Ein Märchen von Winfried Schäfer – Rochau

 

Die Steinfresser

 

Es war einmal vor einer sehr sehr langen Zeit.

Als Zauberer und Hexen den Habichtswald noch beherrschten.

Eines schönen morgens wollte der Köhler Hans einen neuen Kohlemeiler bestücken, als er in der Erde ein rumpeln und murren für wahr nahm.

Vater was ist das fragte sein Sohn Klaus ? Das sind die Steinfresser,

sagte der Vater mit leiser Stimme und hielt sich den Finger vor dem Mund. Leise und vor Furcht erstarrt sagt die kleine Anna, wer sind denn die Steinfresser. Voller Ehrfurcht sagte der Vater, das sind die Wesen der Unterwelt die nach den Schätzen des Habichtswaldes suchen. Der schwarze Zauberer,

der tief im Habichtswald hauste hatte sie geschickt um seinen Reichtum zu mehren. Doch so lange sie tief unter der Erde sind können sie uns nichts an haben, sagte der Vater. Der Kleinen Anna fuhr ein eiskalter Schauer über dem Rücken und sie war ganz starr vor Schreck. Geht nie in Höhlen oder klettert in Erdlöscher ,

das kann gefährlich werden, sagte die Mutter, die in der Zwischenzeit zum Kohlemeiler gekommen war um das Frühstück zu bringen. Als Anna den Kuchen sah war alles vergessen, sie war ein fröhliches aufgewecktes Kind

und sang den ganzen Tag, sie war aber auch sehr neugierig und etwas Nase-weiß. Sie tollte gerne herum und spielte mit den Tieren des Habichtswaldes. Klaus, der Sohn des Köhlers war bereits zwölf Jahre alt und musste schon kräftig mit anpacken um die Familie zu unterstützen, er erlernte das Köhler-Handwerk und würde eines Tages die Köhlerei von seinen Vater übernehmen. Tag und Nacht mussten sie Kohle brennen um den schwarzen Zauberer zu Frieden zu stellen. Er war unersättlich und konnte von allen nie genug haben. Er brauchte die Kohlen um das Erz, was die Steinfresser für ihn abbauen mussten zu Gold, Silber und andere Metalle zu verwandeln. Marie die Frau des Köhler erledigte den Haushalt,

 

1.

sie putzte, kochte oder webte Stoffe je nach dem, so ging es Tag ein Tag aus in der Köhlerei zu, karg war der Lohn und karg war das Leben der Köhler, denn ihr Stand war der niedrigste im Habichtswald, und sie waren immer vom Ruß geschwärzt. Hans der Köhler war bereits einundsechzig Jahre alt und hatte den Habichtswald nie verlassen.

Schon seit frühester Kindheit musste er mit seinen Vater Kohle brennen und er hatte das Handwerk von ihn erlernt was er gerade an seinen Sohn Klaus weiter gab. Er beklagte sich nicht, ob wohl sein Leben karg war und sie oft nicht genug zu essen hatten weil der schwarze Zauberer ihn mal wieder um seinen Lohn betrogen hatte. Es war ein wahrhaft böser schlimmer boshafter Zauberer der nur davon träumte die Leute des Habichtswaldes zu quälen und die Weltherrschaft an sich zu reisen um alle Menschen für sich arbeiten zu lassen.

Wenn da nicht die gute Waldfee Sonnenlicht wäre die ihn stets und ständig die Stirn bot, sähe es noch finsterer im Habichtswald aus. Sie war die gute Seele des Waldes und konnte mit allen Tieren sprechen, so war sie immer auf dem Laufenden was sich im Habichtswald so zugespielt hatte. Sie half wo es nötig war und linderte die größte Not. Am Rande des Habichtswaldes hauste die Hexe Schattenreich, sie paktierte mit dem schwarzen Zauberer Donnerblitz. Der ihr den Hof machte. Sie war eine sehr eitle Hexe und wollte stets die schönste des ganzen Habichtswaldes sein. Sie Sammelte die Kräuter des Waldes um Arzneien oder Schönheitssalben für sich daraus zu machen.

Da sie aber nicht Zaubern sondern nur hexen konnte war sie nicht so mächtig wie der schwarze Zauberer Donnerblitz und war stets auf der Hut um ihn nicht zu verärgern. Jäger Kunz, ein Freund der Familie kam ab und zu mal an der Köhlerei vorbei und erzählte was sich so alles wieder im Habichtswald neues zu getragen hatte. Sie saßen oft zusammen neben den warmen Kohlemeiler

und erzählten Geschichten, wo besonders die Kinder gespannt zu hörten bis sie schließlich eingeschlafen waren und in ihr Bettchen getragen werden mussten.

