Ein Märchen von Winfried Schäfer – Rochau

 

 

 

 

 

                            Die Hexe von Kaufungen

 

Einst lebte im Kaufunger Fort ein altes Kräuterweib, sie wahr bereits sehr alt und auch sehr Klug und Weiße. Sie wusste einfach alles über die Pflanzen und Tiere des Waldes. Einmal im Jahr machte sie ein Wallfahrt an den Rhein zu Hildegard von Bingen um ihr zu berichten was sie neues über Kräuter und deren Wirkung heraus gefunden hatte. Einestage kam sie zurück vom Rhein, hatte gerade ihren geliebten Kaufunger Forst erreicht und sah gerade noch wie ein Zwerg in einen Erdloch verschwand. Wo kommt der denn her, fragte sie sich. So ,lange wie sie schon im Kaufunger Forst lebte hatte sie noch nie einen Zwerg dort gesehen. Wer ist das und wo kommt der denn her, wollte sie gerne wissen. Als sie gegen Abend an ihrer alten Hütte angekommen war, legte sie sich auch gleich zu Bett, zu beschwerlich war die Reise gewesen und sie schlief auch gleich ein. Als am anderen Morgen die Sonne bereits hoch am Himmel stand, wachte sie erst wieder auf. Nun bin ich wieder ausgeruht, dachte sie und überlegte ob sie wirklich einen Zwerg gesehen hatte, oder ob es nur ein Trugbild war. Sie machte Feuer und begann aus Kräutern ihre Salben und Tinkturen zu kochen oder anzurühren. Sie zerstoß Kräuter in einen Mörser und kochte ihr Mittagessen. Hallo Hulda ! Ertönte eine Stimme, Frank der Jäger des Kaufunger Forstes kam wie üblich bei ihr um diese Zeit vorbei. Er war ein stattlicher Mann in den besten Jahren und hütete des Königs Wild. Jeden Tag sah er auch nach der alten Hulda wie es ihr geht, er mochte das alte Kräuterweib besonders weil sie so klug war und auf alles eine Antwort wusste. Sie Fragte den Jäger

 

 

 

1.

ob er auch schon einen Zwerg gesehen habe, und er sagte ja, die sind plötzlich hier überall. Sie klettern in jedes Loch, Höhle oder Spalte die sie finden können. Doch was die dort wollten wusste keiner und man konnte sie ja auch nicht fragen. Eines Morgens traf Huld gleich zwei Zwerge, guten Morgen meine Herren sagte sie freundlich und die Zwerge,( Kleinwüchsige Männer ) schauten sie Misstrauisch an, und verschwanden wieder in einen Erdloch. Hulda ging ihres Weges um ihre Kräuter zu sammeln, bis wieder einer von den Beiden ihren Weg kreuzte. Er zeigte mit dem Finger auf ein Heilkraut was Hulda im Korb hatte und wollte wissen wo sie es gefunden hatte. Hilfsbereit zeigte sie ihn die Stelle und er bedankte sich und fing gleich an zu buddeln wie ein Jagdhund am Dachsbau.

Wollt ihr die Wurzeln ausgraben, fragte sie und lachte dabei, denn sie wusste ja das die Wurzeln wertlos sind und man von diesen Kraut nur die Blätter gebrauchen kann. Nein sagte der und buddelte weiter bis er einen goldenen Klumpen in der Hand hielt der sofort in der Sonne funkelte. Hulda war erstaunt und fragte wo er her wisse das es hier Gold gebe. Lachend sagte er was meinst du warum es Goldkraut heißt was du da als Heilpflanze gesammelt hast ? Egal was wächst auf der Welt, es steht immer nur an bestimmten Stellen, weil es bestimmte Mineralien braucht um zu gedeihen. Die Zwerge arbeiteten so viel unter der Erde so das sie schon an den Wurzeln der Pflanzen sagen konnten was es für eine ist. Für Hulda waren es Heilpflanzen die man zur Medizingewinnung benötigt und für die Zwerge waren es Wegweiser zu verborgenen Schätzen oder Mineralien die im Schose der Natur schliefen und sie ,sie nur finden und bergen mussten. Das Eis war gebrochen und auch die anderen Zwerge fassten Vertrauen zu Hulda und sie kamen sich langsam näher. Die kleinwüchsigen Männer kamen aus einen fernen Land was Italien hieß und lebten in der Stadt Venedig, wo es sehr viele Goldschmiede oder Edelsteinschleifer gab und sie ihre Funde dort gut verkaufen konnten. Da sie sehr klein waren, passten sie auch in jedes Loch oder Felsspalte herein und konnten schon an den Steinen, Pflanzen oder Erdreich sehen was sich unter der Erde

