmittag saßen wir vor dem Bahnhof auf der alten doppelseitigen Bank und schlugen die Zeit tot bis mein Bruder Freddy mit dem Zug aus Erfurt kam. Gegenüber lag der Fahrradschuppen komm wir schauen einmal hinein, sagte Jörchie. Da standen die Fahrräder der Mühlberger und ein paar aus Wandersleben. Schau der hat sogar eine kleine Werkzeugtasche unter dem Sattel. Ich

 

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Schaute was sich darin befand, Flickzeug, Schraubendreher, Schraubenschlüssel usw. Ich habe eine verdammt gute Idee sagte ich zu Jörchie. Du willst doch wohl nicht, sagte Jörchie? Doch, wir schrauben die Fahrradlenker los. Das gibt eine Gaudi sage ich dir. Die Arbeit ging zügig voran und war schnell vollendet. Nun mussten wir uns nur noch schnell aus dem Staub machen und den Verdacht auf andere lenken.

Wir rannten schnell den Weg herunter, durchquerten den Bahntunnel und kamen auf der anderen Seite wieder heraus. Nun rannten wir schnell wie der Wind bis zu den Schrankenposten am fuße des Stiedenberges. Hier stellten wir uns vor die geschlossenen Schranken und taten so, als ob wir sie basieren wollten und warten mussten, bis der Zug durchgefahren ist. Da kam auch schon der Personenzug aus Richtung Erfurt. Die Leute, die den Zug in Wandersleben verlassen wollten, standen dichtgetränkt an den Waggontüren und konnten uns vor der Schranke sehen. Der Zug hatte gerade die Schranke passiert und wir gingen nun schön langsam den Berg herunter in Richtung Bahnhof. Denn nun kamen sie mit ihren Fahrrädern den Berg herunter uns entgegen und an der Bahnbrücke die am fuße des Berges lag mussten sie alle eine starke Rechtskurve durchfahren. Und genau hier ging auch ein kleiner Fluss mit durch die Bahnbrücke. Da die Fahrradlenker nicht mehr so reagierten wie erwartet fuhren ein paar Leute geradeaus in den Fluss und überschlugen sich wie die Karnickel auf der Jagt. So einen schönen Massensturz hatten wir noch nie gesehen, manche flogen links in die Dornenbüsche andere rasten rechts gegen die

 

 

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Tunnelwand oder flog einfach über den Lenker.

An den folgenden Tagen wurde in allen Kneipen über nichts anderes mehr gesprochen und es gab viele falsche Verdächtigungen. Bloß an uns dachte keiner.

 

 

Als wir gegen Morgen über den hiesigen Friedhof liefen, konnten wir den Totengräber sehen wie ehr ein Grab aushob. Den hatten wir schon öfters auflaufen lassen ohne das ehr es gemerkt hatte aus welcher Richtung der Wind wehte. Als ehr seine Arbeit beendet hatte war es gegen Mittag und ehr ging nachhause um zu essen. Guck mal was der da für einen Riesen Haufen Erde ausgehoben hat, sagte ich und wir gingen hin um uns die Arbeit anzuschauen. In den Erdreich lagen ein

 

 

 

 

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Haufen alter Knochen und ein Toten Schädel herum. Komm wir sammeln alles ein, sagte ich damit können wir jemanden einen tollen Streich spielen. Jörchie besorgte einen alten Sack, worin alles gut verstaut wurde.

 

 

Ich durchsuchte das Erdreich noch einmal gründlich, damit uns nichts fehlte. Der Sack wurde anschließend im Wittchen versteckt, bis wir eine Verwendung dafür finden Würden. Nun wuschen wir uns erst einmal gründlich die Hände und gingen auch zu Tisch um unser Mittagessen einzunehmen. Am selben Tag noch trafen wir uns am Kulturhaus auf der Bank um zu überlegen was man am besten mit dem Skelett anstellen könne. Wir überlegten bis die Köpfe rauchten, doch uns fiel einfach nichts Bemerkenswertes ein. So beschlossen wir das

 

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Gerippe erst einmal auf Eis zulegen und gingen in das Kulturhaus um unseren Durst zu stillen. Am Stammtisch saßen zwei ältere Herren die uns sofort fragten, Jungs spielt ihr eine Runde Skat mit. Warum nicht, sagte Jörchie, wir haben doch sowieso nichts anderes zutun. Ich bestellte uns zwei Bier und wir nahmen am Stammtisch Platz und spielten den gesamten Nachmittag Skat mit dem alten Herrn. Da wir an einer Tour gewannen machte es auch noch einen Riesen Spaß und wir hatten obendrein auch noch jede Menge Freibier.

Ich hatte noch ein paar Kanonenschläge vom letzten Silvester im Nachtschrank meines großen Bruders gefunden. Damit konnte man schon etwas anfangen die Dinger knallten höllisch laut und erzeugten auch eine schöne Truckwelle. Damit hatten wir im letzten Jahr im Dorf schon einige Briefkästen in die Luft gejagt. Ich hatte vier von diesen Knallkörpern zusammengebunden um die Wirkung noch zu erhöhen. Jetzt hatte ich sie in alter Zeitung und in anderes Altpapier eingewickelt und im Ofen des Bahnhofswarteraumes platziert. Denn wir wussten dass der alte Oskar Bunzel, der am Bahnhof arbeitete von Zeit zu Zeit das Altpapier im Ofen abbrannte. Schon oft hatten wir beobachtet das ehr vor Dienstbeginn in den großen Gusseisernen Ofen sah. Denn dort steckten alle ihren Müll hinein und wenn es mal wieder überhand nahm, brannte Oskar das Papier einfach ab und entsorgte später, wenn der Ofen wieder Kalt war die Asche. Nur heute sollte das Ritual etwas anders ablaufen. Oskar kam wie immer pünktlich zum Dienst und schaute in den Ofen. Schon wieder voll

 

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Murmelte ehr vor sich hin und ging in sein Dienstzimmer, stellte seine Aktentasche ab und hängte seinen Mantel auf den Haken. Ich schaute zusammen mit Jörchie und Freddy dem Fenster hinein um alles zu beobachten. Oskar holte eine Schachtel Streichhölzer aus einer Schublade und nahm einen Eimer in den ein Handfeger und eine Kehrschaufel herausschaute und begab sich damit in den Warteraum, wo ehr alles neben der Tür abstellte. Nun holte ehr noch einen Besen und reinigte den gesamten Warteraum. Nach dieser Arbeit zündete ehr das Papier im Ofen an und ging in sein Dienstzimmer um eine Zigarre zu rauchen.

 

 

In dem Moment gab es einen ungeheuerlichen Knall im Warteraum. Die Gussabdeckringe auf der Ofenplatte flogen bis an die Decke. Das Ofenrohr kam durch das

 

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Fenster und flog bis auf die Gleiße. Eine große menge Ruß und Asche hatte sich im Wartezimmer gleichmäßig verteilt und zog durch das Dienstzimmer in den Fahrkartenschalter und die übrigen Räume. Man war das eine Sauerei, es dauerte fast eine halbe Stunde bis sich die Rußwolke wieder gelegt hatte. Oskar sah aus wie ein Schwein, ehr war von oben bis unten eingesaut. Im Gesicht war ehr völlig mit Ofenruß bedeckt und nur um die Augen und Lippen konnte man noch helle Ringe sehen. Hinter dem Bahnhof ging es einen Abhang herunter zu einer Wiese. Da lagen wir drei und konnten nicht mehr, regelrechte Lachkrämpfe suchten uns heim. Denn wir sahen immer wieder das Bild vor uns, Oskar mit den hellen Augenringen. Doch das arme Schwein hatte immer noch nicht begriffen was eigentlich los war und saß auf der Treppe zum Warteraum und zog eine Fresse wie vierzehn Tage Regenwetter.

 

Da es heute sehr heiß wahr gingen wir schon in aller Frühe zum Badloch und breiteten unsere Decken aus um ein Sonnenbad zu nehmen. Es war sehr angenehm und die Sonne hatte ihren Zenit noch lange nicht erreicht aber man konnte jetzt schon feststellen dass es wieder genau so heiß werden würde wie gestern. Der Himmel war wieder Stahlblau und man konnte kein Wölkchen sehen, kein Lüftchen bewegte sich. Jörchie hatte sein Kofferradio mitgebracht und wir hörten verbotenerweise wieder den Soldatensender der in der Nordsee auf einem Schiff außerhalb der Dreimeilenzone als Piratensender seinen Dienst vorrichtete. Was ist den das, fragte Jörchie? Aus dem Wittchen kam wieder Kirchengesang.

 

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Oh Gott Papstens Linda brachte wieder ihre Ziegen zum Grasen und sang dabei die höchsten Töne. Die alte spinnt, sagte Jörchie. Jetzt kommt die auch noch hier herüber. Wir machten das Radio aus und waren ganz still. Sie stand kurz vor uns und rollte gerade ein Badehandtuch auseinander als Jörchie laut rief, guten

 

 

Morgen Frau Papst. Sie erschrak und zuckte zusammen und verschwand mit ihrem Badetuch in die Richtung des unteren Wittchens. Ist denn die alte wahnsinnig sagte ich, will die uns mit ihren Anblick den ganzen Tag versauen oder was sollte das jetzt. Ha.ha. Lachte Jörchie, sie ist ja gerannt, als ob sie der Teufel geritten hätte, sagte ehr.

Komm wir schleichen hinterher, wollen doch einmal sehen was die vorhat. Natürlich baden, was sonnst?

 

 

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Antwortete mir Jörchie. Mahl bloß nicht den Teufel an die Wand, den da gehe ich weiter hoch und piss in das Wasser. Sei leise, da vorn liegen ihre Sachen. Sie muss ganz in der Nähe sein. Da im Wasser stand sie splitternackt wie sie Gott geschaffen hatte. Man hat die ein paar große Möpse, sagte Jörchie. Komm schnell weg, bevor sie merkt dass wir hier sind. Wir schauten uns noch einmal die nackte Frau an wie sie da mit all ihrer Bracht im Wasser stand und schlichen wieder davon. Morgen, sagte Jörchie, morgen bringe ich einen Fotoaberrad mit und dann machen wir Bilder. Komm ich möchte sie noch ein wenig beobachten, denn jetzt hatte sie sich im Wasser hingelegt und ihre langen Haare waren aufgebunden so das sie ehr wie eine Nixe aussah als das Wasser die Haare über ihre großen Brüste spülte. Los komm weg, ich will Morgen Bilder machen, drängelte Jörchie. Na gut, du Spielverderber ich komme gleich nur noch einen kurzen Augenblick. Sie hatte jetzt ein Stückchen Seife in der Hand und rieb sich damit über die Pflaume um sie einzuseifen. Komm entlisch

Drängelte der Sack schon wieder hinter mir, ja ich komme ja, schau die massiert sich unten herum. Was das muss ich auch sehen sagte Jörchie plötzlich und hatte es gar nicht mehr eilig. Wir schauten noch zu bis sie zu stöhnen aufhörte und verzogen uns wieder auf unsere Decke. In den folgenden tagen schlichen wir ihr immer heimlich hinterher um sie zu beobachten, was uns einen Teuflischen Spaß bereitete. Sie kam ein bis zweimal in der Woche an diese Stelle um zu baden und wir um zu spannen wie sie sich ihre Pflaume durchmassierte bis zum süßen Ende. Abends beobachteten wir wieder

 

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Ihr Haus und stellten fest das sie nur nackt im Haus herumlief und ihr Mann Artur genauso. Ehr hatte weder Fernsehen noch ein Radio. Bei der Frau brauchte ehr das auch nicht denn sie konnte der pure Sex sein. So kannten wir sie gar nicht. Denn sie ging regelmäßig in die Kirche und sang im Kirchenchor und war auch sonnst immer die erste, wenn der Pastor rief.