Das Leben im Habichtswald war nicht einfach und oft sehr hart,

2.

doch war das nicht immer so. Einst waren alle Bewohner des Habichtswaldes sehr glücklich, als König Gunter mit seinen Hofstaat noch die alte Burg bewohnte und gerecht regierte. Er gab den armen was die reichen zu viel hatten und alle waren zu Frieden. Doch das war dem schwarzen Zauberer Donnerblitz ein Dorn im Auge. Eines Tages lockte er den König samt Gefolge in eine Falle und seit dem müssen sie für ihn hart arbeiten. In Eisen geschmiedet müssen sie das Erz der Steinfresser an großen Öfen schmelzen und so für ihn die Schätze des Habichtswaldes bergen.

Doch der schwarze Zauberer hatte sehr viel Angst vor Wasser, er mochte es einfach nicht. Da er nicht schwimmen konnte mied er alle Seen und Wasserlöcher des Habichtswaldes. Doch das machten sich die Tiere zu nutzen und hielten ihre Versammlungen mit der Waldfee Sonnenlicht dort ab.Sie beraten was zu tun sei um die größte Not im Wald zu lindern. Auch die Fee Sonnenlicht war nicht alleine, der Regen war ihr Bruder und half ihr stets wo er nur konnte. Bei Regentagen ging der schwarze Zauberer Donnerblitz nicht aus, sondern er verkroch sich hinter seinen warmen Kamin

und dachte sich neue Bosheiten aus, die er in das Buch der Schlechtigkeit aufnahm das er sie nicht vergessen konnte.

Eines Tages war es mal wieder so weit, der Herbst wollte Einzug halten im Habichtswald. Die ersten Blätter färbten sich schön bunt und die Kastanien, Eicheln und Bucheckern fielen von den Bäumen. Die kleine Anna sammelte den ganzen Tag lang um alles in einen kleinen Schuppen zu verstauen. Man brauchte die Nüsse für den Winter und das Weihnachtsfest, aus den Kastanien, Eicheln und Bucheckern konnte man Dinge basteln für den Weihnachtsbaum. Doch das meiste davon sollten die Tiere des Waldes im Winter erhalten, das sie bei Kräften blieben. Der Winter im Habichtswald war lang und karg, auch für die Tiere. Der alte Köhler zündete den Meiler an, setzte sich davor und stopfte zufrieden sein Pfeifchen mit Tabak, er zündete es an und beobachtete den Meiler, das er auch schön gleichmäßig durchkohlte und er so eine hohe Qualität an Holzkohle erreichen konnte.

 

3.

Klaus der Sohn des Köhlers war in den Wald gegangen um Holz zu schlagen für den nächsten Kohlemeiler. Nach getaner Arbeit setzte er sich auf einen Baumstumpf um einen Schluck Wasser aus seiner Flasche zu trinken. Da wurde es sehr hell vor ihn und die gute Fee Sonnenschein erschien und sagte, guten Abend Klaus. Wie war dein Tag. Sie wusste das Klaus sehr hart arbeiten musste in seinen jungen Jahren und sagte immer ein paar aufbauende Worte zu ihn. Gut sagte Klaus, ich habe wie immer alles geschafft was ich mir vorgenommen hatte. Morgen muss ich das Holz zur Köhlerei bringen damit der Vater es zu Kohle brennen kann. Brav sagte die gute Fee und streichelte dabei durch sein Haar. Doch sie sah nicht glücklich dabei aus und Klaus fragte, was ist ? Macht ihr euch Sorgen um was ? Ja sagte sie, wir werden bald den Winter sehen und der Wald verfällt wieder in einen tiefen Schlaf. Die Vögel des Waldes fliegen bereits in Richtung Süden und nur die schwarzen Gesellen des schwarzen Zauberers Donnerblitz bleiben zurück um den Wald für ihn zu überwachen. Alles berichten sie ihnen und ohne den Blättern an den Bäumen können sie auch alles sehen was geschieht. So ist der Zauberer immer auf den laufenden ohne seine Zauberhöhle zu verlassen. Die eitle Hexe Schattenreich kommt des Weges mit einen Tragekorb auf dem Rücken voller Kräuter und singt, ich bin die schönste Frau im Wald, schon viele tausend Jahre alt, jede Frau bleibt vor mir stehen und wird vor lauter Neid vergehen. Sie springt und tanzt dabei, lacht und kreischt dazu. Darf ich dir helfen fragte Klaus ? Wir haben ein Stück den selben Weg. Gerne sagte die eitle Hexe und setzte ihn den Tragekorb auf seinen Rücken, sie setzte sich noch oben drauf und sagte los geht’s. So haben wir aber nicht gewettet sagte Klaus, den Korb will ich dir gerne tragen, weil er keine Beine hat, doch ihr seit so schön und habt so schöne Beine, die sind bestimmt zum laufen gemacht. Sagte Klaus und lachte dabei. Ja sagte die Hexe, schöne Beine habe ich, die schönsten im ganzen Wald. Sie fing an zu tanzen und drehte sich eitel im Wind das ihre Borsten auf der Warze die sie auf der Nase hatte auch lustig im Wind mit tanzten. Die zwei zogen des Weges bis an die kleine Waldkreuzung wo sich ihr Weg wieder trennte.