 

2.

befinden tat. Der Beifuß wächst auf Kies, den man zum Bauen verwenden kann, der Weißdorn mag Lehmhaltigen Boden der Eisen birgt und so weiter. Wer die Zeichen der Natur gut lesen konnte, wurde auch fündig und sie würde ihn gut ernähren. Hulda hatte Jahrhunderte altes Wissen von den Pflanzen über der erde und die Zwerge brachten ihr Wissen mit von allen was sie unter der Erde wussten, und zusammen war das bereits der größte Schatz der Welt. Sie begannen Landkarten zu zeichnen wo Hulda alles aufzeichnete was sie über der Erde gesehen hatten und die Zwerge alles was es unter der Erde gab. Da sie nur Gold , Silber oder Edelsteine sammelten, blieben die Mineralien liegen und man konnte ja nie wissen ob man sie nicht später mal brauchen konnte. Gleich da drüben in der Rhön waren einige von ihnen auf Salz gestoßen und das war fast so wertvoll wie Gold und lies sich sehr gut an jeder Mann verkaufen, anderen Ortes war es Eisen oder Kohle. So brachten sie ein Wissen auf eine Karte wie es noch nie da war und man konnte sich Orientieren. Auch die Natur veränderte ihr Gesicht nach jeden Winter und jeden Sturm. Da sie ab und zu mal wieder nach Venedig gingen um ihre Schätze zu verkaufen hatten sie Schwierigkeiten die Stellen wieder zu finden wo sie zuletzt gesucht hatten. Mit Hilfe der Karte war das nun nur noch ein Kinderspiel. Nur durfte die Karte nicht in die falschen Hände fallen und damit das nicht geschah verwaltete Hulda die Karte für die Zwerge. So verging die Zeit und Hulda lernte dazu von den Zwergen und die Zwerge von ihr. Zusammen hatten sie ein Wissen was zu der damaligen Zeit einmalig auf der Welt war und wenn Hulda auch mal was fand, so verkauften es die Zwerge für sie mit in den fernen Venedig. Die Zwerge hatten ihr gesagt das kein Bewohner der Umgebung was davon wissen dürfe, sonst würden sie von der Gier befallen und würden ohne Herz und Verstand darauf los buddeln und die gesamte Natur so wie wir sie hier kennen , zerstören. Es gab bereits viele Orte wo die Gier nach Gold alles zerstört hatte, ob wohl die Funde so gering waren, gruben sie hoffnungsvoll weiter bis alles durchwühlt war und für

 

 

3.

Jahre dort nichts mehr wuchs außer Brenneseln und Unkraut. Die Zwerge hatten eine Kammer in einer Höhle angelegt, wo sie alle Schätze des Kaufungerforstes hinein legten um sie zu sammeln bis der Forst abgesucht war. Hulda wusste von der Kammer, war aber nie unter der Erde und hatte sie auch nie gesehen, sie konnte den Zwergen trauen und tat es auch. So vergingen die Jahre, die Kammer füllte sich immer mehr und man musste bald eine zweite Kammer in den Fels hauen. Auch Hulda ging es besser seit dem die Zwerge da waren, sie teilten nicht nur ihr Wissen mit einander, sondern auch das Essen und die Zwerge waren alle reich und brachten sehr viele Sachen aus Italien mit die man hier so nicht kannte, wie die Nudel, Oliven oder Zitronen, Mandarinen oder Limonen usw. Dazu neue Gerichte und Rezepte wie man es zubereiten konnte. In den Bächen des Waldes gab es Krebse und viel Fisch, was immer eine Abwechslung auf dem Speiseplan war und Geld sparte. Doch die Händler wurden langsam neugierig, da Hulda stets mehr Lebensmittel kaufte als sie selber essen konnte, und jetzt auch immer Geld hatte, was früher nur sehr selten der Fall gewesen war. Neugierig schlichen sie ihr nach und beobachteten ihre armselige Hütte um zu sehen was es dort gab. Doch sie sahen nichts und das machte sie wütend, irgendwo müsse sie doch das Geld her haben und wo bringt sie das viele Essen hin ? Als sich die alte Hulda eines Tages noch neue Kleider in Kaufungen kaufte und einen neuen Tragekorb, dazu in allen Überfluss auch alles noch in bar bezahlte, lief das Fass der Neugierde über und man fragte sie direkt wo sie das viele Geld her habe, doch sie sagte nur, na aus dem Wald, wo sonst und schüttelte den Kopf dabei. Sie brachte ja auch immer viel Heilkräuter zu den Ärzten , bekam aber kaum was da für und so konnte es doch nicht sein das ihr Reichtum von den Kräutern käme. Um nicht immer unangenehme Fragen beantworten zu müssen kaufte Hulda nun in den nahe gelegenen Söhrewald ein wo sie keiner kannte und auch keiner fragen würde. Doch die Leute aus Kaufungen waren jetzt so neugierig wie noch nie und schlichen ihr immer nach und versuchten hinter das