 

 

Im Garten hatte sie eine Vertiefung angelegt, wo schöner Rasen eingesät wurde und rundherum eine Hecke als Sichtschutz gepflanzt war. Das Objekt der Begierte nannte sie ihr Sonnenbad. Da konnten wir sie bei schönen Wetter öfters nackt auf einer Decke sehen, wo sie manchmal so stark abgelenkt war das ein Panzer ihren Garten hätte ackern können ohne das sie nur das geringste davon bemerkt hätte. Jörchie sagte zu mir, es

 

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Ist zwar geil dabei zuzusehen aber auf die Dauer monoton, denn irgendwie kamen wir dabei nicht auf unsere Kosten. Am folgenden Tag bracht Jörchie den Fotoaberrat mit und wir legten uns auf die Lauer. Ich habe aber keinen Film gefunden und der Konsum hat heute eine Inventur. Scheiße wieder keine Heimlichen Fotos. Ich weiß etwas viel besseres sagte Jörchy zu mir. Als Linda wieder im kühlen Wasser ihren Spaß hatte verteilten wir ihre Sachen auf einen kleinen Weidenbaum den sie sehr leicht besteigen konnte.

Sie war so mit sich beschäftigt dass sie nichts davon mitbekommen hatte und wir warteten bis sie befriedigt war und aus dem Wasser kam. Nun schaute sie dumm, alle Sachen weg. Der verdammte Wolf schrie sie und stampfte dabei mit dem Fuß auf. Sie machte nun ihre langen Haare vor ihre Brüste und hielt sich unten mit einem großen Huflattichblatt zu und wollte gerade nachhause gehen als sie den Baum sah. Sie schaute nach oben und sagte na warte Winny, wenn ich dich in meine Finger kriege dann mache ich dir einen Knoten in den Schwanz und kletterte nach oben und wir fotografierten von unten. Bitte nicht bewegen und lächeln sagte ich zu ihr und holte meinen Schwanz heraus und sagte hier, wenn du einen Knoten machen willst dann musst du herunterkommen oder hast du Lust auf etwas anderes. Sie nahm ihre Sachen und kam vom Baum. Los weg sagte Jörchie und wir verschwanden so flink wie die Wiesel. Denn wenn die uns erwicht hätte, wäre der Fotoaberrad zum Teufel und sie hätte gemerkt das kein Film darin war. An den nächsten tagen kam sie nicht mehr zum Baden und legte sich auch nicht in den

 

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Garten. Wir dachten schon sie sei wieder einmal nach Berlin gefahren wie sie es immer machte, wenn sie ausspannen wollte. Da ist sie sagte Jörchie und zog mich dabei in das Gebüsch. Sie kam vom Einkaufen zurück. Als sie an unseren Busch vorbeikam sagten wir ganz höflich guten Morgen Frau Papst und sie erschrak gar fürchterlich. Habt ihr mich jetzt erschrocken, sagte sie. Jungs ich muss einmal dringend mit euch reden, kommt doch einmal mit zu mir. Sie kochte uns einen Kräutertee den sie selber im Wittchen gesammelt hatte.

Hat euch schon jemand den Film entwickelt wollte sie wissen. Nein sagte ich, der ist noch nicht voll. Ihre schuld sagte Jörchie, denn sie kommen ja nicht mehr.

Und sie bekam einen roten Kopf und stotterte dabei ihr habt wohl immer Bilder gemach, wo ich gerade im Wasser, na ihr weist schon was. Nein nicht immer nur die schönsten Situationen. Jungs ich kaufe euch den Film ab sagte sie und bot uns eine verdammt hohe Summe an. Doch wir hatten keinen Film, was sie wiederum nicht wissen konnte und versuchte nun alles um uns den Film abzujagen. Ich versprach ihr den Film zu verbrennen, wenn sie in Zukunft wieder so wie in der Vergangenheit baden gehen würde. Nun bekam sie wieder einen roten Kopf wie eine Tomate und sagte muss das denn sein? Ja denn so haben wir alle unseren Spaß und wir plaudern auch nichts aus, sagte Jörchie. Ich gebe ihnen auch mein Ehrenwort sagte ich und wir gingen zur Tür zum Abschied sagte ich noch aber das Sonnenbaden nicht wieder vergessen. Das habt ihr wohl auch gesehen Nein geträumt sagte ich und wir gingen in das Wittchen um auf sie zuwarten. Sie ging wieder baden,

 

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Aber wir nicht mehr spannen. Denn das war auf die Dauer uns doch zu langweilig, aber sie vermutete uns immer hinter irgendeinen Busch, als sie ihrer Lieblingsbeschäftigung nachging. Linda war in der Zukunft immer freundlich zu uns und wir ließen sie in Ruhe. Später besuchte ich sie noch ein paar Mal als Artur auf Schicht war und wir redeten bei einer Tasse Kräutertee über so manche Dinge, nur das wir keinen Film in dem Aberrad hatten wollte sie mir nie klauben.

 

Wir saßen am Kulturhaus mit einer Kiste Bier auf einer Bank die sich etwas abseits befand und erzählten alte Geschichten über unsere Kindheit. Jörchie, kennst du noch den Wolfgang Fittika fragte ich? Ja und was ist mit dem? Als Kinder haben wir oft zusammen gespielt,

 

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Damals wohnte ehr noch unten am Dammweg bei der alten Tischlerei. Sein Opa war wohl Tischler oder Zimmermann, so genau weiß ich das auch nicht mehr.

Fittika wohnte bei seinen Großeltern und sein Vater war wohl ein Amerikaner oder so. Denn Wolfgang hatte eine schöne braune Hautfarbe und wurde beim Baden immer von uns beneidet, deshalb ließ ehr aus dem Westen von seinen richtigen Eltern immer so ein Bräunungsmittel schicken und gab uns das. Ich klaube Jade fix braun hieß das Zeug. Ich hatte auch eine kleine Flasche von ihm geschenkt bekommen, aber meine Geschwister waren mal wieder missgünstig und wollten alle etwas abhaben. Sie rieben sich die Gesichter ein und gaben mir die leere Flasche zurück und sagten schneite sie auf da ist noch genug für dich darin. Ich war end täuscht und warf die leere Flasche einfach in den Müll. Schon nach ein paar Stunden wurden sie alle braun wie die Neger, aber nur im Gesicht, denn sie hatten sich nur die Gesichter eingerieben und wurden auch nur da schön braun. Der Übergang vom Gesicht zum Hals war, als ob jemand mit einen Lineal einen sauberen Strich gezogen hätte und der Kontrast von braun auf hell war riesengroß und schon von weiten zusehen. Nun konnte ich mich wochenlang über sie kaputtlachen. Ein andermal gingen wir an einen nicht so warmen Tag Baden, damit wir nicht froren machten wir ein Feuer um uns nach dem Baden zu wärmen. Ich hatte eine alte Pfanne mitgebracht und wir wollten uns Bratkartoffeln machen. Am Rand von der Apfelstädt wuchs so eine Art Schielfgras und daraus hatte Thomas Held, den wir alle Münzer nannten ein Röckchen

 

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Gebastelt. Das besagte Röckchen zog Fittika an und wir bemalten ihm mit Asche und sämtlichen Erdfarben die wir fanden. Ehr nahm die Pfanne und tanzte um das Feuer. Gerhart Kalensky kam mit seinem kleinen Bruder um auch zu baden. Doch sie erkanten Fittika nicht und schauten nur dumm drein. Fittika drehte sich um und sagte humpa dumpa, Hunger, humpa dumpa fress und kam mit der Pfanne und einer Gabel auf die zwei zu. Die erschraken und liefen um ihr Leben, denn sie sahen sich schon in der Pfanne schmoren. Fittika rannte hinterher und rief humpa, Hunger und jagte die zwei bis nachhause.

Wir konnten uns nicht mehr einkriegen so mussten wir lachen und die zwei sind wirklich um ihr Leben gerannt, denn Fittika konnte sie nicht einholen, obwohl ehr größer war und schneller laufen konnte.

 

 

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Weist du noch als wir die Zigarettenkippen an die Zimmerdecke im Bahnhofswarteraum geworfen hatten, fragte Jörchie? Ach ja, warte einmal wie war denn das? Ja es fällt mir wieder ein antwortete ich. Ich hatte damals an einen Zigaretten kippen herumgelutscht und der gesamte Filter war vollgesabbert, als ich ihn wegspuckte merkte ich das ehr immer mit dem Filter zuerst aufkam. Als ich ihn an die Zimmerdecke im Bahnhofswarteraum warf blieb ehr an der Decke kleben. Der nasse Filter. Weichte die Farbe an der Decke auf und verband sich mit dem Filter und klebte ihn fest. Als wir jetzt immer unsere Kippen an die Decke schnippen wollten merkten wir schnell das ging nur wenn die Kippe eine bestimmte Länge hatte, denn da konnte sich der Schwerpunkt nach vorn verlagern und um das auszugleichen holten wir den restlichen Tabak heraus und sie flogen schnurgerade an die Decke und blieben punktgenau hängen. Als an einen Samstag in Wandersleben wieder eine Bluesveranstaltung mit der Gruppe Engerling stattfand kamen die Fans wieder von nah und fern mit den Zügen angereist. Zum Schluss der Veranstaltung hatten die meisten noch Zeit bis ihr Zug nachhause fuhr und setzten sich in das Wartezimmer. Als die ersten die Kippen an der Decke sahen mussten sie lachen und ausprobieren ob sie das auch konnten. Da es federleicht war gelang es auch sofort jeden und in der Zukunft landeten alle Kippen nur noch an der Zimmerdecke statt im Aschenbecher. Als der alte Bunzel wieder seinen Dienst versah, sagte ehr, was ist denn dass schon wieder? Darf ich jetzt auch noch die Zimmerdecke kehren und holte einen Besen um die

 

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Kippen zu entfernen. Nun sah man an der Zimmerdecke lauter kleine braune Punkte die der Nikotin hinterlassen hatte. Auch das noch sagte Oskar, jetzt können die Mahler schon wieder anrücken und kehrte alles am Boden zusammen und brachte unser Kunstwerk in den Müll.

 

Wir hatten einmal einen Schulausflug nach Erfurt wo wir den Zeitungsverlag das Volk besichtigten. Unsere Lehrer und einer aus der Redaktion gingen voraus um uns alles zu zeigen. Als wir in der Schriftsetzerei waren erzählte man uns wie eine Zeitung entsteht und wie die Schriften hergestellt werden. Da die Letter aus Blei waren konnten wir sie ja auch gut gebrauchen und klauten aus den schon gesetzten Setzkästen eine ganze Menge heraus und lachten als man sie so in die

 

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Druckerpresse einbaute. Das war alles sagte der Mann von der Presse, wir machen nur die Schrift setzen und die Vorbereitungen an der Presse. Am nächsten Tag hatten sie die meisten Fehler ihrer gesamten Laufbahn in der Zeitung und wir gossen neue Bleisoldaten.

Wenn ich noch an die Sache denke wie wir beim Baumgarten immer die Würste geangelt haben. Sagte Jörchie. Stimmt, einmal hatte ehr es wohl gemerkt, denn da war plötzlich das Fenster zu und neuen Maschendraht vor dem Fenster. Ja da kann ich mich noch daran erinnern, wie wir dann hinten durch den Hof sind, Ach war das ein Spaß, sagte Jörchie zu mir und lachte. Komm darauf stoßen wir an und öffneten ein neues Bier. Wir waren damals hinter dem Haus in den Garten gesprungen und ich kroch durch das Hühnerloch in den Hof und öffnete die Wurstkammer und füllte meinen Rucksack so voll das er nicht durch das Hühnerloch passte und Jörchie musste einen Dietrich besorgen damit ich die Tür öffnen konnte um den Rucksack herauszugeben. Außerdem musste ich beim rein krischen durch die Hühnerscheiße die da am Boden lag und von mir im Dunkeln nicht gesehen werden konnte. Jörchie brauchte fast eine dreiviertel Stunde bis ehr mit dem Dietrich zurück war. Nun steckte ehr ihn in das Schlüsselloch und begann daran zudrehen, doch der Schließmechanismus bewegte sich nicht einen Millimeter. Komm gib mir den Dietrich sagte ich und probierte es von innen, doch die Zunge rutschte immer drüber. Scheiße jetzt war Jörchie von außen wieder dran. Die verblödete Tür muss doch aufgehen dachte

 

 

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Ich, denn bis jetzt hatten wir eine jede Tür aufbekommen und hier wollten wir auch nicht kapitulieren. Als es hell genug war, weil der Morgen graute sah ich am oberen Türrand einen Nagel, wo ein Schlüssel daran hing. Klasse sagte ich, Jörchie da hängt ja der Schlüssel und nahm ihn vom Nagel und führte ihn in das Schlüsselloch ein und drehte daran. Scheiße das geht nicht sagte ich und drehte den Schlüssel in die andere Richtung und ehr funktionierte plötzlich einwandfrei. Die Verdammte Scheißtür war die ganze Zeit offen und ich bin durch die Hühnerscheiße Gekrochen. Nun lachten wir darüber und tranken unser Bier aus.