4.

Jeder zog seinen Weges und die Eitle Hexe konnte man noch lange singen hören, Ich bin die schönste Frau im Wald, schon viele Tausend Jahre alt..........! Müde kam Klaus nach Hause, wusch sich in den kleinen Waldbach und setzte sich zum Vater an den Meiler.

Marie die Frau des Köhlers hatte zur Feier des Tages einen saftigen Blaubeerkuchen gebacken und deckte den kleinen Tisch neben dem Kohlenmeiler. Anna kam fröhlich herbei gehüpft, gefolgt von ihrer Katze Minka. Wir möchten auch Blaubeerkuchen sagte sie mit ihrer pipsigen Stimme und schaute dabei ganz verschämt. Lachend gab die Mutter ihr das größte Stück was auf dem Teller war. Wie immer um diese Zeit kam Kunz der Jäger vorbei, er hatte mal wieder seinen Rundgang durch den Wald beendet und ruhte seine müden Knochen auf der Bank am warmen Kohlemeiler aus.

Schon lange hatte der alte Köhler voller Ungeduld auf ihn gewartet um zu erfahren was es neues im Habnichtswald gab.

Sie saßen wie immer bei einer Pfeife Tabak, rauchten und Kunz der Jäger berichtete alles was er neues wusste. Er hatte die Hexe tanzen gesehen und musste ihren schrägen Gesang dabei ertragen. Und weil es so lustig ausgesehen hatte wie sie herum tanzte machte er ihren Tanz nach und alle hielten sich den Bauch vor lachen. Der kleinen Anna flossen die Tränen über die Wangen, so toll musste sie über den Jäger lachen wie er den Hexentanz vor führte.

Plötzlich hörten sie wieder dieses rumpeln aus der Tiefe der Erde, doch heute war es anders wie gewohnt und klang so als ob die Steinfresser auch lachten. Noch nie hatte sie jemand lachen hören, und plötzlich wieder eine toten Stille im Wald. Ein Rabe krächzte los und flog von Tannen. Es ist schon spät, sagte der Jäger und machte sich auf den Weg. Doch die Köhlerfamilie musste noch lange über den Hexentanz des Jägers lachen, und so fand der harte Tag doch noch einen fröhlichen Abschluss.

Als der Morgen graute und der Hahn schrie um die Familie zu wecken, war es wieder soweit. Dichter Nebel machte sich breit im Habichtswald. Die Kinder durften das Haus nicht verlassen bis sich der Nebel gelegt hatte, denn er verbarg nichts gutes. Der schwarze Zauberer Donnerblitz hatte ihn aus gesandt um nach Kindern zu suchen.

5.