 

 

4.

Geheimnis zu kommen, doch es gelang ihnen nicht. Also gab es nur noch eine Erklärung, sie musste mit dem Teufel und den Waldgeistern im Bunde sein und nun wollte plötzlich jeder was gesehen haben, einer sagte sogar sie auf einen feurigen Besen an ihn vorbei geflogen sei und habe den Gestank von Pech und Schwefel verbreitet und ihre Augen haben dabei geleuchtet wie glühende Kohlen. Es dauerte nicht lange da wollte ein anderer es auch gesehen haben und die Gerüchte über die alte Hulda wurden immer mehr und grauslicher, bis sich keiner mehr von ihnen in den Wald traute. Eines Tages, an einen bewölkten Nachmittag, als Hulda ihre Kräuter in Kaufungen verkaufen wollte wurde sie von den Leuten als Hexe beschimpft und mit Steinen beworfen und keiner kaufte ihr was ab. Die Ärzte der Umgebung waren ja noch bestens versorgt und hofften auf ein anderes Kräuterweib was ihnen bringen würde was sie brauchten. Hulda humpelte den Berg zum Wald hoch, sie hatte schlimme Schmerzen im Bein, da sie von einen Stein getroffen wurde. Doch sie musste sich sputen, da sich der Himmel zusehends dunkler färbte und das nichts gutes bedeuten würde. Gerade in ihrer armseligen Hütte angekommen, da zuckten auch schon die ersten Blitze durch den Himmel und es wurde dunkel wie in der Nacht. Wind kam auf und brachte den Regen. Nun prasselte ein Gewitter hernieder wie man es in Kaufungen noch nie gesehen hatte. Hagelkörner, so groß wie Gänseeier verwüsteten die Ernte und zerschlugen jede Ziegel auf dem Dach. Der aufkommende Sturm tat das übrige. Die aufgekommenen Wassermassen spülten einige Häuser hin fort und das Unwetter wollte kein Ende nehmen. Einige Einwohner liefen in die Kirche um sich vor umstürzenden Bäumen und herabfallenden Ziegeln zu retten. Die Kirche war stabil gebaut und konnte so einiges ab. Hier saßen sie nun und beteten zu Gott das er es aufhören lassen würde. Doch das Unwetter wütete weiter. Eine Bauersfrau schrie, die Hexe ist schuld, sie will uns bestrafen weil wir sie gesteinigt haben. Bei den Kaufunger Bürgern wurde in der letzten Zeit alles der Hexe Hulda zu geschrieben was im Dorf schief ging oder wenn

 

5.

die Ernte nicht wachsen wollte, selbst wenn die Sau nicht ferkelte war die Hexe Hulda daran schuld. Hulda saß in ihrer Hütte und pflegte ihre Wunden mit ihren Kräutern, sie betäubte die Schmerzen mit Schlehenextrakt und wusch sie mit Kamille aus und beschmierte sie mit Wund und Heilsalbe die sie selber gemacht hatte. Dann schürte sie das Feuer und ging hungrig zu Bett.

Da sie durch die Schmerzen und den starken Gewitter nicht einschlafen konnte, bereitete sie sich aus Baldrian und einigen anderen Kräutern einen Schlaftrunk und ging wieder zu Bett.