 

 

Als ich einmal in das Wittchen ging, hörte ich

 

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Beatmusik und musste nachschauen, wo sie herkommen würde. Ich durchstreifte das Wittchen in der Richtung, wo die Musik herkam. Als ich endlich dort angekommen war hörte ich nichts mehr, die haben das Radio wohl ausgemacht sagte ich so vor mich hin und in dem Selben Moment hörte ich eine mir vertaute Stimme sagen. Einmal proben wir noch und dann müsste es sitzen. Da sah ich Günter Ambrosius mit noch ein paar anderen Jungs wie sie mit Gitarren und anderen Instrumenten musizierten. Ach das war die Beatmusik, fragte Jörchie und weiter? Nichts weiter die kamen nie wieder, keine Ahnung warum denn die Musik hörte sich gut an. Später hörte ich dass es sich wohl um eine einmalige Schulaufführung gehandelt haben sollte.

Komm darauf trinken wir noch eins, wo bleibt denn eigentlich Ike und Freddy? Wollten die nicht auch herkommen? Ja eigentlich schon sagte ich, die kommen noch, antwortete Jörchie. Mir fällt gerade die Sache mit dem besoffenen Schwein wieder ein. Ja darüber lachen die Leute heute noch in den Dorf.

Ich wollte zusammen mit Jörchie einen Freund in Sonneborn besuchen. Am Bahnhof Brüheim – Sonneborn wurden wir von seiner Schwester abgeholt mit der Begründung, Ben muss die Feier mit vorbereiten. Was für eine Feier fragte ich und sah mir das Mädchen etwas genauer an und stellte fest, das sie eigentlich wunderschön war, eine tolle Figur mit langen braunen Haaren. Ein bekannter aus der Nachbarschaft hat heute seinen Junggesellenabschied und der muss natürlich für ihn unvergesslich werden, erzählte uns das Mädchen. Sie brachte uns auf dem direkten Wege zu

 

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Ihren Bruder Ben der gerade in einem Garten, einen Tresen mit aufbaute. Grüßt euch schrie ehr schon vom Weiten und stellte uns seinen Freunden vor. Wir haben so eine Art buntes Programm für Henry zusammengestellt und eine superfette Stripperin besorgt. Wenn ehr die sieht, da steht die Gans nach hinten, sagte ein anderer und lachte dabei. Ist das Fass schon angestochen fragte ein alter Mann über dem Gartenzaun, ehr hatte einen Maßkrug in der Hand und sah sehr durstig aus. In zehn Minuten ist es soweit und gegen Abend wird dann das Spanferkel angeliefert. Nun wollte Ben seine Schwester nachhause schicken, denn bei so einen Abend sollte keine Frau außer der Stripperin anwesend sein. Ich sagte, he Ben, was soll das den werden? Lass mir bloß die kleine hier, sonnst sterbe ich vor langer Weile und außerdem finde ich sie

 

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Verdammt hübsch und bin gerade solo. Nein, die Weiber plaudern dann Morgen alles aus was sie heute erlebt haben. Das klaube ich kaum, sagte ich, dafür werde ich schon sorgen. Na gut aber auf deine Verantwortung hin lasse ich sie hier und wehe die redet! Da es gerade Nachmittag war und wir noch genügend Zeit hatten uns einen unvergesslichen Streich für die Abschiedsparty auszudenken, kam ich auf die gute Idee die kleine mit einzubeziehen den, wenn sie mit dabei beteiligt wäre müsste sie sich ja selber verraten und so dumm schätzte ich sie nicht ein. Ich beschäftigte mich den gesamten Nachmittag mit der kleinen und sie zeigte mir das Dorf und auch die Wiesen, wo sich die Dorfjugend am liebsten aufhielt. Wir hatten uns auf eine Bank niedergelassen und schauten uns tief in die Augen. Ich zog sie zärtlich an meine Brust und küsste sie auf den Mund. Als sie meinen Kuss erwiderte und nicht genug davon bekommen konnte, fuhr meine Hand automatisch in ihre Bluse. Nach ein Weilchen sagte sie, komm die anderen warten und Ben muss nicht unbedingt merken das wir zwei uns mögen. Warum denn nicht fragte ich sie? Ben lästert nur wieder über mich und zieht mich andauernd auf. Wenn er das macht, haue ich ihm die Kerne aus seinen Kürbis und das kannst du ihn ruhig sagen, denn dann ist er mit Sicherheit Lamm fromm.

Wir schlenderten langsam den schmalen Wiesenweg entlang in Richtung Garten, wo bereits die Party tobte.

Als ich den Garten betrat und Ben’s Schwester Eva in den Arm hielt, kam ehr sofort herüber und zog mich zur Seite um mit mir allein zusprechen. Wie hast du denn das gemacht, fragte ehr? Die Männerscheue Emanze

 

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lässt doch sonnst keinen in ihre Nähe. Das hat sich einfach so ergeben, sagte ich. Wir ziehen sie zuhause nur auf, und nennen sie immer Blümchen rühr mich nicht an oder pflück mich nicht. Damit ist jetzt aber Schluss, sagte ich, denn die kleine gefällt mir und ich möchte gerne mit ihr gehen, bitte setze nicht unsere Freundschaft auf das Spiel. Und nun erzählte ich ihnen was ich mir ausgedacht habe. Nee, das ist nicht dein Ernst, sagte ehr und musste laut loslachen. Wir setzten uns mit an die große Tafel im Garten und ich trank nur Cola. Bisst du krank fragte Jörchie? Nein nur verliebt und eine Bierfahne möchte ich Eva nicht zumuten. Jörchie winkte ab und drehte sich wiederum. Ich stand wieder auf und nahm Eva an der Hand und wir suchten uns ein lauschige Stelle, wo uns keiner störte und

 

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Lernten uns näher kenn, besonderst körperlich. Essen rief Ben zu uns herüber, oder werdet ihr von Luft und Liebe satt. Wir brachten unsere Kleider wieder in Ordnung und gingen Essen. Komm wir trinken jetzt auch ein paar Bier sagte Eva und Jörchie schenkte sofort jeden einen halben Liter ein. Nun feierten wir mit den anderen und waren fröhlich und ausgelassen. Alle paar Minuten sahen wir uns an und küssten uns. Wo schlaft ihr eigentlich diese Nacht fragte mich Eva? Keine Ahnung, da musst du Ben fragen, der wollte sich um alles kümmern. Aha, jetzt weiß ich auch warum ich bei meiner Freundin schlafen soll, na warte nur du hinterlistiges Ahs, dir mache ich einen Strich durch die Rechnung und du schläfst mit bei mir. Als auch jetzt die Unterbringung geklärt war, begannen wir den Streich vorzubereiten. Ein paar Kameraden der freiwilligen Feuerwehr besorgten aus dem Spritzenhaus Seile und eine Bare, die sie schon heimlich im Garten versteckten.

Wir stießen alle immer einzeln mit dem Jungeselen an, damit ehr ja auch schön besoffen wurde. Als es dunkel genug war ging der Spaß erst richtig los. Ben machte das Lischt aus und nur ein Tisch in der Gartenmitte war noch ausgeleuchtet. Nun begann eine sexy Melodie und die Stripperin begann mit ihren Auftritt. Sie lies die Hüften kreisen und stieg dabei auf dem Stuhl der neben dem Tisch stand und schoss mit gekonnter Bewegung ihren BH in das Publikum. Hüftenschwingen erklomm sie jetzt den Tisch und begann gerade mit ein paar sexy Bewegungen sich den Slip herunter zu bewegen als das eine Tischbein in die Erde einsank und der Tisch umkippte. Nun flog die fast Nackte Dame in einen hohen Bogen auf die

 

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Schnauze und wir konnten nicht mehr. Wie sie auf dem Rasen saß und der Slip hing nur noch über dem einen Knie, denn auf der anderen Seite war ehr gerissen. Ben half ihr auf und sie tanzte auf dem Rasen weiter, wo sich ihre Stöckelschuhe immer die in die Erde bohrten und sie einen wahren Eiertanz aufführte. Wir klatschten im selben Takt wie ihre Riesen Brüste hoch und runter hüpften. Jörchie hatte in der Zwischenzeit die schalen Bierreste in einen Eimer gesammelt und an das Schwein im Stall verfüttert. Der Junggeselle war breit und wurde von der freiwilligen Feuerwehr zu Bett gebracht und sanft in einer Günstigen Position schlafen gelegt. Die anderen hatten in der Zwischenzeit das besoffene Schwein auf die Bare gebunden und schleppten es in die

 

 

 

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Wohnung. Nun baute auch schon der bestellte Fotokraf seine Ausrüstung auf. Behutsam wurde jetzt dem Schwein ein altes Brautkleid angezogen und es mit einem Schleier verhüllt. Gut im Bett platziert gab das die besten Junggesellenabschiedsbilder aller Zeiten.

Nun gingen alle weiter feiern und das Traumpaar lag im Bett und grunzte um die wette. Unter dem Vorwand dass ich auch müde sei zogen auch wir uns zurück und gingen auch zu Bett, nur vom Schlafen konnte keine Rede mehr sein. Als wir am nächsten Vormittag in das Dorf zum Bäcker gingen, lachten schon alle und versprachen mir auch einen Junggesellenabschied der auch in die Sonneborner Geschichte eingehen Würde.

In den nächsten Wochen traf ich mich öfters mit Eva

 

 

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Und wir hatten tolle Stunden zusammen, doch eines Tages merkten wir dass wir uns immer weiter voneinander entfernten und eigentlich uns nur noch zum Sex trafen, deshalb trennten wir uns und gingen in Zukunft wieder unsere Eigenen Wege.

Man der Kasten ist leer sagte Jörchie, die anderen sind auch nicht gekommen. Komm wir bringen die leere Kiste in das Kulturhaus und trinken dort noch ein paar Bier. OK. Sagte ich, heben wir die Tafel für heute auf.

In der Kneipe setzten wir uns wie gewohnt an unserem Tisch in der linken Ecke. Ich bestellte zwei Bier und für jeden einen frischen Hackepeter. Warum ist die Kneipe so lehr fragte ich den wirt? Na dann schau einmal auf die Uhr, jetzt ist Ekel Alfred auf der Kiste. Was für ein Ekel, fragte ich noch einmal? Na, ein Herz und eine Seele, anschließend läuft dann noch Klim-Bim, da ist meine Kneipe immer leer, sagte der Gastwirt und ging wieder hinter seinen Tresen. Ich hatte gerade aufgegessen als mich Jörchie fragte ob ich noch weiß, das man über uns zum Karneval einmal Spottlieder gesungen habe, weil wir die Rouladen im Freudenthal

Weggefunden haben? Ja damals waren wir doch in Mühlberg im Kaffee Hering und haben einen richtigen darauf gemacht. Mann war das ein Tag, schon am Morgen, saßen wir bei Erich Weiße in der Flaschenbierhandlung und haben einige Flaschen gelehrt. Gegen elf Uhr hatte uns Erich dann rausgeschmissen, weil ehr schließen wollte. Also gingen wir zur Klause von Alfred Kohl, schade wegen Krankheit geschlossen sagte Jörchie. Klasse das

 

 

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Kulturhaus hat heute auch Ruhetag und der Grossert am Bahnhof hat Urlaub. Komm wir gehen nach Mühlberg sagte ich, da kannst du gleich bei deiner anderen Oma noch ein paar Mark abstauben. Na dann, auf nach Mühlberg sagte Jörchie.

