Die Schlacht am Rhein

 

 

Nun sind es bereits sechs Wochen her, sei dem sie von Zossen abkommandiert wurden. Major Karl Backhaus, und seine zwei Feldwebel Hans Ruge und Klaus Luchs. Al Scharfschützen Ausbilder, Sollte er das Lager bei Paderborn leiten. Nun gammelten sie hier herum, denn sie waren bereits fertig, das Lager auf zu bauen und einzurichten. Die Hilfe der Pioniere war einfach Gold wert. Nun konnten aber langsam die Rekruten kommen. Karl sagte zu seinen Kameraden Hans, es wird wieder verdammt heiß heute, nehme doch mit Klaus den Kübelwagen, Ladet ein großes Zelt auf, und fahrt über den Truppenübungsplatz. Hier gibt es einige Seen, fahrt sie ab und stellt fest welcher sich am besten zum Baden eignet. Dort baut ihr das Zelt in ein Gebüsch und tarnt es gut ab. Nehmt noch ein paar Pioniere mit, die können euch helfen. Danach könnt ihr Baden und seit gegen sieben wieder zurück. Karl blieb als Dienstältester und Rang höchster Offizier im Lager, falls die Rekruten eintreffen würden. Karl Backhaus, ein großer stämmiger Hüne mit ein paar Oberarmen wie sie so mancher als Oberschenkel gerne hätte, war Berufssoldat und kam aus Suhl in Thüringen. Als Sohn eines Waldbauers und Sägewerksbesitzer, war er seit frühester Jugend schwere Arbeit gewöhnt, und als Holzfäller, war er ein wahrer Meister. Mit achtzehn trat er in die Armee ein und begann

 

 

1.

Eine Kariere als Scharfschütze. Am kommenden Freit, werden es auf den Tag genau zwanzig Jahre, die er in der Uniform verbringt. Er war in den Verschiedensten Offiziersschulen und hatte eine Sprengausbildungen, Nahkampfausbildungen und Jetzt vor kurzen noch eine Ausbildung als Fallschirmjäger absolviert.

 

Als Scharfschütze, war er der Beste. Er war bereits in fast ganz Europa im Einsatz. Von Palermo bis Stalingrad hatte er bereits seine Erfahrungen gemacht. Er war dreifachträger des Eisernen Kreuzes erster Klasse, er besaß die Schützenschnur in Gold so wie die Nahkampfspange in Silber zwei Panzervernichtungsorden und das Kriegsverdienstkreuz. Er war der am höchst dekorierte Offizier auf dem Gesamten Truppenübungsplatz. Seine Kameraden hatten große Achtung vor ihnen, denn er war ein ruhiger sachlicher Mann mit einen offenen Ohr für seine Untergebenen. Im Gefecht war er ehr der Eiskalte kühne Taktiker. Er war ein Offizier wie ihn sich alle wünschten. Hans und Klaus hatten sich den Habichtssee herausgesucht, denn der lag direkt auf ihren Übungsgelände und wurde von den Flakhelferinnen des BDM mit benutzt. Sie bauten das Zelt direkt wie befohlen in die Büsche und tarnten alles gut ab, damit es für seine Umwelt unsichtbar werden würde. Karl

 

 

2.

Wollte bei dem Wetter ein Sommerlager am im Wald einrichten. Um die Rekruten vom ersten Tag an von ihren weichen Betten zu entwöhnen. Die Kameraden schwammen noch eine Runde, doch da sie allein am See waren, machte es nicht den erhofften spaß. Hans, sagte zu seinen Kameraden, kommt wir fahren zurück, wenn die Rekruten da sein Sollten, braucht der Major jede Hilfe die er bekommen kann. Sie setzten sich in den Kübelwagen und machten sich auf den Rückweg. Hans Ruge, war Maler vom Beruf und kam aus Braunschweig, mit sein zweiunddreißig Jahren, wurde er schon zweimal degradiert, wegen irgendwelchen Weibergeschichten, er war ein schlanker Drahtiger Kerl, sehr klug und listig. Wenn es darauf ankam, konnte man mit ihn Pferde stehlen, nur bei dem Weiblichen Geschlecht, wurde er leicht schwach. Wieder im Lager zurück, war alles noch still. Karl kam so eben aus der Funkbaracke und sagte, sie sind unterwegs, treffen aber erst morgen gegen Mittag ein. Die Logistik kommt sogar noch etwas später. Klasse sagte Hans, ich dachte schon, dass wir die LKWs bei der Hitze abladen werden. Nein sagte Karl, das sind den ihre Waffen und Ausrüstung, da sollen sie es auch selber schleppen. Wir werden die Jungs gleich an den LKWs ausrüsten, da brauch sie dann nur noch die Reserve in das Lager zu schaffen. Es wirt so wieso wieder ein Kaos in den ersten Tagen geben, bevor alles seinen vorgeschriebenen Dienst geht, sagte Karl. Kommt Kameraden, die Pioniere hauen nachher ab, und das gesamte Lager gehört uns. Außer ihn war natürlich noch das wach und Küchenpersonal im Lager, so wie der Wachhabende Offizier und der ODH. ( Offizier des Hauses). Sie setzten sich auf eine Bank hinter der

 

 

3.

Küchenbaracke, wo die Küchenbullen ihren Tisch hatten, und spielten Skat. Karl hatte eine Flasche Korn auf den Tisch gestellt und die Küchenbullen gesellten sich dazu. So wurde es noch ein ausgelassener Abend. Kar hatte erfahren, dass in der Nachbareinheit immer mehr Frauen und Mädchen zu Flakhelfern ausgebildet werden. Da ihr Lager auch Unweit vom See lag, würden sie bestimmt auch dort baden gehen, und deshalb das Zelt.

Heute gingen sie schon bei Zeiten in ihr Bett, denn es war die letzte Gelegenheit sich noch einmal so richtig auszuschlafen. Pünktlich sieben Uhr stand Karl auf und

 

 

4.

Ging in die Waschbaracke um wie gewohnt seine kalte Dusche zu nehmen und eine Rasur folgen zu lassen. Er kam gerade an der Küchenbaracke vorbei, als er die Geräusche von LKWs vernahm. Nanu, dachte er, wer kommt denn jetzt? Er blieb stehen und wand seinen Blick zu Haupteingang. Am Bosten hielt der erste LKW an und der Fahrer machte Meldung. Es waren die Rekruten. Achtzig Mann, und alle frisch eingezogen. Sie hatten gerade ihre Grundausbildung hinter sich. Sie waren die besten Schützen von den Rekruten ganz Deutschlands. Alle Handverlesen und kamen zum Teil auch aus Berufen die mit den Waffenhandwerk etwas zu tun hatten, wie Jäger, Schießbudenbesitzer oder Büchsenmacher usw. Karl ließ seine Feldwebel wecken und er nahm die neuen Rekruten in Empfang. Karl hielt eine kurze aber passende Begrüßungsrede, und in der Zwischenzeit waren auch Hans und Klaus zu ihnen gestoßen. Karl übergab die Rekruten mit den Worten, zeigt ihnen ihre Quartiere und teilt sie in acht Zehnergruppen auf. Karl setzte seinen Weg in die Duschbaracke fort und erledigte seine Morgentoilette. Die Rekruten richteten sich ein und bekamen bis zum eintreffen der LKWs mit der Logistik frei, um sich die Gegend um das Lager anzuschauen. Gegen elf, rollten die ersten Munitionstransporte im Lager ein. Karl ließ sofort mit den entladen beginnen. Die anderen Wagen folgten in kurzer Reihenfolge, und sie rüsteten die Rekruten wie besprochen gleich an den LKWs aus und verbrachten die Reserven in die dafür vorgesehenen Lager. Es war alles Fabrikneu, und sie mussten die Karabiner erst einmal von dem Konservierungsfett befreien und leicht einölen. Der Tag verging im Flug, und in den nächsten Tagen kehrte die

 

 

5.

Erwünschte Dienstordnung ein. Sie gruppierten in den nächsten Tagen die Züge immer wieder um, bis es gut miteinander harmonierende Häuflein von zwölf Mann waren, die je drei Gruppen bildeten. Die kleinen Gruppen wurden vom Anfang an so ausgebildet, das ein jeder in der Lage war ein jeden zu ersetzen. Das hatte den Sinn, dass die Einheiten nicht kampfunfähig waren, wenn der Kommandierende Offizier fallen würde.

 

 

Sie übten auf einen sehr großen Truppenübungsplatz, wo es auch andere Waffengattungen gab, wie

 

 

6.

Panzereinheiten, Artillerie, Flak, Pak usw. sie hatten den Abschnitt neun im Lippischen Wald. Karl begann wie immer mit der Handhabung der Karabiner und dem Kalibrieren der Zielfernrohre. Sie mussten lernen mit den Waffen sorgsam umzugehen und übten sich in Wartung und Pflege. Die Karabiner wurden in alten Sackleinen und Tarnplanenreste die in Streifen gerissen wurden eingepackt, das schützte sie vor Beschädigungen und war gleichzeitig eine Perfekte Tarnung im Gefecht. Sie mussten vom Anfang an lernen, dass ihr Leben oft nur von der Zuverlässigkeit ihrer Waffe abhängen würde, und sie deshalb eine besondere Sorgfalt walten lassen. Als Karl den Theoreischen Unterricht beendet hatte, gab er den Rekruten den Rest des Tages frei. Er fuhr mit Hans über den Übungsplatz, um in der Nähe des Sees einen geeigneten Platz für das Zeltlager zu bestimmen, wo die Rekruten am kommenden Tag ein Zeltlager errichten sollten. Dann fuhren sie weiter zu ihren Zelt am See, und stellten noch drei Feldbetten mit den dazugehörigen Matratzen und den nötigen Bettzeug hinein. Das Zelt sollte unbedingt geheim bleiben, denn die Rekruten sollten nicht wissen, dass die Offiziere auch nachts ein Auge auf sie hatten. Es waren nur Ca. achthundert Meter vom See bis zu dem Rekrutenlager. Sie waren fertig mit dem Einrichten der Schlafgelegenheiten, als Hans sagte, komm wir schwimmen eine Runde, bevor wir zurück fahren. Warum nicht, sagte Karl und sie zogen sich aus und gingen im Adamskostüm schwimmen. Kaum waren sie auf den kleinen See hinaus geschwommen, hörten sie ein paar Stimmen, die schnell näher kamen. Scheiße sagte Karl, die Weiber kommen! Was für Weiber, wollte Hans

 

 

7.

Sofort wissen, und Hans erzählte ihm das in der Nähe die Flakhelfer waren. Und as sind Weiber, warum weis ich denn nichts davon, fragte er ganz aufgeregt? Im selben Augenblick, standen sie auch schon am anderen Ufer, zogen sich aus und gingen in das Wasser.

 

 

Karl und Hans, schwammen auf sie zu und erst jetzt, bemerkten sie die zwei Männer. Sie begannen zu kreischen wie die Schulmädchen und versteckten ihre Brüste unter dem Wasserspiegel und hielten die Hände davor. Als die beiden Schwimmer bis auf ein paar Meter heran geschwommen waren, hatten sie sich wieder beruhigt und bemusterten die zwei durch das klare Wasser. Karl trat sofort die Flucht nach vorn an und verwickelte die Frauen in ein Gespräch. Ich heiße Anna, sagte die eine und näherte sich Karl bis auf ein paar Zentimeter an, sie stand so nah, das er für einen Moment ihre Brustwarzen auf seiner Haut gespürt hatte. Eine andere, die etwas schlanker und jünger war, stand Bei Hans und redete mit ihnen, sie hieß Lisa und kam aus dem schönen Erfurt in Thüringen. Sie war erst vierundzwanzig

 

 

8.

und Gärtnerin vom Beruf. Hans verschlang sie mit seinen Blicken und starrte ihr mit beiden Stielaugen auf die Brüste und begann sie weiter auszufragen. Karl war mit Anna etwas hinausgeschwommen und sie sprachen dabei miteinander über alles Mögliche. Anna war eine Frau in den besten Jahren, sie ist sechsunddreißig, und kommt aus Hagen im Ruhrgebiet. Sie war sehr stramm von Wuchs und besaß enorm große Brüste. Die Frauen waren schon seit drei Monaten auf dem Übungsplatz und sexuell total ausgehungert, und das konnten auch die Männer spüren. Beim Einbruch der Dunkelheit, kam was kommen musste, und sie weiten die Feldbetten ein. Wir sind in den nächsten Wochen hier, sagte Karl, als sich die Frauen verabschiedeten, denn sie mussten um zehn wieder in ihren Lager sein. Als sich die Frauen bekleidet hatten, sahen sie dass es Gefreite waren, und die Uniformen der Männer lagen noch am See. Die zwei Frauen wussten nur dass sie es mit Karl und Hans von den Scharfschützen zu tun hatten. Als sie sich angekleidet hatten, fuhren sie zurück, um auch schlafen zu gehen. Die sind jeden Abend da, sagte Hans. Zuerst kommt das junge Gemüse vom BDM, dann die Älteren. Die zwei kommen immer zum Schluss. Ach wie praktisch, sagte Kurt, zum Glück, haben wir ja unsere Ferngläser dabei. Wir müssen unsere Rekruten schon am Nachmittag zum Baden schicken, damit sie nicht mit den BDM Weibern zusammentreffen, denn da brennt der Busch. Die Mädels waren doch alle ausgehungert und kannten keine Tabus wenn sie die Aussicht hatten was zwischen die Beine zu bekommen. Im Lager gingen sie noch zu den Küchenbullen und gaben den Standort der Zelte bekannt, damit sie wussten wo die Essenkübel hingebracht werden müssen. Bei der

 

 

9.

Gelegenheit, aasen sie noch eine Schinkenstulle und tranken ein Schluck Moselwein dazu. Pünktlich sechs Uhr, hieß es Gefechtsalarm, alles Feldmarsch mäßig heraustreten. Die Feldwebel gingen mit ihren Trillerpfeifen durch die Barackenflure und weckten die Rekruten. Im Laufschritt, kamen sie auf den kleinen Appellplatz und nahmen ihre Aufstellung ein.

 

 

Sie beluden ihre Kübelwagen mit der Ausrüstung und auf Kommando fuhren sie in einer Kolonne los, bis sie den nahe gelegenen Übungsort erreicht hatten und Bauten die Zelte auf. Karl ließ sie gewähren, um zu sehen in wie fern sie bereits jetzt selbstständig hanteln können. Es klappte alles besser als er sich vorgestellt hatte, die Jungs waren wirklich gut. Die Tarnung war perfekt angelegt, die Zelteingänge zeigten alle nach Osten, damit der Wind und der regen nicht gegen den Eingang drücken konnte. Karl

 

 

10.

War zufrieden und lobte die Jungs. Nun gab es erst einmal Frühstück und dann gingen sie sich am See waschen. Geländeaufklärungen, standen als erstes auf dem Programm. Sie lernte wie die idealen Schussbahnen berechnet wurden und wie man die Geräusche der Umwelt mit benutzen konnte um seine eigenen zu tarnen. Sie lernten, dass man den Gefechtslärm und das Feuer der Feinde benutzen konnte, um seine eigenen Schüsse zu tarnen. In den kommenden Tagen, krochen sie nur auf den Bauch durch die Wälder und übten das perfekte Anschleichen und den Nahkampf. Karl ließ Zielschießübungen auf bewegliche Ziele abhalten, was das Schwerste mit einen Zielfernrohr überhaupt war. Ein Ziel was still da liegt, kann ein jeder treffen, aber wo hatt man das? Die beiden Feldwebel hatten alle Hände voll zu tun, und die Rekruten bekamen langsam ihre Namen und wuchsen ihnen an das Herz, denn die meisten von ihm waren feine Kerle und den Rest schickte Karl als ungeeignet zurück. Denn sie konnten nur kleine perfekt harmonierende Gruppen brauchen, auf die in jeder Beziehung Verlass war. Karl begann jetzt mit den Nachtübungen, er war zwar bereits mit seinen Ausbildungsprogramm weit voraus, trotzdem wollte er mit deutscher Gründlichkeit vor gehen, und die Jungs so perfekt wie nur möglich auf den ersten Einsatz vorbereiten. Sie bildeten zwei Lager, und übte sich in den gegenseitigen Überfällen. So konnten sie am besten ihre eigenen Fehler aufspüren und ausmerzen. Karl ließ sie nach eigenen Ermessen handeln, und die Feldwebel, standen ihnen mit rat und Tat zur Seite, nach jeder Übung, gab es eine Gefechtsauwertung an denen alle teilnehmen mussten, um die Fehlerquellen zu besprechen und sie

 

 

11.

Abzustellen. Die Jungs lernten sehr gut und schnell, und nun folgte die Einzelkämpferausbildung, die am Härtesten von allen war. Sie begonnen damit, dass sich ein einzelner unbemerkt, zu einer unbekannten Zeit an sie heranschleichen sollte, und sich in einer günstigen Schussposition das Ziel vornahm und vernichtete. Zu diesem Zweck, wurden Holzziele aufgestellt.

 

 

Zur Belohnung, gab es den Badesee, wo sie den Tages oder Nachtschweiß abspülen konnten. Kar hatte so eben erfahren, das die Alliierten in Frankreich gelandet waren und mit starken verbänden landeinwärts marschieren. Das erzählte er seinen Feldwebeln und sie diskutierten darüber. Das der Russe sie auf breiter Front ständig zurück drängte, war schon hart genug, aber jetzt noch eine

 

 

12.

Zweite Front im Westen, das sollte nichts Gutes verheißen. Und im Radio wurde nach wie vor vom großen Endsieg gesprochen, die Wunderwaffe V zwei war ja bereits ansatzfähig, aber sie musste nun noch in großer Stückzahl produziert werden. Egal sagte Karl, sollen sich doch die Herren im Oberkommando die Köpfe zerbrechen. Er wollte aber auf jeden Fall die Ausbildung besonderst gründlich zu ende bringen, und da kam es ihnen gerade Recht, das sie weit voraus waren. In der Kommenden Zeit, brachte er sich und auch seine Feldwebel mit in die Übungen ein, denn sie waren mit allen Wassern gewaschen und konnten die Rekruten immer wieder aufs neue verblüffen, denn da dachten die meisten schon seit langen, das sie alles aus dem ff beherrschen würden. Bis sie eines besseren belehrt wurden. Sie bilden Angriffs und Verteidigungstrupps und absolvierten Tag und Nachtübungen ab es regneten oder die Sonne schien. Ja sogar den Winter simulierten sie. Es kam der Tag, als sie den Jungs kaum noch etwas Neues lernen konnten, und ab jetzt, sagte Karl, lassen wir die Zügel etwas locker. Denn sie waren ja gut darauf trainiert auf Überfälle und andere Dinge zu achten. Aber wie würde es sein, wenn es unerwartet kommen würde. Kurt gab den Befehl, dass die Gruppenführer nach eigenem Ermessen handeln sollten, und die Schwerpunkte allein weiter üben sollten. Karl oder einer der Feldwebel, schlichen sich immer wieder in den passenden Moment an, und sie feuerten einen gezielten Schuss auf das Holzziel, was symbolisch den Tot des Gruppenführers bedeutete. Die Jungs gaben sich die größte Mühe, wurden aber doch immer wieder von den alten Hasen übertölpelt. Die Jahre Fronterfahrung, kamen ihnen immer wieder zu gute, so hätten die

 

13.

Rekruten nie angenommen, dass jemand in einen Schlammloch unter einer Schlammverschmierten Plane liegt und mit dem Karabiner im Anschlag auf sie lauerte, oder im Laub des Waldes sich eingrub und stundenlang regungslos auf einen gezielten Schuss wartete. Nach den Übungen, gingen sie jetzt regelmäßig zum See um Angriffsübungen im Schielf, zwischen Seerosen oder anderen Wassergewächsen durchzuführen. Sie nutzten hole Baumstämme und anders Treibgut was der See hergab. Sie lernten sich auf den Bäumen zu bewegen wie die Affen im Urwald. Karl ließ sich immer wieder etwas neues einfallen, denn er wollte das die Jungs an der Front nicht als Kanonenfutter dienen sollten.

 

 

Spontan schickte Karl seine Feldwebel nach Bad Lippspringe und ließ von ihnen Bier Schnaps und Wein

 

 

14.

Besorgen, denn heute Abend, wollte er den Erfolg feiern und einen Angriff aus dem Hinterhalt starten, wenn die Jungs so schön abgelenkt sind. Damit wollte er erreichen, das sie immer und in jeder Situation auf einen Angriff gefasst waren, denn auch der Feind hatte gute Scharfschützen, die ihr Handwerk verstanden. Um sie noch mehr zu verwirren, ließ er sie heute später an den See, wo die Mädels vom BDM gerade ihre Bahnen schwammen. Die Küchenbullen hatte eine Feldküche an den See gestellt, und Karl war bei den Ausbildern der Flakhelfer, und hatte Organisiert, dass die Mädels den Rest des Tages zum Baden frei bekamen, denn sie waren ein Hauptbestanteil seines Planes. Sie badeten nackt auf der einen Seeseite und die Jungs auf der anderen, dazu floss der Alkohol. Kar ließ die Scharfschützen, die er aus einer anderen Einheit angefordert hatte angreifen. Ihr Ziel war es die gesamte Einheit lahm zulegen ohne das ein Schuss fallen sollte. Sie nutzten die Ablenkungsmanöver um sich heranzuschleichen. Sie übertölpelten die Jungs wie die ersten Anfänger, in dem sie ihnen die Waffen oder die Schlösser aus den Gewehren klauten, die Munition versteckten. Ja sie waren sogar so dreist und setzten sich mit unter sie und tranken mit ihnen Wein, um ihnen die Mauser aus der Koppeltasche zu klauen. Der Angriff war auf der gesamten Linie ein voller Erfolg, die Aktion wurde in der Nacht noch abgebrochen ohne dass sie etwas gemerkt hatten. Am frühen Morgen, stellten die ersten den Verlust ihrer Waffe fest, oder das fehlen der Mauser Pistolen und den Gewehrschlössern. Es folgte wieder eine Öffentliche Auswertung und man besprach in aller Ruhe die Fehler die sie begangen hatten. Dabei waren sie doch so Stolz

 

 

15.

Gewesen und hielten sich bereits für unfehlbar, und nun standen sie wieder wie die beseichten Pudel in Reih und Glied. Da noch genügend Ausbildungszeit vorhanden war, Ließ sich Karl noch so manches linkes Ding einfallen um sie auf das Glatteis zu führen.

 

 

Bis der Tag da war, wo sie auf nichts mehr hereinfielen. Nun wurden sie für eine Woche auf alle sich befindlichen Truppenteile die sich auf dem Übungsplatz befanden aufgeteilt, um dort die Verschiedensten aufgaben zu meistern. Klaus hatte drei Tage Urlaub bekommen, denn seine Frau erwartete das vierte Kind. Karl war mit Hans seit langen wieder Allein am See und sie legten sich eine Decke hin um ihre Freizeit zu genießen, bis die Gackerhühner vom BDM kamen und ihre Ruhe empfindlich störten. Da die zwei ihre Uniformen in dem

 

 

16.

Getarnten Zelt hatten liegen lassen, wussten sie auch nicht mit wem sie es zu tun hatten und riskierten so einiges was sie sich sonst nicht herausgenommen hatten. Sie Provozierten mit ihren Körpern und bückten sich absichtlich besonderst tief, damit die Kameraden die Glocken läuten sahen. Schau dir die kleinen geilen Biester an, sagte Hans. Karl lachte und sagte, aber nur noch zehn Minuten, dann kommen die richtigen Frauen. Es dauerte auch wirklich nur noch zehn Minuten, bis sie von den Frauen abgelöst wurden. Ann und Lisa, waren die einzigen Gefreiten unter ihnen, und hatten das Privileg als letzter und am längsten zu baden, und das wusste Karl und Kurt. Sie hatten sich in die Büsche zurückgezogen um mit ihren Feldstechern zu schauen, was die anderen Weiber so alles anzubieten hatten. Die Frauen dachten dass sie wie immer allein am See seien und zogen sich ganz ungeniert aus um baden zu gehen. Man hat die ein paar Glocken, sagte Hans, da möchte ich auch einmal läuten. Es waren alles Frauen um die vierzig und da ging die Sonne auf. Die Kameraden, konnten es nicht abwarten, bis die anderen zwei endlich kommen würden und sie mit ihnen wieder ihren Spaß haben würden. Es war ein wunderbarer Sommerabend und sie lagen wieder auf ihrer Decke und warteten. Karl hatte eine Flasche Moselwein aufgemacht, und die genossen sie jetzt Schluck für Schluck. Die zwei Weiber kamen wie erwartet und gesellten sich dazu, sie tranken gemeinsam Wein und gingen Baden, bevor der Rest folgte. So faulenzten sie das gesamte Wochenende herum bis am Montag früh die Rekruten wieder einrückten. Sie bekamen sofort Freizeit um ihre Persönlichen Dinge in Ordnung zu bringen, denn am Dienstag früh, kam Feldmarschall Model mit seinen

 

 

17.