In Kaufungen aber wütete der Sturm mit seinen Hagelkörnern weiter bis in die Morgenstunden. Die Sonne ging auf und der Tag brachte an. Nun konnte man das volle Ausmaß der Zerstörung sehen, es war kaum eine Ziegel auf dem Dach geblieben und von den Strohdächern war schon gar nichts mehr zu sehen. Die Vorräte an Futter in den Scheunen waren nass und fingen so gleich an zu verfaulen, die Ernte auf den Feldern war vom Unwetter zerstört und eine Hungersnot brach an in Kaufungen und der Umgebung.

Man schlachtete das meiste Vieh, damit es nicht verhungern musste und behielt nur das Notwendigste um über den nächsten Winter zu kommen. Hulda versorgte sich seit dem nur noch im Söhrewald, wo sie auch sehr gut ihre Kräuter und Salben verkaufen konnte. So legte sie sich einen großen Vorrat an für den Winter und reichlich Brennholz hatte ihr der Sturm auch von den Bäumen geblasen. Sie sammelte die trockenen Äste ein und schichtete sie in den alten Schuppen neben dem Haus auf. Der Winter war schon immer lang und hart im Kaufunger Forst und die Nächte besonders lang. Da es sehr dunkel war und man alles nur mit Kiemspahn beleuchtete konnte man auch nicht viel machen in der alten Hütte. Hulda kochte Kräuter aus für ihre Extrakte oder mischte Salben und tat alles was man machen konnten um ihren Lebensunterhalt zu verdienen. Doch mit Kaufungen ging es Berg ab. Nun kamen die Auswirkungen des Unwetters zu Tage. Der Regen und die Sturzbäche hatten die gesamten Misthaufen der Bauern in Kaufungen verteilt und das Wasser in den Niederungen wollte

 

 

6.

weder versickern noch von der Sonne abtrocknen. Die Erde war gesättigt und konnte kein Wasser mehr aufnehmen. Nun kamen die Fliegen und Mücken. Sie entwickelten sich zu einer wahren Plage. Selbst Hulda im Wald wurde von den Plage geistern heim gesucht. Sie zerschnitt gleich ein paar Fliegenpilze und legte sie in mit Honig gesüßte Milch. Mücken und Fliegen lieben die süße Milch und können da nicht widerstehen. Doch dafür das sie die Köstlichkeit nicht überleben konnten sorgte der Fliegenpilz. So hatte Hulda einen natürlichen Fliegenfänger vor dem Haus und ihre Ruhe vor den Plage geistern. Doch in Kaufungen wurden die Leute zerstochen und von den Fliegen befallen als ob sie Kühe auf der Weide wären. Man fluchte und schimpfte in den höchsten Tönen und gab natürlich der Hexe die Schuld. Dabei hatten sie gar nicht bemerkt das sie nicht mehr in ihr Dorf kam. Selbst die Ärzte aus der Gegend hatten bald keine Kräuter mehr. Sie konnten sie auch nicht selber sammeln, weil man nur wusste wie sie getrocknet oder schon zerstoßen aussahen. Doch in der Natur sahen sie ganz anders aus als sie frisch auf den Wiesen oder in den Wäldern standen. So machte man sich seine Gedanken und ging auf die Suche nach einen anderen Kräuterweib, doch so sehr man sich auch bemühte, man fand einfach keins was auch bereit gewesen wäre ihre Kräuter so weit zu liefern, wo sie doch alles in der eigenen Region gut los wurden. Eines Morgens kamen die Zwerge wieder aus den fernen Italien und brachten wieder viele Früchte, Lebensmittel und Gewürze mit. Man feierte das Wiedersehen ausgelassen an der alten Hütte die man nun in Kaufungen nur noch das Hexenhaus nannte. Am nächsten Tag gingen die Zwerge wieder an die die Arbeite und drehten jeden Stein um und krochen in jede Ritze, alles was sie fanden wurde fein und säuberlich auf die große Karte übertragen. Da in Venedig die Kaufpreise gerade sehr gering waren. Lagerte man die Edelsteine mit in einer der Kammern, die schon zu zerbärsten drohten. Doch in Kaufungen brach die Pest aus und man wollte die Hexe verbrennen, da man sie für Schuldig hielt. Man rottete sich zusammen, griff nach den Waffen und zog in

 

 

7.