 

 

Auf halbem Wege lag das Gasthaus Freudenthal, wo wir immer gerne einkehrten. Nacheiner schönen Verschnaufpause und einem deftigen Mittagessen setzten wir unseren Weg fort. Am Fuße der Wandersleber Burg stand eine alte Holzbank auf der wir unser mitgebrachte Bier in aller Ruhe uns zu Gemüte führten. Nach einer Weile sagte Jörchie zu mir, eine alte Weißheit sagt, wer nicht los geht, der kommt auch nicht

 

 

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An, also komm hoch mit deinen fetten Arsch wir wollen uns in Bewegung setzen. Langsam aber durstig erreichten wir Mühlberg und gingen sofort zum Kaffee Hering, denn die hatten als einzige schon im Ort geöffnet. Nach ein paar Bierchen ging Jörchie erst einmal zu seiner anderen Oma um einen Kurzbesuch abzustatten und hielt dabei wieder kräftig beide Hände auf. Nach einer Stunde kam ehr zurück und sagte, hat sich doch wieder einmal gelohnt. Die wollen uns hier nichts mehr geben, komm die Schänke macht gleich auf. Also setzten wir uns in Bewegung und marschierten in Richtung Schänke. Dort waren wir die ersten Gäste und der Wirt schrie schon von weiten, nicht schon wieder ihr, könnt ihr nicht, wo anders saufen? Ihr schwankt ja schon wie ein Jauchefass auf dem Feldweg, bei mir bekommt ihr keinen Schnaps und auch kein Bier sagte ehr zu uns. Na gut, sagte Jörchie, dann bringen sie uns zwei Grog ohne Wasser und eisgekühlt! Wollt ihr mich verarschen, schrie der Wirt und stellte uns dabei jeden ein Bier hin und sagte, aber nur das eine. Nach und nach füllte sich die Gaststube und der Wirt sagte bei jeden Bier was ehr uns brachte, das ist jetzt aber das letzte.

Und wir brachten ihm ein neues Spiel bei. Da sprach der Scheich zum Emir, eins trinken wir noch dann gehen wir. Später sprach der Emir zu Scheich, eins trinken wir noch und dann gehen wir gleich usw. Kurz vor Mitternacht ging den Wirt das Bier aus und ehr sagte, Feierabend ich stecke heute kein frisches Fass mehr an.

Na dann nehme ich noch eine Flasche Wein, sagte ich als der Gastwirt bei uns gerade abkassieren wollte. Die nehmt ihr aber mit nachhause denn hier ist

 

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Zapfenstreich. Langsam aber stark schwankend machten wir uns jetzt auf dem Weg der kein Ende nehmen wollte. Endlich wieder am fuße der Wandersleber Burg angekommen setzten wir uns wieder auf die Bank und öffneten die Flasche Wein. Nach dem ersten Schluck, sagte Jörchie, man ist der sauer, zu dem Essig hätte ehr

 

 

Uns auch Öl mitgeben müssen. Schluck für Schluck quälten wir uns die sauere Brühe herunter. Man habe ich einen Kohldampf sagte ich zu Jörchie. Denn habe ich auch, bekam ich als Antwort zu hören. Lass uns doch einmal nachschauen was die da im Freudenthal so alles Wieder auf der Terrasse zum abkühlen hingesellt haben.

Langsam gingen wir jetzt in Richtung Freudenthal und lauschten dabei in die Nacht, ob irgendwelche Stimmen

 

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Zuhören sind. Am Freudenthal angekommen, schlichen wir langsam und ruhig hintenherum, bis wir uns zu der Terrasse vorgearbeitet hatten. Auf einem Küchenwagen standen Töpfe und Pfannen die mit weißen Tüchern abgedeckt waren. Die Pfanne ist noch ganz warm, sagte ich. Da nimm sie doch mit, antwortete Jörchie flüsternd.

Ich habe einen Eimer mit Gurkensalat sagte Jörchie und wir schlichen uns davon. Etwas abseits wo uns keiner mehr sehen konnte machte ich ein Streichholz an um zu sehen was in der Pfanne war, Rouladen, die war voller Fleischrouladen. Nun schauten wir in den Eimer den Jörchie ergattert hatte und mussten sofort loslachen, denn Jörchie hatte doch tatsächlich den Abfalleimer geklaut. Genüsslich machten wir uns jetzt über die noch warmen Rouladen hehr und beschwerten uns noch darüber dass sie eigentlich viel zu klein waren für diesen Preis, denn immerhin hatten wir ja schon zum Mittagessen Rouladen mit Rotkohl und Klößen.

Doch es kam der Punkt, wo wir einfach keine mehr herunter bekamen, denn wir waren so vollgestopft das einfach nicht mehr hinein passte. Nach einer weiteren Stunde erreichten wir mit Sang und schalle den Ortsrand von Wandersleben. Ich habe schon wieder Hunger, sagte Jörchie und wollte wieder zurück um die restlichen Rouladen zu verputzen. Nein sagte ich lass noch ein bisschen platz für den Kompott, wir schauen einmal nach was es so alles in dem Gemeindekellern gibt. ( Zu dieser Zeit hatten viele Leute die keinen Keller besaßen sich in der ehemaligen Gemeindeschenke einen Kellerraum angemietet.) Der Haupteingang war ja immer offen und die Vorhängeschlösser an den Türen

 

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Machten wir mit einen Stielkamm auf. Nun saßen wir im Keller von Oskar Spittel und genossen unserem Kompott. Ein paar Wochen später war wieder Karneval im Ort und zu einer bunten Karnevalsveranstaltung sang man Reime und Spottlieder über uns. Das essen war schon in Ritterzeiten mod, doch in der Not da schmecken auch geklaute Rouladen gut und so ein Spottgesang unterhielt den ganzen Abend die Bevölkerung. Zu später Stunde sang der ganze Sal. ( Winny und seine Bande ziehen lang schon durch die Lande, nur weil man sie nicht fassen kann darum hängen sie nicht am Galgen dran.) Und alles so ein Zeug und lachten mal wieder auf unsere Kosten sich die Bäuche wund.

Noch zwei Bier bitte rief Jörchie zum Gastwirt, der hinter der Theke gerade seine Gläser polierte.

Hier sind die Gläser wenigstens schön sauber und glänzen, wenn sie auf den Tisch kommen. Stimmt antwortete Jörchie! In Sülzenbrücken bei Dunkels Karl dagegen denkst du glatt die Gläser haben den breitesten Goldrand der Welt, nur das ehr schon verblasst ist und jetzt braun aussieht. Der wäscht die Dinger ja auch nie ab, sondern füllt sie nur nach und am Abend, Wenn ehr Feierabend macht stellt ehr sie nur verkehrt herum auf den Schrank den ehr Tresen nennt, sagte Jörchie. Der hat sowieso den merkwürdigsten Bierhahn den ich je gesehen habe, wenn man es nicht weiß könnte man glatt denken es sei ein Wasserhahn mit einem Laugebecken darunter. Aber das Bier schmeckt, du musst nur dein Glas von zuhause mitbringen, lästerte Jörchie. Bei dem Würde ich noch nicht einmal

 

 

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Flaschenbier dringen, mischte sich der Gastwirt ein.

Ach doch sagte ich, als wir neulich dort waren haben wir nur aus der Flasche gedrungen und weil ehr das Lehrgut nie wegräumte haben wir die gesamten leeren Flaschen unter dem Tisch gesammelt. Jörchie strahlte über alle vier Backen und sagte die haben wir ihm zum Schluss als Leergut vom Straßenverkauf untergejubelt.

Ihr! Sauhunde, sagte der Gastwirt und polierte lachend seine Gläser weiter. Bring uns noch zwei und dann zahlen bitte, sagte Jörchie und bot mir dabei eine Zigarette an. Morgen ist auch noch ein Tag, sagte ehr.

Als Jörchie seine Geldbörse öffnete um zu bezahlen, fiel ein kleiner dünner Bohrer heraus. Was ist den das, fragte ich sofort? Das sind Einmillimeter Bohrer, die habe ich gestern beim Uhrmacher weggefunden. Und was willst du damit, fragte ich? Ich habe noch keine

 

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Ahnung, vielleicht können wir sie ja brauchen. Ich habe da eine Bomben Idee, sagte ich, wir brauchen aber noch eine Bohrwinde oder Bohrkurbel. Die hole ich bei Karlchen und was willst du damit? Abwarten, sagte ich, wir brauchen auch noch eine Kneifzange und Stecknadeln. Als wir alles beisammen hatten gingen wir in das Neubaugebiet, wo es die meisten Klingeln gab. Was soll das, fragte Jörchie und rollte dabei wieder mit den Augen, willst du eine Klingelparty machen oder was? Nein das Gegenteil, wir bohren Löcher in die Klingelknöpfe und stecken die Nadeln hinein, damit es keiner sieht, müssen wir sie nur bündig abkneifen. Wenn dann Jemand klingeln will, rammt ehr sich die Nadel in den Finger und erschreckt gar mörderisch. Leise bauten wir die gesamten Klingelbretter aus und durchbohrten die Klingelknöpfe, dann schoben wir die Nadeln von innen durch und bauten die Klingelbretter wieder ein, nun mussten wir nur noch die Nadeln einkürzen.

Es ist nur schade dass es Nacht ist und keiner zum Klingeln weit und breit zusehen ist. Am nächsten Tag als ich gerade Jörchie abholen wollte, kam mir Riechart schon entgegen mit seinem Moped. Ehr steuerte genau auf mich zu und hielt vor meinen Füßen an und sagte, na, mein Freund, was haben wir denn wieder angestellt?

Ich weiß nicht was sie gemacht haben, ich habe geschlafen. Das kannst du jemanden erzählen der die Hose mit der Kneifzange anzieht, aber mir nicht! Warum, fragte ich frech wie Oskar? Du bist gesehen wurden also gib es schon zu! Na gut sagte ich, ich bin schuldig, ich habe die alte Frau überfallen. Nun schaute

 

 

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Riechart dumm und fragte was für eine alte Frau? Na ich denke man hat mich dabei gesehen, antwortete ich und lachte heimtückisch hinter vorgehaltener Hand. Euch kriege ich noch, sagte ehr und wenn es das letzte ist was ich tu, euch kriege ich schrie ehr und fuhr weiter.