Offiziersstab um die fälligen Auszeichnungen und Beförderungen vorzunehmen. Als Scharfschütze, wurde man schnell befördert, denn die Kameraden waren alle als selbständige Einheiten unterwegs und hatten völlige Handlungsfreiheiten um ihre gestellten Aufgaben zu erledigen zu können. Dazu gehörte auch ein angemessener Dienstgrad.

 

 

Karl war erstaunt, das auch er mit seinen Feldwebeln befördert wurden, so viel er die Treppe bis zum Oberst hinauf. Hans und Klaus wurden wieder in ihre alten Dienstgrade als Oberleutnant eingestuft. Nebenbei erfuhr Karl, dass die Amerikaner Paris genommen haben, und die Russen Polen schon fast überrannt hätten. Er solle sich mit seiner Einheit schon einmal über einen Fronteinsatz Gedanken machen, denn es werde Bald losgehen. Obwohl die Ausbildung zu ende war, hielt Karl noch Tägliche Schulungen und Übungen ab. Er wollte dass die Jungs die besten von allen werden sollten, denn das war das einzige

 

 

18.

Was er tun konnte um ihr Leben zu schützen, und das wussten sie. Voller Dankbarkeit nahmen sie jeden Rat an und befolgten ihn. Es war ihnen gelungen die beste und härteste Kampftruppe die es je unter den Scharfschützen gab zusammen zu stellen. Die Kameraden, bekamen vierzehn Tage Sonderurlaub, und durften noch heute abreisen. Der Schreibstubenhengst hatte alle Hände voll zu tun um die Urlaubsscheine auszufüllen, die von Model persönlich unterzeichnet wurden. Damit wollte der Feldmarschall seine persönliche Dankbarkeit zum Ausdruck bringen. Bis Kassel fuhren Karl Hans und Klaus zusammen, dann musste Karl umsteigen in den Zug nach Gotha. Hans und Klaus trennten sich erst in Hannover. In Gotha hatte Kurt ein paar stunden Aufenthalt, die er in der Bahnhofswirtschaft verbrachte bis der Anschlusszug noch Ordruf bereitgestellt wurde. In Suhl, besuchte er seine Verwanden und seine alten Eltern, doch schon nach ein paar Tagen, hatte ihn die lange Weile eingeholt, und er verabschiedete sich. In Gotha, hatte er einen alten Kameraden, den sie an der Ostfront beide Beine weggeschossen hatten. Hier war ein Besuch Pflicht, und außerdem hatte er zwei supergeile Schwestern, die Karl schon beide des öffteren Maß genommen hatte. Die würden ihn jetzt auch wieder gerade Recht kommen. Als er in der drei Kronengasse ankam und seinen Freund sah, war Kurt erschrocken, denn er erkannte ihn kaum noch. Er war ein Schatten seiner selbst und hockte zusammengekauert in seinen Rollstuhl. Was war das einmal für ein Draufgänger und Weiberheld, er war ein Kamerad wie man ihnen sich nur wünschen konnte. Jetzt kamen seine Schwestern aus dem Garten gelaufen um Karl zu begrüßen. Sie kochten Kaffee und setzten sich im

 

 

19.

Garten auf eine Bank. Sie feierten das Wiedersehen und Karl wurde eingeladen den Rest seines Urlaubs bei ihnen zu verbringen, Er erzählte, das sie bald an die Westfront abkommandiert werden würden. Und machten Ausflüge zum Berggarten oder saßen einfach nur im Schlosspark.

 

 

Sie gingen des öffteren in das Kaffe Lösche auf den Buttermarkt oder liefen durch die Innenstadt. Manfred war besonderst stolz darauf, das sein Freund, ein hoch dekorierter Oberst seinen Rollstuhl schob ohne sich für den Krüppel zu schämen, wie es so viele taten. Sie waren eben noch echte Kameraden die für einander da waren. In der letzten Urlaubsnacht, zeigten seine Schwester bis in die frühen Morgenstunden wie dankbar sie für den Besuch waren. Sie Brachten Karl nach dem Frühstück an den

 

 

20.

Bahnhof und warteten bis der Zug weggefahren war. In Kassel hatte er wieder eine Menge Aufenthalt, denn auf den Bahnhof war auch nichts los, da Karl hundemüde war, musste er aufpassen, damit er nicht auf einer Bank einschlief und den Anschlusszug verpassen würde. Ist hier noch ein Platz frei, hörte er eine Stimme fragen, aber ja doch antwortete Karl, und hob den Kopf. Es war ein Obergruppenführer der Waffen SS. Er setzte sich und sie machten sich kurz bekannt. Er kam auch aus dem Urlaub und musste zurück an die Ostfront. Ostfront, sagte Karl, da war ich auch zwei Jahre, bis ich die Ausbildung in Zossen übernommen habe, und jetzt haben sie mich als Ausbildungsleiter nach Paderborn abgeschoben, aber ich bin mir jetzt sicher das es bald an die Westfront geht, sagte Karl. Der Obergruppenführer erzählte von seinen Einsätzen, und wie sie die Russen in Ostpreußen zurück geworfen haben. Du kannst dir nicht vorstellen was wir da alles erlebt haben. Die haben ganze Dörfer ermordet und die Frauen und Kinder bis zum Tot vergewaltigt. Wir haben Frauenleichen gefunden, die hatten sie mit Ketten an den Panzer gebunden und stundenlang hinter sich hergeschliffen, bis sie die Glieder herausgerissen waren. Sie haben nur so zum Spaß einer älteren Frau eine Eierhandgranate in die Scheide gesteckt oder die alten Männer mit den Gewehrkolben erschlagen. Du machst dir keine Vorstellung Was das für Schweine sind. Sie bekommen den Wodka in Kesselwagen an die Front gebracht, womit sie sich vor jedem Gefecht neuen Mut ansaufen, und dann stürmen sie nach vorn, falls sie nicht im Suff über ihre eigenen Füße fallen. Ich habe manchmal kistenweise Munition mit den Mg’s verschießen lassen, ohne dass ein Schuss zurückkam. Sie waren da so voll, das

 

 

21.

Sie die Munition einfach vergessen hatten, und stürmten mit den fünf Schuss die sie im Karabiner hatten. Herr Obergruppenführer, mein Zug, sagte Karl, und er verabschiedete sich. An der Westfront, stießen die Amerikaner auch immer weiter vor und nahmen Dorf für Dorf.

 

 

Karl wollte gerade in seinen Zug einsteigen, als er die Stimmen von Hans und Klaus hörte, sie hatten ihn einen Platz freigehalten. Seit gegrüßt, Kameraden, sagte Karl und setzte sich hin. Nun begann ein jeder der Reihe nach von seinen Urlaubsabenteuern zu erzählen. Klaus hatte wieder einen Strammen Sohn bekommen und seiner Frau ging es gut. Seine Schwägerin passte jetzt gerade auf die übrige Rasselband auf. Hans machte Braunschweig wieder unsicher und trieb es mit so mancher Dame, wo der Herr des Hauses an der Front seinen Dienst versah.

 

 

22.

Karl mochte nicht aus dem Nähkästchen plaudern, und sagte ich war nur bei meinen Eltern und habe ein paar Verwandte besucht. In Handumdrehen lief der Zug auf den Paderborner Haupthahnhof ein, wo sie bereits von einem Kübelwagen erwartet wurden. Im Lager herrschte bereits eine große Aufregung, die Marschbefehle waren bereit da. Die Kameraden, brachten ihre Sachen auf ihre Stuben, und Karl ging in die Schreibstube um die Marschbefehle einzusehen. Die Einheit wurde aufgeteilt. Klaus sollte mit Vierzig Mann und elf Kübelwagen an die Ostfront, Abmarsch war schon in einer Woche. Er sollte Mit den verbleibenden Vierzig Mann und elf Kübelwagen an die Westfront, den genauen Bestimmungsort, würde er noch erfahren. So eine Scheiße, sagte Kurt zum Schreibstubenhengst und verlies den Raum. Vor der Tür standen schon neugierig die Kameraden. Er Gab Klaus den Marschbefehl und die Liste seiner Einheit. Karl teilte die Einheit sofort namentlich in die befohlenen zwei Gruppen auf, damit jeder sich ab sofort daran gewöhnen würde, wo er hingehört. Karl hatte zwar noch das gesamt Kommando über die Truppe, machte aber keinen gebrauch davon. In den nächsten Tagen, versahen alle nur einen leichten Dienst, und die meiste Zeit lungerten sie am See herum und vertrieben sich die Zeit mit den Weibern. Da war er nun, der große Abschiedsabend, die Kameraden hatten ein großes Lagerfeuer vorbereitet und Karl besorgte die nötige Flüssigkeit dazu. Den Rest, richteten die Küchenbullen aus. In der Schreibstube, lagen noch zwei Briefe die sie erst morgen beim verlassen des Lagers erhalten sollte, Karl hätte nur gerne schon gewusst was da drin ist. Der Einsatzort vermutlich, dachte er und setzte sich mit zu den Jungs. Die Flakhelferinnen kamen

 

 

23.

alle pünktlich und vollständig, um mit den Kameraden den Abschied zu feiern. Sie wussten alle, dass sie sich nie wieder sehen würden und tobten sich noch einmal so richtig aus, sexuell oder am Alkohol. Es war eine Riesen Fete, wo jede Frau bereit war mit jeden etwas anzufangen. Denn sie wussten alle, das sie jetzt den Tot in das Auge blicken würden und kaum jemand von ihnen in die Heimat zurückkehren würde. Karl hatte sich mit Anna wieder in das Zelt, was noch immer stand zurückgezogen. Klaus lag mit Lisa auf der anderen Seeseite neben einen Gebüsch auf einer Decke, und gab ihr Reitunterricht. Der Rest der Truppe feierte ausgelassen mit den BDM Mädels bis in die frühen Morgenstunden, wo alle in ihre Baracken einrückten um ihre Sachen zu ende zu packen.

 

 

Klaus fuhr mit seiner Einheit nach Paderborn zum Verladebahnhof. Karl dagegen musste mit seinen

 

 

24.

Männern die Straße benutzen. Er stand mit Hans neben ihren Kübelwagen, und sie hatten die Landkarte ausgebreitet. Es sind Ca. vierhundert Kilometer, sagte Karl. Hans faltete die Karte wieder zusammen, und Karl öffnete den Ominösen Briefumschlag. Es war ein Sonderbefehl, vom Führer selbst unterschrieben. Das Papier ermöglichte ihnen sich von jeder Einheit verpflegen oder neu ausrüsten zu lassen, ja er konnte sich sogar die Befehlsgewalt, wenn erforderlich aneignen um einen bestimmten Auftrag ausführen zu können. Karl steckte den Befehl in seine Brusttasche und stieg in das Führungsfahrzeug. Sie mussten von Paderborn nach Aubange in Belgien fahren, das sind laut Landkarte Ca. vierhundert Kilometer. Die wollte er aber nicht an einen stück fahren und beschloss eine Pause einzulegen. Sie kamen auf den Straßen sehr gut voran, auf jeden Dorf oder in jeder Stadt, standen die Leute und winkten ihnen zu, an hand der Bewaffnung, konnte ein jeder sofort sehen, das es sich um Eliettesoldaten handelte, und die standen bei der Zivilbevölkerung hoch im Kurs. Karl ließ in den Ortschaften immer wieder einmal anhalten, damit sich die Kameraden die Füße vertreten konnten und um an frisches kühles Wasser zugelangen. Natürlich liefen die Leute immer sofort zusammen und boten ihre Hilfe an. So bekamen sie von den einen Kuchen und von den anderen Hausgeschlachtete Wurst, oder selbst gemachten Wein oder Schnaps mit auf den Weg. In der Nähe bei Zülbich, gab es einen schönen See, und da sie bereits zwei drittel der Wegstrecke hinter sich gebracht hatten, beschloss Karl, das sie hier übernachten würden. Sie schlugen ihre Zelte auf und machten Lagerfeuer. Sie hatten so viel

 

 

25.

Lebensmittel von der Bevölkerung bekommen, das sie ein paar Tage lang kein Kommisbrot fressen brauchten. Am See dummelten sich noch einige Landfrauen die nach getaner Arbeit ein erfischendes kühles Bad zu schätzen wussten. An der Westfront hingegen gewannen die Alliierten täglich an Boden, ihre schwere Kriegsmaschinerie walze sich unaufhaltsam durch das Land. Mit ihren schweren Geschützen, gelingt ihnen ein Vorstoß nach den anderen.

 

 

Klaus saß mit seiner Einheit auf das Abstellgleis in Erfurt fest, sie hatten ihn die Lok abgekoppelt, weil sie für einen Munitionstransport benötigt wurde. Er hatte beim Fahrdienstleiter erfahren, dass es noch Stunden dauern

 

 

26.

Könne, aber er würde ihnen schon rechtzeitig informieren. Klaus ließ die Kameraden sich auf den Bahngelände frei bewegen, um die lange Weile etwas zu verkürzen. Er ging mit ein paar Kameraden in die Bahnhofswirtschaft um etwas zu trinken. Karl lief mit Hans noch in aller Ruhe um den See, als sie zwei Frauenstimmen hörten blieben sie stehen um zu lauschen. Es kamen plädschernte Geräusche aus dem Wasser. Da es stockdunkel war, legten sie sich auf den Boden, und nun sahen sie deutlich wie sich die Siluette zweier Frauenkörper am Horizont abzeichneten, denn hinter ihnen an der anderen Seeseite, brannte noch das Lagerfeuer und erhellte den Hindergrund. Mit Hilfe ihrer Feldstecher, die sie immer um den Hals hängen hatten, konnte sie die Frauen gut beobachten. Sie massierten sich zärtlich gegenseitig den Körper, und besonderst lang und heiß die wohlgeformten Brüste. Das kann ich mir nicht länger ansehen, sagte Hans, den sich etwas in der Hose regte, das ist ja wie eine Folter. Denn er hatte einen Ständer und keine Frau, so konnte er nur zu Fräulein Faust in die Wixmannsgasse. Karl lachte und setzte seinen Weg allein fort. Wieder an der anderen Seeseite angekommen, legte er sich auch mit schlafen. Hans der die zwei weiter beobachte, musste feststellen, dass es keine Lesben waren, sondern dass sie es nur vor lauter Geilheit und aus der Not heraus mit einander taten. Hans redete einfach mit ihnen darüber, was er gerade gesehen hatte, und bot seine Dienste an, die auch sehr gerne angenommen wurden. Karl schlief den Schlaf der Gerechtern, und Hans vögelte die Weiber allein. In den frühen Morgenstunden, kam er wieder zum Zeltlager, das Feuer qualmte noch und da noch reichlich Glut vorhanden war, fachte Hans es wieder an und legte neues Holz auf.

 

 

27.

Kar stand jetzt auch mit den anderen Kameraden auf und sie machten am See ihre Morgentoilette. Sie räumten die Zelte wieder aus und verstauten allen in den Kübelwagen. Mit den Zelten warten wir noch eine Stunde, sagte Karl, denn die waren noch vom Morgentau ganz feucht. Sie machte gemeinsam Frühstück bevor sie die Zelte verstauten und ihren Weg fortsetzten.

 

 

Und an der Westfront siegten weiterhin die Amerikaner. Klaus hing noch immer in Erfurt fest, seine Waggongs sollten allerdings an einen Lazarettzug angekoppelt werden, der nach Posen gehen sollte. Karl Kam gegen Abend in Aubange an der Belgischen Grenze an. Hier waren sie genau in den Zipfel zwischen Luxemburg und Frankreich. Sie hatten den Befehl hier in einen Waldstück

 

 

28.

In Ruhestellung zu gehen, denn hier lag bereits eine SS Panzerbrigade der Division Wiking in Ruhestellung, die sie mitversorgen sollte. Sie schlugen ihre Zelte auf und richteten sich häuslich ein, denn nur der Geier wusste wie lange sie hier bleiben würden. Klaus befand sich mit seinen Jungs immer noch im Zug, sie waren gerade an Leipzig vorbei und standen schon wieder auf einen Abstellgleis und warteten in den Kochend heißen Waggongs auf die Weiterfahrt, dass der Fahrtwind und die bald einbrechende Nacht ihnen etwas Abkühlung bringen würde. Kurt ging zu den Kommandierenden Offizieren der Wicking um sich mit ihnen bekannt zu machen. Sie saßen neben der Feldküche und tranken genüsslich eine Tasse Bohnenkaffee mit Zucker und echter Sahne. Sie erzählten sich Frontabenteuer und andere Geschichten, wo es um das Weibliche Geschlecht ging. Die Weiber waren sowieso überall nur das Thema Nr. eins, umso weiter sie weg waren, des so mehr sprach man über sie und ihre Liebeskünste. Karl ging zurück zu seinen Kameraden, und bereitete sich mit auf die Verdiente Nachtruhe vor. Hans war in der Gegend herumgelaufen, um sich einen ersten Überblick zu verschaffen. Es war einfach trostlos hier in den Wald herumzusitzen und auf den Einsatzbefehl zu warten. Die Wicking, hatte gerade einen knallharten Kampfeinsatz hinter sich gebracht und brauchte die Zeit um den Mann und das Material wieder aufzumöbeln. Sie waren echt Dankbar für jede ruhige Minute. Karl machte der erste Fronteinsatz bereits jetzt schwere Kopfschmerzen, denn seine Jungs hatten noch nie einen Tötlieschen Schuss auf einen Menschen abgegeben und gegen die Alliierten fehlte ihnen ja auch das richtige Feindbild, das bekamen sie alle nur seit Jahren von dem

 

 

29.

Russen eingehämmert. Das waren die Untermenschen, oder auch als Kannibalen oder Aasfresser verschrien. Das war wertloses Leben, wo es keinen etwas ausmachte, sie zu töten. Aber hier war die Lage ganz anders und ihnen standen Menschen wie du und ich gegenüber. Die Russen waren Tiere und besoffene Vergewaltiger und Kinderschänder, doch die Amis oder die Britten, waren einfach nur so arme Schweine wie sie selbst. Doch die Armen Schweine konnten erbarmungslos Kämpfen und sie taten es.

 

 

Am anderen Morgen, sah die Sache schon wieder ganz anders aus. Die Sonne schien wieder schön warm und die Vögel gaben ihm ein Morgenkonzert. Sie standen auf den Waschplatz und erledigten ihre Morgentoilette auf dem Donnerbalken hinter den Büschen. Danach gab es Frühstück und die neuesten Frontberichte, so waren sie

 

 

30.

immer auf dem Laufenden, wo sich genau die HKL befand ( Hauptkampflinie). Sie lebten so in den tag hinein und pflegten ihre Waffen. Ein paar konnten es kaum abwarten an die vorderste Kampflinie zu kommen, andere würden viel lieber zuhause ihre Weiber vögeln, wie Hans. Karl bekam den Befehl drei Einsatzgruppen nach vorn an die Front abzukommandieren, und er fragte ob es freiwillige gäbe, und es gab sie. Er setzte die drei Gruppen mit ihren Kübelwagen in Marsch und in den restlichen Haufen, kehrte wieder eine gewisse Ruhe ein. Die Draufgänger wollten sich beweisen und gingen immer furchtlos voran. Doch die Furchtlosigkeit und ihre gnadenlose Selbstüberschätzung, machte sie in der Regel zu einer Leichten Beute der Amerikanischen Scharfschützen, denn die hatten ihr Schulaufgaben auch gründlich gemacht. Die sich zurückhaltenden und besonnenen Kameraden, waren in der Regel die besten, weil sie noch das Wort Angst im Genick hatten und deshalb sich einen jeden Schuss genau überlegten und ihn zu hundert Prozent berechneten und dabei ihre Umwelt nicht aus den Augen verließen. Die Zurückhaltung und gute Nerven zeichnete einen Scharfschützen ehr aus als ein junger Heißsporn der ohne zu überlegen handelte. Aber die Zeit und Einsätze würden sowieso bald die Spreu vom Weizen trennen. Klaus war mittlerweile in Posen angekommen, der Kampfkommandant der Stadt band sie sofort mit in den Verteidigungsring ein. Die Russen waren bereits so nah, dass die ersten Granaten den Stadtrand erreichten. Nach zwei weiteren Tagen, rückte die Wicking wieder ab, und Karl musste sich einen neuen Wirt suchen, wo sie sich verpflegen lassen konnten. In der nähe von Bell Vue lag Wehrmacht im Wald, das war ihr neues

 

 

31.

Ziel. Sie packten all ihre sieben Sachen zusammen, und machten sich auf den Weg. An der Ostfront krachte es gewaltig, die Russen schossen Posen mit schwerer Artillerie und Feldhaubitzen zusammen bis kein Stein mehr auf den anderen war. Die Zitadelle war nur noch ein Trümmerhaufen, Klaus und seine tapferen Jungs gab es nicht mehr, sie wurden noch nicht einmal als Leichen alle wieder gefunden und gelten als vermisst. Sie wurden sehr gut ausgebildet und auf den Einsatz vorbereitet, und haben doch nie einen Feind gesehen, sondern nur deren Granden.

 

 

In Bell Vue angekommen richteten sie sich wieder ein, Karl machte sich wieder mit den Befehlshabern bekannt und gab seinen neuen Standort wieder an Model durch. Da bekam er auch sofort wieder zwei Gruppen an die Heeresgruppe west abzustellen. Jetzt waren sie mit Karl und Hans nur noch zweiundzwanzig Mann von einst

 

 

32.

dreiundachtzig die ausgerückt sind. Bald würde auch er den Befehl bekommen. Aber bis dahin würden sie noch in den umliegenden Wäldern herumlungern. Hier in Belgien in die Ortschaften zu gehen, war Witzlos. Die versteckten ihre Weiber. Ein Bauer hatte mal zu Karl gesagt, wir treten unsere Hühner lieber selber. Na bei denen auf dem Hof, sah auch alles wie Inzucht aus. Damit die Zeit vergehen sollte, setzte Karl öfters ein Übung an, denn beim Übungsschießen, waren die Jungs immer wie Ausgewechselt. Es waren hervorragende Schützen, wo es schon lange keinen Fehlschuss mehr zu verzeichnen gab. Ein schlechter Treffer, das kam immer wieder einmal vor, aber ein Fehlschuss nicht. Hans hämmerte seinen Kameraden immer wieder ein, zuerst die Gegend Kontrollieren, dann Ziel anvisieren, dann noch einmal die gesamt Lage überprüfen, versuchen den Schuss durch Umweltgeräusche oder Granatfeuer zu tarnen. Und zuletzt einen Stellungswechsel, falls erforderlich, aber spätestens beim dritten Schuss. Sie übten sich weiter in Geduld, denn sie brauchten eiserne Nerven für die meisten Aufträge. Ein Gradmelder kam mit seiner BMW den Waldweg entlang, und überbrachte den Einsatzbefehl für die Jungs. Karl ließ sofort alles Marschbereit machen, und sie fuhren an den Bestimmungsort, der noch in Frankreich lag. Hinter der Belgischen Grenze lag der kleine Ort Ecouviez, da gingen sie in der Nähe in Stellung. Sie hatten einen Waldrand Ausgesucht, wo schon eine Pak Einheit lag. Karl ließ die Männer Schützengräben und sehr tiefe Fuchslöcher in den Gräben anbringen. Da er in einer Pak Stellung lag, rechnete er mit starkem Artilleriebeschuss. Er sprach mit den Geschützführern, denn die Hatten wie gewohnt, die Munition gleich hinter den Pack Geschützen

 

 

33.

Aufgestapelt. Sie ließen jetzt auch Gräben ausheben mit einer verbreiterten Stelle in der Mitte, wo sie die Munition einlagerten. So war sie genau so nah am Geschütz, aber besser vor dem Feinfeuer geschützt und die Kameraden mussten nicht im Splitterhagel Granaten schleppen.

 

 

Die Amerikaner, mussten über freies Feld, dann einen Sumpfigen Graben überqueren und dann einen Hang hoch und der bot wieder keinerlei Deckung. Karl ließ sogar die am Hang liegenden Steine entfernen, die groß genug waren um sich dahinter zu legen. Sie banden die größeren Steine und Felsbrocken an Stahlseile und zogen sie mit den Geschützschleppern nach oben, wo sie sie mit in ihre Stellungen einarbeiteten. Der Geschützdonner kam näher und am Ortsrand von Ecouviez konnte man die ersten Amerikaner sehen. Sie standen nur so da und beobachteten die gesamte Gegend mit ihren Ferngläsern.