 

Er brauchte sie wegen ihrer kleinen Finger die sich besonders gut dazu eigneten sein Gold zu putzen das es schön glänze und er sich an seinen Glanz erfreuen konnte. Das Gold war das einzige was auch den bösen Zauberer zum lachen bringen konnte und es war sein ein und alles. Deswegen suchte er wieder neue Kinder und wenn sie groß wurden und ihre Finger nutzlos waren zum Gold putzen verzauberte er sie zu Steinfressern, und lies sie in seinen Höhlen arbeiten, um das begehrte Gold und die Edelsteine des Habichtswaldes für ihn ab zu bauen. Die gute Fee Sonnenschein hatte nun wieder alle Hände voll zu tun um den Nebel zu lichten das er keine kleinen Kinder verschlingen konnte, ihr Bruder der Regen kam ihr dabei so oft er nur konnte zu Hilfe um den bösen Zaubernebel zu bekämpfen. Nun konnte die kleine Anna wieder Pilze und die Früchte des Waldes sammeln um den Speiseplan der Köhlerfamilie zu bereichern. Heute sollte es ja Hefeklöße mit Blaubeeren geben, das mochte Anna besonders gern. Marie, die Mutter der Kinder fädelte Pilze auf eine Schnur um sie für den Winter zu trocknen. So tat jeder das seine um die Köhlerfamilie durch den harten und kargen Winter zu bringen.

Auch die Hexe Schatten reich kochte am Waldrand bei ihrer Hütte ihr Süppchen. Sie tat die Kräuter des Waldes hinein, schmeckte sie ab recht fein und tanzt dabei auf einen Bein. Ach bin ich nicht ein schönes Hexlein, freut sie sich und singt den nächsten Reim.Selbst die Rehe des Waldes mussten lachen und suchten das Weite und ganz schnell wurde es ganz still um sie herum. Doch war sie mal wieder so mit ihren Spiegel beschäftigt das sie nichts davon merkte. Ach wie bin ich schön, das hat die Welt noch nicht gesehen, ich bade in einen Kräutertee und werde noch schöner als die Fee. Sie tanzte und sprang um ihren Suppentopf, darüber lacht sogar der Wiedehopf. Doch tief im Schattenreich des Zauberers macht sich Unruhe breit, die Ratte Schnupprich wurde vom Zauberer ausgesandt um aus zu Kundschaften was da vor sich gehe. Unermüdlich gräbt sich die Ratte durch das Erdreich und hat seine Ohren überall um zu hören was da vor sich geht, um den Zauberer zu berichten was sie gehört hatte.

6.

Doch so sehr sie sich auch mühte, sie hörte nichts. König Gunter überlegte wie der schwarze Zauberer zu überlisten und zu besiegen sei. Doch so sehr wie er sich auch mühte, er fand keinen Weg.

Und so mussten sie weiter für ihn das Gold aus den Erz schmelzen und alles bleib beim alten. Der schwarze Zauberer schien unbesiegbar zu sein. Ach wüsste ich nur einen Weg, seufzte König Gunter. Die gute Fee Sonnenschein kannte den Weg, und wusste das der böse Zauberer nur besiegt werden konnte wenn man ihn sein Gold nahm. Denn mit jeden Gramm Gold wurde er stärker und ohne sein Gold wäre er macht los. Doch damit das nicht passieren konnte lies er es von seinen Höllenhunden bewachen. Damit die Höllenhunde auch recht scharf und bissig blieben ließ er ihnen kaum was zu fressen geben und man konnte immer ihren Magen knurren hören wie einen Donnergroll. Schon lange überlegten alle was man tun könne um den bösen Zauberer seiner gerechten Strafe zu zu führen, doch keiner wusste einen Rat. Die Blätter fielen nun in großen Mengen von den Bäumen und der Herbst kam in großen Schritten. Langsam bereitete sich die Natur auf ihren Winterschlaf vor. Die Bewohner des Habichtswaldes Sammelten genug was die Natur ihnen Gab um über den Winter zu kommen. Die Köhlerfamilie hatte genug Holz eingeschlagen um Arbeit für den Winter und eine warme Stube zu haben. In einer Erdmiete lagerten sie Kartoffeln, Gemüse und Rüben für den Winter. Doch die Ratte Schnupprich hatte davon einen Wink bekommen und labte sich heimlich an den Speisen. Schnupprich war sehr gefräßig und bestahl alle Tiere des Waldes. Den Eichhörnchen raubte er die Nüsse, den Rehen die Kastanien und alles was er gerne fressen mochte. Dann lag er dick und fett in seinen Rattennest und hielte seinen Verdauungsschlaf und spitze seinen empfindlichen Rattenohren das ihn nicht, aber rein gar nichts entging was sich unter der Erde tat um es brühwarm dem schwarzen Zauberer zu melden. Schnupprich hatte seinen Bau an der tiefsten Stelle der Höhle, gleich neben der Schatzkammer des schwarzen Zauberers Donnerblitz und überwachte die Höllenhunde, das sie auch wachsam ihren Dienst vorrichteten.