Als ich bei Jörchie auf dem Hof kam, saß Karlchen auf der Bank und sagte, hast du schon gehört was im Neubauviertel wieder los war, also so etwas, wer das wohl wieder war, lachte ehr höhnisch und ging in das Haus. Jörchie kam aus dem Haus und sagte, die Liesbeth Dornheim, du weist schon, die Post austrägt hatte heute eine menge Einschreibepost und immer wenn sie Bei, jemanden klingelte stach sie sich in die Pfoten und auch andere zahlreiche Personen hat es gleich mit erwicht. Unter anderen auch Riechart und deswegen ist ehr besonderst ungehalten. Wir setzten uns auf die Bank im Hof und überlegten wie wir die Aktion unbeschadet überleben könnten. Nach langen hin und her waren wir der Meinung dass es am besten sei, wenn wir uns für eine Weile aus dem Staub machen würden. Unsere gesamten Campingsachen lagerten noch in meiner Hütte und mussten nur noch abgeholt werden. Jörchie sagte, wir müssen auf Karlchen warten! Warum denn dass, fragte ich? Der ist gerade mit dem Fahrradhänger in die Spur gegangen um im Garten Salat zu ernten, das kann durchaus eine Stunde dauern, sagte Jörchie und stand auf um über den Zaun zusehen. Oh, Oh, sagte ehr, das gibt dicke Luft. Komm schnell weg, ich glaube die wollen uns an das Leder! Ich riskierte kurz einen Blick und begriff was Jörchie meinte. Schnell verdrückten wir uns durch die Scheune in den Garten des Nachbarn und

 

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Legten uns zwischen die Rübenblätter. Schon nach kurzer Zeit hörten wir den Pöbel rufen, schickt die zwei Sauhunde heraus, die sollen jetzt Rede und Antwort stehen. Jörchie’s Oma kam aus dem Haus und fragte. Was haben die Lumpenhunde wieder angestellt? Natürlich wurde alles brühwarm erzählt. Da seid ihr aber auf dem Holzweg, die zwei waren doch bei uns in dieser Nacht. Ich habe doch gehört wie sie gegen Mitternacht das Haus betreten haben. Stimmt, dachte ich, aber nur um Werkzeug zu holen und grinste in mich rein. Nun kam auch Karlchen zurück mit seinen beladenen Fahrradhänger, was ist denn hier los, fragte ehr? Was wegen einen Nadelstich kommt ihr hier her, schämt ihr euch denn gar nicht, was seit ihr bloß für Jammerlappen? Früher bei der Deutschen Wehrmacht, hätte man euch schon gezeigt was richtige Kerle sind aber heute sind alle nur noch Weicheier. Verschwindet von meinen Hof und raubt mir nicht die letzten Nerven, sagte Karlchen und entlud seinen Hänger dabei. Aber den muss man einmal eine Lexion erteilen, sonnst geben die nie Ruhe. Ausgerechnet du willst den beiden eine Lehre erteilen, man die tricksen dich doch auf den Meter dreimal aus und du merkst es noch nicht einmal, sagte Karlchen und lachte dabei. Nun aber runter von meinen Hof ihr typisch Deutschen Dummköpfe, wollt einmal wieder einer Krieg beginnen den ihr nicht gewinnen könnt. Karlchen sprach mir aus der Seele und wir warteten bis die Luft rein war und schnappten uns den Anhänger und schlichen damit in einen großen Bogen um das Dorf. Karlchen hatte uns einige Lebensmittel in den Wagen gelegt. Nun mussten

 

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Wir nur noch die Campingsachen aus meiner Hütte holen. Als wir dort angekommen waren, sagte Jörchie, Ach du grüne Neune, hier wollen uns auch welche auflauern. Da wir unbedingt unser Campingzeug brauchten, mussten wir unbedingt in meine Hütte. Pass auf, sagte ich, ich lenk sie für einen Moment ab und du holst alles aus der Hütte und wir treffen uns im Zipfel.

 

 

( Das ist die Stelle wo der Mühlgraben und die Rot in die Apfelstädt münden.) Ich kam von vorn nachhause und tat, als ob ich ahnungslos wäre, doch als ich sie sah, schrie ich laut scheiße und rannte davon. Klug wie die Wanderslebener nun mal waren rannten jetzt alle hinter mir her. Ich lief bewusst langsam, damit sie die Hoffnung nicht aufgaben mich zu erwischen, denn nur

 

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So konnte Jörchie in aller Ruhe den Wagen beladen und zum Treffpunkt fahren. Als ich sie weit genug weggelockt hatte, rannte ich wie der Teufel und sie mussten aufgeben. Noch außer Atem trafen wir uns im Zipfel und ruhten uns erst einmal aus. Das war knapp, sagte Jörchie. Am besten ist es, wenn wir uns in die Nähe vom Apfelstädter Wehr niederlassen. Denn da gab es die Besten Stellen die für uns geeignet waren.

Wir bauten leise unser Zelt auf und richteten alles ein und tarnten alles mit frischen Weiten ästen, Holunder und Weißdornbüschen, bis der Weg unzugänglich wurde und man von außen nichts mehr sehen konnte.

 

 

Anschließend gingen wir nach Apfelstädt und kauften uns Getränke, Zigaretten und die noch fehlenden

 

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Lebensmittel ein. Am Zelt wieder angekommen, bauten wir uns wieder mit einer alten Alu Milchkanne einen Erdkühlschrank und verstauten alles darin. Als wir am Wehr angelten kam Napoleon mit seinen Fahrrad vorbei und sagte, ach sie einmal an. Schon wieder beim schwarz angeln. Nein sagte ich, das würden wir uns nie trauen, wir baden nur unsere Würmer, sagte Jörchie lachend. Man ihr habt Mut das halbe Neubauviertel sucht euch und ihr badet Würmer. Lasst euch bloß nicht blicken im Dorf, sonnst werdet ihr geteert und gefedert, sagte Napoleon und fuhr weiter. Komm sagte ich, es beißen ja doch keine Fische an, ich habe Hunger. Ja, sagte Jörchie, lass uns erst einmal Mittag essen. Wir gingen zum Zelt und machten uns auf einen Spirituskocher eine Büchse Suppe heiß und aßen ein paar Brötchen dazu. Hoffentlich kommen die

 

 

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Apfelstädter Weiber heute Nachmittag zum Baden, sonnst sterbe ich vor langer Weile, sagte Jörchie während ehr den Abwasch machte. Kaum am Wehr wieder angekommen, sahen wir auch schon meinen Bruder Fredy wie ehr im Gras saß und einen Mädchen beim baden zusah. Im Neubauviertel laufen alle mit verbundene Daumen oder Zeigfinger herum. Da muss was an den Nadeln gewesen seien das starke Entzündungen hervorhebt sagte Fredy. Schon möglich, sagte Jörchie die Nadeln lagen alle mit dem losen Rattengift in einer Holzschachtel und zog die Schultern dabei hoch. Nach und nach kamen immer mehr Jungs und Mädchen aus Apfelstädt und breiteten ihre Decken aus und gingen baden. Wir alberten mit dem Mädchen herum und spielten fangen im Wasser und andere Spiele unter der Decke. Heute Abend ist in Neudietendorf Tanz, sagte ein Mädchen und fragte ob wir auch hingehen. Natürlich gehen wir hin, nur ob man uns auch da reinlässt das steht auf einen anderen Stückchen Papier! Am Abend war es dann soweit, wir saßen mit dem Mädchen in dem Tanzsaal an einen Tisch und tranken unser Bier als jemand hereinkam und sagte Winny gehe einmal schnell raus, dort verprügeln sie gerade deinem Bruder. Ich sprang auf und Jörchie folgte mir. Als wir vor die Tür traten sahen wir Fredy am Boden liegen und ein anderer trat auf ihnen ein. Ich schnappte mir den Kerl und mischte ihn kurz ab dann hob ich meinen Bruder auf und fragte was los war.

Ach nichts weiter sagte der nur kleinlaut und ging wieder auf dem Saal. Andere Augenzeugen erzählten mir, das ehr Fredy dabei erwicht habe wie der in sein

 

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Motorradtank gepisst habe und wurde deshalb sauer. Wir gingen nach dem kurzen Vorfall wieder zurück auf den Saal und tanzten mit unseren Mädchen.

 

 

Aber der geprügelte Hund von draußen wollte einfach nicht locker lassen und organisierte eine menge Motorradfahrer und hetzte sie gegen uns auf. Als gegen ein Uhr Nachts der Tanz sich seinen Ende neigte standen sie alle vor der Tür und warteten auf uns. Wir wurden schon von anderen Personen vorgewarnt und auch der Veranstalter wollte uns hinten aus dem Notausgang herauslassen. Aber das ließ unsere Ehre als weit bekannte Straßenschläger nicht zu und wir gingen wie immer durch die Vordertür. Auf dem Vorplatz hatten sie sich aufgestellt und warteten auf uns.

 

 

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Langsam gingen wir ihnen entgegen und steckten unsere Schlagringe auf die Hände und ich fragte wer der erste seien wolle. Doch plötzlich hagelte es Entschuldigungen, sie wussten nicht dass sie sich mit uns anlegen würden

 

 

 

So nach und nach verschwanden sie alle wieder, bis auf den Urheber, dessen Motorrad sprang nicht mehr an. Wir steckten unsere Schlagringe wieder ein und halfen ihn schließlich sein Motorrad wieder flott zubekommen.

Ich ließ den gesamten Tank in die Straßenkanalisation laufen und reinigte ihn den Vergaser. Ein anderer Motorradfahrer besorgte neuen Sprit und die Sache war vergessen, bis auf Fredy der gerade versuchte den Sprit

 

 

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im Kanal abzufackeln. Mach das nicht schrie Jörchie, doch es war zu spät eine starke Verpuffung ließ die Abgussdeckel im Umkreis in die Luft fliegen und die dabei erzeugte Stichflamme machte meinen Bruder zum Glatzenträger. In den nächsten Wochen mieden wir das Dorf und besonderst das Neubauviertel so gut es eben ging. Es war Sonntag Vormittag und wir langweiten uns wie die Schrankenwärter. Komm wir gehen wieder einmal auf die Burg, da waren wir schon lange nicht mehr, wie ich gehört habe soll der Burgwart in Urlaub sein und eine Studentin aus Erfurt vertritt ihnen. Da sehe ich doch einen Lischt blick am ende des Tunnels. Lachte ich und es begann in mir zu brodeln und mein Gehirn ließ gerade die lustigsten Streich wie einen Film ablaufen. Das wird ein Riesengaudi sagte Jörchie. Wir machten uns auf den Weg dorthin und wollten aber auch von keinen gesehen werden. Deshalb gingen wir durch die Felder und mieten den Burgweg. Am sogenannten Eselstieg erklommen wir unbemerkt den Burgberg. Als ich mit meinen Fuß gegen einen größeren Stein kam, begann ehr in das Tal zurollen. Man bekommt der einen Zunder drauf, sagte Jörchie mit einem verschlagenen Blick. Wir sammelten alle Steine ein die wir finden konnten und stapelten sie zu einer Mauer auf und gingen weiter bis zur Burg. Wir klettern hinten über die Mauer sagte Jörchie. Als wir die Mauer überwunden hatten, schlichen wir sofort in den großen Keller und setzten uns auf die Bank die noch immer in der Ecke stand. Nun warteten wir bis die ersten Touristengruppen kamen und wir uns unter sie mischen konnten ohne aufzufallen. Potz Blitz da waren ja vier Studentinnen die da die Burg

 

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verwalteten, sauber sagte Jörchie und griff sich dabei an sein bestes Stück. Wir beobachteten sie unauffällig, bis eine von ihnen in das Turmzimmer ging und die Tür einen Spalt offen ließ. Schau die haben da Luftmatratzen ausgebreitet, die wollen doch wohl nicht hier schlafen sagte ich.

 

 

Aber es sah alles danach aus, das wirt eine Gaudi sag ich dir und Jörchie nickte. Ab nach hause wir brauchen da noch einiges. Als erstes müssen wir das Künstliche Gerippe aus dem Lehrmittelzimmer in der Oberschule holen, weiterhin müssen wir genügend Nebelkerzen bauen oder nochbesser wir nehmen Trockeneis und Wasser, da bleiben die Nebelschwaden wenigsten am Boden und es Stinkt nicht so wie die Nebelkerzen. Du sagst es , wir brauchen auch Schwefel und die

 

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Teufelspuppe aus dem Kasperletheater, sagte ich. Ich habe zuhause noch eine Signaltaschenlampe mit drei Farben, lachte Jörchie Teuflisch und sagte, das grüne Lischt im Nebel mit dem Gerippe kommt bestimmt fantastig herüber. Wir müssen schwarze Sachen anziehen damit wir in der Nacht nicht zusehen sind oder wollen wir etwa gesehen werden und nehmen weiß, fragte mich Jörchie. Nein sagte ich das machen wir in kleinen schritten wie bei Papstens Linda, übrigens da können wir auch einmal wieder guten Tag sagen lachte ich und steckte meinen Daumen zwischen den mittel und Zeigefinger.

 

 

Wir fangen mit ein paar leisen Geräuschen wieder an und steigern die Sache auf eine gesunde Dosis.