Richtung Wald um die Hexe heraus zu zerren um sie auf den eilig errichteten Scheiterhaufen zu verbrennen. Als sie sich den Wald näherte, sahen sie sechs Zwerge und erschraken. Noch nie hatten sie kleinwüchsige Menschen gesehen und dachten so gleich, die hat der Teufel geschickt um die Hexe zu bewachen. Entsetzt und erschrocken rannten sie wieder heim und versteckten sich unter ihren Betten. Die Nacht verging und nichts tat sich, sie wurden nicht heimgesucht oder vom Teufel bestraft. Doch die Zwerge erzählten der alten Hulda das sie einige Pestkranke am Waldesruh erblickt hätten die aus dem Dort gekommen waren und wieder weg liefen als sie uns gesehen haben. Hulda machte sich so gleich an die Arbeit und bereitete ein wirksame Medizin gegen die Pest. Mischte wieder Honigmilch mit Fliegenpilzen und brachte sie des Nachts mit Hilfe der Zwerge in das Dorf und verteile sie überall wo Fliegen und Mücken waren. Die Sonne trocknete nun die Pfützen und Tümpel aus so das die Larven der Mücken ab starben. So war in einer Woche keine einzige Fliege oder Mücke mehr zusehen. Nur mit der Pestmedizin wollte es nicht so richtig voran gehen, Hulda brauchte noch ein Kraut was im Söhrewald wuchs und nur im getrockneten Zustand verarbeitet werden konnte. Die Zwerge fanden ihr Ende im Kaufunger Forst, alles war abgesucht, alle Edelsteine geborgen und in die Kammern verbracht, wo man sie nur abholen musste wenn man sie brauchte. Alle Erzlagerstätten wurden auf der Karte verzeichnet und so sollte es eine Kleinigkeit sein alles wieder zu finden. Der Tag des Abschiedes nahte und Hulda wurde es schwer um ihr Herz, hatte sie die Zwerge doch lieb gewonnen und sie waren die einzigen Freunde die sie hatte, und bald würde sie wieder alleine sein. Die Medizin aber wurde Fertig und man brachte sie in das Dorf, stellte alles den Ärzten heimlich vor die Tür mit einer genauen Anleitung über die Anwendung und Dosierung. Bereits nach einer Woche konnte man es sehen, die Pest würde weichen und schon bald war alles wieder beim alten in Kaufungen. Die Ärzte aber liesen sich feiern, kassierten ein gutes Honorar und verschwiegen die Herkunft der Medizin.

 

 

8.

Am Hexenhaus saß man wieder beisammen, die Zwerge hatten alles gepackt und waren fertig für den Aufbruch. Komm doch einfach mit, sagte der eine als er sah wie Hulda eine Träne über die Wangen floss. Ja komm doch mit sagten nun auch die anderen, eine Kräuterfrau wie du es bist wird in Italien zu hohen ansehen kommen und es gut haben. Hulda überlegte nicht lange und fing an zu packen, die Zwerge halfen ihr dabei und schon nach ein Paar Stunden waren sie auf dem Weg. In Kaufungen ging es wieder Berg auf und die kommenden Jahre bescherte ihnen eine gute Ernte, was sie den regen zu verdanken hatten der den Mist auf den Feldern verteilt hatte und sie damit düngte. Man räumte alle Schäden weg und baute alles neu und besser auf. So lange alle gesund und munter waren, dachte auch keiner an die alte Hulda aus dem Wald. Einigen fiel nur auf das sie nicht mehr kam und nach ein paar Jahren wurde sie vergessen. Hulda brachte es in Italien zu hohen ansehen durch ihr Wissen was sie mit brachte. Ihre Heilkunde wird heute auf der gesamten Welt noch angewandt und es gibt kaum was besseres als die Natur. Doch Mama Hulda, wie man sie in Italien nannte, verstarb nach einigen Jahren, wurde von den Zwergen wieder mit in den Kaufunger Forst genommen und dort heimlich begraben. Es war ihr letzter Wunsch, dort begraben zu werden wo sie ihr gesamtes Leben verbracht hatte, im Kaufunger Forst.

 

 

Ende


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