 

 

34.

Karl befahl volle Deckung, sie sollten niemanden von ihnen sehen. In dem Ort sammelten sich immer mehr Amerikaner an. Es sah aus als wären sie dort in Ruhestellung gegangen, denn sie dachten nicht an einen Angriff, Im Gegenteil sie legten sich schlafen, aasen oder spielten Karten. Karl konnte sehen, dass sie den Kirchturm besetzt hatten und wie einfache Soldaten am Ortsrand endlang liefen, bis zu den Graben. Sie liefen ganz offen und ohne Waffen, das konnte nur bedeuten, dass Karls Tarnung gut war und die Amerikaner annahmen, dass sie hier allein sind. Karl ließ seine Männer in erhöhter Alarmbereitschaft, die Geschützbedienungen durften Wegtreten um sich schlafen zu legen. Hans legte sich mit hin, denn er musste wach sein wenn die Geschütze wieder an der reihe waren und der Rest sich ausruhte. Karl hatte Angst, dass einen die Nerven durchgehen und er sein Pak Geschütz abfeuern würde. Aus diesem Grund durfte nur nach Befehl eine Granate sich im Lauf befinden. Die gesamte Nacht lang, kam Musik und anderer Lärm von den Amys herüber. Karl sagte, zu seinen Jungs, solange das Radio noch dudelt ist alles in Ordnung, aber seit auf der Hut wenn es verstummt. Die Sonne stand bereits wieder hoch am Himmel, und bei den Amys war alles noch beim alten, auf was warten die denn bloß, fragte sich Karl, denn er konnte ja nicht wissen das eine Panzereinheit auf dem Weg war um ihnen Feuerschutz zu gewähren. Karl sah Artillerie anrücken, die sie in aller Ruhe am anderen Dorfrand in Stellung brachten. Nun rollten auch die Panzer an, Scheiße, sagte Karl zu seinen Kameraden Hans, wir liegen bestimmt hier in einer Hauptstoßrichtung. Na dann gute Nacht, erwiderte Hans. Sie teilten jeden Scharfschützen drei Panzerfäuste mit zu,

 

 

35.

Für den Fall das sie wirklich hier lang kommen würden. Aber den Ganzen Tag lang war Ruhe, so wie in der Nacht. In den frühen Morgenstunden, hörten sie wie die Amys ihre Panzermotoren starteten und in Angriffsformation vorrückten. Gefolgt von den Infanteristen. Sie rollten auf einer Breite von Ca. zweihundert Metern auf den Graben zu, und in dem Moment, wo sie den Graben durchquert hatten, beugte sich der Panzer nach vorn auf, und da sie in einer Linie fuhren, taten sie es fast gleichzeitig. Feuer schrie eine Stimme, und die Pack Geschütze taten ihre Arbeit.

 

In kürzester Zeit, war der Hang ein Hexenkessel, sie hatten alle anfahrenden Panzer ohne Gegenwehr zusammengeschossen. Überrascht nahmen die Infanteristen ihre Beine in die Hand und gaben Fersengeld

 

 

36.

nach hinten. Die sich noch aus den brennenden Panzern befreien konnten, vielen den Scharfschützen zum Opfer. Karl gab den Befehl, weg von den Geschützen und volle Deckung, denn er wusste das jetzt die schwere Artillerie dran war, und er behielt Recht. Sie schossen den gesamten Waldrand zusammen. Als sich eine Feuerpause einstellte, bemannten sie die Geschütze wieder und die Scharfschützen kamen alle unverletzt aus ihren Fuchslöschern gekrochen. Nach einer weiteren Stunde, starteten sie wieder einen Infanterieangriff, doch es wurde ein Scheibenschießen für die Deutschen. Als sie den Angriff wieder abgebrochen hatten, setzte das Artilleriefeuer wieder ein. Sie Kameraden verließen vorübergehend wieder das Schlachtfeld, bis die Kanonen wieder schwiegen. Sie bemannten die Stellungen auf das neue und die Amys stürmten wieder vergebens. Das Spiel setzten sie den gesamten Tag lang fort, bis die Nacht anbrach. Gegen Morgen hörten sie wieder Motorengeräusche, aber von LKWs und Geschützschleppern. Doch die kamen nicht näher sondern entfernten sich. Sie hatten an einen anderen Frontabschnitt einen Durchbruch geschafft, und rollten da auf breiter Front nach Belgien rein. Karl hatte den Rückzugsbefehl erhalten, wo er sich bis hinter die Deutsche Grenze zurückziehen sollte. Sie gingen bei Monschau in Ruhestellung, und warteten auf ihren neuen Einsatzbefehl. Sie schlugen ihre Zelte in ein Waldstück auf und tarnten sie zusammen mit den Kübelwagen, denn es wurden vermehrt Amerikanische Aufklärer am Himmel gesichtet, die da Ganz ungehindert ihre Bahnen zogen, denn wegen eines kleinen unbewaffneten Aufklärers, würde niemand

 

 

37.

Seine Flakstellung verraten. Sie vermieten es am Tag Feuer anzuzünden, damit die Rauchsäule sie nicht verraten konnte. Nach Anbruch der Dunkelheit, gingen sie sogar in die Ortschaften und machten die Wirtshäuser und Bauernhöfe unsicher.

 

 

Hans War wie immer der erste, der sich auf den Gehöften bei den Witwen und verlassenen umsah und seine Schäfchen in das Trockene brachte. Er lernte da eine ältere Frau kennen, die noch wusste was Dankbarkeit ist. Bei ihr verbrachte er die kommenden Nächte. Karl versumpfte im Wirtshaus, denn er hatte hier kein Glück bei den Frauen, bis Hans sagte, kommt doch einfach mit. Die hat so viel Holz vor der Hütte, das reicht locker für zwei. In den kommenden vier Nächten gingen sie zu zweit, und das Holz reichte locker. Bei Tagesanbruch kam

 

 

38.

Wieder der Gradmelder mit dem Befehl, sie sollten wieder Bestandteil einer Abwehrschlacht bei Mechernich sein. Die Amerikaner drückten gegen Remagen, nun stand es fest, sie wollten die Rheinbrücken, und das durfte ihnen auf keinen Fall gelingen. Karl gab den Befehl, sich abmarschbereit zu machen. Sie verstauten die Zelte mit der Ausrüstung wieder auf ihre Kübelwagen, und setzten sich in Marsch. Sie fuhren in einen Schritt bis zum Einsatzort durch. Bei ihrer Ankunft, meldete sich Karl wie befohlen zur Stelle, um seine Schützen mit in die Verteidigungslinie mit einzubeziehen. Es fehlte ihnen an schweren Waffen, die waren alle an der Ostfront. Dafür kam ständig die falsche Munition an, sie benötigten 8,8 cm Pak Granaten und bekamen 105 cm Panzerhaubitzen Munition. Da sie keiner benutzen konnte, ließ Karl sie schräg in die Erde eingraben. So konnten sie mit dem Karabiner auf die Zünder schießen, und die Granaten hatten fast dieselbe Wirkung wie Mienen. Die Pak Geschütze, für die sie keine oder zuwenig Munition hatten, stellten sie schlecht getarnt und auffällig an eine unbedeutende Stelle um das Feuer auf sich zu ziehen. Sie hoben Stellungen aus und bauten Splittergräben. Karl achtete wieder auf eine perfekte Tarnung, und nahm sich seine Jungs noch einmal in das Gebet. Am kommenden Tag, stand die Abwehrfront und sie waren bereit die Amerikaner zu empfangen. Die Amys ließen nicht lange auf sich warten, sie ließen ihre Vorhut schon bald das Gelände sondieren. Und bromt hatten sie auch die für sie hingestellten Geschütze und Soldaten bemerkt. Sie schlichen etwas heran und sahen die Kameraden wie sie Munitionskisten an die Pak schleppten. Was sie nicht

 

 

39.

Sehen konnten war das die Kisten Leer waren und von der 105 cm Munition stammten. Die Kameraden boten ihnen ein perfektes Bild an. Karl und seine Kameraden, hatten sie die gesamte zeit im Fadenkreuz beobachtet, und hätten nur den Finger krümmen müssen. Am kommenden Morgen, brach die Hölle los, sie beschossen mit schwerer Artillerie die Leeren Stellungen und griffen sie aus der Luft mit Bombern an und legten den gesamten Abschnitt unter Feuer. Das Artilleriefeuer verstummte und die Bomber waren noch nicht richtig abgedreht, da rollten ihre Panzer auf die Kameraden zu und erlebten ihr blaues Wunder.

 

Sie hatten beim ersten Angriff bereits sechzehn Panzer geknackt und der klägliche Rest gab Fersengeld. Nun hieß wieder, raus aus den Stellungen, denn die Bomber und die Artillerie würden nicht lange auf sich warten Lassen. Sie Versahen die übrigen Geschütze wie befohlen mit Sprengladungen und da sie keine Granaten mehr hatten jagten sie sie hoch. Die gesamte Truppe zog sich durch

 

 

40.

die Wälder zurück bis Reinbach Kurtenberg, wo die nächste Abwehrschlacht vorbereitet wurde. Hier stand schwere Flak, die wollte man mit in den Bodenkampf einbeziehen, die Panzerjäger machten sich mit ihren Panzerfäusten zum Nahkampf fertig. Es mussten noch über dreihunderttausend Mann über den Rhein übersetzen, um die Gefangenschaft zu umgehen. Deshalb mussten sie die Amys auf jeden Fall so lange sie konnten aufhalten. In der Zwischenzeit, wollte man am Rhein eine neue HKL aufbauen, denn es durfte den Feind nicht gelingen den Vater Rhein zu überschreiten. Alles was die Wehrmacht jetzt noch aufbieten konnte, war an das Rhein oder Oderufer abkommandiert wurden. Sie bereiteten die Brücken zur Sprengung vor. General Bittrich war mit seiner Panzerarmee bei Arnheim in schwere Gefechte verwickelt wurden und es gelang ihnen die Amerikaner fest zu nageln. Es tobten weiterhin die heftigsten Kämpfe, denn der Ammy wollte mit allen Mittel in das Ruhgebiet vorstoßen um Deutschland von seiner Hauptindustrie ab zuschneiten. Karl war damit beschäftigt sich auf den Kampf vorzubereiten. Hans lag neben ihn und sie beobachteten die Umgebung mit ihren Feldstechern. Es war nichts zu sehen, und sehr wenig zu hören. Die bereiten sich bestimmt wieder auf einen Großangriff vor, sagte Karl zu Hans. Stimmt erwiderte er, die plötzliche Stille ist bestimmt nur die ruhe vor dem großen Sturm. Sie standen auf und gingen noch einmal die Stellungen Kontrollieren, ob die Tarnung perfekt ist, denn davon hing wieder ihr Überraschungsmoment ab. Noch wusste keiner das sie hier einen Hinterhalt gelegt hatten um sie bei der Vorbeifahrt an beiden Flanken gleichzeitig anzugreifen. In Paderborn bildete man neue Rekruten aus, die mit einer

 

 

41.

Grundausbildung von nur zwei Wochen an die Front abkommandiert wurden. Die Frauen und BDM Mädels dagegen, hatten ihr Ausbildung immer noch nicht beendet und würden es vermutlich auch nie, denn es befanden sich Töchter aus Generalshäusern darunter. Und für die verzogenen Gören war der Krieg ehr eine Modeerscheinung, wo sie sich die Front ehr als Laufsteg vorstellten. Die ließen sie lieber weiter spielen, denn sie hatten Angst, dass sie beim Anblick der ersten zerfetzten Leichen die Nerven verlieren würden und die Beine in die Hand nehmen würden.

 

 

Hans dachte gerne an die Zeit in Paderborn zurück, und wie sie am See sich mit den Weibern amüsiert hatten oder sie in dem Zelt vögelten. Es war eine schöne ruhige Zeit. Karl kam von seiner Runde zurück und sagte, ich habe einen Spähtrupp zusammengestellt, wollen doch einmal

 

 

42.

Sehn was die Burschen treiben. Es war auffällig ruhig an der Front, und das machte ihn misstrauig. Die Kameraden lagen alle in ihren Schützenlöschern und aasen ihre Konserven mit dem Kommissbrot. Andere hatten sich lieber schlafen gelegt oder sprachen miteinander. Karl sah pausenlos durch sein Feldstecher, konnte aber nichts ausmachen. Wo bleiben die bloß, sagte er zu Hans, der auf dem Rücken lag und mit seinem Glas den Himmel absuchte? Die werden wieder auf irgendwelche nachrückenden Einheiten warten, sagte Hans. Der Amy ist kein Einzelkämpfer, sie kommen immer nur in großen Gruppen, um ihre Verluste gering zu halten. Das war zwar richtig so, aber es machte sie langsam und schwerfällig. Wenn sie erst einmal im Fadenkreuz waren, war ihr Schicksal ohnehin besiegelt. Sie hatten ein paar Mg Nester eingerichtet, die mit Tiefenfeuer die gesamte Ebene abdecken konnten, und so das Fußvolk auf das Korn nahmen. Die Flak und die Panzerjäger würden sich wieder die dicken Brocken vornehmen, und sie würden wie immer die Offiziere und die flüchteten Fahrzeugbesatzungen umlegen. Karl sah auf die Uhr, der Zeiger wollte einfach nicht rücken. Da war noch die Ungewissheit mit der gespenstigen Ruhe, das zerrte mehr an den Nerven als ein Feuergefecht, denn da handelte man spontan und überlegte nicht lange, aber jetzt. Hans hatte eine Dose Fliegerschokolade aus der Brusttasche geholt und öffnete sie, er steckte sich ein Stück in den Mund und hielt die Dose Karl hin und sagte, komm iss das beruhigt die Nerven. Karl nahm dankend an und aas genüsslich ein Stück. Der Spähtrupp, hatte sich schon über drei Kilometer vom Einsatzort wegbewegt und war immer noch nicht auf den Feind getroffen. Sie bewegten sich

 

 

43.

Weitere zwei Kilometer nach vorn, da sie noch immer ohne Feindberührung waren, gingen sie zurück. In der Stellung wieder angekommen, machten sie Meldung. Karl ließ alle Offiziere zu sich kommen und hielt eine Lagebesprechung ab. Er setzte die Gefechtsbereitschaft herab und ließ Wachen aufstellen. In der kommenden Nacht rechnete er nicht mit den Amerikanern, denn die Kämpften bei Tageslicht. Als beschloss er die Jungs in ihren Stellungen schlafen zu lassen und bei Anbruch des Tageslichtes wieder einen Spähtrupp loszuschicken.

 

 

Die Nacht verlief wie erwartet sehr ruhig, Karl schickte den Spähtrupp wie besprochen wieder los, und der Rest verbrachte die Zeit bei erhöhter Alarmbereitschaft in ihren Stellungen. Es war so weit, am Himmel drehten die Aufklärer ihre Kreise und Bahnen. Die suchen eine Strecke die schlecht befestigt ist um vorzustoßen, sagte Hans. Oder sie schauen nur nach Flakstellungen oder

 

 

44.

Truppenbewegungen. Wenn es ihnen gelingen sollte jetzt und hier durchzustoßen, dann sind wie in Arsch und alles was sich noch auf der Rheinseite befindet. Die gesamten Truppen zogen in Richtung Remagen wo sie durch das Nadelöhr Ludendorfbrücke mussten um auf die andere Rheinseite zugelangen. Die Oberkasseler Brücke wurde bereits Gesprengt, weil sich die ersten Panzerspitzen schon auf ihr befunden hatten. Nun mussten alle Kameraden die aus den unteren Regionen kamen auch mit hier übersetzen. Es drängten sich die Fahrzeuge dicht an dicht und die Kameraden die zu Fuß das andere Rheinufer erreichen mussten, marschierten in einer nicht Endenten Dreierreihe. Noch immer flogen die Aufklärer, einige flogen sehr hoch und andere sehr tief, damit wollten sie die Flak aus der Reserve locken. Sie klaubten, dass sie die tief fliegenden Flugzeuge unter Feuer nehmen würden, und sie mit den Hochfliegenden die Flakstellungen aufnehmen konnten. Die Spähtrupps waren bereits acht Kilometer weit entfernt, und hatten keine Feindberührung. Karl wurde immer Nervöser und lief wie ein Tiger im Käfig auf und ab. Plötzlich hatte der Spähtrupp den Feind gefunden. Es sah aus wie eine Logistikeinheit die auf Geleitschutz wartete. Sie traten den Rückweg an und machten bei ihrer Ankunft in der Stellung Meldung. Karl machte wieder eine Lagebesprechung und hob die Gefechtsbereitschaft wieder auf. Sie wussten jetzt mit was sie es vermutlich zu tun bekommen würden. Karl klaubte das Panzer zuerst kommen würden um gegebenen Falles den Weg freizukämpfen. Er wollte aber auf jeden Fall den Logistikzug mit vernichten, denn die Hatten Munition, Treibstoff für die Panzer und LKWs, so wie Lebensmittel usw. an Bord. Sie Gruppierten die Einheit um. Karl ließ

 

 

45.

Panzerabwehrmienen in Form ein großes V auslegen um die Panzer an der Spitze zu binden, die Flak und ein paar Panzerfaustschützen sollten sie knacken. Andere Panzerfaustschützen sollten sich die letzten LKWs in der Kolonne vornehmen um ihnen den Rückzug abzusperren. Die Mg’s und Scharfschützen taten das ihre. So hoffte Karl die Lebensmittel unbeschadet zu bekommen, denn die Eigenen Reserven, wurden langsam knapp.

 

 

Sie hatten einen perfekten Hinterhalt gelegt, jetzt konnten sie langsam komme. Sie lagen wie die Wölfe auf der Lauer die eine Schafherde reisen wollen, doch die verdammten Amys ließen noch immer auf sich warten. Am liebsten wäre Karl mit seinen Jungs ihnen entgegen gegangen und hätte sie fertig gemacht bevor die Panzer eintreffen würden. Die Sache hatte aber auch etwas gutes, so konnten wenigsten die Kameraden ungehindert über

 

 

46.

die Ludendorfbrücke bei Remagen. Die Spähtrupps rückten jetzt wieder aus um die Lage zu sondieren, damit sie auf jede kleine Veränderung sofort reagieren konnten. Karl hatte mit Hans die Situation im Geiste schon ein paar mahl durchgespielt. Und sie kamen immer wieder zu der Ansicht, das die Falle perfekt ist, ihnen fehlte bloß der Amerikaner um sie zu schnappen zu lassen. Anschließend mussten sie im Eiltempo abrücken. Am späten Nachmittag kamen die zwei Spähtrupps zurück und meldeten, dass sechs Schörmenpanzer zur Verstärkung eingetroffen waren. Karl schaute auf die Uhr und sagte, es ist noch früh am Tage und noch lange hell. Ich schätze dass sie noch heute kommen werden, und gab wieder erhöhte Alarmbereitschaft. Hans saß am Waldrand sicher hinter einen dicken Baum angelehnt und döste vor sich hin. Karl setzte sich dazu und sagte, wenn es alles so klappt wie ich mir das vorstelle, dann rücken wir sofort nach dem Gefecht ab, bevor sie uns ihre Bomber morgen früh auf den Hals schicken. Hoffentlich haben wir keiner Verluste, sagte, sagte Hans. Bei den letzten zwei Gefechten hatten wir enormen Dusel. Stimmt sagte Karl, deshalb ist es so wichtig, das alles wie ein Uhrwerk abläuft. Befohr der Amy merkt was gespielt wirt, muss er bereits vernichtet sein. Das Gefecht darf nicht länger als drei bis fünf Minuten dauern, deshalb ist es wichtig das wir auf der gesamten Stecke gleichzeitig angreifen. Ich rechne damit, das die Panzerkommandanten in Panik geraden und sich in Sicherheit bringen wollen, und so in die Mienen fahren. Falls die Flak sie nicht vorher erwischt hat oder jemand ihnen eine Panzerfaust in die Seite gejagt hat. Sie lauschten in die Ferne ob ein Motorengeräusch zu hören sei, aber alles war still, lag das am Wind, der aus einer

 

47.

Ungünstigen Richtung wehte, und sie dadurch nichts hören konnten, oder kamen sie einfach noch nicht. Karl wollte es genau wissen. Er wollte gerade aufstehen, als er am gegenüberliegenden Waldrand einen Amerikanischen Spähtrupp ausmachte. Volle Deckung befahl er und alle lagen sofort regungslos in ihren Stellungen bis der Spähtrupp wieder abgezogen war. So frei wie die sich bewegt haben, sagte Karl, haben die uns nicht ausgemacht und wir können uns einen Stellungswechsel sparen. Es war gegen sechs, die kommen noch, sagte Karl und sandte seinerseits einen Spähtrupp aus.

 

 

Bereits wenige Kilometer von hier stießen sie auf die anrückenden Truppen, sie nahmen die Beine in die Hand um rechtzeitig ihre Meldung machen zu können. Sie waren gerade zurück und lagen außer Atem keuchend in ihren Schützenstellungen, als sie die Motoren der

 

 

48.

Anrückende sechs Panzer mit den folgenden LKWs hörten. Alles feuert erst auf mein Kommando, ist das klar, ermahnte Karl seine Jungs noch einmal. Sie ließen die Panzer wie besprochen erst durch, bis der letzte LKW an der vorherberechneten Position war, und der Führungspanzer an der Spitze auf eine Miene fuhr. Dann ertönte das Kommando Feuer und sie schossen schnell aber sehr gut gezielt auf die Fahrzeuge und die flüchtenden Feinde. Die Panzer explodierten und brannten in kürzester Zeit aus. Es gab ein kurzes Feuergefecht, wo alle Feinde getötet wurden. Die Explodierenden Tankwagen und Munitionstranporter hatten die meisten Amerikaner mit in den Tot gerissen, und wie durch ein Wunder, hatten sie wieder keine eigenen Verluste. Oder lag es an der guten Vorbereitung und genauen Planung der Offiziere? Sie öffneten die noch unbeschädigten LKWs und fanden Jede menge Lebensmittel in Form von Fleischkonserven Weißbrot, Schokolade, Zigaretten usw. Sie beluden die Kübelwagen mit Fleischkonserven und Zigarettenkartons. Obwohl weder Karl noch Hans rauchten, nahmen sie so viel wie möglich von den Lucky strike Zigaretten mit, denn sie waren wie bares Geld und man konnte so manches dagegen eintauschen. Sie fuhren Richtung Rhein, und gingen nach ein paar Kilometern wieder in Deckung. Karl ließ sich eine Verbindung Zum OKW ( Oberkommando der Wehrmacht ) herstellen und meldete seinen Erfolg. Sein Befehl lautete sich mit seinen Männern nach Meckenheim zu begeben um den Vordrückenden Feind mit aufzuhalten, bis alle Truppen den Rhein überquert haben. Karl ging zu Hans und sagte, Meckenheim, heißt unser nächster Einsatzort. Sie breiteten die Landkarte auf der Motorhaube des

 

 

49.

Kübelwagens aus und legten die Route fest, die sie fahren wollten. Karl beschloss die Route bei Nacht zu fahren, weil sie da wenigsten vor Tieffliegern sicher waren. Sie setzten sich in Marsch, und am Horizont konnten sie noch immer die brennenden Schörmenpanzer in der Ferne sehen.

 

Gegen Mitternacht erreichten sie bereits Altendorf, von hier würde es nur noch ein Stück bis Meckenheim sein. Karl ließ die Kameraden absitzen und sich die Beine vertreten, denn er hatte doch tatsächlich noch eine offene Gastwirtschaft gesehen. Er nahm einen Karton von den Zigaretten und ging durch die Hintertür zu den Gastwirt und tauschte sie eingehen ein paar Flaschen Weinbrand und einen Karton Moselwein. Sie verstauten alles, und die Fahrt konnte weiter gehen. Hans sah Karl zufrieden an und sagte, da fehlen nur noch ein paar heiße Weiber. Karl lachte und sagte, Kommt alles noch, warte es nur ab.

 

 

50.