 

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Nachdem wir alles besorgt hatten machten wir uns wieder auf dem Weg in Richtung Burg. Als die Dämmerung eingesetzt hatte saßen die vier Studentinnen auf dem Burghof und unterhielten sich. Wir lauerten auf dem Mauervorsprung bis sie in das Turmzimmer gingen. Wir sprangen über die Mauer und rannten schnell in den Keller um uns zu verstecken, das hatten wir gerade so geschafft, denn die Mädchen kamen alle wieder aus dem Turmzimmer heraus und versammelten sich auf dem Burghof. In einen kleinen Steinkreis stapelten sie Brennholz auf und legten ihre Luftmatratzen rundherum und rollten die Schlafsäcke aus. Die ein holte ein kleines Kofferradio aus der Tasche und schaltete es an. Die anderen machten Feuer und breiteten irgendwelche Spieße zum grillen vor. Als es dunkel genug war schlichen wir heimlich heraus und hängten das Gerippe an einer Schnur in die Ecke und stellten kleine Büchsen mit Wasser darunter. Den Behälter mit dem Trockeneis versteckten wir gleich in der nähe. Nun machten wir die Taschenlampe auf der Erde so fest das der Lichtstrahl von unten genau auf das Gerippe zeigte, die Lampe hatten wir bereits eingeschaltet und lediglich zwischen den Kontakten einen Plastikstreifen angebracht den wir mit einer Angelschnur herausziehen konnten. Nun schlichen wir uns in die endgegengesetzte Richtung, wo man den Schein des Feuers für ein Schattenspiel am Burgturm ausnutzen konnte. Als sich die Mädchen hingelegt hatten begann eine von ihnen Schauergeschichten zu erzählen und wir merkten dass die anderen Angst bekamen und sich aneinander kuschelten. Doch das

 

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Luder hatte seinen Spaß daran und fing immer wieder damit an. Ich schwöre den Teufel herauf, hörten wir sie sagen. Das nahmen wir als Stichwort und machten einen leichten Schwefelgestank und Jörchie machte ein paar Schattenspiele an der Turmmauer während ich leise Kratzgeräusche machte. Als sie hinsahen hörten wir sofort auf damit sie nur schemenhaft etwas im Unterbewusstsein mitbekamen. Dann warteten wir wieder fast eine Stunde und fingen wieder an für nur ein paar Sekunden, damit sie wieder aus dem Halbschlaf gerissen wurden. Nun schluckte auch die eine und war ganz kleinlaut, kommt heraus ich habe euch schon lange gesehen rief sie in die Nacht. Als ob wir darauf hereinfallen würden, heimlich still und leise schlichen wir in den Keller zurück und tranken erst einmal in aller Ruhe eins von unserem mitgebrachten Bier und rauchten eine. Um Mitternacht begannen wir damit dass erst Trockeneis in die Wasserbüchsen zuwerfen um einen schönen gleichmäßigen Bodennebel zu erzeugen.

Als ehr dick genug war machten wir die Signallampe an und der Nebel färbte sich im Zentrum leicht grün und leuchtete das Gerippe leicht an so das es schemenhaft zusehen war. Nun Machte Jörchie ein paar Kratzgeräusche Und wir gingen in Deckung. Laut schreiend und kreischend liefen die Weiber über den Burghof der Treppe hinauf in das Turmzimmer und schlossen sich ein. Wir sammelten unsere Utensilien ein und versteckten alles im Keller in der Ecke unter Steinen, wo niemand etwas finden würde. Nur den Trockeneisbehälter nahmen wir wieder mit nachhause

 

 

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um ihn am anderen Tag wieder aufzufüllen. Nun schliefen wir uns erst einmal richtig aus und am Nachmittag gingen wir Wieder auf die Burg und beobachteten das die Mädchen hundemüde waren und auf der Bank einschliefen. Pass auf das niemand einschläft, sagte Jörchie und die Mädchen zuckten zusammen. Ich möchte nicht wissen was ihr nachts macht sagte ich gutgelaunt und lachte dabei. Wenn ihr wüstet, sagte die eine. Nun sah ich auch schon neben dem Tor die gesamten Sachen der Mädchen und sagte ihr wollt wohl die nächste Nacht, wo anders schlafen? Ja, aber wo wisst ihr den her dass wir diese Nacht hier geschlafen haben. Ach das dachte ich mir so als ich die Sachen neben dem Tor gesehen habe. Ach so sagte sie und ging zu der einen die am Eingang die Eintrittskarten verkaufte. Dort flüsterten sie und ich konnte kein Wort verstehen.

 

 

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Nun tauschten sie die Plätze und das Strohblonde Mädchen mit den langen Haaren kam zu uns herüber und sagte, ich habe euch heute Nacht schon erkannt. Ich sagte wieso, wahrt ihr auch zur Disco? Was für eine Disco fragte sie, na ich denke ihr habt uns dort erkannt. Nun schaute sie mich dumm an und sagte ihr wahrt auf einer Disco. Klar wo sonst sagte Jörchie. Diese Weiber, dachte ich, wollen uns reinlegen. Nur weil ich mich da einwenig verplappert habe. Wir machten uns miteinander bekannt und tauschten unsere Adressen aus, natürlich bekamen sie die falschen von uns. Ich heiße Andrea sagte die blonde und ihr seid Winny und Jörchie? Ja sagte Jörchie, wo wisst ihr das her. Der Burgwart hat uns gewarnt und euch genau beschrieb und vorhin habe ich gehört wie du mit den Namen Winny angesprochen wurden bist. Gansschön clever die kleine dachte ich. Das war ja auch diejenige die den anderen Angst eingejagt hatte. Ihr wollt wohl diese nacht hier oben schlafen fragte ich neugierig? Nur wenn ihr auch hier schlaft sagte eine Stimme aus dem Hindergrund, ich drehte mich um und war erstaunt. Potz blitz die ist ja wunderschön dachte ich und sagte aber natürlich würden wir gerne mit hier oben schlafen. Sie wollten uns Geld geben damit wir etwas zu trinken besorgen konnten, aber nicht doch sagte ich, wir bringen auch so genug. Da in Wandersleben die Luft immer noch zu dick war beschlossen wir nach Mühlberg zu gehen und dort einzukaufen. Bei meinen Onkel im Weinkeller fingen wir an und holten zwölf Flaschen Erdbeerwein. Bei Jörchie’s Oma konnten wir eine

 

 

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Flasche Likör ergattern. Im Dorfladen kauften wir noch genug Zigaretten einen Kasten Bier und etwas für den Grill. Mit einem kleinen Wagen transportierten wir alles auf die Burg. Gegen achtzehn Uhr schlossen wir das Holz und Gittertor und waren unter uns. Es war ein sehr heißer Tag und alle waren durchgeschwitzt und hatten Lust auf ein Bad, doch auf der Burg gab es keine Wasserleitung und die Kanister von den Mädchen waren leer. Die einzige Abkühlung bot uns der Wind. Also zogen wir uns aus bis auf die Badehosen, die wir im Sommer immer mit anhatten. Ah das tut gut sagte ich und ließ mir den Wind um die Nase wehen. Nun zogen sich auch die ersten Mädchen bis auf die Unterwäsche aus und stellten sich neben mich. Das bringt ja kaum was sagte die eine zu mir und schüttelte den Kopf. Kein Wunder sagte Jörchie, ihr habt ja auch noch zuviel an. Das könnte euch so passen, sagte die eine und ging wieder mit zu den anderen. Ich ging mit Jörchie ein Stück über das Burggelände und ehr sagte, irgendwie müssen wir es schaffen das die sich ausziehen. Abwarten sagte ich noch haben die ja nichts getrunken und morgen ist die Burg sowieso geschlossen, da können wir heute schon die Sau rauslassen. Puh, ich schwitze wie ein Schwein, sagte ich, komm wir nehmen erst einmal ein Bad. Wie das den fragte Jörchie? Am Fuß des Burgturmes befindet sich eine Regenwasserzisterne, das weis nur keiner von den Weibern. Der Eingang befindet sich genau unter der Treppe und kann von hier nicht eingesehen werden. Wir nahmen die leeren Kanister und füllten sie wieder auf.

In einer Kuhle breiteten wir unsere große Luftmatratze

 

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Aus und gossen das Wasser in die Vertiefung und bekamen dadurch so eine Art Badewanne. Wir rannten mit den Kanistern hin und her bis die Wanne gefüllt war. Die Mädchen streiften durch das Gemäuer, wo es etwas kühler war und bekamen von unserem Bad nichts mit. So lang wie wir waren legten wir uns in das Wasser und tranken die erste Flasche Bier. Nun kamen auch die Mädchen herüber und staunten Bauklötzer, wo habt ihr den das Wasser her, ich will auch baden, sagte die eine und legte sich zwischen uns und machte sich fett das für uns kaum noch Platz war. Komm wir lassen die anderen auch mit rein, sagte ich und stand auf, komm schon sagte ich wir holen noch Wasser. Nun übergossen wir die Mädchen mit den Kühlen Wasser, aber wo wir es herhatten wussten sie immer noch nicht. Als die Sonne langsam unter ging, zündeten wir den Grill an und drangen den Süßen Erdbeerwein. Der ist süß und hat es in sich sagte mein Onkel, 18% Alkoholgehalt. Das ist ein echter Schlüpferstürmer. Die Weiber tanken das Zeug wie Brause und wir blieben lieber beim Bier. Nach einer Weile öffnete Jörchie die Flasche mit dem Likör und lies sie in die runde gehen, nach kürzester Zeit war die auch schon wieder leer und so wurde die nächste Flasche Wein geköpft. Jörchie hatte sich an die Blonde angekuschelt und seine Hand verschwand in ihr BH. Ich ging hinüber zur Burgmauer und sah herunter als ich merkte das mir Petra gefolgt war, ich umarmte sie und gab ihr einen Kuss auf den Mund, gleichzeitig fuhr meine Hand in ihre Hose und fasste voll in das Glück. Nach und nach machten wir es mit allen vieren und hatten Spaß, bis der Burgwart wieder seinen Dienst

 

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Versah und die Studentinnen wieder verschwanden. Die Zettel mit ihren Adressen hatten wir auch irgendwie versaubeutelt und sie hatten von uns sowieso die falschen Adressen bekommen. Scheiße denn die hätten wir gerne einmal wieder gesehen.

 

 

Die Weinlese hatte mal wieder begonnen und wir konnten es einfach nicht lassen die süßen reifen Trauben in ruhe zu lassen. Schon am Vormittag gingen wir durch das Dorf und inspizierten die Trauben der Leute. Ich klaube Dr. Henner hat die schönsten, größten und reiffesten Trauben im gesamten Dorf, sagte Jörchie. Aber sie hingen hoch, wie das meistens mit den besten Trauben war. Also brauchten wir wieder eine lange Leiter! Zum Glück besaß unser Herr Pastor ja eine und

 

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Die konnten wir ja uns heimlich borgen, als ehr nicht zuhause war, sie musste nur wieder zurück sein, wenn es draußen hell wurde damit ehr nichts davon merkte. Henner hatte verlauten lassen, das ehr dieses Jahr jeden erwischen würde, der seine krummen Pfoten durch seinen Zaun strecken würde.

 

 

Da kannte ehr uns aber schlecht, wir und uns erwischen lassen, das hat es nur einmal gegeben. Als die Dunkelheit hereingebrochen war, borgten wir uns die Leiter und bezogen die Stellung. Nun mussten wir nur noch warten bis Henner das Haus verlässt. Ich hatte in Erfahrung gebracht, das ehr Bereitschaftsdienst hatte und laufend von irgendjemand gerufen wurde. Den Zeitpunkt nutzten wir natürlich gerne aus und warteten.

 

 

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Schon nach kurzer Zeit hörten wir ihm mit seinen P70 wegfahren und stellten die Leiter an ich leuchtete mit einer Taschenlampe und Jörchie pflückte den Korb voll mit den schönsten Trauben. Die Leiter brachten wir sofort zurück und verzogen uns zum Kulturhaus auf unsere Bank und begannen die Trauben zu verputzen.

Sie waren einfach lecker, zuckersüß und saftig. Wir hatten bereits den größten Teil der Trauben aufgefuttert als ich plötzlich einen Mörderischen Durchfall bekam und Jörchie klagte auch über Bauchschmerzen. Was ist das denn, fragte ich? Haben wir zuviel davon gegessen?