 

7.

Ständig mussten alle auf der Hut vor Schnupprich sein, denn er war eine gemeine und hinterhältige Ratte die den schwarzen Zauberer hörig war. König Gunter saß vor dem Schmelzofen und grübelte nach, irgendwie musste es ihnen gelingen der guten Fee Sonnenlicht eine Botschaft zu schicken, doch nur wie??? Das war die große Frage, sie waren ja tief unter der Erde und in Eisen geschmiedet, ihre Ketten waren ja nur so lang das sie die Schmelzöfen bedienen konnten und keiner von ihnen sollte je das Sonnenlicht wieder erblicken. Der einzige der sich unter der Erde frei bewegen konnte war Schnupprich, er konnten tun und lassen was er wollte, da er den schwarzen Zauberer hörig war genoss er sein Vertrauen. Nur wie sollte man Schnupprich dazu bewegen einen Botschaft zur guten Waldfee Sonnenlicht zu bringen. Er ging ja höchsten zur Fee um sie zu ärgern und sie zu verspotten so boshaft wie der Kerl nun mal war. Gunter grübelte schon den ganzen Tag und es fiel ihn nichts ein. So vergingen die Tage, Wochen und Monate. Es herrschte bereits tiefster Winter im Habichtswald, alle hatten sich an den warmen Herd zurück gezogen und der schwarze Zauberer saß vor seinen gut geheizten Kamin und träumt mit offenen Augen von den Schätzen der Erde und wie er sie alle bekommen könne. Das Weihnachtsfest war angebrochen, Marie die Frau des Köhlers öffnete mit ihren Mann die Erdmiete um Kartoffeln und Gemüse so wie Äpfel, Nüsse und Maronen für das Fest zu holen. Doch die Miete war leer. Schnupprich hatte alles aufgefressen und lag wieder tief unter der erde in seinen Rattennest und schnarchte was das Zeug hielt. Der Winter war auch so schon lang und karg, doch ohne der eingelagerten Lebensmittel noch viel Karger. Nun hatten sie nur noch die Sachen die Marie auf dem Boden zum trocknen hängen hatte. Doch zum Glück kam Kunz der Jäger und brachte seinen Freunden einen saftigen Weihnachtsbraten, sie versammelten sich vor dem Kamin und feierten das Weihnachtsfest so gut es eben nur ging. Für die kleine Anna gab es eine kleine Puppe, die ihre Mutter aus alten Lumpen -resten zusammen genäht hatte. Klaus bekam eine Flöte, die ihn der Jäger aus Haselnussholz geschnitzt hatte.

 

8.

So wurde es doch noch ein schönes Fest und alle waren glücklich und zufrieden. Der Winter war lang, aber sehr hart. Die Köhlerfamilie hatte zwar nur sehr wenig zu essen, kam aber wieder über den Winter. Als die ersten Schneeglöckchen aus der Erde schauten und die gute Fee Sonnenlicht wieder den Wald durchstreifte war der lange harte Winter vergessen.

Jeden Tag konnte man im Wald neue Gräser und Blüten sehen,

die einen sagten der Winter ist vorbei. Die wärmenden Strahlen der Sonne ließen sogar den bösen Zauberer Donnerblitz seine tiefe Höhle verlassen. Auch er genoss die Wärme der Sonne, doch ärgerte sich über die vielen Blüten im Wald. Er mochte sie einfach nicht und musste ständig niesen, leer und kalt gehört der Wald, murmelte er so vor sich hin, denn er mochte ja noch nicht mal die Blätter an den Bäumen die ihn nur die Sicht verbargen.

Am Waldesrand brodelte wieder der Hexenkessel, die Hexe Schattenreich war von ihren Schönheitsschlaf er wacht und kochte neue Kräuter aus, da sie schon über Eintausend Jahre alte war, war sie auch schon ein bisschen senil und vergaß ab und zu mal was in ihren Hexenkessel zu tun, so das ihr Sud nicht die volle Wirkung erzielen konnte. Unkenkopf und Krötenbein, alles in die Suppe rein. Schlangenhaut und Mäusetreck, Hamsterfell und Hundefett, all das macht mich schön , Ihr werdet es schon sehen. Tanzte die eitle Hexe um den Kessel und sang die höchsten Töne. So das sich selbst der Fuchs die Ohren verstopfte und in seinen Bau verkroch.