Denn Karl mischte gerne den Moselwein mit dem passenden Weinbrand, das erhöhte den Alkoholgehalt im Wein und man konnte den Weinbrand nicht herausschmecken. Das war ein besonderst gemeiner Schlüpferstürmer. Als sie endlich Meckenheim erreichten, war es schon fast geräumt. Ihre Aufgabe war es den Rücken zu decken. Oberhalb von Meckenheim, gruben sie sich ein, denn von hier aus konnten sie bis weit über den Ort hinweg sehen, und würden die Amerikaner schon von Weiten bemerken. Karl sagte zu seinen Kameraden, baut wieder eine gute Tarnung auf, solange sie uns nicht ausmachen, gibt es auch kein Gefecht. Wenn unsere Truppen über den Rain sind, folgen wir ihnen. Karl hatte sowieso den Eindruck, dass sie sich schneller zurückziehen als der Amerikaner folgen konnte. Sie lagen bis zum Nachmittag in ihren Stellungen, und die Amerikaner kamen zum Glück nicht. Diese Stellungen waren zwar sehr gut gewählt, aber die Amy hätten die Häuser als Deckung. Auf einen Häuserkampf, waren sie nicht scharf, denn dabei währ Meckenheim zu Grunde gerichtet wurden. So kam endlich der erlösende Befehl, Rückzug bis Nierendorf. Oberhalb des Ortes gruben sie sich erneut ein. Es war ein großes Waldgelände mit seinen sanften Hügel und Unebenheiten. Sie hatten sich wie immer, die besten Schussfelder herausgesucht, und dort ihre Stellungen eingerichtet. Da es noch Tausende waren die über den Rhein mussten, konnte sich Karl ausrechnen, dass sie hier jetzt für Tage festsitzen würden. Er ließ dementsprechend genügend Verpflegung und Munition ausgeben. In den kommenden zwei Tagen, bauten sie noch weitere Stellungen aus, die sie im Falle eines Stellungswechsels benutzen konnten. Sie suchten wo der

 

 

51.

Wald die besten Rückzugsmöglichkeiten hatte, und tarnte den Weg zum Teil ab. Damit sie ihn auch ungesehen benutzen konnten. Es war gegen Mittag, als Panzerjäger anrückten, Karl sollte sie mit in die Verteidigungslinie einbauen, denn laut Aufklärung waren Panzerverbände im Anmarsch und mussten für wenigstens zwei Tage festgenagelt werden. Karl ließ Massenhaft Mienen bringen um einen Undurchdringlichen Gürtel zu verlegen. Er ging dabei nicht nach Schema f vor wie Gewohnt, sondern ließ sie in einer U Form auslegen, so dass ein Panzer zwar leicht hereinkam aber kaum wieder heraus. Sie tarnten die Mienen perfekt, und legten noch hunderte kleine schlecht getarnte Erdhügel an die nur aussahen als seien es Mienen.

 

 

In der Rechten Flanke, würde sie die Pak erwarten, und in der linken die Panzerfaustschützen. Ein Übriges würde

 

 

52.

Die Mienen und die Scharfschützen tun. Die Formation hatte sich schon des öffteren Bewährt, doch Karl war noch unzufrieden, denn was wäre wenn die Amys gegen jede Vernunft aus einer anderen Richtung angreifen würden. Warum sollten sie, fragte Hans? Na weil sie vielleicht unseren kleinen Trick durchschauen würden, denn immerhin haben wir ihn schon ein paar Mal angewandt, und die Amerikaner sind keine Idioten, was die Landung in Frankreich beweist, da wurden sie ja auch von unseren fähigsten Generälen wo anders erwartet. Stimmt, sagte Hans und sie ließen in den anderen Richtungen, die sich für Fahrzeuge aller Art eigneten Mienen verlegen und Stellungen einrichten, die sie im Ernstfall schnell bemannen konnten. Auch hier hatten die Jungs Scheinmienen verlegt, die nur aus etwas frischer Erde bestanden, aber das wussten die Amys nicht, und keiner würde freiwillig trüber fahren um die Echtheit festzustellen. Überall wo die Möglichkeit bestand das einen Panzer lang kommen würde, ließ Karl Panzerfäuste bereitlegen. Man hatte ihnen so viel Munition angeliefert, dass sie jetzt den gesamten Krieg allein gewinnen konnten. Hans hatte die Idee Panzerfäuste an die Baumstümpfe zu binden, dass sie eine bestimmte Stelle anvisierten, und wenn ein Panzer am richtigen Punkt erscheint, sie mit einer Schnurvorrichtung abzufeuern. So konnten sie das Feuer der Panzer in die falsche Richtung lenken und hatten die Möglichkeit für einen gefahrlosen zweiten Schuss. Ob es klappen würde, wussten sie nicht, aber sie bauten die Dinger. Sie steckten einen kleinen Ast an die Stelle, die von der Panzerfaust anvisiert wurde und verlegten die Schnurauslöser an einen sicheren und geeigneten Platz. Die ersten Spähtrupps kamen wieder

 

 

53.

Herein und meldeten, keine Feindberührung, selbst in Meckenheim war noch kein Amy zu sehen. Bei Einbruch der Dunkelheit, ließ Karl die Feldküche befeuern, damit die Kameraden eine warme Mahlzeit bekommen wurden und sie heißen frischen Tee hatten. Danach bereiteten sie sich auf die kommende Nacht vor um unter ihren Tarnplanen zu schlafen. Karl ging mit Hans die Stellungen noch einmal ab und sie versuchten aus der ferne mit ihren Feldstechern irgendetwas zu entdecken, aber sie sahen nichts. Die Tarnung stand, da sie nichts sahen, obwohl sie wussten wo sie waren, würden die Amerikaner auch nichts finden.

 

 

Sie setzten sich an den Waldweg, der in unmittelbarer Nähe vorbei führte und Karl zog eine Flasche Mosel aus der Innentasche. Weist du noch, in Paderborn, fragte Hans? Ja, das waren noch schöne ruhige Zeiten, und die

 

 

54.

Geilen Weiber, sagte Karl und begann aus dem Nähkästchen zu blautern. Sie sprachen über Klaus, und konnten es irgendwie noch nicht so richtig fassen, das die alle bereits gefallen waren, obwohl sie gut ausgebildet wurden waren. Bei Karl war noch nicht einer gefallen, noch nicht einmal eine nennenswerte Verletzung hatte es gegeben. Aber was willst du machen, wenn du zwischen irgendwelchen Trümmern liegst und nur Artilleriefeuer kriegst. Rückzug ist da schwer und Stellung halte unmöglich, denn bekämpfe einen Feind, den du nicht sehen kannst. Hans versuchte das Thema zu wechseln, denn über den Tot wollte er jetzt nicht nachdenken. Dort hinten ist ein kleines Dorf mitten im Wald, und von allen abgelegen, sagte Hans, und zog seine Karte heraus. Er breitete sie auf seinen Knien aus und Karl leuchtete mit der Taschenlampe. Callmut, hieß das Nest und hatte etwa sechshundert Einwohner. Karl schaute auf die Uhr und sagte, die haben da bestimmt ein Wirtshaus, und der Waldweg führte direkt dorthin. Karl raffte sich auf und sagte Komm. Er machte mit dem Postenführer eine Losung aus und sie gingen los. Ja, es gab ein Wirtshaus dort und es war offen. Sie bestellten sich zuerst etwas Deftiges zum Abendbrot und bestellten eine Flasche Wein, der kam aus der Region und war sehr gut. Da könnte ich mich daran gewöhnen, sagte Karl und schlürfte genussvoll seinen edlen Tropfen. Der Gast wirt setzte sich mit an den Tisch, und sie retteten miteinander, da es in den Dorf keine Durchgangsstraßen gab, war es hier sehr ruhig und sie bekamen nichts von den großen Rückzug mit, und das die Amerikaner bereits vor Meckenheim standen, wussten sie auch nicht. Denn laut Wehrmachtsbericht, wurden sie

 

 

55.

Täglich weiter zurückgeworfen und waren bereits wieder an der Deutsch Fransösichen Grenze. Umso mehr war er erstaunt über Karls Aussage. Denn das würde ja für sie bedeuten, dass ihr Dorf in ein paar Tagen befriedet werden würde.

 

 

Der Gastwirt verschwand für einen Moment in der Küche, und kam wieder. Er hatte es seiner Frau gesagt, und den Personal, die verbreiteten es im gesamten Dorf, und die älteren Einwohner kamen in das Gasthaus. Es waren nur kreise und Kriegskrüppel so wie zahlerische Witwen und andere Frauen dessen Männer irgendwo an irgendeiner Front waren. Doch heute waren sie froh und ausgelassen. Sie tranken mit den Offizieren und waren ganz ausgelassen. Karl und Hans nutzten die Situation sofort aus und suchten sich Frauen die zugänglich waren und

 

 

56.

Schmissen sich an sie heran, bis der Alkoholpegel den Rest erledigte, sie verschwanden mit den Frauen in den nahe gelegenem Waldgrundstück. Sie tobten sich noch ordentlich mit den Weibern aus und gingen zu ihrer Einheit zurück. Karl sagte, komm wir überprüfen ob die Posten aufpassen, und sie versuchten sich heranzuschleichen, doch der Alkohol ließ sie nicht so wie sie gerne wollten. Die Posten hatten sie schon lange bemerkt und auch erkannt. Als sie die Parole, Rheinschiffer, riefen, mussten sie mit Donauwalzer antworten, wenn sie nicht wollten dass ihnen die Kugeln um die Ohren pfiffen. Sie krochen in ihren Unterstand, um noch etwas zu schlafen, bevor die Sonne aufgehen würde. Die Posten versahen sorgfältig ihren Dienst, und die Spähtrupps rückten wieder bei Zeiten aus. Als die Sonne bereits hoch am Himmel stand, kam Karl zusammen mit Hans aus dem Unterstand und gingen zu der kleinen Waldquelle um sich frisch zu machen. Hans hatte ein braunes gekräuseltes Haar in seinen Mundwinkel, und Karl zog ihn damit auf. Sie rasierten sich mit dem eiskalten Wasser und wuschen sich darin. Das war eine ihrer leichtesten Übungen, denn als Deutsche Elitesoldaten waren sie auch dementsprechend abgehärtet. Sie gingen an die Feldküche um ihr Frühstück einzunehmen und tranken ihren Kaffee dazu. Die Posten meldeten, alles ruhig und keinen besonderen Vorkommnisse. Die Sonne stand mittlerweile wieder hoch am Himmel, Hans lag auf einer Tarnplane und suchte mit dem Feldstecher wieder den Himmel ab. Was entdeckt, fragte Karl? Ja zwei Aufklärer, einer tief und der andere wie üblich sehr hoch, sagte Hans. Na dann wird es ja bald losgehen, erwiderte Karl und legte sich daneben um auch durch sein Glas zu

 

 

57.

Sehen. Die Aufklärer drehten ungeniert ihre Runden und verschwanden wieder. Die Kameraden sahen noch lange durch ihre Gläser, aber sie sahen nichts und sie hörten nichts, bis eine Bomberstaffel über sie wegflog und sie nach einen Moment die Explosionen der Abwürfe hören konnten. Es hatte den Anschein, als würden sie die Ludendorfbrücke angreifen um den Rückzug abzuschneiden. Das hätte ihnen gerade noch gefehlt, das sie durch den Rhein schwimmen mussten, zu Glück, waren sie ja auch alle sehr gute Schwimmer. Denn das lag mit in ihrem Ausbildungsprogramm.

 

 

Die Jäger drehten nach dem Abwurf wieder ab und flogen zurück. Obwohl die Brücke nicht getroffen wurde, flogen sie keinen zweiten Angriff. Das verstehe wer will, sagte Karl zu Hans und fasste sich dabei an den Kopf. Solche Ungereimtheiten, gab es bei den Amerikanern öfters, und das machte sie unberechenbar. Es hatte jetzt den

 

 

58.

Anschein, als wollten sie die Brücke jetzt doch unversehrt einnehmen. Die gesamte Umgebung, war ruhig wie in Friedenszeiten. Die Posten sahen nichts und sie mit ihren Gläsern auch nichts. Beim Einbruch der Dunkelheit, irrten die zwei Weiber die sie in der Nacht zuvor gevögelt hatten durch den Wald. Sie wurden von den Posten aufgegriffen und zu Karl gebracht. Ist schon in Ordnung, sagte er zu den Posten und ließ nach Hans schicken, der noch immer mit dem Glas auf der Tarnplane lag und den Himmel absuchte. Sie nahmen die Frauen mit in den Unterstand, bis die Spähtrupps wieder zurückkamen und ihre Meldung machten. Wir bringen die Frauen wieder in das Dorf zurück, sie haben uns interisante

Nachrichten übermitteln, sagte Karl zu den anderen. Denn sie brauchten die Wahrheit doch nicht zu wissen. Da rundherum alles Ruhig war und die Weiber wieder scharf, dachten sie, na warum nicht und gaben ihnen was sie so dringend brauchten. Die Frauen hatten schon ein Leibesnest eingerichtet, wo sogar Speis und Trank bereit standen. Sie ließen sich verwöhnen und gaben den dankbaren Frauen ihren lang ersehnten Reitunterricht, bis in die Morgenstunden. Als die Morgendämmerung hereinbrach, mussten sie in ihren Unterstand zurück. Sie stiefelten durch das Unterholz und näherten sich den Stellungen. Karl sagte zu Hans, sei doch so gut und bringe mein Waschzeug mit, ich gehe schon zur Quelle. Er zog seine Stiefel und Strümpfe aus und nahm ein kühles Fußbad, das tat nicht nur gut, sondern kühlte den gesamten Körper herunter. Als Hans eintraf, erledigten sie ihre Morgentoilette und machten sich auf den Rückweg. In den Stellungen herrschte eine rege Aufregung, die Spähtrupps waren gerade zurückgekehrt und meldeten

 

 

59.

anrückende Panzerverbände. Karl gab sofort Gefechtsalarm und zedierte alle Offiziere zu sich um eine erste Lagebesprechung abzuhalten. Da sie wieder en Überraschungsmoment auf ihrer Seite haben wollte um ihr Verluste gering zu halten, weiß Karl noch einmal darauf hin wie wichtig es war das keiner die Nerven verliert und eigenmächtig feuert. Die Panzerspitzen waren schon zusehen, als der Führungspanzer plötzlich anhielt, und einer Ausstieg und um den Panzer ging. Er hatte das erste Scheinmienenfeld gesehen und sie folgten den für sie bestimmten Koritor, der sie zu den richtigen Mienen

 

 

Führen würde. Es klappte alles wieder reibungslos, die Panzer hatten ihre vorbestimmten Abschusspositionen erreicht. Feuer, schrie Karl, und in wenigen Sekunden, brannten die Panzer lichterloh. Nur diesmal kamen nicht

 

 

60.

Alle Panzer mit einmal, und Karl erwartete eine zweite Welle. Doch vorher, würde es ein heftiges Artilleriefeuer geben, wusste er aus alter Erfahrung. Er befahl den Kameraden die Stellungen zu verlassen und sich auf die andere Seite in die Ersatzstellungen zu begeben. Volle Deckung, schrie eine Stimme aus der Vordersten Reihe, und da konnten sie auch schon das zischen und fauchen der Granaten hören bevor sie einschlugen und explodierten. Die Amerikaner kannten ihre Stellungen nicht, und schossen deshalb überall hin. Links und rechts krachte es in den Baumkronen und das Splitternte Holz flog über ihre Köpfe. As das Feuer aufhörte, regnete es Bomben vom Himmel, und dann setzte das Trommelfeuer wieder heftig ein. Karl saß mit Hans in seinen Unterstand und sagte, jetzt wollen sie uns den Rest geben. Denn sie waren bereits einem Dauerbeschuß von über zwei Stunden ausgesetzt. Die wollen uns mürbe machen, sagte Hans. Denn ein so langen Beschuß hatten sie nach solch einem kleinen Angriff noch nie erlebt, oder lag das einfach nur daran, daß sie die Hauptrichtung versperrten. Hoffentlich werfen die keine Kristbäume ab, sagte Karl, denn da sind wir endgültig in Arsch. Die Granateinschläge, lagen dicht an dicht und pflügten die gesamte Erdoberfläche um. Eine jede Granate wurde von einer schrecklichen Pfeife bekleidet bevor sie in ihr vorgebestimmtes Ziel einschlug und explodierte. Es war ein unmenschliches Stahlgewitter was vom Himmel regnete und die Kameraden mit einem Eisenhagel überzog. Sie kauerten in ihren Ca. zwei Meter tiefen Fuchslöchern, und saßen die Sache einfach aus. An der Erdoberfläche war die Hölle los, und einige Granaten verirrten sich genau in die Eingänge der Fuchslöscher, und zerfetzte die sich darin befindlichen Kameraden bis

 

 

61

zur Unkendlichkeit. Als das Dauerfeuer aufgehört hatte, ließ Karl die Kameraden abzählen und mußte feststellen, daß sie zum erstenmal enorme Verluste einstecken mußten. Sie waren mit Karl und Hans noch elf Mann und sieben von den Panzerjägern. Sie konnten die Panzermotoren schon aus der Ferne hören, Karl ließ sofort die Stellungen bemannen und bereitete die Abwehrschlacht vor. Die Amerikaner, kamen wieder über die alte Route, bis die ersten zwei Panzer in die Mienen gefahren waren. Nun drehten sie um und kamen aus der Flanke, wo Karl sie erwartet hatte.

 

 

Auch hier rollten sie in die Mienen und blieben stehen. Da sie von Karl kein Feuer bekamen, schickten sie Mienenräumer vor. Und die waren Futter für die restlichen Scharfschützen. Die Amys schossen mit ihren Panzern wahllos in den Wald, und sie schossen mit ihren

 

 

62.

Schnurausgelösten Panzerfäusten in ihre Richtung und lenkte ihr Feuer immer wieder auf die falschen Plätze. Ein Melder kam nach vor gekrochen und überbrachte den Befehl zum Rückzug über den Rhein. Endlich sagte Karl zu Hans, doch hier waren sie in ihren Schützenlöschern festgenagelt und konnten keine Truppenbewegung durchführen, ohne daß es der Feind merken würde. Ihre Kübelwagen, hatten sie in weißer Voraussicht schon weit genug von hier in Sicherheit gebracht und alles aufgeladen was sie hier nicht mehr benötigen würden. Jetzt konnten sie nur noch Kämpfen und warten bis es dunkel werden würde. Die Amerikaner hatten sich festgefahren und trauten sich nicht noch mehr Panzer nach vorn zu schicken, denn sie hatten schon zu viele davon verloren. Karl hatte noch ein Aß im Ärmel, das war seine Kampfstärke, denn der Amy kannte sie nicht und nahm vielleicht sogar an, daß er es mit einem ganzen Regiment zu tun hatte. Das die angenommenen Mienen, zu größten Teil nur Erdhäufchen waren und nur den Anschein erweckten, das da Mienen liegen, wußten die Amerikaner bis dahin auch noch nicht. Und die Scharfschützen sorgten dafür, damit es auch so bleibt. Es gab jetzt nur noch einzelne Gefechte mit den Panzergrenadieren und der leichten Infanterie. Langsam wurde Karl nervös und schaute öfters auf die Uhr, dach der Zeiger wollte einfach nicht rücken. Volle Deckung, hörte er wieder von vorn rufen, die Panzer versuchten wieder das Waldstück sturmreif zu schießen. Sie feuerten wahllos überall hin, bloß nicht da wo die Kameraden lagen, ihre Tarnung war zu gut, und man konnte sie einfach nicht ausmachen. Karl sah wieder auf die Uhr und dachte dabei, das ist der Längste Tag in meinen Leben, den werde ich nie

 

 

63.

Vergessen. Es folgte die nächste Feuerpause, und Karl nutzte sie und ließ neue Panzerfäuste an die Baumstümpfe binden, denn das klappte ausgezeichnet. Sie hatten zwar keinen Panzer damit geknackt, aber sie konnten damit das Feuer in die falsche Richtung lenken, so lange die Amys darauf reinfielen.

 

 

Jetzt richteten sie auch die Pak Geschütze mit ein und versahen den Auslöser mit einer Langen Schnur. Karl ließ alles auffahren was ihn einfiel, denn er mußte Zeit gewinnen, und die Amerikaner kamen sich vor als würden sie gegen Windmühlenflügel kämpfen. Sie hielten eine längere Feuerpause, und Karl sah wie am Himmel die gute alte Sonne sich den Horizont zu neigte und die Dunkelheit würde ihnen bald den benötigten Schutz zukommen lassen. Die Kameraden bereiteten sich

 

 

64.

langsam auf den Rückzug vor. Kar ließ die Auslöse Schnuren quer über den Weg spannen, damit sie als Selbstschußanlagen wirken konnten, das gleiche taten sie auch mit den restlichen Handgranaten. Sie wollten sich einen Vorsprung erarbeiten, und nicht sofort die Ammys wieder an den Hacken haben. Die Kübelwagen, standen zum Glück weit genug weg, so das sie die Motoren nicht hören konnten. Sie zogen sich Geräuschlos und langsam zurück, an den Kübelwagen, teilten sie den sieben Panzerjägern die jetzt freien Kübelwagen der gefallenen Kameraden zu. Nun machten sie sich mit Hilfe der Tarnscheinwerfer aus dem Staub. Karl saß wie immer mit Hans in dem Führungsfahrzeug, und da sie den Weg bis in das Dorf bereits kannten, war der Rückzug eine Kleinigkeit. Sie durchquerten den Ort, wo zahlreiche Leute auf der Straße standen, sie hatten natürlich die Feuergefechte gehört. Der alte Gastwirt stand vor seinen Gasthof und sag Kurt fragend an, und Kurt nickte kurz. Ein paar Meter weiter, standen auch die zwei Weiber und winkten ihnen nach. In Windeseile brachten sie das Dorf hinter sich, und erreichten die Uferstraße nach Remagen. Hier drängelte sich alles dicht an dicht, und versuchte das andere Rheinufer zu erreichen. Karl hatte den Befehl auf der anderen Rheinseite nach eigenes Ermessen in Stellung zu gehen. Das Ufer gab den Blick auf die Ludendorfbrücke frei, wo die Pioniere gerade dabei waren sie zu unterminieren, um sie beim Anmarsch der Amerikaner in die Luft zu jagen. Karl war endlich auf der anderen Rheinseite angekommen. Die Panzerjäger meldeten sich bei der Versprengtensammelstelle und Karl fuhr mit seinen Leuten weiter bis zur Versorgungsstelle, die bei Orsberg lag. Sie ließen sich neu Ausrüsten und

 

 

65.

Gingen zu der Feldversorgung um sich seit langen wieder einmal mit einer warmen Mahlzeit zu versorgen, denn sie hatten schon viel zulange aus der Dose gelebt. Da sie die letzten Tage im Gefecht lagen, gingen sie jetzt in Ruhestellung oberhalb von Erpel, wo sie vom Waldrand aus einen schönen überblick über den Rhein und die Brücke hatte.

 

 

Sie schlugen ihre Zelte ein paar Meter weit im Wald auf, und bauten sich ein Paar Beobachtungsstände, von wo aus sie gas gesamte Geschehen am Rein kontrollieren konnten. Andere Kameraden schrieben Briefe nachhause oder erledigten ihre persönliche Hygiene. Karl machte sich auf den Weg mit Hans, sie klapperten die Weinbauer ab um genügend zu saufen zu organisieren. Offiziell hatten sie alle nichts mehr, aber für die Lucky strike Zigaretten, ließ sich noch so manches Fläschchen in

 

 

66.

Der Kellerecke finden. Sie besorgten hausgemachten Schinken wurst und Brot dazu und kehrten zu ihre Ruhestellung zurück. Gegen Nachmittag, hörten sie wieder Explosionen aus der Richtung von Calmuth, vermutlich stürmten die Amys gerade in ihre Fallen mit den Selbstauslösern. Es knallte eine ganze Weile lang, dann war wieder Ruhe. Karl setzte sich mit Hans und den anderen Kameraden an den Waldrand in den Schatten und trank Wein, Hans hatte das frische Brot und den Schinken aufgeschnitten, und reichte es in die Runde. Auf der Brücke war der Rückzug noch im vollen Gange, und es verlief alles noch ruhig und diszipliniert ab. Karl sah mit seinen Feldstecher immer wieder in die Runde und suchte den Himmel ab. Oberhalb von Calmuth stürzten sich die Jagdbomber wieder auf ihre alten Stellungen und breiteten einen Bombenteppich aus der alles unter sich begrub. Haben wir ein Schwein, das wir nicht mehr da sind, sagte einer der Kameraden. Morgen, schätze ich, werden sie hier an der Brücke sein, sagte Karl, zu seinen Kameraden und nahm wieder einen genüßlichen Schluck aus der Weinflasche. Die Kameraden legten sich schlafen, denn sie hatten einiges nach zu hohlen. Ich leg mich auch hin, sagte Hans und verschwand. Karl saß nun noch allein am Waldrand, und sah über das Rheintal. Die Sonne ging glutrot unter und färbte das Rheinwasser in eine rot goldene Farbe ein. Mit der zunehmenden Dunkelheit, legte sich auch Karl schlafen. Die Kameraden waren alle erledigt und schliefen so fest, das man sie hätte wegtragen können. Gegen Morgen, als die Sonne auf ging, Gingen sie alle zur Feldversorgung und frühstückten ausgiebig bis sie an den Waschplatz gingen um ihre Morgentoilette zu erledigen. Hans stellte sich hin und schaute in Richtung

 

 

67.