Komisch war das schon, denn wir konnten doch eigentlich immer Unmengen davon verdrücken ohne dass es uns etwas ausmachte. Nun bekam auch Jörchie einen starken Durchfall und wir rannten lieber schnell nachhause, wo wir eine Toilette belagern konnten. Meine Bauchschmerzen ließen einfach nicht nach und ich rannte die ganze Nacht zur Toilette. Da ich schon ganz wund am Hintern war jammerte ich jedes Mal wie eine Frau bei der Geburt. Endlich war die scheußliche Nacht vorbei, dachte ich und musste schon wieder rennen. Geh doch zum Henner und lass dir was verschreiben, sagte meine Mutter nach dem ich die gesamten Kohletabletten aus der Hausapotheke verkonsumiert hatte. Ich ging schon bei Zeiten los um der Erste zu sein, doch Jörchie stand schon da und kniff die Arschbacken zusammen und hatte ein paar Schweißperlen auf der Stirn und ganz blutunterlaufene Augen und jammerte wie ein Schlosshund. Henner verabreichte uns sofort ein in Wasser aufgelöstes Pülverchen und sagte dabei, also Jungs, wenn ihr schon

 

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Meine Weintrauben klaut, dann wascht sie wenigsten vor dem essen ab und hielt sich den Bauch vor lauter lachen. Da wir beide wie die armen Sünder vor ihm standen und nicht wussten was wir sagen sollten, zogen wir ab wie die beseichten Pudel. Das Pulver hatte sofort angeschlagen und wir fühlten uns wieder wohl. Die gesamte Bevölkerung von Wandersleben machte sich mal wieder lustig über uns und das wurde unerträglich.

Unser Zelt stand ja zum Glück noch im Wittchen und wir konnten uns in aller ruhe wieder für die nächsten Tage verpissen.

 

Apfelstädt war in den nächsten Tagen mal wieder angesagt. Dort bauten sie gerade einen Riesen Strohschober vor dem Dorf auf. Klasse sagte Jörchie, da bauen wir uns eine Höhle hinein und schlafen einmal im Strohschober, das wollten wir schon immer einmal tun.

 

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Als die Bauern Feierabend machten, lauerten wir schon in den Büschen mit einer Bleistiftzeichnung in der Hand, wo die Grundrisse unserer Höhle aufgezeichnet waren. Eine Höhle mit vier Ausgängen in alle vier Richtungen sollte es werden. Kaum waren die Bauern weg, da hatten wir schon die ersten Strohbündel herausgezogen. Auf der anderen Seite lag ein Haufen Bretter und alte Schneezäune herum, die wir nahmen um die Decke zu stabilisieren damit nichts einbrechen konnte. Wir deckten alles wieder gut ab, damit niemand etwas merken würde. Am folgenden Tag waren die Bauern wieder beim Schoberbau und wir bauten abends die nächste Etage aus und sie stapelten wieder Strohbündel drauf. So wuchs und wuchs der Strohschober in Windeseile zu einen Riesen Bauwerk an und unsere Höhlen zogen sich über mehrere Etagen mit großen Zwischenräumen wo wir Decken und Taschenlampen deponiert hatten. Der Bau des Strohschobers war abgeschlossen und die Bauern wurden nicht mehr gesehen. Nun waren wir die uneingeschränkten Herrscher über den Strohschober. Am Wehr, das in unmittelbarer nähe lag, badeten wieder die Apfelstädter Jugendlichen. Komm wir gehen auch baden, sagte Jörchie und ging in Richtung Wehr. Ich folgte ihn und rief Mach dir das Stroh aus den Haaren, es muss nicht jeder wissen dass wir dort eine Höhle haben. Ist schon gut, das hatte ich für einen Moment vergessen sagte ehr und kämmte sich sein Haar durch.

Am Wehr sahen wir viele Mädchen die wir noch nicht kannten, die müssen auf Besuch sein, sagte Jörchie. Wir zogen uns aus und sprangen auch in das kühle Wasser

 

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Um uns zu erfrischen. Das ist meine Kusine sagte Marina die ist ein paar Tage auf Besuch bei uns. Ich sah sie an und wusste sofort, das könnte der Beginn einer wunderbaren Freundschaft werden. Marina stellte mich vor und ich sah tief in ihre Augen, worauf sie mich anlächelte. Na klappt doch dachte ich mir und schwamm zu Jörchie auf die andere Seite des Wehres, wo der sich geraden mit ein paar Mädchen abgab. Hier baggerte ich sofort die nächste an und versuchte bei ihr zu landen. Die eine reicht dir heut wohl nicht, sagte Jörchie zu mir. Ich antwortete ihm, ein guter Schmied hat immer zwei

 

 

Eisen im Feuer, für den Fall das eins verbrennt. Und so baggerte ich was das Zeug hielt ein jedes Mädchen wieder an was mir vor den Rüssel schwamm.

 

 

109.

Es wurde langsam Abend und so nach und nach gingen alle Nachhause und so trennte sich erst ein Mal der Spreu von den Weizen. Die jetzt noch blieben waren willig aber eindeutig noch zu viele für uns zwei. Komm wir gehen erst einmal Bier holen und sehen wer dann noch da ist, sagte Jörchie. Wir zogen uns an und gingen, kommt ihr wieder rief ein Mädchen hinterher, ja wir wollen nur was zum Trinken holen in einer Stunde sind wir wieder da, antwortete ich. Wir ließen uns jetzt viel Zeit und tranken erst einmal ein paar Flaschen Bier vor dem Konsum und auf dem Rückweg sprachen wir noch mit einen älteren freundlichen Mann der mit einen Kind auf einer Bank saß.

 

Als wir am Wehr ankamen, waren zu unser erstaunen restlos alle Mädchen noch da und tummelten sich in der

 

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Dunkelheit nackt im Wasser. Wir streiften schnell unsere Sachen ab und sprangen auch nackt in das Wasser, wo der Spaß erst richtig begann. Wir alberten herum und spielten fangen und ähnliche Dinge. Oberhalb vom Wehr hatten wir unsere Decken ausgebreitet und ein kleines Lagerfeuer angezündet. Komm mit wir sammeln noch etwas Brennholz sagte ich zu der Kusine von Marina und nahm eine Taschenlampe in die linke und sie in die rechte Hand und wir verschwanden im Dunkel der Nacht. Nach einer angemessenen Entfernung machte ich die Lampe aus und nahm sie in meinen Arm und wollte sie küssen, doch sie war mir einen Schritt voraus und nahm meinen kleinen Mann und !!! Wir hatten einen Riesenspaß dabei und waren auch ziemlich laut so das es eine Kleinigkeit war für die anderen uns zu finden, denn die wollen ja auch auf ihre Kosten kommen. Am Feuer liefen wir alle noch nackt herum und die schön geformten Körper der Mädchen machten uns schon einen Riesen Appetit und wir konnten unsere Finger einfach nicht bei uns behalten und mussten überall herum naschen. Als es auf Mitternacht zuging, mussten die meisten nachhause bis auf Ilona die wir mit in den Strohschober nahmen und dort eine wundervolle Nacht verbrachten. Wir schliefen noch ein paar Tage im Strohschober bis uns ein Apfelstädter Bauer mit Namens schramm beim Strohholen erwischte und wir die Flucht ergreifen mussten. Die Bauern zerstörten daraufhin unser Tomiziel und wir zogen uns wieder in unser Zelt zurück. In Apfelstädt waren wir zwei einmal wieder das Thema Nummer eins und alles lachte darüber wie der

 

 

111.

Alte schramm uns aus dem Strohschober gejagt hatte.

Am folgenden Tag beschlossen wir lieber für ein paar Tage Sülzenbrücken wieder unsicher zu machen und gingen in das Gasthaus Dunkel um ein paar Bierchen zu zischen.

 

Kaum hatten wir das zweite Bier am Hals da kamen auch schon zwei Mädchen die uns schon die gesamte Wegstrecke über verfolgt hatten in die Gaststube. Sie setzten sich mit an unseren Tisch und fragten ob wir uns schon am frühen Nachmittag besaufen wollten? Eigentlich nicht sagte ich, aber wir haben lange Weile und was ist mit euch, fragte ich sie? Wir tun auch nur Trübsal blasen sagte die eine und Jörchie fragte sie gleich ob es unbedingt Trübsal seien müsse denn ehr hätte da schon durchaus etwas Besseres. Warum nicht,

 

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Kam die Antwort wie aus der Pistole geschossen und wir bestellten noch zwei Bier und Cola. Als Karl die Getränke brachte bezahlten wir sofort, tranken unsere Gläser aus und kehrten Sülzenbrücken wieder den Rücken zu.

 

Auf dem weg nach Apfelstädt verschwanden wir in ein sehr Hochgewachsenes Maisfeld, wo es herrlich kühl war und bauten aus unseren Sachen eine Spielwiese, wo die Mädchen uns bewiesen dass sie noch mehr als nur Trübsal blasen konnten.

Als wir an der Apfelstädt den kleinen weg nach Wandersleben benutzten, hatten wir die meiste Zeit einen freien Blick auf den Fluss. Schau einmal was da kommt, sagte Jörchie und ich trete mich um. Da kam eine Menge Leute mit Faltbooten angepaddelt. Ah, das

 

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muss Spaß machen, sagte ich und überlegte, wo wir nur so ein Ding herbekommen könnten. Doch so sehr wie wir uns auch anstrengten, wir kannten ja noch nicht einmal einen der einen kennen könnte der so ein Boot haben könnte, so mussten wir uns selber wieder behelfen. In der LPG gab es immer massenhaft Traktor oder Hängerschläuche. Da bedienten wir uns und ließen in der Werkstatt genügend Luft aufpumpen. Nun besorgten wir uns noch Wasserdichte Planen, wo wir unsere Sachen einwickeln konnten. Nun fuhren wir mit dem Reifen unter dem Hintern und den Sachenpäckchen auf dem Schoß der Apfelstädt herunter bis zum Wehr. Das machte einen Riesen Spaß und wurde sofort von allen die uns sahen nachgemacht. Wir fuhren immer wieder herunter bis zum Wehr und mussten unsere Reifen dann wieder die gesamte Strecke zurück tragen. Aus diesem Grund begannen wir unsere Päckchen mit den Sachen erst gar nicht mehr mit zu nehmen, denn wir brauchten sie ja eigentlich gar nicht und die Reifen waren ja auch so schwer genug. Der Rückweg mit dem Traktorreifen auf dem Rücken, machte überhaupt keinen Spaß. Ich habe da eine gute Idee, sagte Jörchy. Komm heraus damit antwortete ich ihm. Wir fahren nicht nur zum Wehr, sondern nach Neudietendorf und fahren mit dem Zug wieder nachhause. Das ist ja eine tolle Idee, sagte ich. Wir bringen die Fahrräder mit dem Hänger an den Bahnhof, da brauchen wir die Reifen, nicht einmal wieder an die Apfelstädt zu schleppen. Wir bastelten uns kleine Brustbeutel die wir um den Hals hängten um unser Fahrgeld nicht zu verlieren. Jörchie sagte zu mir, ich habe es, wir veranstalten ein Wettrennen. Klasse

 

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Sagte ich wir fragen alle ob sie mitmachen möchten. Hell auf begeistert stimmten auch alle zu. Aber was sollte der Sieger für einen Preis bekommen? Da lassen wir uns noch etwas einfallen, denn so ein Preis, das sollte schon etwas besonderes sein. Dürfen wir auch mitmachen, fragten ein paar Mädchen? Das muss ich erst mit Winny besprechen, sagte Jörchie und zog mich am Arm zur Seite. Los die lassen wir mitmachen sagte Jörchie, umso mehr wir sind, des so mehr Spaß macht es auch. Wenn sich drei davon als Preis für die ersten Plätze zur Verfügung stellen habe ich bestimmt nichts dagegen und wir müssen uns nicht länger damit herumärgern, denn wir haben sowieso nichts was wir einsetzen können.