Klaus schlug wieder Holz ein und der Vater brannte Kohle wie er es immer tat. Die Mutter war beim Brot backen und der Jäger durch streifte den Wald, so war alles beim alten. König Gunter saß vor dem Schmelzofen und dachte nach. Mann müsste den Schnupprich für für sich gewinnen, denn er hatte Narrenfreiheit und konnte überall hin ohne Verdacht zu erregen. Nur wie könne man den boshaften Kerl auf seine Seite ziehen, das war hier die große Frage. Außer fressen, schlafen und seine Bosheiten ausleben machte ja der schlechte Kerl ja nichts. Doch er fraß für sein Leben gerne. Nur all zu oft hatte er die Vorratskammern der Menschen leer gefressen. Fressen das war sein Leben, mit Fressen konnte man ihn locken.

9.

Doch war Vorsicht geboten und sehr viel Fingerspitzengefühl gefragt. König Gunter sammelte ab jetzt bei jeder Mahlzeit etwas zu essen von jeden ein und brachte es in eine kleine Speisekammer um es zu sammeln. Doch schon bald hatte die Ratte Schnupprich die Witterung aufgenommen, es gefunden und alles Ratzekahl aufgefressen. Nun lag der schlechte Kerl wieder in seinen Rattennest und schlief bis sein dicker Bauch wieder abgenommen hatte. König Gunter musste aber eine Nachricht an die gute Fee senden , damit sie ihn helfen konnte. Er wusste auch schon wie. Sie sollte mit ihren Bruder dem Regen sprechen, das er es so lange regnen lassen würde bis alle Höhlen unter Wasser sind. Da das Gold an der tiefsten Stelle der Höhle ist würde es zu erst unter Wasser sein. Da der Wasserscheue Zauberer weder schwimmen noch tauchen konnte wäre er von seinen Schatz getrennt und seine Macht würde schwinden, dabei könnten selbst die Höllenhunde nicht helfen. Der Plan war gut, doch wie ihn ausführen, der Schlüssel zum Erfolg war der boshafte Schnupprich.

Die gute Fee zog durch den Wald und pflanzte und säte, sie lies es wachsen und erblühen , so das sich der gesamte Wald in ein frühlingshaftes Blütenmeer verwandelte. Das mochte der Zauberer nicht und blieb in seiner Höhle, es war eine Beleidigung für seine Augen, und die vielen Pollen ließen ihn nur niesen. Er streichelte sein Gold und erfreute sich an seinen Glanze. Die Hexe Schattenreich zog mit ihren Tragekorb wieder durch den Wald um frische Kräuter zu sammeln, da sie vergessen hatte welche, nahm sie einfach alle die sie sah und packte sie ihn ihren Korb. Dabei sang sie wieder die höchsten Töne um ihre Schönheit zu preisen. Dabei schielte sie so fürchterlich das man denken konnte sie schaut über kreuz und man wusste nie genau wo sie wirklich hin sah. Die Borstige Warze auf der Nase war ihr Schönheitsideal und ihre drei Zähne die sie noch hatte putze sie auch jeden Jahr zwei mal das sie ihr noch recht lange erhalten blieben. Sie sang und sprang im Wald herum das alle Tiere das Weite suchen oder sich die Ohren verstopften. Der Jäger Kunz stand hinter einen Baum und schaute den Treiben der Hexe zu.

 

10.

Doch sie fühlte sich unbeobachtet und machte ihren Herzen Luft. Der Zauberer mochte die Hexe und wollte sie an seiner Seite wissen und machte ihr deswegen auch den Hof. Doch die Hexe hatte sich in den Jägersmann verliebt und schrie es in den Habichtswald hinaus. Nun wurde Kunz der Jäger ganz blass und musste sich erst mal setzen, wäre seine Flinte jetzt geladen,würde sie bestimmt vor lauter Schreck los gehen. Er hatte ja schon oft gemerkt das die Hexe gerne in seiner Nähe war und bei den Augen wusste man ja auch nie wen sie gerade ansah. Er und die Hexe, ein Alptraum wäre das, ein Alptraum ohne ende. Das war das letzte was er sich vorstellen konnte und ergriff die Flucht quer durch den Habichtswald. Er rannte so schnell ihn seine Füße tragen konnten und kam erst wieder am Kohlenmeiler zum stehen, setzte sich und wollten den Köhler erzählen was er gerade im Wald gehört hatte, doch er brachte kein Wort heraus, so entsetzt war er noch über das gehörte. Beruhige dich doch erst mal, sagte der Köhler und wunderte sich, so hatte er den Jäger noch nie gesehen. Kunz der Jäger nahm noch ein paar mal Anlauf um zu erzählen was er im Wald gehört hatte, doch erst beim dritten Versuch gelang es ihnen und sie mussten alle laut los lachen. Nun kam die kleine Anna, die Köhlersfrau und Klaus angelaufen und wollten wissen was geschehen war. Kunz der Jäger musste es noch einmal erzählen und nun hielten sich alle den Bauch vor lauter lachen. Auch die Tiere des Waldes mussten kichern und erzählten es so lange im Habichtswald herum bis es alle wussten, die Hexe ist verliebt.