Erpel herunter und sagte, ob es da ein paar heiße Weiber gibt, doch er wußte das bei der Vielzahl der sich hier befindlichen Soldaten er keinerlei Aussicht auf Erfolg hatte, denn wenn es welche geben würde, dann seien sie schon lange besetzt. Denn wer zuerst kommt, der Malt zuerst. Sie gingen sich die Beine vertreten und lungerten bei anderen Einheiten herum, um sich die Zeit zu vertreiben. Ruhestellung, war zwar schön, konnte aber auch langweilig werden, wenn man am verkehrten Platz ruhen sollte Gegen Nachmittag. Hörten sie heftigen Gefechtslärm von der anderen Rheinseite, die Amerikaner hatten die Uferstraße genommen und den Kameraden die sich aus westlicher Richtung auf die Brücke zu bewegten den Rückzug abgeschnitten, und so saßen fünfzehntausend Mann in der Falle.

 

 

Nun kamen noch die Truppen aus östlicher Richtung und

 

 

68.

Basierten die Brücke. Der Kampfkommandant von Remagen, wollte sie so lange wie nur möglich offen lassen. Karl ging mit Hans die gesamte Frontlinie bei der Brücke ab, um sich umzusehen, wo er seine Leute am besten einsetzen konnte, wenn es losgehen würde. Sie suchten die besten Schußfelder aus, obwohl sie wußten, daß die Brücke in die Luft gejagt werden sollte. Auf der gesamten Uferstraße wurden Sandsäcke aufgestapelt und Geschütze aller Art in Stellung gebracht. Sie wollten es den Feind unmöglich machen den Rhein zu überqueren. Nun war es soweit, eine heftige Explosion erschütterte die Gegend. Man hatte vor der Brücke den Zugang gesprengt, um sie für Fahrzeuge aller Art unbrauchbar zu machen. Nun konnten die letzten Truppen nur noch zu Fuß übersetzen. Aus westlicher Richtung kamen die Amerikaner und besetzten Remagen. Karl war mit Hans bereits wieder in ihrer Ruhestellung, und sie sahen die Amy durch ihr Fernglas auf den Kirchturm in Remagen hocken, wie sie die gesamte Gegend absuchten. In Erpel trafen die letzten LKWs mit dem Sprengstoff ein und die Pioniere machten sich sofort an die Arbeit. Eine Stunde noch und das Ding fliegt in die Luft, sagte Hans und schaute dabei auf seine Uhr, du Karl, haben wir schon einen neuen Marschbefehl erhalten, fragte er. Nein, noch nicht, aber ich denke daß wir hier irgendwo in der Nähe bleiben werden. Ein Gradmelder kam den schmalen Weg angefahren und übergab einen Befehl. Karl ließ alle seine Kameraden zusammen rufen, und sie Marschierten zum Versorgungslager, wo General von Keßler auf sie wartete. Karl machte seine Meldung, und der General sagte, ich habe einpaar Beförderungen und Orden im Gepäck, lassen sie die Männer antreten. Hans wurde endlich Hauptmann

 

 

69.

Und bekam das nächste EK1, Karl bekam das EK1 mit Eichellaub und Schwertern verliehen, dann rief der General eine Ganze Liste mit schon gefallenen Kameraden auf, bevor der Rest seine Auszeichnungen erhalten sollte.

 

 

Nach der Verleihung, ließ Karl die Kameraden wieder Wegtreten und der General verabschiedete sich von ihnen. Karl sah seinen Orden an und steckte ihn in seine Brusttasche. Hans saß neben der Feldküche und befestigte seine neuen Schulterstücke an seiner Jacke und die übrigen Kameraden, taten das gleiche. Komm hoch, sagte Karl zu Hans, es gibt etwas zu feiern. Sie gingen in ihren Kübelwagen, und fuhren wieder zu den Weinbauern um Zigaretten einzutauschen, mit ein paar Kartons Weißwein, kamen sie in ihrer Ruhestellung wieder an. Von der Brücke her hörten sie MG und Gewehrfeuer, dort gab es

 

 

70.

die erste Feindberührung. Karl nahm sein Glas um zu schauen was da los war, als es plötzlich mörderisch krachte, und die heftige Explosion eine Staub und Rauchwolke über den Rhein verteilte. Karl sah noch immer durch sein Glas, er wollte unbedingt das Ergebnis sehen. Der Rauch verzog sich langsam, und die verdammte Brücke stand noch da wie zuvor. Überall wurde Gefechtsalarm gegeben, und sie beschossen die eigene Brücke mit allen was sie zur Verfügung hatten. Auch Karl bekam den Befehl die Flankensicherung mit zu gewährleisten, um den Feind weiterhin am anderen Ufer festzuhalten. Karl rief Hans, und sagte, hol die Jungs, wir müssen wieder in die Scheiße, nehmt genügend Munition mit und Stahlhelme, die haben auch Scharfschützen. Sie luden alles auf die Kübelwagen und fuhren damit zur Uferstraße, und Karl teilte seinen Kameraden die sichersten Plätze zu, von wo sie ein sehr gutes Schußfeld hatten, aber selber nicht auszumachen waren. Die Amerikaner nahmen die gesamte Deutsche Seite unter schweres Feuer, denn sie wollte die Brücke um jeden Preis. Neben Karl schlug eine Granate in die Uferböschung ein, Karl schloß mit seinen Leben ab, die gesamte Vergangenheit zog im Bruchteil einer Sekunde an ihn Vorbei. Doch was war das? Die Granate explodierte nicht, es war ein Blindgänger. Kreidebleich sackte Karl zusammen und bekam kein Word heraus, er begann am gesamten Körper zu zittern, und obwohl er Nichtraucher war, steckte ein Kamerad ich eine brennende Zigarette in den Mund, und Karl rauchte sie. Langsam bekam er seine Nerven wieder unter Kontrolle, er hatte sich von den Schreck erholt und suchte sich eine andere Stellung, wo kein Blindgänger im Boden steckte, der jede

 

 

71.

Zeit noch los gehen konnte. Die Amerikaner versuchten das Riesen Loch vor der Brücke mit einem Räumpanzer zu schließen, um mit Panzern die Brücke überqueren zu können. Der Kampfkommandant hatte Luftunterstützung angefordert, und die Kam jetzt. Sechs Stukas stürzten sich vom Himmel herunter auf die Brücke und ließen ihre zerstörerischen Bomben fallen, aber keine traf ihr Ziel. Sie mußten eine zweite Well anfordern, und bis die kam, hielten sie den Feind mit Dauerfeuer im Schach. Die zweite Welle stürzte sich vom Himmel und viel der Flak des Amerikaners zum Opfer und die Ausgeklinkten Bomben regneten viel zu weit von der Brücke in den Rhein.

 

 

Noch konnten sie die Brücke halten, und taten es auch, aber der Amy stürmte jetzt pausenlos, sie mußten koste es was es wolle die Brücke passierbar machen, um ihre

 

 

72.

Panzer herüber zu schicken. Auf der Deutschen Seite, brachten Panzerjäger ihre Pak in Stellung und andere bereiteten sich auf den Nahkampf vor. Karl war es mit Hilfe seiner Kameraden gelungen, einen jeden Angriff abzuwehren, aber gegen die Panzer sahen sie mit ihren Karabiner verdammt alt aus. Nach Anbruch der Dunkelheit, kam Hans zu ihm in die Stellung gekrochen und sagte, wir haben wieder Verluste gehabt! Wie sind jetzt noch insgesamt sieben Mann, und davon muß einer unbedingt in das Lazarett, er hatt einen Durchschuß in der rechten Schulter. Sie beschossen weiterhin die Brücke um die Amerikaner daran zu hindern das Loch aufzufüllen, doch die zeigten sich wenig beeindruckt und machten weiter. Gegen Morgen kam dann der Marschbefehl für Karl und den Rest seiner Einheit. Die Brücke aber wollte das OKW mit V2 Fernlenkraketen zu zerstören um den Spuk hier ein Ende zu bereiten. Karl zog sich bis an die Kübelwagen zurück, dort überprüften sie wer von den Kameraden alles fehlte. Er breitete die abgebrochenen Hundemarken und die Soldbücher der Kameraden auf der Motorhaube des Kübelwagens aus, und sie hielten eine Gedenkminute ab, bevor der normale Soldatenaltag weiter ging. Sie Räumten die Kübelwagen der gefallenen aus, denn da waren noch jede Menge Zigaretten und Fleischkonserven, die sie gut brauchen konnten. Sie wollten sich gerade auf den Weg machen, als sie hörten, daß die Brücke von Arnheim gefallen sei und die Amerikaner jetzt ungehindert in das Ruhrgebiet vordringen würden. Komm schnell weg, sagte Hans, bevor wir noch einen neuen Marschbefehl bekommen. Sie sprangen in die Kübel und fuhren die Uferstraße herunter. In der Versorgungsstelle Koblenz machten sie die Tanks

 

 

73.

Und Reservekanister wieder voll und bunkerten Lebensmittel, Munition und was sie sonst noch alles brauchten. Sie sollten sich eine Ruhestellung irgendwo zwischen Koblenz und Rüdesheim suchen, und dort auf den nächsten Einsatz warten. In Koblenz hatten sie erfahren, das die Raketen die Brücke auch verfehlt haben, und sie nach wie vor so gehalten werden muß. Karl kannte eine schöne Stelle am Rhein, wo er als Kind schon einmal gewesen war, und da wollte er mit seinen Kameraden hin.

 

 

Nach ein paar Stunden, waren sie auf dem Loreleyfelsen und sahen über den Rhein. Hier fiel noch kein Schuß, und der Krieg war weit weg. Sie suchten sich eine geeignete Stell und schlugen ihre Zelte auf, tarnten alles und legten sich schlafen. In derselben Zeit, fiel die Brücke von

 

 

74.

Remagen den Amerikanern endgültig in die Hände, und sie konnten sie jetzt ungehindert überqueren, und kämpften sich jetzt über Bonn, Köln und Düsseldorf in das Ruhrgebiet vor um Deutschland von seiner Hauptindustrie und Rüstung ab zuschneiten. Die Kameraden schliefen sich so richtig aus, und dann Machte sich Karl mit Hans auf den Weg, um die Weinbauern zu besuchen. Sie Tauschten wieder Zigaretten und Fleischkonserven gegen Wein oder Hausbrand. Hier gab es einige kleine Dörfer, die sie alle abklapperten, für die Gasthäuser war es noch zu früh, deshalb fuhren sie mit ihrer Beute wieder in ihr kleines Zeltlager zurück. Hier konnten sie sich in einen nahegelegen Weingut waschen und ihre Sachen in Ordnung bringen. Die Frau des Hauses, eine alte Dame von stattlichen siebzig Jahren, erklärte sich bereit für sie mit zu Kochen, wenn sie etwas besorgen würden. Lebensmittel und was sie so noch alles brauchten, hatten sie ja genug, und sie brachten es der Frau, denn es war für sie die beste Lösung. Rastlos machte sich Karl mit Hans wieder auf den Weg durch die Dörfer, sie schlossen wieder Freundschaften mit den Gastwirten und fragten sie aus über abgelegene Gehöfte, wo es nur noch Weiber gab, und sie ihren Schnitt machen konnten. Doch irgendwie wollte es nicht so richtig laufen, die Weiber waren alle etwas wordkark, und man konnte ja auch nicht mit der Tür in das Haus fallen. Hier gingen die Uhren noch anders, es lief alles fiel langsamer und gemütlicher ab, als sie es gewohnt waren. Die Leute nahmen sich noch richtig Zeit für einander und kannten keine Eile, so nach dem Motto, ein gut Ding will weile haben. Erste Kontakte hatten sie bereits geschlossen, nun mußten sie sie nur noch pflegen und vertiefen. Sie fuhren

 

 

75.

Wieder zum Wirtshaus und bestellten sich ein Schinkenplatte und tanken ein gutes kühles Bier dazu. Der Gastwirt wollte von Karl wissen, wann die Amerikaner hier sein würden. Doch das wußte Karl selber nicht, denn hier gab es nichts von Bedeutung in der gesamten Region was sich lohnen würde erobert zu werden. Deshalb glaubte er daß sie erst einmal das Ruhrgebiet einnehmen und dann sich in Richtung Hannover, Braunschweig nach Berlin bewegen würden.

 

 

Sie tranken mit den Einheimischen und schacherten mit dem Wirt, der auf Zigaretten scharf war, denn davon hatten sie noch ein paar hundert Stangen zu je zehn Schachteln. Hier in der Region hatten sie schon seit langen nur noch was sie selber angebaut hatten. Jeden Abend, besuchten sie den Hof mit den Frauen, um sie

 

 

76.

Langsam weich zu kochen. An einen Sonnabend, gab es ein Dorffest, Karl hatte in weißer Voraussicht wieder Weißwein mit Weinbrand vermischt, um ihnen eine Hochprozentige Note zu verleihen. In ihren Wein machten sie immer etwas Quellwasser und tranken das dünne Zeug als Schorle, aber bei den Weibern knallte es voll rein und man hatte sie endlich da, wo man sie haben wollte. Sie verließen vorzeitig das Dorffest, denn die Weiber waren in der richtigen Stimmung. Hans und Karl griffen sich noch eine Decke aus dem Kübelwagen, bevor sie am Dorfrand auf einer Wiese verschwanden. Im Wirtshaus war die Stimmung sehr ausgelassen, und da alle Männer im Wehrfähigen Alter an der Front waren, gab es hier geile Weiber im Überfluß, so daß die anderen vier Kameraden auch alle irgendwie auf ihre Kosten kamen. So ließe es sich leben, Karl ließ bewußt das Funkgerät aus und bekam seine Nachrichten direkt aus der Göppelsschnauze. Er wußte zwar, daß die hinten und vorne nicht stimmten, aber keiner wagte sich das anzuzweifeln, und das nutzte er aus. Wenn es wirklich dicke kommen sollte, da hatte er ja auch noch den Befehl des Führers in seinem Soldbuch, denn davon hatte er auch noch keinen Gebrauch machen müssen. Warum sich nicht erst einmal wieder so richtig erholen, bevor es wieder an die Front gehr, immerhin hatten sie seit Monaten keinen Urlaub mehr gehabt. Er beschloß täglich den Funk abzuhören, aber selber nicht einzugreifen, solange kein Befehl für sie kommen würde, denn immerhin wußten die hohen Herren ja wo er zu finden sei. Nur ob die sechs Männer ihnen irgendwo einen Nutzen bringen würden, wagte er zu bezweifeln. Sie lebten so in den Tag hinein und ließen es sich gut gehen, mittlerweile hatten sie ihre

 

 

77.

Kontakte zu den Werbervolk ordentlich vertieft und taten es Täglich weiter, so lange sie ihren Mann sehen konnten. Es begann die schönste Zeit, die sie beim Barras erlebt hatten. Sie machten ihre Stosstrupps durch die Betten der Frauen, und andere durch die Stellungen der Amys.

 

 

So vergingen die schönen Tage wie im Flug, Im Sauerland hatten die Amerikaner bereits Brilon genommen und weiter Östlich war ihnen Paderborn in die Hände gefallen. Sie konzentrierten ihre Truppen um durch die Mitte Deutschlands einen schnellen Vorstoß nach Berlin zu unternehmen. Bei dem Tempo was sie vorlegten, würden sie bereits in zwei Wochen in Hannover sein. Karl wußte, wenn sie erst einmal eingeschlossen sind, würde der Krieg für sie zu ende sein, aber wie es auf der Karte aussah, war der Weg sogar bis

 

 

78.

An die Ostfront noch frei und würde es auch bleiben. Abwarten und Tee trinken, sagte Hans, irgendwie geht es immer weiter. Aber wie, sagte Karl, einst sind wir mit voller Kampfstärke ausgerückt und haben den Amerikanern mehr wie nur einmal das Fürchten gelernt, und jetzt sind wir noch nicht einmal einsatzfähig, oder soll ich die vier Hanseln auch noch in das Feuer jagen ? Sagte er zu seinen Freund und besten Kamerad, Hans. Auch Feldmarschall Model sah das Karl an einer sehr ruhigen Stelle sich niedergelassen hatte, und beschloß ihnen neue Rekruten dorthin zu schicke, die er im Schnelldurchgang ausbilden sollte um wieder seine volle Kampfstärke zu erreichen, damit er sie endlich wieder erfolgreich mit einsetzen konnte. Das ging Karl gewaltig gegen den Strich, aber er konnte nichts dagegen tun. So kam es das eine Logistikeinheit mit hundertzwanzig Rekruten, die man direkt von der Schulbank weggeholt hatte ein traf. Karl richtete die Kommandozentrale auf Burg Katz ein und leitete von hier aus die Ausbildung, wobei Hans und die vier Feldwebel ihnen gewaltig zur Hand gingen. Sonst wäre es auch nicht zu schaffen gewesen eine so große Einheit, die gerade nur sechs Wochen Grundausbildung hinter sich hatten zu bändigen. Karl hatte genügend Tarnnetze angefordert, um das gesamte Übungsgelände zu überspannen und die Jungs vor den neugierigen Blicken der Aufklärer zu verbergen, die Täglich ihre Runden drehten und alle fotografierten was ihnen verdächtig vorkam. Karl ließ die Feldküchen nur bei Nacht befeuern, denn da hatten sie ruhe vor den Flugzeugen, und Kaffee oder Tee, ließen sie auf den Weingut mit herstellen, denn da fiel ein qualmender Schornstein nicht weiter auf. Es

 

 

79.

War schon ein hartes leben, was sie jetzt führten. Sie standen halb sechs auf und die Ausbildung lief bis zum Einbruch der Dunkelheit, dann machten sie wieder ihre Stoßtrupps oder besuchten den Gastwirt bis in die Nacht hinein.

 

 

Die Ausbildung verlief schleppend, weit über die hälfte von ihnen war denkbar ungeeignet und stellte sich absolut dämlich an bei jeder Übung, sie begriffen einfach den Erst der Lage nicht und versuchten sich nur vor allen zu drücken. Es war kein Wunder, denn gestern haben sie noch mit Holzpferden gespielt und heute sind es durchschlagsstarke Karabiner. Karl wußte nicht weiter, denn er hatte auch nicht die Möglichkeit sie einfach auszumustern, oder einer anderen Einheit den schwarzen Peter zu zuschieben. Es war einfach nur Scheiße, denn da

 

 

80.

Mußte er allein durch. Sie machten jetzt Nägel mit Köpfen und trennte die unfähigen von der übrigen Meute um so wenigsten eine gute Kampftruppe zu erhalten. Die wurden nach allen Regeln der Kunst von seinen Feldwebeln Ausgebildet und der unwillige Rest, neben bei gedrillt, bis ihnen das Wasser in dem Arsch kochte und sie nicht mehr wußten wo vorn oder hinten war. So konnten sie ihnen wenigsten das nötigste einhämmern. Der Amerikaner war jetzt bereits bis Koblenz vorgedrungen, und da es am Rhein kaum noch Gegenwehr gab, würde es bestimmt nicht mehr lange dauern bis sie auch hier sind. Karl ging mit Hans wider in ein Dorf herunter und sie machten sich im Hasthaus einen schönen Abend. Sie speisten fürstlich und tranken gutes Bier dazu, bis sich die Tür öffnete und ein Gradmelder eintrat und einen Befehl überbrachte, und sich wieder auf den weg machte. Die Trüffelschweine finden ein auch überall, sagte Karl zu Hans und öffnete den Befehl. Kreidebleich lies er sic in seinen Stuhl zusammen sacken und sagte, das ist ja der absolute Wahnsinn. Hans nahm den Befehl Karl aus der Hand um ihn auch zu lesen, so eine Scheiße, sagte er und dann gleich hundert Mann. Karl mußte unverzüglich hundert Mann mit voller Kampfausrüstung an die Ostfront schicken. Gegen fünf am kommenden Morgen, würde der Zug sie von St. Goarshausen nach Wiesbaden bringen, und von dort direkt an die Ostfront. Karl bestellte für jeden noch einen doppelten Korn auf den Schreck, und dann fuhren sie zum Lager zurück. Sie fertigten eine Liste an von den zwanzig die noch hier bleiben konnten, und den Rest ließ er von seinen Feldwebel um drei wecken und Marschbereit machen. Es

 

 

81.

Herrschte rege Aufregung im Lager, die Rekruten packten ihre Habe zusammen und versammelten sich auf der kleinen Wiese vor dem Zeltlager. Pünktlich rückten sie ab, denn bis St. Goarshausen zum Bahnhof, mußten sie marschieren. Beim Sonnenaufgang, war das gesamte Lager wie eine Geisterstadt. Es standen fast nur leere Zelte herum, die Karl am kommenden Tag alle abbauen ließ, um wieder den nötigen Überblick zu bekommen. Anschließend waren wieder Geländeübungen auf den Programm.

 

 

Nun war es wieder eine sehr kleine Einheit von zwanzig Rekruten, vier Feldwebeln mit etwas Fronterfahrung und zwei gut sehr erfahrene alte Frontoffiziere. Jetzt machte die Ausbildung wieder einen Sinn, denn jeder Feldwebel kümmerte sich nur um fünf Mann und konnte sich für

 

 

82.

Jeden auch die gebührende Zeit lassen. Sie lehrten jetzt nur noch mit Sachverstand und sie erklärten alles in Ruhe bis auch der Letzte alles begriffen hatte. Karl hatte von je her die besten Schützen noch zurück behalten, um nicht mit einer Flaschentruppe dazustehen, wenn sie selber wieder an die Front müßten. Sie klärten immer wieder das Gelände auf, obwohl sie es bereits aus dem FF kannten. Das hatte den Sinn, daß sie ein Auge für gute Schußbahnen und Rückzugsmöglichkeiten im Gelände bekamen. Karl ließ sie nach jeden Schuß einen Stellungswechsel vollziehen, und die Feldwebel überwachten das gesamte Geschehen. Am Abend nach dem essen, gab es dann am Lagerfeuer die Auswertung des Tages und sie sprachen miteinander, wie sie so manschen Fehler vermeiden konnten, denn er konnte im Ernstfall tödlich sein. Die Tarnung sollte den Soldaten an seine Umgebung anpassen und machte ihn, wenn sie gut war unsichtbar für seinen Feind. Aus diesem Grunde, war sie mit dem Wichtigste was ein Scharfschütze beherrschen mußte. Dann kam die Geländeaufklärung und das Bestimmen der Fluchtwege, und erst zum Schluß, kam der sichere und gutgezielte Schuß, den sie auch noch so gut wie möglich verbergen mußten, in dem sie ihre Umweltgeräusche ausnutzten und gleichzeitig mit Explosionen oder lauten Motorengeräusche usw. schossen. Denn immer wenn der Feind ausmachen konnte, wo der Schuß hergekommen war, mußten sie die Stellung wechseln, um ihr Leben zu schützen. So verbrachten sie die nächsten Tage, und die Amerikaner standen noch immer in Koblenz und bewegten sich keinen Kilometer mehr nach vorn. Es hatte den Anschein, daß sie zu schnell vorgerückt sind, und die Logistik ihnen nicht in dem

 

 

83.

Tempo folgen konnte. Karl konnte das nur Recht sein, so hatte er wenigsten die nötige Zeit um seine Jungs auf den Kampf vorzubereiten. Die hundert Rekruten, wurden in St. Goarshausen auf den Bahnhof von anderen Offizieren übernommen, die sie an die Ostfront bekleiden sollten und sie befehligten. Hoch oben auf dem Berühmten Loreleyfelsen herrschte Ruhe und Frieden, Kar hatt seiner Restlichen Truppe freigeben, damit sie ihre Briefe schreiben konnten oder ihre Habe in Ordnung brachten.

 

 

Hans führ den Kübelwagen vor und Karl sprang mit einem Satz hinein, sie fuhren wieder zu den Weinbauern zum Hamstern, denn außer leeren Flaschen, hatten sie nichts mehr. Es war ein wunderschöner Nachmittag, sie machten hier und da halt und genossen einen guten Tropfen, denn

 

 

84.