 

Sie schauten uns an und Kerstin sagte, einen Moment, das haben wir gleich die Mädchen gingen ein Stück und

 

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Steckten die Köpfe zusammen um mit einander zu Tuscheln. OK. Sagte Kerstin wir sind uns einig und nannte die Namen der drei Preise. Worauf hin Jörchie sagte nein auf keinen Fall, der zweite Preis ist ja viel zu dürre, das ist ja mehr eine Strafe als ein Preis. Wählt doch die Preise nach der Brustgröße aus, sagte ich, das ist doch am einfachsten und ein jeder will bei den Rennen auch der erste sein. Denn so geht das nicht, sagte Jörchie, da will ja keiner gewinnen. Sie nahmen unseren Vorschlag an und wir stellten uns als Preisrichter zur Verfügung und kontrollierten ab die Preise auch alles am richtigen Fleck haben und gaben ihnen noch Regieanweisungen damit sie genau wussten was von so einen Preis erwartet wurde und wie ehr sich zu benehmen hatte. Nun mussten wir nur noch die ersten Plätze belegen, um am Abend unsere Preise genießen zu können. Wie konnten wir sicherstellen dass uns die Preise zufallen würden, überlegten wir den gesamten Nachmittag. Wir liefen in der Apfelstädt die gesamte Rennstrecke ab und legten Hindernisse in das Wasser die vorher noch nicht da waren und studierten den genauen Kurs den wir Paddeln mussten. Am Tag des großen Reifenrennens wurden die drei ersten Preise bekannt gegeben, damit auch der letzte einen Ansporn hatte, sollte ehr die dürre als Trostpreis bekommen, denn nur so war sichergestellt das wirklich keiner verlieren wollte. Wir nahmen alle Aufstellung und warteten auf das Kommando fertig los, das vom ersten Preis gegeben wurde. Das rennen hatte begonnen und wir paddelten wie die Geisteskranken, nur um mit allen Mitteln die ersten zwei Plätze zu belegen. Wir kamen

 

16.

Auch ganz gut voran und die anderen hatten zu kämpfen die Hindernisse zu umfahren. Wir hatten ja genug Steine in den Weg gelegt. Nur eines hatten wir leider nicht bedacht, wenn wir nicht gegen unsere Hindernisse fahren wollten, mussten wir ja auch eine unbekannte Strecke fahren und hatten auch gemeine

Schwierigkeiten. Jörchie jammerte auch schon, weil ehr mit seinen Arsch ständig gegen irgendwelche Steine prallte und die zum Teil auch noch ziemlich spitz wahren. Aber alles jammern nutzte nicht denn das war ja ein Spitzenrennen das man auf keinen Fall verlieren durfte. Am Apelstädter Wehr mussten wir mit unseren Reifen die Apfelstädt verlassen und um das Wehr herumtragen und am Ende des Wehrs wieder einsetzen um das Rennen so schnell wie möglich fortzusetzen. Irgendwie habe ich das Gefühl das wir Mist gebaut haben, sagte Jörchie. Warum, fragte ich. Na, wenn die Weiber gewinnen, dann haben wir ja keinen Preis für sie, die können sich ja nicht selber gewinnen. Das stimmt sagte ich nachdenklich. Die dürfen einfach nicht gewinnen, wenn sie einen Preis haben wollen. Das stimmt auch wieder, sagte Jörchie und fragte mich, wer sagt es ihnen, etwa du! Schau einmal ich habe sowieso schon lange das Gefühl, als ob sie sich absichtlich überholen lassen um so etwas das Rennen zu Manipulieren. Stimm, das Gefühl habe ich auch, denn die lassen uns immer ein Stück Vorsprung. Nur noch ein paar hundert Meter und wir würden die Sieger sein und vernaschten in Gedanken schon unseren Preis. Au, schrie ich auf, Ach du scheiße, ich war mit meiner Badehose an einen Ast hängen geblieben der da unter

 

117.

Wasser lag und nicht zusehen war. Tut da weh, meine Hose war genau zwischen den Beinen aufgerissen und hatte sich in ein Minniröckchen verwandelt. Scheiße man, sagte ich, so kann ich doch nicht mit dem Zug nachhause fahren und schon gar nicht in der Mitte von Neudietendorf an Land gehen. Ich hatte mir die größte Mühe gegeben um zu gewinnen und musste jetzt doch noch so kurz vor dem Ziel aufgeben. Ich hatte nur noch die Möglichkeit ungesehen durch das Wittchen nachhause zu gehen um mir andere Sachen zu holen. Kaum war ich an Land gegangen, da wurde ich auch schon von unseren Trostpreis verfolgt. Oh Schreck, das auch noch. Wie sie in ihren Bikini so vor mir stand, dachte ich man die ist ja so lang und dürre wie der Mexikanische Sommer, aber mit ihrer Brustgröße hatte ich mich gansschön getäuscht und musste feststellen das sie größer war wie unter der Bluse angenommen wurde.

Auf den Nachhauseweg kamen wir an vielen schönen Büschen und Rasenflächen vorbei, wo sie mich nach allen regeln der Kunst immer wieder trösten musste, dabei vergasen wir die Zeit und waren erstaunt das uns Jörchie mit dem ersten Preis entgegen kam mit einer Flasche Sekt in der einen und den Mädchen in der anderen Hand. Sie hatte einpaar zusammengerollte Decken unter dem Arm und lächelte mich ganz verschwitzt an. Jörchie sagte spöttisch, tröste dich du hast ja auch einen Preis. Irgendwie hatte ehr ja auch recht, denn Sieger waren wir beide, ehr von vorn und ich von hinten. Im Wittchen kannten wir die schönsten Stellen, wo uns auch keiner vermuten oder finden

 

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Würde. Dorthin zogen wir uns zurück und flößten den Weibern den Sekt ein, damit sie besser in Stimmung kamen und mit uns den Sieg zufeiern.

Ich kam auf die Idee ein neues Rennen zufahren und wollte meinen Reifen von unten zukleben mit einen großen Stück Gummi und als Boten wollte ich eine Holzplatte einfügen damit mir so eine Panne nicht noch einmal vorkommen konnte. Wir hatten noch einen guten Kontaktkleber zuhause der wirklich seien Namen alle Ehre machte. Als Jörchie zu mir kam und ich ihn mein kleines rundes Boot zeigte, tippte ehr sich an den Kopf und sagte, du spinnst wohl, ich lasse mir doch nicht meinen Preis abjagen. Ich wollte ihm klar machen dass man so einen Preis immer nur bis zum nächsten Rennen behalten könne. Doch auf dem Ohr war ehr einfach taub und so viele Argumente ich auch vorbrachte, ehr wollte einfach nicht. Der Geizkragen wollte mir seinen Preis noch nicht einmal borgen. Komm wir suchen, wo anders unseren Spaß, sagte ehr und nahm die Dose mit dem Kontaktkleber. Damit nicht ein jeder sofort sehen konnte was wir da haben, versteckten wir die Dose in einen alten Gasmaskenbehälter den sich Jörchie an seinen Gürtel befestigt hatte. Am Konsum stand ein Malergerüst wo unser Nachbar montags Hermann arbeitete. Ehr war Gemeindearbeiter und dem Alkohol stark verfallen. Denen einen Streich zuspielen machte bekanntlich doppelt so viel Spaß. Ehr hatte wie meisten am Monatsanfang noch genug von seinen Lohn in der Tasche und konnte sich fast täglich so richtig vollaufen lassen. Heute war wieder so ein Tag, Hermann hatte wie üblich wieder einmal seine Mittagspause stark

 

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Überzogen und hinter dem Konsum eine Wodkaflasche vergewaltigt und mit ein paar Bierchen kräftig nachgespült. Wir schlichen uns an das Gerüst und klebten den Farbeimer auf den Gerüstpolen fest und die Pinsel am Rande des Farbeimers. Nun setzten wir uns auf die andere Straßenseite auf ein Geländer und lauerten ganz ungeduldig darauf was passieren würde, wenn Hermann wieder kam.

 

Es dauerte eine Ewigkeit aber Hermann kam, obwohl sein Gerüst noch nicht einmal einen Meter hoch war, dauerte es eine Ewigkeit bis ehr langsam heraufgeklettert war. Da es bereits gegen fünfzehn Uhr war und der Konsum gleich öffnete, standen Zahlreiche Bürger schon vor der Tür und warteten darauf dass der Laden öffnen würde. Sie hatten alle nichts Besseres zu tun als Hermann zuzuschauen und wurden ungewollt

 

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Augenzeuge eines schönen Schabernacks. Hermann hatte endlich das Gerüst erklommen und wollte mit seiner Malerarbeit vorfahren und griff nach dem Pinsel doch der rührte sich nicht. Hermann begann jetzt mit dem Pinsel zu schimpfen und machte dadurch auch noch die letzten Straßenpassanten auf sich aufmerksam. Ehr wollte immer wieder nach den Pinsel greifen, doch ehr griff daneben und Wenn ehr ihm endlich einmal wieder in der Hand hatte, wollte der Pinsel nicht so wie Hermann. Das köstliche Schauspiel wurde von den Leuten beobachtet und zwei Männer schlossen bereit die ersten Wetten ab, ob ehr den Pinsel bekommt oder nicht. Denn dass der angeklebt war konnten Sie ja noch nicht wissen. Nach langen hin und her bekam Hermann endlich den Pinselstiel zu fassen und zog und bog ihn in alle Himmelsrichtungen biss der Stiel abbrach und Hermann auf der Schnauze lag. Nun lachten alle wieder über den betrunkenen Tollpatsch und hielten sich die Bäuche vor lauter lachen. Sie lachten alle so köstlich das niemand bemerkt hatte das der Konsum schon seit ein paar Minuten geöffnet hatte. Herman der sich in der Zwischenzeit wieder aufgerappelt hatte trat nun vor lauter Zorn gegen den Farbeimer, doch der blieb stehen. Nun spritze eine hohe Fontäne Farbe aus dem Eimer senkrecht in die Luft und erwischte Hermann frontal und saute ihn von oben bis unten mit Farbe ein. Nun hatte ehr die Schnauze aber gestrichen voll und trat noch einmal mit voller Wucht gegen den Eimer, doch der blieb wieder stehen und Herman hatte so viel Schwung in den Tritt hineingelegt das ehr jetzt von seinen Gerüst viel und am Boden in einer Farblage saß und erneut

 

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Schimpfte. Nun stand ehr auf und warf vor lauter Wut das gesamte Gerüst um und der Farbeimer klebte immer noch an der Gerüstpole und wollte nicht abgehen. Hermann verschwand in Richtung Gemeindeamt, wo ehr sich im Keller wieder ein ruhiges Plätzchen suchte um seinen Rausch auszuschlafen.

 

Da es hier nichts mehr zusehen gab, gingen wir um uns ein neues Opfer auszusuchen. Wir gingen langsam durch die Schenkstraße und sahen einen alten Landarbeiter den alle nur Ohm Karl nannten wie er nachhause ging und seine Gummistiefel vor der Tür auszog. Da sie ziemlich schmutzig waren ließ ehr sie auf der Treppe vor dem Haus stehen. So schnell konnte keiner gucken wie wir sie zusammengeklebt hatten und weiter gingen. Das ist eine gute Idee sagte Jörchie, in den Neubauten stehen immer reihenweise die Schuhe

 

122.

Vor der Tür. Nein sagte ich, jetzt am Tag müssen sie uns nur von Weiten sehen und wissen sofort wer das wieder war, nein ich denke mir etwas anderes aus. Als nächstes bestrichen wir ganz dünn eine Parkbang in der Nähe des Kulturhausen, wo auch glatt die alte Frau Wuttke ihren Rock hängen lies. Als nächstes klebten wir auf der Kegelbahn alle Turnschuhe am Boden fest die wir finden konnten. Den Rest des Klebers strichen wir auf das Geländer der kleinen Brücke, wo wir glatt das nächste alte Weib gefangen hatten. Schade sagte Jörchie, der schöne Kleber ist alle und was stellen wir jetzt noch an bis heute Abend, denn da hatten wir wieder eine Verabredung mit unseren Preisen bis dahin waren es ja noch ein paar Stunden. Komm wir schwimmen noch eine Runde im Badeloch, sagte ich und wir gingen schwimmen.Ich hoffe das ich sie wieder gut unterhalten konnte und kann meinen Fans schon jetzt versprechen das ein weiteres Buch in kürze wieder in meinen Heimatverlag erscheinen wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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