Doch Schattenreich kochte Kräuter aus um einen Liebestrank zu mischen , damit wollte sie den Jäger gefügig machen, so das er ihr verfalle. Die Hexe kochte und braute, doch nichts klappe. Sie las in Büchern nach und machte Experimente, doch der Liebestrank wollte nicht gelingen. König Gunter hatte die Lösung , er sammelte wieder die Speisen ein und legte sie in einen Schrank aus dicken festen Eichenholz, sägte ein Loch in die Rückwand, so das eine dürre Ratte es schaffen könne hinein zu klettern. Es dauerte nicht lange und der boshafte Schnupprich hatte die Witterung aufgenommen, doch so sehr er sich auch abmühte, er passte einfach nicht durch das Loch im Schrank und er konnte nur hinein sehen.

11.

Das machte ihn wahnsinnig und er lief hinter den Schrank so lange auf und ab bis sein Bauch abgemagert war. Doch in der Zwischenzeit hatte König Gunter so viel Lebensmittel gesammelt das der Schrank zu bersten drohte. Nun passte auch der verfressene

Schnupprich durch das Loch, kroch hinein und begann zu fressen.

Er frahs und frahs bis alles ratzekahl leer war.

Nun wollte Schnupprich wieder in sein Rattennest um seinen Verdauungsschlaf zu halten, doch so sehr er sich auch mühte, er passte nicht mehr durch das enge Loch und schlief im Speiseschrank ein, so voll hatte er sich wieder gefressen das er kaum noch eines seiner Glieder bewegen konnte.

Doch König Gunter öffnete den Schrank und sagte,

nun habe ich dich du Bursche. Nahm ein Stück Kreide und schrieb ihn die Botschaft an die Fee auf den Rücken, wo er sie nicht sehen konnte. Nun verschloss König Gunter wieder den Schrank und sie taten als ob nicht gewesen wäre, gingen der Harten Arbeit am Schmelzofen nach und taten wie immer. Als der dicke fette Schnupprich alles verdaut hatte zwängte er sich wieder durch die Öffnung im Schrank und ging an die frische Luft um zu sehen wo er die Fee wieder ärgern und verspotten könne. Nur all zu gern frahs er die Wurzeln von den jungen Pflanzen ab die sie gerade gepflanzt hatte. Der boshafte Kerl sprang immer vor ihren Füßen herum und trieb sein Schindluder mit der Fee. Doch diesmal war alles anders, er war der Briefträger ohne es zu wissen.

Die Fee las die Botschaft und bedankte sich beim Schnupprich. Der kratzte sich hinter den Ohren, denn er verstand die Welt nicht mehr. Hatte er doch gerade nur böses getan und die Fee bedanke sich bei ihnen. Das hatte er noch nicht erlebt und konnte es auch nicht verstehen. Doch die gute Fee merkte sofort das Eile geboten war und machte sich so gleich auf den Weg, zu ihren Bruder den Regen. Sie berichtete was sich zu getragen hatte und ihr Bruder ließ es so gleich leicht und sanft regen. Nur ein schöner leichter Landregen der tief in die Erde eindringen konnte ohne das der Zauberer es plätschern hören konnte. Es war das Frühjahr angebrochen und es regnete noch immer. Solch ein Sauwetter fluchte der Zauberer Donnerblitz und wagte sich nicht vor die Tür.

12.

Den Köhler machte es die Arbeit schwer, das nasse Holz wollte nicht brennen und er war zur Untätigkeit verdammt. Klaus konnte kein Holz einschlagen und so saßen sie zusammen mit dem Jäger in der Stube. Um sich die Zeit zu vertreiben, erzählten sie wieder alte Geschichten die sich alle im Habichtswald zu getragen hatten.