Die Weine rund um die Loreley waren mit Abstand die besten in der gesamten Gegend. Kein Wunder, das die Weinbauern ihn nicht rausrücken wollten, denn hier hatten alle nur die Reichsmark, und bald würden sie harte Dollars dafür bekommen. Da die zwei amerikanische Zigaretten anboten, war es faßt wie Dollars und sie tauschten gerne mit. Sie saßen auf der Terrasse mit einen Gläschen Weiswein in der Hand und diskutierten mit den Leuten darüber, wann der Amy da sein könnte. Weiterhin Interessierten sie sich dafür, ob es hier noch große Kämpfe geben könnte. Nein, das glaube ich nicht, sagte Karl, die verlegen alles an die Ostfront oder in den Großraum Berlin. Wir bekommen noch nicht einmal die noch benötigte Logistik bzw. die angeforderte Munition, die mußten wir uns schon von vorbeifahrenden Truppen erbetteln. Nein hier wird es nicht mehr zu größeren Zwischenfällen kommen, außer das die Rheinstraßen gesperrt werden, aber auch dazu wird vermutlich nur der eine oder andere Felsen gesprengt um die Straße dicht zu machen. Sie tranken genüßlich ihren Wein und entspannten sich dabei. Die Frau des Winzers brachte eine rustikale Schinkenplatte mit frischgebackenem Brot und stellte sie auf den Tisch, wo ein jeder nach Bedarf zulangen konnte. So verging der Tag im nu und die Kameraden machten sich auf den Weg. Sie wollten noch in das Wirtshaus und anschließend ihre Damen für ein paar Stunden besuchen. Pünktlich mit dem Einbruch der Dunkelheit, erschienen sie auf dem Gehöft, wo noch das Lischt aus dem Kuhstall schien, die sind noch beim Melken, sagte Hans und schaute auf die Uhr dabei. Das macht nichts, sagte Karl, helfen wir und greifen ihnen

 

 

85.

unter die Arme. Doch die Frauen wollten lieber das Vieh fertig versorgen, bevor sie die Hilfe annahmen. Sie setzten sich in den Garten, und die Frauen wuschen ihren Kuhstallgeruch vom Körper, bevor sie sich mit in den Garten unter die Linde setzten.

 

 

Es war eine laue Sommernacht, die Grillen zirpten im Graß und der Mond scheint romantisch durch den Lindenbaum und erhellte den kleinen Tisch der in der Mitte stand. Sie hatten ihre Arme um die Schultern der Frauen gelegt und schmiegten sich an sie. Karl stand auf und ging mit seiner Freundin weiter nach hinten in den Garten. Arm in Arm verschlungen, verschwanden sie im Dunkel der Nacht. Hans nutzte die Gunst der Stunde und begann seiner Freundin an den Brüsten zu spielen. Sie lehnte sich nach hinten, und ließ ihn gewähren. Nach einer

 

 

86.

Kurzen Zeit, hörten sie ein leises Stöhnen, was aus dem hinteren Garten durch die laue Nacht drang. Das animierte die zwei ihr Liebesspiel auch noch bis zu Orgasmus zu vertiefen. Als sie alle befriedigt waren, und ihre Umwelt sich etwas abgekühlt hatte, entwischen sie den Morgentau und fuhren mit dem beladenen Kübelwagen zurück in das Lager. Der Posten fragte wie immer nach den Losungswort, obwohl er sie genau kannte. Ohne Losungswort, wurde ein jeder gefangengenommen ohne an sicht auf die Person. So lautete der Befehl und so wurde er auch ausgeführt. Die Zwei machten ihre Morgenhygiene und gingen zu der Feldküche um einen Kaffee zu trinken, daß sie munter wurden. Nach dem die Feldwebel mit den Rekruten zur Übung ausgerückt waren, legten sie sich hin und schliefen bis zum Mittag durch. Nun waren sie wieder Fitt und ließen von ein paar Rekruten im Wald Holz für ein abendliches Lagerfeuer Sammeln. Hier werteten sie wieder den Tag aus und verteilte Lob und Tadel bei einen gemütlichen Schlückchen Rheinwein. Ein paar Kameraden rösteten wurst und Brot über dem Lagerfeuer oder sie legten Kartoffeln hinein, die Hans vom Bauernhof mitgebracht hatte. Morgen könnte ihr ausschlafen, sagte Kahl, denn da fangen wir mit den Nachtübungen aus. Das war ein fester Bestandteil der Ausbildung, denn bei Nacht verhielt sich die Natur und Umgebung bedeutend anders als am Tage. Und Karl kam es besonderst recht, denn sie konnte es mit ihren Stoßtruppunternehmen durch die Betten der Weiber verbinden, und waren trotzdem ausgeschlafen. Es war eine schöne Zeit auf dem Felsen, Hans fragte sich schon lange, warum der Krieg nicht immer so ablaufen konnte. Die Rekruten machten sehr gute Fortschritte und Karl war

 

 

87.

Sehr zufrieden mit ihnen. Er wunderte sich nur darüber, das von oben keine Anforderungen kam. Hans sagte paß auf die wollen uns vielleicht hier an Ort und Stelle verheizen wenn der Amy wieder vorrückt. Das habe ich mir auch schon gedacht, sagte Karl, aber was wollen wir hier mit zwanzig Karabinern ausrichten?

 

 

Sie gingen vor bis auf die Spitze des Loreleyfelsens und schauten mit ihren Feldstechern auf die Uferstraße, und Karl sagte, die ist eigendlich besser zu halten als ich dacht, aber was soll das für ein en Sinn machen, denn auf der anderen Rheinseite, können sie ungehindert bis Mainz durchrollen. Sie sahen gegen den Himmel, hier gab es weder Flugverkehr noch Aufklärer, von hieraus konnten sie weder Einschläge noch anderen Gefechtslärm hören.

 

 

88.

Die Uferstraße war zwar schön aber für den Krieg völlig unbedeutend. Komm ich habe Hunger, sagte Karl zu Hans und stand auf. Hans folgte ihnen und sie gingen gemeinsam zur Feldküche um einen kräftigen Schlag Erbsensuppe zu ergattern. Während sie beim essen saßen, hörten sie Lärm von der Uferstraße aus in ihre Richtung schallen. Was ist denn da plötzlich los, fragte Hans, und sie standen auf um nach dem rechten zu sehen. Sie gingen wieder bis auf die felsenspitze und sahen wie ein paar LKWs Sandsäcke abluden und quer über die Straße stapelten. Was soll das denn werden, sagte Karl und sie gingen zu ihren Kübelwagen und fuhren über St. Goarshausen an die Bewußte Stelle die genau am Fuß des Loreleyfelsens lag. Was ist denn hier los, fragte Kurt einen Unterleutnant, der sofort Männchen baute und mit den Hacken dabei salutierte. Eine Panzersperre Herr Oberst, sagte er. Hier soll Pak in Stellung gehen, mehr weis ich auch nicht. Karl schüttelte den Kopf und sie fuhren wieder zurück. Die spinnen doch, sagte Hans während der Fahrt zurück. Oben wieder angekommen ging er zum Funker und informierte sich. In Rüdesheim wurden Truppen verladen, die unbedingt in das Landesinnere verlegt werden mußten, und das war nur eine Vorsichtsmaßnahme, falls die Amerikaner sich entschließen sollten wieder in die Richtung vor zurücken. Karl fragte nicht weiter und hielt lieber die Füße still, denn er befürchtete daß er sonst auch noch an den Sinnlosen Unterfangen mitwirken mußte. Er befahl den Funker das Gerät nur abzuhören und ohne seine Erlaubnis auf keinen Funkspruch zu antworten. Denn die Jungs waren in seinen Augen zwar gut, aber noch lange nicht Fronttauglich, und er wollte auf keinen falls zusehen

 

 

89.

Müssen wie sie zusammengeschossen werden. Sie zogen weiter ihren Dienst durch nach besten Wissen und Gewissen. Karl hatte schon lange begriffen, daß dieser Krieg verloren war und ein jedes Gefecht die Niederlage nur etwas weiter in die Ferne schob.

 

 

Sie setzten sich wieder auf die Felsenspitze und sahen den Treiben aus der Ferne zu. Bei Einbruch der Dunkelheit, sagte Karl, komm heute tut sich nichts mehr, klappern wir die Dörfer wieder ab. Sie gingen zu ihren Kübelwagen und drehten ihre alte Runde um Nachschub an Getränken zu besorgen. Zum Schluß landeten sie wieder in den Wirtshaus bei einen kühlen Gräschen Bier, und bevor es schließlich zum Lager ging, machten sie ihren gewohnten Abstecher zu den Bauernhof und griffen den Frauen wieder tatkräftig unter die Arme und Röcke bis in die

 

 

90.

frühen Morgenstunden. Müde aber glücklich fuhren sie zum Lager zurück. Was machen wir wenn uns eines Tages der Amy weckt, fragte Hans? Na ihn fragen ob er Kaugummi mitgebracht hat, was sonst. Hans lachte und sagte, jetzt einmal im Ernst? Karl sagte, natürlich alles tun um lebend aus der Situation herauszukommen. Im Lager erwartete sie der Funker schon ungeduldig, die Front war wieder in Bewegung geraden und er hatte die gesamte Zeit die Funksprüche mitgehört, aber für sie speziell waren noch nichts dabei. Der Amerikaner war bereits bis Filsen vorgedrungen und konnte in wenigen Stunden bereits hier sein. Sie hatten zwar einige Abwehrblockaden auf den Uferstraßen, wie bei Lahnstein. Doch die waren sie einfach umgangen und haben die Kameraden dort kampflos eingeschlossen, daß sie aufgeben mußten. Angespannt saß Karl neben dem Funkgerät, als ein Gradmelder vor fuhr und einen schriftlichen Befehl überbrachte. Da die Gefahr beim Funk so groß war, daß der Feind mithörte, brachte man die Befehle der Frontnahen Truppen lieber per Gradmelder. Karl öffnete den Befehl und sah Hans dabei an und sagte, ich habe es gewußt. Wir sollen uns hier an Ort und Stelle auf eine Abwehrschlacht einrichten. Sie schicken uns noch zwei Badarien 8,8 Pak, die soll ich übernehmen und hier oben auf dem Felsen in Stellung bringen. So eine Scheiße, sagte Hans, ich bin hundemüde und würde lieber eins bis zwei Stunden schlafen, sagte er. Ist gut Kamerad, hau dich bis Mittag hin, und dann nehme ich eine Mütze voll Schlaf. Karl wies seine Feldwebel zum Stellungsbau an, und sie suchten in den Felswänden gute Möglichkeiten, und sie nutzten den vorderen Fußweg, der halb als Treppe und halb als Weg von der Uferstraße zum Loreleyfelsen

 

 

91.

Herauf führte. Sie brachten Sandsäcke an die richtigen Positionen und tarnten alles gut ab. Karl fuhr mit dem Kübel auf die Uferstraße und stellte sich ungefähr dort hin wo die Amerikaner sein würden wenn das Feuer eröffnet werden würde. Er schaute mit seinen Feldstecher und überprüfte die gesamte Felswand, ob irgend etwas von den Stellungen oder Scharfschützen zu sehen war. Hier

 

 

Hatten sie die einmalige Gelegenheit in aller Ruhe die Stellungen herzurichten und dazu die passenden Rückzugswege anzulegen. Das ist nicht immer so, meisten kommen sie wenn der Kampf schon begonnen hatt, und müssen nutzen was sich ihnen bietet. Aber hier haben sie einfach alle was sie brachen, Zeit, gutes Tarnmaterial und die perfekte Schußbahn mit einer traumhaften Übersicht.

 

 

 

92.

Gegen Mittag, waren sie mit allem Fertig und die Pak rollte an. Karl ließ sie auf dem Felsen in Stellung bringen. Hier hatten sie zwar eine perfekte Übersicht, konnten aber nur aus maximaler Entfernung schießen, weil der Neigungswinkel nicht stimmte. So dumm hatte er noch nie ein Geschütz stehen sehn und befahl unter die hintersten Holme Baumstämme zu legen, um den Neigungswinkel auszugleichen. Sie schlugen Haken in den Fels und sicherten die Geschütze mit Seilen, damit sie nicht beim Rückstoß vom Felsen knallen konnten. Nun kam Hans und übernahm noch die Tarnungsüberwachung, Und erst jetzt konnte sich Karl etwas ausruhen. So war er nun mal, er gab immer seinen Kameraden den Vorrang, obwohl er der Ranghöhere war und es nicht nötig hatte. Das brachte ihn großen Respekt und Anerkennung ein. Die meisten sahen ihn sowieso ehr wie ihren Vater an als wie ihren Ausbildungsleiter. Der Funker hatte den Auftrag ihn nur zu wecken, wenn der Amy in Sicht ist. Ohne genaue Lageberichte, lagen die Kameraden auf der Lauer, doch der Amerikaner war wieder stehengeblieben, weil der Nachschub wieder nicht schnell genug folgen konnte. Beim Einbruch der Dunkelheit, sagte Hans, scheiße, daß wir keinen Aufklärer haben und setzte die Alarmbereitschaft herab, und ging Karl wecken. Der Funker versuchte schon den gesamten Tag herauszubekommen wo die Amerikaner sind, aber was er hörte, waren nur Vermutungen. Karl war gerade fertig mit Waschen und zog sich an. Ich habe da eine Idee, sagte er. Sie bestiegen den Kübelwagen und fuhren in ihre Lieblingsgastwirtschaft nach Bornich. Karl bestellte sich ein Abendessen und für jeden ein Bier. Als der Gastwirt mit der Bestellung in die Küche ging, folgte er ihnen. In

 

 

93.

Der Küche gab es ein Telefon, das hatte Karl schon lange entdeckt, und er kannte die Neugier von dem Gastwirt. Karl hatte sich denken können, das sie alle Kneipen im Rheintal abtelefonieren würden, nur um in Erfahrung zu bringen, wo der Amerikaner ist. So bekam er die gewünschte Information, und setzte sich wieder auf seinen Platz. Der Wirt brachte die gewünschte Wurstplatte und das Bier, stellte alles auf den Tisch und sagte wohl bekommtes. Er drehte sich um und verschwand wieder in der Küche und hängte seinem Ohr wieder an den Telefonhörer. Karl genoß in aller Ruhe sein Essen, und dann machten sie sich auf den Rückweg. Im Lager

 

 

Angekommen, ließ er die Alarmbereitschaft aufheben und stellte nur die üblichen Wachen auf. Die Kameraden

 

 

94.

Zündeten das Lagerfeuer wieder an und sie setzten sich wieder im Kreis um das wärmende Feuer um über den Kommenden Tag zu sprechen.

Ein paar Flaschen Weiswein machten wieder die Runde und sie hielten Wurststücke mit einen Stock in das Feuer um sie zu grillen. Gegen elf Uhr, ließ Karl das Feuer löschen, und schickte alle schlafen. Das kann wieder ein knallharter Tag werden, sagte Hans, und fragte Karl, wie lange sollen wie die Stellung eigendlich halten? Die verladen noch in Hildesheim, ich denke mindestens bis die fertig sind. Karl kam da eine Idee und er ging zum Funker hin und gab denen den Auftrag herauszufinden, wieweit die Verladungen in Rüdesheim eigendlich sein. Die meisten Kameraden lagen in ihren Feldquartieren und machten kein Auge zu, denn sie warteten auf die Feuertaufe, denn ihnen war schon bewußt, das sie nur mit Karabinern schossen, und der Feind mit Mgs und Geschützen. Hier in der Felswand, waren sie eindeutig im Nachteil. Das wollte Karl wieder ausgleichen, in dem er seinen Leuten befahl zuerst auf die Offiziere zu schießen, denn ohne Führung, würde sich der Rest in ein Kaos begeben oder wegrennen. Schon oft hatten sie solche Situationen herbei geführt, und bemerkt, das die Amerikaner ohne Führung keinen Finger krumm machten, sie verkrochen sich in ihrer Deckung und warteten bis ein neuer Kommandeur sie übernahm und sagte was sie zu machen haben. Das gab es bei ihnen nicht, wenn ein Vorgesetzter fiel, übernahm automatisch der das Kommando, der ihn im Rang folgte, wenn es nicht anders befohlen wurde. So konnte ein jeder Kamerad einen jeden auch ersetzten, und das machte sie schnell in ihren Kampfeinsätzen, denn sie wußten immer alle worauf es

 

 

95.

Ankommt. Karl konnte auch nicht schlafen, und saß mit in dem Funkzelt. In Rüdesheim würden sie noch Stunden brauchen, denn sie luden Munition aus Schiffen in die Waggongs und da brauchte seine Zeit, aber wie der Funker in Rüdesheim einschätzte würden sie Morgen auf jeden Fall fertig werden. In den frühen Morgenstunden, wurden sie von Geschützdonner geweckt. Hans kam zu Karl gelaufen und sagte hör doch einmal, das ist doch Deutsche 8,8 und die nächste seht doch bei Krestert.

 

 

Das waren nur noch ein paar Kilometer von hier, Karl gab Gefechtsalarm, und sie bemannten die Stellungen. Karl hämmerte jeden noch ein mahl ein nur zu schießen wenn sie auch zu hundert Prozent treffen würden, und nur gleichzeitig mit den Geschützen zu schießen, damit sie

 

 

96.

Kein Ausmachen konnte. Der Wind frischte auf, und das war ein gutes Zeichen, denn wer würde die kleinen Pulverdampfwölkchen von den Karabinern sofort wegwehen und ihre Stellungen waren dadurch bedeutend sicherer. So lange sie noch Gefechtslärm hören konnten, konnten sie sich noch ausruhen, denn sie mußten erst die Abwehr nieder kämpfen, bevor sie weiter vorrücken konnten. Die Zeit verging, es war bereits nachmittags und die Geschütze feuerten noch immer. In Rüdesheim, waren die Verladearbeiten bereits abgeschlossen und die Munitionszüge hatten die Stadt in Richtung Ostfront verlassen. Mit Einbruch der Dunkelheit ließ das Feuer wieder nach und sie hörten nur noch vereinzelte Schüsse. Karl ließ die hälfte der Männer wegtreten, denn er war überzeugt, das sie noch nicht durch sind, aber da er es genau wissen wollte, fuhren sie wieder in die Gastwirtschaft und der Wirt fand es mit seinen Telefon heraus. Die Amerikaner waren auf erbitterten Wiederstand gestoßen und waren festgefahren zu einer Stellungsschlacht. Karl und Hans aasen ihr Abendessen und tranken genüßlich ihr Bier dazu. Komm zurück, sagte er zu Hans und sie machten sich auf den Weg zum Felsen. Sie ließen den Rest der Truppe wegtreten und sie selbst erledigten anschließend noch ein Stoßtruppunternehmen zum Bauernhof, wo sie erst wie gewohnt in den frühen Morgenstunden müde wie zwei alte Jagdhunde zurück kamen und sich noch ein paar Stunden auf ihrem Feldlager herumwälzten. Die Morgendämmerung hatte gerade eingesetzt, als sie den Geschützdonner wieder hörten. Karl lag noch immer auf sein Feldlager, und sagte zu Hans, bleib liegen, so lange die da sich noch bepflastern, haben

 

 

97.

wir noch unsere Ruhe. Außerdem hatten die Posten auf der felsenspitze ausreichende Fernsicht um sie anrücken zu sehen. Ist schon komisch, sagte Hans, hier zu liegen und darauf zu warten daß es los geht, obwohl man lieber sich unter den Röcken der Weiber verstecken möchte.

 

 

In Kestert setzten sie jetzt auch die Tommys mit ein, da sie ihre Truppen bereits in Richtung Nassau verlegt hatten. Die Tommys waren nicht unbedingt die schlechtesten Soldaten, sie waren meisten nur denkbar schlecht ausgerüstet und ihre Ausbildung ließ auch zu wünschen übrig, das war auch so ein Haufen der ohne Offizier keinen Finger rührte. Sie kamen Karl gerade recht. Zwei verschieden Armeeeinheiten in derselben Stellung mit verschiedenen Offizieren wo jeder machte was er wollte oder für richtig hielt. Sie beharkten sich bis in die tiefen Abendstunden und kamen doch keinen Meter voran. Das bedeutete für Karl noch einmal eine

 

 

98.

Galgenfrist, und sie lebten ihren letzten Wunsch noch einmal auf den Bauernhof bei den drallen Bäuerinnen so richtig aus. Sie konnten ja auch den Geschützdonner von hier aus hören, und den Befehl hatte solange ein Feldwebel. Sie vergnügten sich bei der Wärme wieder im Garten, die Frauen hatten ein deftiges Abendessen gezaubert und genügend Wein aufgefahren. Sie ließen es sich noch einmal so richtig gutgehen und blieben wieder bis die Damen am frühen Morgen wieder in den Kuhstall mußten. Jetzt bei Tagesanbruch, hörten sie es richtig krachen in der Ferne. Die Tommys setzten ihre Bomber ein um die Stellungen aufzubrechen. Hans gab Gas, das sie in ihre Stellung kamen, denn man rechnete damit, daß sie in spätestens einer Stunde hier seien. Sie gaben sofort Gefechtsalarm und bemannten alle Stellungen, doch sie sahen nichts, sie hörten nichts, und plötzlich setzte das Geschützfeuer in der Ferne wieder ein, das bedeutet, sie haben die Deutschen Stellungen mit ihren Bombern nicht knacken können, sagte Hans und ihn fiel ein Stein vom Herzen. Sie lockerten die Alarmbereitschaft, aber ließen die Kameraden in ihren Stellungen, bis sie genau wußten was los war, und dazu fuhren sie wieder in das Gasthaus. Sie saßen wie üblich beim Bier und sprachen mit den Einheimischen, die sich alle in der Kneipe versammelt hatten. Alle hier waren besser informiert als sie auf dem Felsen. Über Funk hörten sie überhaupt nichts mehr aus der Ecke wo sie waren und Einsatzbefehle kamen auch nicht mehr durch, als hatte ihr letzter Befehl noch die volle Gültigkeit. Hier hörten sie gespannt zu, wenn der Wirt aus der Küche kam und den neusten Stand durchgab. Dort kämpften die Jungs erbittert um jede Hand breit Deutschen Bodens. Als es dunkel genug war, und die

 

 

99.

Alliierten nicht durchbrechen konnten, fuhren sie auf den Felsen zurück und hoben die Alarmbereitschaft wieder auf. Wie lange konnten die Jungs den feind noch aufhalten, fragte sich Karl, und was sollten sie machen. Es brachte doch alles nichts, aber Befehl war schließlich Befehl

 

 

Am kommenden Morgen griffen die Bomber in drei Wellen an, und knackten den Verteidigungsring wieder nicht. Die Kameraden sprangen in ihre Splittergräben wenn die Bomber anflogen und es gelang ihnen nicht nur die eigenen Verluste gering zu halten, sonder sie schossen auch noch einen Bomber ab der in mitten der Stellungen der Amerikaner hinein krachte und explodierte. Die Hitze des brennenden Flugzeugs bezins konnten sie bis in ihr Splittergräben spüren. Es gab einen enormen Schaden bei

 

 

100.

den Amys, von denen sie sich zuerst einmal erholen mußten. Karl saß weiterhin auf seiner Felsenspitze wie der Adler in seinen Horst und beobachtete alles aus der Ferne. Der Gastwirt wollte sofort mit seinem Motorrad auf den Felsen kommen, wenn sich etwas Neues ergeben würde. Aber auch auf Deutscher Seite, ging es nicht spurlos an den Kameraden vorbei, sie hatten bereits über dreißig Prozent Verlust zu beklagen und ihr Munitionsvorrat war erschreckend niedrig. Sie schickten einen LKW nach Rüdesheim für den Munitionsnachschub, doch das war vergebens. Hildesheim war bereits geräumt und er kam leer zurück. An Karls Stellungen, baden sie um etwas Munition. Sie hatten weder einen Befehl noch sonst irgendeinen Auftrag in der Tasche, aber wo sollten sie so etwas auch herbekommen. Es war ja niemand mehr da. Karl ließ sich die Lage schildern, und ließ sofort die hälfte seines Munitionsvorrates verladen und vier von den sinnlosen Pak Geschützen die er auf dem Felsen in Stellung gebracht hatte marschbereit machen. Er setzte die Verstärkung unverzüglich in Marsch, um die Verluste an der vordersten Linie auszugleichen, denn so lange die Front halten würde, würden sie kostbare Zeit gewinnen. Bei Kestert freuten sie sich über die Verstärkung und besonderst über die Panzerfäuste, denn davon hatten sie schon lange keine Mehr. In der Stellung der Amerikaner, war kaum noch jemand am Leben. Zu groß war das Inferno, und ganz ohne Verletzung, hatte es niemand überstanden. Karl hatte ihnen fünf Scharfschützen für zwei Tage mitgegeben, die ein bißchen unter den Offizieren aufräumen sollten. Sie suchten sich sofort eine gute Stellung und legten sich wie Wölfe auf die Lauer. Andere Kameraden waren einfach nur froh, das sie wieder

 

 

101.

Einmal etwas schlaf fanden. Sie räumten die alten und zerstörten Geschütze bei Seite und ersetzten sie durch neue mit frischen Besatzungen. Die Tommys hielten die Füße still, und so konnten sie ihre Stellung wieder kampfbereit machen. Die Dunkelheit brach wieder an, und sie wußten daß der Tommy ab sein fünf Uhr Tee keinen Finger mehr krümmen würde, wenn kein Offizier ihn dazu zwingen würde. Der Verdammte Krieg war ohnehin bald zu ende, und jeder wollte ihn lebend überstehen.

 

 

Karl saß wieder mit Hans auf der Felsspitze und sie schauten durch ihren Feldstecher in den Abendhimmel. Alles ruhig, sagte Hans und stand auf. Karl folgte ihn und sagte, wollen doch ein mahl sehen was der Gastwirt wie

 

 

102.

So alles aufgeschnappt hatt. Der Gastwirt war jetzt für sie die beste und zuverlässigste Nachrichtenquelle. Sie stiegen in ihren Kübelwagen und fuhren wieder einmal los, am Wirtshaus stellten sie das Fahrzeug wieder ab und gingen hinein. Der Wirt empfing sie mit den Worten, im westen gibt es nichts neues, Herr Oberst, darf ich ihnen sonst noch irgendwie behilflich sein? Karl bestellte wie immer ein Abendessen und sie tranken ihr Bier dazu. Sie diskutierten wieder mit den Einheimischen darüber wie der Krieg noch enden sollte, Die ganzen großen Städte waren bereits ein Trümmerfeld, und für die meisten gab es schon lange nichts mehr für das sich ein Kampf lohnte, sie hatten alle nur noch die Schnauze voll und sehnten sich nach Ruhe. Der Feind hatte bereits große Teile von Deutschland überrannt und doch wurde noch überall der verdammte Krieg sinnlos in die Länge gezogen. Karl tat so als würde er die meisten Äußerungen nicht hören, er durfte sie ja auch nicht hören, denn sie waren wehrkraftzersetzend und konnten für die Leute schlimme Folgen haben, wenn sie in die falschen Ohren geraden würden. Aber schließlich waren sie ja nur von der Wehrmacht und nicht von der SS, und das machte den kleinen aber feinen Unterschied aus, daß die Leute ihnen blind vertrauten. Als es spät genug war, fuhren sie wie schon gewohnt zum Bauernhof, als hätten sie nie etwas anderes gemacht. Die Frauen warteten schon voller Sehnsucht. Sie hatten wieder im Garten den Tisch eingedeckt mit den erlesensten Speisen und den ältesten Wein. Der Mond schien hell, und sie machten noch einen gemeinsamen Spaziergang durch die Weinberge. Sie liefen immer gerade aus bis sie vom Berg aus auf den

 

 

103.

Rhein blicken konnten, hier setzten sie sich und sahen wie das Mondlicht den Rhein golden einfärbte. Das war so wunderbar, daß sie vor lauter Staunen die ersten Minuten den Blick nicht abwanden. So etwas hatten sie noch nie gesehen.

 

 

Sie lagen nebeneinander im Gras und küßten sich wie ein junges Liebespaar. Aber sie wollten bedeutend mehr von den drallen Frauen. Hans ließ seine Hand in ihre Bluse kleiden und begann ihr die Riesen großen Brüste zu massieren. Karl war schon lange mit seiner Hand unter ihren Rock, und sie begann lustvoll in die Nacht zu stöhnen. Sie heizten die zwei Frauen dermaßen an, daß sie alles mit ihnen machten. Gegen Mitternacht, traten sie den Rückweg an, denn Karl wollte die Stellungen nicht so lange aus den Augen lassen. Gegen halb zwei saßen sie

 

 

104.

Wieder auf der Felsenspitze und schauten noch einmal in den Nachthimmel bevor sie sich auch schlafen legten. In den frühen Morgenstunden, konnten sie wieder Gefechtslärm aus der Ferne hören. Das waren schon ein paar Teufelskerle, sie hielten die Stellung schon seit Tagen unter den schlimmsten Umständen die man sich überhaupt vorstellen konnte, aber warum? Die Frage stellte sich jetzt immer öfters, denn hier ging es doch nur um eine Straße. Der Feind viel mittlerweile überall ungehindert in das Land ein, was konnte da diese verdammte Straße noch für eine Bedeutung haben. Sicher sie war die kürzeste Verbindung, aber man hätte sie auch ohne große Mühe umgehen können. Aber es hatte den Anschein als hätten sich hier ein paar Generäle etwas in den Kopf gesetzt, was die armen Schweine jetzt für sie ausbaden mußten, denn keiner von ihnen würde nachgeben, denn ihre Schreibtische waren ja auch weit genug weg von hier und sie kannten den Rhein ohnehin nur von der Landkarte. Karl ließ nach dem Frühstück die Stellungen wieder bemannen, ob wohl er wußte daß es Sinnlos war und der Feind sich noch eine angemessene Entfernung von ihnen weg befand. Das hatte nur den einen Sinn, die Soldaten in Bewegung zu halten, damit sie beschäftigt waren, und nicht anfingen über den sinnlosen Krieg nachzudenken. Denn wenn es ja noch zu einen Gefecht kommen würde, brauchte er eiskalte und besonnene Scharfschützen die sich keinen Fehler leisteten, weil er tödlich war. Am Nachmittag setzte er wieder seit langen eine Übung an und tat auch sonst alles um die Jungs in Bewegung zu halten. Sie spielten den erwarteten Angriff immer wieder durch, obwohl jede Handbewegung perfekt war. Sie machten am Abend wieder Lagerfeuer

 

 

105.

Und gaben Soldenwitze oder Abenteuer zum besten, Karl besorgte immer etwas Wein aus der Umgebung und so brachte er die Jungs ständig auf neue Gedanken. Die Armen Schweine hatten ja auch schon seit langen keinen Ausgang mehr, und so beschloß Karl sie in vierer Gruppen in die Umgebung zu lassen, wo sie in den Wirtshäusern ihren Frust ersäufen konnten.

 

 

Er hielt sich mit Hans vorwiegen mit in den Stellungen auf um den Rekruten noch einmal mut für die Feuertaufe zuzusprechen. Sie gestalteten einen lockeren aber schwungvollen Dienst wo man seine Dienstgrad vergas und für den Moment einfach nur der Mensch war. Er baute ein gutes Verhältnis zu seinen Jungs auf und sie sahen ehr den Freund oder eine Vatergestallt in ihnen. Nun kamen die ersten Leute aus den umliegenden Dörfern

 

 

106.

Auf dem Felsen um zu sehen was hier noch alles los war. Macht Schluß, sagte eine alte Großmutter, ich seit doch noch Kindern. Andere boten ihn Zivilsachen an. Karl lehnte dankend ab und schickte die Leute wieder weg, aber sie hatten ihn wieder zum nachdenken angeregt. Er saß wieder auf der Felsspitze und grübelte nach, natürlich wollte er die Jungs nicht noch fünf vor zwölf verheizen, aber einfach aufgeben, und den Feind noch mit wehenden Fahnen entgegen gehen. Das konnte er nicht machen, denn vorn gaben seine Kameraden ihr Leben an der Front, damit sie ihre Ruhe hatten. Hans kam und setzte sich dazu, und Karl kam sofort wieder auf andere Gedanken. Du wir haben kaum noch Treibstoff für die Kübelwagen, und das Futter geht auch bald zur Neige. Wenn nicht bald etwas passiert, dann sehe ich schwarz. Karl ging in das Funkzelt und gab den Funker die Order den Bedarf an das Versorgungslager durchzugeben, doch der hatte schon lange keine Verbindung mehr zu irgend jemand. Da konnte nur der Gastwirt mit seinen Telefon noch helfen, dachte Karl. Aber jemanden anrufen, wo man nicht weist wo der überhaupt sich befindet, sollte sich als schwerer er weisen als er dachte. Mit Lebensmittel konnte ihn die Landbevölkerung aushelfen, aber mit Treibstoff war das so eine Sache. Gegen Mittag, begann er damit die Kasernen anzurufen, in Paderborn und Hildesheim gingen Amerikaner an den Hörer und in Zossen waren es die Russen, denn sie standen bereits vor Berlin. Erschrocken sank Karl zusammen auf den kleinen Telefonhocker, wo er die ganze Zeit saß. Er versuchte es in Frankfurt, bekam aber keine Verbindung, weder in Wiesbaden noch in Mainz konnte er jemanden erreichen, und gegen Nachmittag brauch das Telefonnetz ganz zusammen. Der

 

 

107.

Funker empfing nur noch die Alliierten, wenn es einmal ein Deutscher Funkspruch war, dann war es weit weg. Es war zu verzweifeln, hie hörte er nach wie vor Gefechtslärm aus der Ferne und bei Berlin liegen die Russen bereits in den Betten der Deutschen Kasernen. Die Göppelsschnauze im Gastzimmer hielt auch schon das Lügenmaul. Karl beschloß die Zeit für sich arbeiten zu lassen und sich dann der Situation anzupassen. Er schickte noch einen Munitionswagen noch vorn um die Jungs mit Nachschub zu versorgen. Nun hatten sie nicht mehr genügend um ein längeres Feuergefecht durchzustehen.

 

 

So konnte es ihn keiner verübeln, wenn er die weise Fahne schwenken würde. Aber bis dahin war noch viel Zeit und meistens kommt es sowieso anders als es

 

 

108.

Kommen sollte. Karl setzte wieder Übungsschießen an um die Karabinermunition zu reduzieren. Er ließ die lehren Hülsen einsammeln und in den Stellungen verteilen um so den Eindruck zu erwecken, daß sie bei einen Gefecht abgefeuert wurden. Er ging sogar noch weiter, und ließ von vorn, wo er die Granaten hin geschickt hatte einen LKW mit leeren Kartuschen mit zurück bringen. Den LKW stellten sie hinter ein paar Büsche auf dem Felsen. Karl rechnete damit, daß da Feldgendarmerie oder SS noch hier in der Nähe Kontrollen durchführen würden, und denen mußte er vielleicht noch etwas vorgaukeln. Ab jetzt brachte ein Gradmelder die Meldungen hin und her, so war Karl wenigsten auf dem Laufenden. Bei Kestert war Ruhe eingekehrt, die Tommys warteten auf Nachschub, und der ließ auf sich Warten, die Amerikaner hatten sie vollkommen abgezogen und bis jetzt nicht wieder ersetzt. Es hatte den Anschein als würden sie auch nur noch versuchen die Stellung zu halten bis Endsatz kommen würde. Die Tommys hielten ihre Köpfe unten, so das die Scharfschützen nichts mehr zutun hatten, und Karl sie wieder abziehen konnte. Sie hatten ihre Feuertaufe bestanden und er wollte sie keinen unnötigen Risiko weiter aussetzen. Nun kamen die nächsten fünf an die Reihe und konnten ihre Erfahrungen Sammeln, Karl ließ sie von ihren Vorgängern einweißen, denn die waren in der Lage ihnen so manschen Tipp zugeben, denn sie hatten ihre Erfahrungen bereits gemacht und gaben sie gern weiter. Die fünf Rückkehrer bekamen selbstverständlich Ausgang in die nähere Umgebung, wo sie sich austoben konnten. Es war ein fantastiges Wetter und die Felder waren Knochendrocken, die Bauern flehte

 

 

109.

Um Regen und er war der letzte der jetzt Regen brauchen konnte. So mußten sie sich nicht im Schlamm herumwälzen und brauchten auch nicht in durchnäßten Klamotten zu frieren. Denn die Regenzeit im Feld, war das schlimmste was einen Soldaten widerfahren konnte.

 

 

Karl fuhr mit Hans wieder auf den Bauernhof, denn die Frauen hatten im Waschhaus den Kessel angeheizt, denn die zwei wollten wieder in der Großen Zinkwanne baden. Ein schönes langes heißen Bad, kam ihnen gerade recht. Sie fanden alles vorbereitet vor und Karl stieg als erster in das Heiße nach Flieder duftende Naß. Hans ging in den Garten und sah einer Magd beim Zwiebelernten zu, sie ging in einer gebückten Haltung und bewegte sich dabei auf ihnen zu. Hans nutzte die Aussicht in ihre Bluse schamlos aus und sah wie die dicken Glocken hin und her

 

 

110.

Geschwungen wurden, denn sie trug keinen BH und so konnten sie sich natürlich bewegen. Und während Hans ihr so zuschaute, bewegte sich natürlich was in seiner Hose, denn er wurde spitz wie der Hahn auf dem Misthaufen nebenan. Seine Freundin kam in den Garten und sagte, Hans dein Wasser ist fertig, du kannst jetzt Baden. Karl war noch beim Anziehen, die Frauen hatten ihnen eine Flasche mit Kölnischwasser hingestellt, womit sich Karl noch einrieb, um das fische und belebende Gefühl des Duftwassers hautnah zu erleben. Er hatte schon fiel davon gehört, aber noch nie welches benutzt. Hans lag nun in der alten großen Zinkwanne und ließ sich von seiner Freunden den Rücken schruppen. Karl ging in den Garten und setzte sich unter die Linde, die Frauen hatten schon den Kaffeetisch eingedeckt, und alles wartete jetzt nur noch auf Hans, doch das konnte dauern, denn er zog es vor erst bei seiner Freundin den druck abzulassen. Nach einer Weile sagte eine der Frauen, als ich hab noch mehr zu tun als hier noch ewig zu warten, sie stand auf, und ging in die Küche um Kuchen und den frisch gebrühten Bohnenkaffee zu holen. Karl schaute etwas enttäuscht, denn den trockenen Rührkuchen mochte er überhaupt nicht, er aas viel lieber schönen nassen Obstkuchen und nicht diesen trockenen Furz. Er hatte bereits seine zweite Tasse Kaffee eingeschenkt, als sich auch Hans an den Kaffeetisch bemühte. Es war ein wunderschöner Nachmittag, die Sonne stand hoch am Himmel und sendete ihre warmen Strahlen durch die Aste des Lindenbaumes, Karl hatte sich gemütlich zurückgelegt und ließ es sich gut gehen. Immer wenn es am schönsten ist, muß man gehen, sagte er und stand auf. Komm wir müssen in den Stellungen nach den Rechten sehen, sagte

 

 

111.

Er und Hans folgten ihn. Sie kamen wieder auf dem Felsen, und die Lage war zum Glück noch unverändert. Einer der Feldwebel kam und sagte hier, Herr Oberst, es war wieder ein Gradmelder da, und übergab ihn versiegeltes Schreiben. Was besonderes, fragte Hans? Ja die benötigen noch jede Menge Munition, damit sie die Stellung noch weiter Halten können. Sammelt einmal den gesamten Sprit zusammen, ich will zwei LKWs nach Frankfurt schicken, das ist unsere Letzte Möglichkeit noch etwas aufzutreiben.

 

 

Am liebsten wäre er mit Hans gefahren, doch das ging nicht, denn er wollte nicht den verdacht aufkommen lassen, das sie türmen würden. Aber es war auf alle Fälle das beste, wenn er selbst mitfuhr, denn er war der Dienstgrad höchste, und hatte ja auch noch den direkten Befehl des Führers in der Tasche, und der war so gut wie

 

 

112.

Ein Schlüssel, denn er sperrte alle Hindernisse auf. Die Kameraden hatten den gesamten Treibstoff aus den restlichen LKWs eingesammelt und in die Bereitgestellten zwei eingefüllt. Karl sah auf die Uhr und sagte, in einer Stunde beginnt die Abenddämmerung, und dann fahren wir los. In zwei bis drei Stunden, sind wir in Frankfurt. Wir fahren ohne Pause, denn ich möchte vor Tagesanbruch zurück sein. Er setzte sich mit Hans wieder auf die Felsenspitze, die mittlerweile ihr Lieblingsplatz war, und sie schauten mit ihren Gläsern auf die Uferstraßen, die links und rechts des Rheins endlang führten. Es war alles ruhig, und die Sonne begann hinter den Felsschluchten des Rheintals den Horizont zu berühren. Wir können, sagte Karl und stand auf um zu den Bereitgestellten LKWs zu gehen. Viel Glück, rief Hans ihn noch hinterher. Karl hatte sich eine Route durch die Wälder ausgesucht, das war zwar beschwerlicher aber auch sicherer. Er wollte den Weg über Taunusstein nehmen. Denn die Uferstraßen wurden gelegentlich von Nachtjägern abgestreift, und da wollte er sich nicht ich Reichweite ihrer Bordkanonen aufhalten. Sie kamen auch so gut voran und erreichten gegen zwei Uhr das Versorgungslager bei Frankfurt. Hier gab es einfach alles und im Überfluß. Ein Unteroffizier, wollte ohne Anweisung nichts herausgeben, obwohl sie den Befehl hatten das Lager zu sprengen, wenn der Amy anrücken sollte. Karl holte den Sonderbefehl des Führers aus seinem Soldbuch und fragte ihn ob die Anweisung genug sei. Der Unteroffizier sagte jawohl, salutierte und schlug zackig die Hacken dabei zusammen. Nehmen sie alles was sie möchten, sie sind ja berechtigt dazu. Karl ließ sich noch ein paar Leute geben, die die LKWs mit beluden. Ein

 

113.

Pfiffiger Feldwebel sagte, Herr Oberst dort stehen schon zwei beladene LKWs mit Lebensmitteln, wenn sie die nehmen, dann können wir uns die Schlepperei sparen und es geht alles schneller. Karl überprüfte kurz die Ladung und stellte fest, das es nur vom feinsten war, in den Bekleidpapieren stand daß es zur SS Division Wicking gehen sollte.

 

 

Jetzt Ärgerte sich Karl, das sie nur zu fünft hierher gefahren sein, denn er hätte den Laden am liebsten ausgeräumt. So fuhren sie mit zwei Lebensmittel LKWs, zweie mit Munition und einen Vollen Tankwagen wieder zurück. Die Fahrzeuge waren überladen, und Karl ließ trotzdem noch ein paar Kisten mit in die Führerhäuser packen. Nun fuhren sie langsam aber sicher bei Vollmond über die Landstraßen und erreichten ihr Ziel noch vor den

 

 

114.

Tagesanbruch. Hans nahm seinen Freund und Kameraden sofort in empfang und sagte, man wo habt ihr das alles nur her. Karl sagte zu Hans, stell die vor, die haben absolut alles in den Lagern, es liegt nur an den verdammten Bürokraten. Sie rücken einfach nichts heraus, wenn nicht das richtige Papier vorliegt. Da sagt mir doch so ein Schnösel, nehmen sie doch was sie benötigen, sie haben ja auch das Recht dazu, und erzählt mir noch das sie das gesamte Versorgungslager bereits unterminiert haben und es hoch jagen wenn der Ammy kommt. Karl ließ sofort einen LKW Für die Jungs ganz vorne zusammenstellen. Er schickte ihnen Lebensmittel und neue Munition, vor allen dingen die so heißgeliebten Panzerfäuste. Noch bevor er so richtig hell wird, wollte er alles bei den Jungs vorn haben. Da es nicht weit war, kam auch alle pünktlich vorn an, und sie brachen in Jubel aus, denn die Armen Schweine hatten schon lange nichts Richtiges mehr zwischen den Zähnen. Karl verschwand wieder auf der Burg Katz und legte sich in sein Bett, denn er war hundemüde. Sein Kommando hatte solange wieder Hans, und der gab es meisten an die Feldwebel weiter, denn auf die Kameraden war unbedingt Verlaß und sie machten ihre Sache verdammt gut. Die Küchenbullen lagerten die Lebensmittel ein und Hans ließ einen Teil der Munition in die Stellungen bringen, und den Rest, stellten sie gut getarnt mit einer Wache in dem Wald ab. Neugierig wie Hans nun einmal war, schaute er was alles in den Lebensmittelkisten ist, und entdeckte Schnaps, Wein und sogar Sekt. Das nenne ich einen Einkauf, sagte er und weiß die Küchenbullen an nichts von dem Alkohol ohne ausdrückliche Genehmigung herauszugeben, er dagegen nahm eine Flasche Wein und sagte, ein edler Tropfen,

 

 

115.

Haben sie einen Korkenzieher. Der Küchenbulle öffnete die Flasche und Hans verschwand damit auf die Felsenspitze wo er sie langsam und genüßlich lehrte. Aus der Ferne war nicht ein Schuß zu hören, und die Sonne versprach wieder einen schönen Tag. Die Kameraden saßen alle bei einen ortendlichen Frühstück wie sie es schon längere Zeit nicht mehr hatten und waren wieder satt und zufrieden.

 

 

Gegen Mittag stand auch Karl wieder auf und ging sich waschen, er hatte auch Hunger wie ein Wolf und verdrückte eine Ortendliche Portion Gulasch mit Kartoffeln. Nach dem essen rief er Hans zu sich und ließ seinen Kübelwagen von einen Rekruten betanken. Du ich habe für die Frauen etwas im Führerhaus des Tankwagens, das bringen wir ihnen jetzt runder. Sie luden

 

 

116.

Die Kartons um und Hans sagte, hast du für uns auch Seife und Waschpulver? Ja sagte Karl mehr als genug, damit können wir noch auf Hantel gehen. Auf dem Bauernhof, stellten sie alles in Hausflur ab, und da die Frauen alle auf dem Feld waren, fuhren sie jetzt dorthin. Sie setzten sich am Feldrand hin und sahen zu wie die Frauen die Rüben kackten. Hans zog wieder eine Flasche Wein aus seiner Tasche und sie ließen es sich wieder gut gehen. Karl benutzte wieder seinen Feldstecher um den Weibern unter die Röcke zu schauen, aber sehen konnte er nichts. Als sie die Flasche geleert hatten, sagte Hans zu den Frauen, wir haben euch da etwas in den Hausflur gestellt, und sie fuhren wieder in die Gastwirtschaft um zu erfahren ob es etwas Neues gibt. Die Lage, war die alte. Ein paar neugierige alte Krieger, die der erste Weltkrieg übrig gelassen hatte, wollten wissen wofür Karl die Eisernen Kreuze und den Kriegsverdienstorden erhalten hatte. Schon oft hatte er die Geschichte erzählen müssen, aber er tat es Ungern. Da die alten nicht locker ließen, begann er doch zu erzählen. Wir lagen in der Nähe von einen kleinen russischen Dorf. Wir lagen in einen Sumpf und wurden pausenlos von russischen Granatwerfern bepflastert. Die halbe Einheit war bereits aufgerieben und die Hunde wollten uns gerade den Rest geben. Major Ritter, stellte eine kleine unscheinbare Einheit von drei Scharfschützen zusammen, die dem Spuk ein Ende machen sollten. Wir krochen zu dritt aus dem Sumpf über eine Sumpfige weiße, bis wie ein kleines Birkenwäldchen erreicht hatten. Von hier aus konnten wir die Hunde sehen, ich als Zugführer teilte die Jungs auf und wir griffen sie aus drei verschiedenen Richtungen. Wir hatten uns vorher genau abgesprochen, und wir fingen hinten mit

 

 

117.

den Posten an. Immer wenn sie eine Grante abfeuerten, legten wir deckungsgleich mit dem Knall des Abschusses einen Russen um, das klappte am Anfang ganz gut, bis keine Granaten mehr am Werfer ankamen, dann merkten sie es und drehten die Werfer in unsere Richtung, und feuerten was die rohre hergaben, da sie nicht wußten wo wir genau sind, feuerten sie überall hin und ich lag an der Außenflanke. Das gab mir die Möglichkeit sie zu umgehen. Ich schlich mich von hinten an, und bemerkte ein Mg Nest, das hatten wir vorher noch nicht ausgemacht, denn sie schossen auch nicht, sondern warteten ab bis sie ein Ziel ausmachen konnten.

 

 

Ich klärte die gesamte Lage kurz auf und legte die zwei Mg Schützen mit meiner Luger in einer schnellen Schußfolge um und sprang in das Mg Nest hinein und riß das Mg herum und zog den Ladehebel durch und feuerte

 

 

118.