Bei dem Wetter sollte man nicht mal den Hund vor die Tür jagen sagte die Köhlersfrau und setzte sich neben den Kamin. Der Fuchs blieb auch in seinen Bau und die Vögel des Waldes versteckten sich unter den Blättern der Bäume. Nur die schrille Hexe tanzte mit einen zerlumpten Regenschirm durch den Wald und sang. Mein geliebter wo weilest du. Ich muss dich haben und komm nicht eher zur Ruh. Oh mein Geliebter mein, ich will die deine sein. Nun spinnt die vollkommen, lachte ein Igel und verzog sich in ein Reisighaufen. Doch wo die Höhle am tiefsten war und das Gold lag stieg das Wasser langsam bis zur Decke. Der schwarze Zauberer lag vor dem Kamin und schlief, die Höllenhunde hatten schon lange nichts zu fressen bekommen und waren zu schwach um laut zu bellen, so konnten sie nur noch leise Winseln. König Gunter versammelte sein Gefolge um die Schmelzöfen, sie lagen ja gleich unter der Erde wo das Wasser nicht hin kam. Doch sie mussten heimlich Platz schaffen für die Steinfresser, es sind ja die verzauberten Bewohner des Habichtswaldes und der Zauber würde ja mit dem Sieg über den schwarzen Zauberer aufgehoben werden und sie sein alle wieder frei. Doch der Schnupprich irrte noch immer durch den Wald und verstand die Welt nicht mehr. Der Regen hatte schon lange die Botschaft aus seinen Fell gewaschen und er würde nie erfahren das er den Zauberer ohne seines Wissens verraten hatte. Doch alle Tiere und Bewohner des Habichtswaldes die er traf bedanken sich bei ihnen und keiner sagte ihn warum.

Diese Situation war neu für ihn und unerträglich für den Boshaften Kerl, so zog er sich für immer unter die Erde zurück und lässt sich nur noch blicken wenn es dunkel ist um seinen Magen wieder voll zu fressen. Und die Hexe tanzt noch immer durch den Habichtswald und merkte nicht das sie sich verirrt hatte und nie wieder den Weg zum Hexenhaus finden würde. Mit jeden Tag wurde

 

13.

sie immer vergesslicher und wusste schon lange nicht mehr warum sie singend im Wald herum tanzte. Doch das Wasser in der Höhle stieg und stieg, die Tiefste Stelle wo das Gold lag war bereits geflutet, nur an der Decke gab es eine Luftblase wo die Höllenhunde saßen und jämmerlich vor sich hin jaulten, doch so sehr sie sich auch bemühten, sie waren zu schwach um so laut zu werden das der schwarze Zauberer Donnerblitz sie hören konnte.

So vergingen die Tage, das Wasser stieg und stieg und mit jeden Tag verschwanden die Zauberkräfte des Zauberers. Doch er war müde und wollte nur noch schlafen, mit jeden Tag wurde er schwächer und müder. Das Wasser stand schon fast bis zur Oberfläche als es die Krähen, seine schwarzen Gesellen bemerkten und den schwarzen Zauberer berichten, doch es war zu spät, seine Kräfte waren weg. Nun rächte es sich das er das Wasser nicht mochte und nie schwimmen oder tauchen gelernt hatte.

Doch um seine Macht wieder zu erlangen musste er beides können, so sprang er in das Wasser , getrieben von Hass und Gier um seinen Schatz und seine Macht zurück zu erlangen, doch er ertrank auf dem Weg zum Goldschatz und all sein Zauber wurde nichtig.

Alle Menschen waren wieder frei und feierten und tanzten die ganze Nacht. Der Regen hatte seine Tätigkeit eingestellt und die gute Fee Sonnenlicht trocknete in Windeseile den Wald.

Der Kohlemeiler brannte wieder und König Gunter ließ Holz schlagen für die Gründung einer neuen Gemeinde, die nun mitten im Habichtswald lag und dessen Namen tragen sollte.

Von nun an regierte König Gunter wieder gerecht bis an sein Lebensende über die Bewohner des Habichtswaldes.

 

Ende

 

Wenn ihr heute durch den Habichtswald wandert und sehr leise seit, könnt ihr an bestimmten klaren tagen die Hexe noch singen hören, nur gesehen wurde sie nie wieder. 

 


Kostenlose Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!