Bis die Hunde sich nicht mehr bewegten. Ich zerstörte ihre Werfer und jagte den Munitionslaster in die Luft. Als ich meine Kameraden suchte, sah ich voller entsetzen was ihnen zugestoßen war. Neben Heiz schlug eine Granate ein und riß ihn in Stücke, Herbert war von Splittern übersäht und nicht mehr transportfähig, ich wollte ihn gerade verbinden, als er in meinen Armen starb. Ich brach ihnen die Hundemarken ab, und ging zu meiner Einheit zurück. Ihr Tot war zwar traurig, aber half Hunderten das Leben zuretten. Ja so bekam ich das erste EK1, aber die anderen Geschichten erzähle ich euch ein anderes mahl. Am Stammtisch waren alle ruhig, sie hatten voller Spannung den Erzählungen des Oberst gelauscht. Und erst letzt begannen einige wieder damit ihre Unterhaltung weiter fortzusetzen. Die alten drängten ihn noch weiter, sie wollten einfach alles wissen und nach langen bitten, sagte Karl, na gut, das Kreuz mit dem Eichelaub und den Schwertern ist für General Flattakow. Wir lagen beim Korsker Bogen fest, wo ich den Befehl erhielt mit sechs Scharfschützen in einen Kommandounternehmen hinter die russischen Lienen zu gehen um General Flattakow auszuschalten, er war einer der Besten Köpfe die der russe überhaupt aufbieten konnte, und das machte uns das Leben zur Hölle, denn der Trecksack war uns immer einen Schritt voraus, und durchschaute jede Falle, er hatte eine richtige Nase dafür und besaß das Talent unsere Fallen zu seinen Gunsten auszunutzen. Wie zogen los und gingen hinter Die HKL und verschwanden im russischen Hinterland um den Hund zu suchen. Alles was wir wußten, war das er bei einer Katjuscha Einheit sein Befehlsstand hatte. In den dichten Wäldern konnte man aber keine fünfzig Meter weit schauen, und wir schlichen

 

 

119.

langsam und aufmerksam nach vorn, bis wir sie ausgemacht hatten. Ich verteilte die Kameraden mit dem befehl nur auf Flattakow zu schießen, und das Auch nur wenn sie ein klares Ziel hätten. Ich ging wieder in der rechten Flanke in Stellung und sah den Hund sofort, wie er auf einen Hocker saß und sich rasieren ließ. Ich nahm mein Karabiner 98 K und legte an, nun sah ich ihn durch

 

 

Mein Zielfernrohr, und ich kalibrierte mein Fernrohr, denn ich konnte mir keinen Fehlschuß leisten. Nun hatte ich seine Stirn ganz ruhig und unbeweglich im Fadenkreuz. Ich krümmte meinen rechten Zeigefinger und sein Kopf platzte auseinander wie eine Futterrübe. Er sank zu Boden und es herrschte plötzlich helle Aufregung im Lager und die Muschkoten feuerten sinnlos überall hin. Meine Jungs waren auch dumm genug sich auf ein Gefecht gegen Stalinorgeln einzulassen und blieben auf der Strecke. Ich

 

120.

Hatte mich nach dem Schuß sofort zurückgezogen und im Wald verkrochen, bis sie abgerückt waren. Da ich stundenlang regungslos auf einer Stelle gelegen hatte, war mir die linke Seite ganz taub und ich mußte warten bis das Blut wieder richtig zirkulierte. Während ich auf dem Rückweg so durch dem Wald streifte, sah ich auf einen Waldweg einen russischen LKW im Schlamm stecken. Er hatte nur ein Fahrer, und der war hilflos überfordert mit der Situation. Ich sah mir das Theater ein Weilchen mit an, und als ich sicher war, das kein anderer ihn folgen würde, schlich ich mich etwas näher heran. Nun konnte ich bemerken dass ein russischer Politkommissar im Führerhaus saß, und keinen Finger rührte. Er beschimpfte den Muschkoten und was stink sauer, das sie im Schlamm stecken blieben. Der Muschkote versuchte die Räder etwas frei zu schaufeln, dann ging er wieder in das Führerhaus und startete den Motor um anzufahren, doch er grub sich nur tiefer im Schlamm ein. Ich nutzte das aufheulen des Motors gut aus und legte aus sicherer Entfernung an, und drückte im richtigen Moment ab. Der Schuss drang in die Schläfe ein und durchschlug den Kopf des Kommissars. Sein Blut und die Hirnmasse spritzten durch das Führerhaus, als das Geschoss seinen Schädel durch eine Faust große Öffnung wieder verließ. Der Fahrer des LKWs Gerrit in Panik und trat das Gas bis zum Anschlag durch, jetzt heulte der Motor noch lauter auf, und es war mir ein leichtes noch einen gut gezielten Kopfschuss anzubringen. Er sackte in sich zusammen und sein Fuß blieb auf dem Gaspedal. Der Gang war noch eingelegt so dass sich die Räder weiter drehten und er sich immer tiefer im Schlamm eingraben konnte. Ich

 

 

121.

Kontrollierte die Ladung und sah, dass es Sprengstoff für eine Pioniereinheit war. Ich nahm mir was ich brauchte, und versah den Rest mit einem Zünder und zündete die Zündschnur an. Ich suchte das Weite und warf mich in eine Erdsenke, bis das Höllenfeuerwerk vorüber war. Ich sah auf die Karte und suchte mit dem Kompass mir den richtigen Rückweg aus. Meter für Meter näherte ich mich der Frontlinie, und es gelang mir sie bei Einbruch der Dunkelheit zu überqueren. Ich übergab meinen Vorgesetzten die Aktentasche des Politkommissars und meldete den Vollzug des Befehls, so wie den Verlust der

 

 

übrigen Kameraden. Ich hatte den Brotbeutel des Fahrers mitgenommen, um meinen Kameraden zu zeigen was der Feind an der Front frisst. Es befand sich ein Stück schwarzes hartes Brot mit fetten Speck, Zwiebeln und einen getrockneten Fisch, und selbstverständlich Marorka und Wodka in dessen Beutel. Die Kameraden lachten und wunderten sich, das die mit solch einen Müll im Bauch

 

 

122.

Überhaupt noch kämpfen konnten. Es machte ihn aber auch klar wie verzweifelt und fest entschlossen die Russen waren. Angespannt hatten die alten Kämpfer zugehört, und ihnen stockte der Atem. Karl hatte eine trockene Kehle vom erzählen bekommen, und bestellte sich noch ein Bier, bevor sie zum Lager zurück fuhren.

An der vordersten Rheinfront, war alles noch beim alten, bis auf die Amerikaner, sie hatten frische Kräfte herangeführt. Jetzt wollten sie die Vorderste Stellung endgültig nieder kämpfen. Sie haben schwere Artillerie in Stellung gebracht und hielten Panzer in Bereitschaft. Im Morgengrauen, konnten sie mit einen Großangriff rechnen. Karl durchstreifte alle Stellungen und redete seinen Kameraden wieder gut zu. Es war sehr beruhigend für sie, wenn ein hoher Offizier an ihrer Seite stand und mit ihnen in der vordersten Linie mit kämpfte. Sie saßen auch beim Essen zusammen, und die Offiziere aasen das gleiche wie die Soldaten. Langsam waren sie wie eine Familie zusammengewachsen, und Karl war die Mutter der Einheit geworden. Sie verhängten bei Verstößen selten Strafen, sondern versuchte mit Gesprächen auf die Kameraden einzuwirken, was auch zum gewünschten Erfolg führte. Er setzte sich mit Hans wieder auf die Felsenspitze und sie sahen in die Ferne. Morgen, sagte Karl, Morgen wird die Endscheitung fallen. Wenn der Amy die Stellungen aufbricht, werden wir sie morgen Mittag von hieraus schon anrücken sehen. Las uns darüber nachdenken, wenn sie da sind. Jetzt gelüstet es mir nach etwas ganz anderen, sagte Hans und fasste sich dabei in den Schritt. So wie andere sich eine Henkersmahlzeit vor dem Tot wünschten, wollten sie viel lieber Frauen vernaschen. Karl überlegte die gesamte Zeit lang was er

 

 

123.

Tun sollte, wenn der Amy kommt. Denk nicht schon wieder nach, sagte Hans. Entern kannst du sowieso nichts an der Sache. Sie bestiegen wieder ihren Kübelwagen und fuhren zum Bauernhof, um den Frauen mitzuteilen, dass sie ab morgen mit dem Amy ficken können, wenn sie wollen. Hans machte ihnen klar, dass dies ihr letztes Treffen sein wird, denn Morgen würde es die Endscheitung über Leben und Tot geben.

 

 

Die Frauen versuchten ruhig zu bleiben, denn sie wussten genau, dass die Männer gar nicht so hart waren wie sie immer taten. Tief in ihnen drin saß ein weicher und sanfter Kern. Sie waren in einer schlimmen Situation, sie waren zwar Soldaten, aber sie wollten sich auch nicht unbedingt für eine Verlorene und sinnlose Sache verheizen lassen. Sie saßen alle beim Abendbrot im

 

 

124.

Garten. Es herrschte eine ungewohnte Stille beim Essen. Karl dachte nur nach und Hans versuchte die Situation aufzulockern. Er schenkte Wein nach und forderte alle immer wieder auf mit ihnen anzustoßen. Er fasste die Frauen an ihren schönsten Stellen an und hob ihnen die Röcke weit hoch, das Karl bemerken musste dass sie schon lange nichts mehr darunter hatten. Jetzt floss der Wein in Strömen und die Stimmung stieg von null auf hundert. Es war eine wunderschöne Vollmondnacht, da es noch sehr warm war, beschlossen sie im Garten zu bleiben. Die Frauen breiten decken im Rasen aus und legten ein paar Kissen mit hin, die sie als Unterlage benutzen wollten. Langsam zogen die Männer die Frauen aus und fühlten genussvoll ihre großen prallen Brüste. Die Frauen wiederum zogen die Männer langsam aus und spielten bei ihnen im Schritt, bis das Glied die gewünschte Größe angenommen hatte. Nun begannen sie wieder mit den schönsten Liebesspielen die das Karmasudrah ihnen bereits gelehrt hatte. Sie benutzten die Kissen und tauschen öfters die Frauen unter sich, und so wurde es doch noch ein schöner abgerundeter Abend. Im Lager war auch eine angespannte Stimmung, Karl hatte ihnen befohlen, um acht sich hinzulegen, um genügend Kraft für den kommenden Tag zu sammenl. Es waren alle aufgeregt und sprachen mit einander bis die Augen doch zu fielen und um elf alle bereits fest schliefen. Hans war wie immer unersättlich, langsam aber genussvoll streichelte er die Frauen zärtlich über ihre Brustwarzen, bis sie hart und steif abstanden und rieb sie zwischen den Beinen bis zu Orgasmus. Sie wechselten sich ab, so dass der eine immer eine kleine Erholungspause bekam und den anderen machte es einen Riesen Spaß an zwei Frauen gleichzeitig

 

 

125.

Zu spielen. Gegen Mitternacht, war das gesamte Pulver verschossen, und die Frauen klagten über die ersten Wundgeriebenen Stellen zwischen den Schenkeln. Sie kehrten zum Tisch zurück und leerten noch immer nackt ein paar Flaschen Wein, bis sich die Flinten von selbst wieder nach geladen hatten und sie für den nächsten Schuss bereit waren. Hans gab nun seiner Dame auf dem

 

 

Gartentisch Reitunterricht und Karls Dame übte sich dabei im Flötenspielen. Gegen zwei gaben sie ihnen noch den Gnadenstoß und traten hundemüde den Rückzug an. Langsam fuhren sie mit ihren Kübelwagen über die holprigen Landstraßen, bis sie nach links zum Loreley Felsen abbogen. Hier standen bereits die ersten Posten. Karl nannte das Losungswort und sie fuhren zum Kommandozelt und legten sich gleich hier hin, so konnten

 

 

126.

Sie sich den langen Fußweg von Burg Katz ersparen. Gegen Morgen wurden sie von den scheppernden Töpfen der Küchenbullen geweckt. Kurt stand auf und ging zur Feldküche herüber und weiß das Personal an, ein besonderst gutes und reichhaltiges Frühstück für die Kameraden vorzubereiten. Sie hatten noch einige Tonnen mit Lebensmittel, die sie nicht den Britten in die Hände spielen wollten. Aus diesen Grund brachten sie einiges zu den Weibern auf den Bauernhof. Dort angekommen, stellten sie alles in den Hausflur, so dass die Frauen es nur noch in den Keller bringen mussten. Schade das die auf dem Feld sind und wir keine Zeit haben, sagte Hans und lächelte etwas verschwitzt dabei. Nun sag bloß du könntest sie schon wieder ficken, sagte Karl erstaunt und etwas neidig. Sie fuhren mit Vollgas wieder zurück, denn sie wollten pünktlich mit ihren Kameraden frühstücken. Heute erwarteten sie die Große Schlacht, aber bis jetzt hörten sie keinen Gefechtslärm in der Ferne. Hans sah mit seinen Feldstecher in den Himmel und streifte den gesamten Horizont ab, doch zu sehen gab es da noch nichts. Im Lager saßen sie mit bei den anderen an der Feldküche, wo eine Totenstimmung herrschte. Hans erzählte einpaar Witze um die Stimmung etwas aufzulockern. Wer weiß, wer jetzt die größte Flotte aller Zeiten besitzt, fragte er? Einig antworteten England, und anderer Waren der Meinung, das es Amerika sei. Als aber Hans sagte das es Deutschland sei, schauten sie ihn allen endgeistert an. Ja wir sind es, wiederholte er noch einmal, wie haben über fünf Millionen Kohldampfer und den größten Zerstörer aller Zeiten. Nach kurzen überlegen, brach ein lautes Gelächter aus, und die Stille war gebrochen. Nun machte er Göppels nach und sagte. Wenn

 

 

127.

Der fein sagt, ich hätte einen Klumpfuß, so lügt er! Das ist die Batterie für mein unerschütterliches Lügenmaul. Nun lachten sie noch mehr, und Hans heizte die Stimmung und die Kameraden weiter an um sie von den befohr stehenden Gefecht abzulenken. Karl war wieder auf die Felsenspitze gegangen und sah in die Ferne, ob sich ein Gradmelder nähern würde, oder ob er sonst irgendetwas sehen konnte. Er hörte in die Ferne, doch alles blieb ruhig, und am Himmel sah man auch nichts, dabei war es doch schon elf Uhr durch. Ob die sich der Übermacht ergeben haben, dachte er sich? Immerhin wäre das eine Erklärung für die Stille, doch er musste es genau wissen und schickte zwei Mann mit einen Kübelwagen los.

 

 

Es dauerte bis nach ein Uhr, ehr der Wagen zurückkam. Die Kameraden machten ihre Meldung, und Karl setzte sich erleichtert wieder hin. Die Alliierten hatten noch

 

 

128.

Keinen Fuß nach vorn bewegt und alles blieb angespannt in ihren Stellungen liegen. Mann merkte das die Alliierten bereits das gesamte Land überrollt hatten, und nun hatten sie es nicht mehr eilig ein paar Meter Straße frei zukämpfen. Karl stand auf und ging zu Hans zurück, der immer noch neben der Feldküche saß und seine Witze machte. Heb die Gefechtsbereitschaft auf, sagte Karl zu ihnen. Der Tag ist gelaufen. Vielleicht sind wir dem Tot noch einmal von der Schippe gesprungen und er gibt uns noch eine Galgenfristverlängerung. Hans ging sofort los und gab den Befehl weiter, Karl ließ sich einen kräftigen Schlag aus der Feldküche in sein Kochgeschirr machen und ging damit zur Felsenspitze, wo er in aller Ruhe sein Mittagessen genoss. Nach einer Weil, gesellte sich Hans wieder dazu. Sie überlegten weiter, ob es eine Möglichkeit gab das Gefecht ehrenvoll zu vermeiden, und sie sahen nur eine Lösung. Sie mussten die vorderste Frontlinie zur Aufgabe animieren, aber wie? Das war die große Frage. Sie hatten soviel Material nach vorn geschafft, das sie noch einige Angriffe locker abwehren konnten. Lebensmittel hatten sie jetzt auch im Überfluss, und deren Kampfmoral war nach wie vor Fanatisch. Nein gegen die kamen sie nicht an, die würden ihn ehr umlegen, bevor sie sich umstimmen ließen, das Wusste Karl genau. Aber wenn sie erst besiegt sind, dann würde einer ehrenvollen Kapitulation nichts mehr im Wege stehen, und sie hätten auch am sonnsten nichts mehr zu befürchten, da sie bereits in einen Kessel waren, und sie schon lange von allen abgeschnitten wurden. Karl schlug vor die Frauen nach dem Einbruch der Dunkelheit wieder so richtig zu besuchen, und sie bei der Gelegenheit um ein Paar weiße Bettlagen oder etwas Ähnliches was sich als

 

 

229.

Fahne eignet zu bitten. Hans stimmte dem zu, denn er hatte sich entschlossen nach dem Krieg hier zu bleiben um mit bei den Weibern zu wohnen. Im Gedanken hatte er sowieso schon alle durchgevögelt, wie es sein Wunsch schon seit langen war. Doch jedes Mal wenn er mit der einen fertig war, reichte sein Hafer nicht mehr für ein zweites Pferd.

 

 

Sie hielten sich heute nicht so lange wie gewöhnlich bei den Frauen auf, und als sie das Bettzeug hatten und sie befriedigt waren, fuhren sie zurück, um die Übergabe oder ihren Untergang vorzubereiten. Im Lager schnitten sie einen langen Stock von einen Haselkussstrauch ab und entfernten dessen Äste mit Hilfe ihres Taschenmessers. Karl legte den Stock in den Kübelwagen und versteckte das lagen unter dessen Sitz. Er deckte noch eine Plane

 

 

130.

Darüber und drehte seine Runde durch die Stellungen. Er hatte trotz alledem noch ein Ass im Ärmel, die Alliierten wussten nichts von seiner Anwesenheit und das sie die Uferstraße auf Ca. zweitausend Meter Länge mit Scharfschützen gespickt hatten. Die außerdem noch ausreichend mit Panzerfäusten bewaffnet waren. Sie rechneten nur noch mit ein paar lächerlichen Pak Geschützen. Al s er seine Runde beendet hatte fuhr er wieder mit Hans in die Gastwirtschaft, denn die Dorfbevölkerung war im Moment die sicherste Nachrichtenquelle die sie hatten. Im Gasthaus war heute ein Schlachtfest und es gab frisches Wellfleisch mit Sauerkraut und Kartoffeln, oder Schlachtplatte mit den Spezialitäten der Region darauf. Die zwei Kameraden bestellten sich jeder eine Mahlzeit, die sie mit einem guten Deutschen Bier herunter spülten. Im Gasthaus machten die verschiedensten Gerüchte die Runde, da gab Karl aber nichts darauf, denn es waren in seien Augen alles nur Latrinenparolen. Sie tranken mit den Einheimischen und sie sprachen mit den alten Kämpfern wieder über die Front. Sie erzählten vom ersten Weltkrieg, von der Westfront, und Karl vom zweiten von der Ostfront. So konnten die alten stundenlang debattieren ohne müde zu werden. Gegen acht, fuhren sie wie gewohnt auf dem Bauernhof, und standen ihrem Mann, so lange er stand. Es war eine wunderbare Zeit die sie hier verlebt hatten. Hans nannte es sein Paradies, denn er war stark und die Damen willig, und was wollte er noch mehr. Gegen Mitternacht, fuhren sie wie gewohnt in ihr Lager zurück. Sie setzten sich wieder mit einer Flasche Wein auf die Felsenspitze und sahen in die Nacht hinaus. Sie tranken und redeten miteinander über alles Mögliche. Zur fortgeschrittener

 

 

131.

Stund, gingen auch sie wieder schlafen. Am kommenden Morgen wurden sie pünktlich mit dem einsetzen der Morgendämmerung von Geschützlärm geweckt. Die Alliierten schossen eine Salve nach der anderen ab. Das ist schwere Artillerie, sagte Karl und sprang hoch von seinem Nachtlager. Hans stand auch sofort auf und sie gingen zur Felsenspitze um besser hören zu können.

 

 

Sie konnten die Geschütze am Klang und am Einschlag der Granaten erkennen. Die Alliierten feuerten was die Rohre hergaben. Es war bereits gegen neun, und sie feuerten immer noch ohne Pause. Karl ging mit seinen Kameraden zum Frühstück an die Feldküche, denn er wusste, so lange sie das Feuern noch hören konnten, war der Feind noch gebunden. Gegen zehn setzte eine Feuerpause für zehn Minuten ein, und dann krachte es

 

 

132.

wieder Ordentlich. Nur diesmal war es wieder Deutsche 8,8 Cm Pak die da die Amerikaner und die Tommys bepflasterte. Nach einer halben Stunde war wieder Ruhe, bis die Alliierten wieder das Feuer mit ihrer schweren Artillerie eröffneten und bis zur Mittagszeit aufrechterhielten. Dann war wieder die 8,8 an der reihe. So ging es den gesamten Tag, bis zum Anbruch der Dunkelheit. Als die nächtliche Feuerpause wieder begonnen hatte, kam ein LKW von vorn um Munitionsnachschub zu erbitten. Nach dessen Angaben hatten sie nur leichte Verluste und kaum Verwundete. Doch der Geschützdonner der Amys zerrte schon an den Nerven, und machte die Kameraden mürbe. Karl gab ihnen was sie verlangten, sie holten sogar noch Munition von den Geschützen weg, damit die Jungs den Hals voll genug bekamen. Gegen Morgen, kamen wieder die Bomber, und brachen die Stellungen endgültig auf. Den Rest übernahm die Artillerie. Als sie mit Räumpanzern vor drangen um die Straße vom Schrott zu befreien, lebte bereits keiner mehr. Sie hatten ihr Leben in einen heroischen und sinnlosen Kampf für den Führer Volk und das Vaterland geopfert. Sie waren in einen wahrhaft heldenhaften aber sinnlosen Kampf noch fünf vor zwölf gefallen. Nun war die Uferstraße frei bis St. Goarshausen, wo neben der Hafenmole die Pak sie erwarten würde. Karl horte schon seit langen keinen Schuss mehr, und das konnte nur bedeuten, dass sie durchgebrochen waren. Er gab Gefechtsalarm und ließ die Kampfbereitschaft für alle Fälle herstellen. Nun verabschiedete er sich von seinen Freund und Kameraden Hans und fuhr mit seinen Kübelwagen über St. Goarshausen zu den Pak Stellungen

 

 

133.

Um die Amerikaner dort mit eine Weißen Fahne zu erwarten. Sie ließen nicht also lange auf sich warten. An der Spitze fuhr ein Jeep der Tommys und nach ihn eine Panzerkolonne. Karl ging ihnen mit seiner weißen Fahne entgegen um sich zu ergeben.

 

 

Vom Jeep aus schoss ein Tommy mit seiner Mpi auf Karl und zerfetzte ihnen die Brust, leblos und blutüberströmt brach er zusammen. Has sah dies mit entsetzen und gab ohne zu zögern den Feuerbefehl. Da sie gut verteilt waren kamen auf jeden Panzer zwei Panzerfäuste, die sie mit höchster Genauigkeit in die Flanken bekamen. In ein paar Sekunden war die Uferstraße zu einem Hexenkessel geworden. Nun versuchten immer wieder welche aus den brennenden Panzern herauszukommen. Doch sie wurden von den Scharfschützen daran gehindert. Hans hatte die vier in den Jeep mit Kopfschüssen regelrecht hingerichtet,

 

 

134.

Denn sie hatten ihn seinen besten Freund und Kameraden genommen. Voll Deckung rief eine Stimme, und im selben Augenblick stürzten sich Tiefflieger vom Himmel wie Aasgeier auf sie mit hämmernden Bordkanonen herunter.

 

Sie klingten ihre Eier über den Pak Stellungen aus und verschwanden wieder. Jetzt konnte man die brennenden Panzer sehen wie sie stück für Stück ausbrannten oder in die Luft flogen wenn ihre Granaten im Panzerturm explodierten. Der Rauch versperrte den Jägern die sicht, und sie mussten den Angriff abbrechen. Nun brachten sie auf der anderen Rheinseite ihre Artillerie in Stellung und fügten ihnen in kürzester Zeit die höchsten Verluste zu. Nun stürmten sie mit Infanterie, es dauerte den gesamten Tag, bevor sich Hans mit den letzten Rekruten aus Munitionsmangel gefangen nehmen ließ. Später wurde der

 

 

135.

Fall mit dem Parlamentär von den Amerikaner untersucht und zu den Akten abgelegt. Hans kam 1947 aus der Kriegsgefangenschaft zurück, und kehrte nie wieder an diesen Ort zurück, den er einmal das Paradies genannt hatte.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Kostenlose Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!