Loreley

 

Als die Welt noch von Zauberern regiert wurde, und Hexen ihr Unwesen trieben, hauste im Rheintal der Schwarze Graf auf seiner Felsenburg. Von hier konnte er das gesamte Rheintal unterjochen und den Fluss kontrollieren. Ein jedes Handelsschiff,

Musste ihnen Tribut zollen. Oder ihre Schiffe wurden von ihm zerstört und die Handelswahre verkauft. Die Kaufleute aber sperrte er in seinem

Berg ein, und ließ sie dort bis an ihr Lebensende, nach den Schätzen der Berge suchen. Die Gier nach Macht und Gold,

War bei ihnen unersättlich. So kam es, das er ständig die Zölle anhob und sich der Handel für die Kaufleute bald nicht mehr lohnte. Um unbesiegbar zu sein,

Hatte er sich den in der Nähe hausenden Drachen Ork zum Verbündeten auserkoren. An Bosheit und Niedertracht

 

 

 

1.

Schlugen sie alles was die Welt bis dahin gesehen hatte. Sie quälten die

Menschen und vernichteten die Ernten,

Wenn die Bauern ihre Steuern nicht zahlen konnten. Heimlich veränderten sie die Flussfahrtszeichen,

Die sich die Flößer und Händler angelegt hatten, um mit ihren schweren Schiffen nicht auf den Grund zu laufen.

Morgens legten sie sich auf die Lauer, um das Strandgut der zerschellten Schiffe zu bergen, und es gegen ein angemessenes Lösegeld wieder frei zu geben.

Die Schiffer kannten ihren Fluss sehr gut, und es ging nur selten einer in die Falle.

Das erboste den Grafen, und sie erkoren eine neue List. Der Drache musste mit seinen heißen Atem, falsches Gold auf die Felswände aufschmelzen, um mit diesem Blendwerk die braven Schiffer vom wahren Weg abzulenken.

In den Morgenstunden, vom Glanz des Goldes geblendet, sahen sie nur in die Höhe und achteten nicht mehr auf die unheilbringenden Klippen der Rheinbiegung.

Massenhaft zerschellten die Schiffe und spülten den schwarzen Grafen das Geld nur so in die Kasse.

Die Kaufleute hingegen wurden so arm, das sie an anderen Burgen des Rheins ihre fälligen Zölle nicht mehr entrichten konnten. Das

 

 

2.

Erzürnte die Burgherren, und sie beschlossen mit ihren Rittern den schwarzen Grafen ein für alle Mal vom Rhein zu verjagen.

Sie zogen gegen ihn zu Felde,

Doch er saß auf seiner Felsenburg wie in einen Adlerhorst, und ließ sich von seinen Kumpanen den Drachen Ork gut bewachen. Der Drache war so mächtig stark und konnte mit seinen heißen Atem, das Feuer mehrere hundert Meter weit schleudern.

So viel Mühe sich die Ritter auch gaben,

Verglühten sie alle samt, in ihren Rüstungen.

Schon nach geraumer Zeit,

Gab es keinen Ritter mehr im Rheintal,

Der es sich wagte, gegen die zwei zu Felde zu ziehen. Die Burgherren des Rheintales,

Setzten eine hohe Belohnung aus,

Um den furchtbaren Drachen zur Strecke zu bringen, damit sie den Grafen besiegen konnten.

Das sprach sich im Lande herum, und es kamen die fahrenden Ritter aus allen Richtungen des Landes, um sich gegen den Drachen zu beweisen.

Doch so sehr sie sich auch anstrengten,

Blieben sie erfolglos und wurden reihenweise von dem bösartigen Drachen gefressen.

Auf dem großen Felsen der anderen Rheinseite, lebte ein Köhler mit seiner Frau

 

 

 

3.

und dessen liebreizende Tochter Loreley.

Es waren brave Leute die streng nach alter Sitte ihren Handwerk frönten.

Sie wurden nicht reich, aber zum überleben, reichte es. Loreley, die einst den Schwarzwaldflößer Harald kennen lernte,

Verliebte sich in ihnen. Harald, ein Junge aus einer alten Flößerfamilie, kam des Öfteren mit seinen Holzstämmen dem Vater Rhein herunter, und brachte das Holz nach Colonia,

Wo es von den Händlern meistbietend verkauft wurde. Harald war ein starker junger Hüne,

Der mit seinen Freund, den Waffenschmied Gunder, jede freie Minute das Kämpfen mit dem Schwert oder der Lanze übte.

Gunder schmiedete die Waffen nicht nur,

Sondern er beherrschte sie auch perfekt,

Was sein Beruf mit sich brachte.

Eine jede Waffe, musste auf ihre Schwachstellen geprüft werden,

Um sie optimal zu gestalten und sie gut ihren Besitzern in der Hand lagen.

Gerade hatten sie eine Ladung Stämme nach Colonia geflößt, und waren jetzt auf dem Heimweg, wo sie an den Ausläufern des Hundsrückes von Räubern überfallen wurden, die ihren Verdienst rauben wollten. Geld oder Leben, sagte der Anführer der Wegelagerer. Harald riss mit einen Ruck, einen Ast von

 

 

4.

Einer Eiche, und gerbte sie samt ihren Anführer so nach Herzenslust durch, bis sie jammernd die Flucht ergriffen.

Harald aber beschloss das nächste mahl lieber wieder auf der anderen Rheinseite den langen Heimweg anzutreten. Sie setzten vor dem Rheinfels über den Fluss. Hier traf Harald seinen alten guten Freund,

den Fährmann Olaf wieder. Da es schon spät am Abend war, wurde der Fährbetrieb eingestellt, und sie feierten ihr Wiedersehen. Ein jeder erzählte wie es ihnen in den letzten Monaten ergangen war, und sie feierten bis in die späte Nacht hinein. Doch in seiner Heimat, wurde in derselben Zeit von Bergleuten ein seltenes Eisenerz gefunden, wie es noch keiner gesehen hatte.

Gunter der Schmied, schmolz es auf und machte sich sofort daran Waffen und eine Rüstung aus dem seltenen Metall zu schmieden. Ohne maßzunehmen, schmiedete er einfach darauf los, und war Tag und Nacht damit beschäftigt die Rüstung vollkommen zu gestalten.

Als er damit fertig war, und sie poliert und glänzend vor ihn Stande, bemerkte er, das es keinen in seiner Umgebung gab, der so groß und Hünenhaft war, außer Harald, das ihnen die Rüstung hätte passen können.

Wie kam das? Hatten die Götter seine

 

 

5.

Hammerschläge gelenkt, oder lag es einfach nur daran, das er seinen Freund Harald vermisste und ständig an ihn dachte?

Oder war es einfach nur Vorbestimmung.

Doch am anderen Tag, verabschiedete sich Harald mit seinen Leuten,

Von seinen Freund Olaf, der auch bald danach seine Fähre wieder in den Strom stellte um Händler von der anderen Rheinseite über den Fluss zu holen.

Harald aber musste mit seinem Mannen durch ein Felsental, was sie direkt bis zum großen Felsen brachte, wo er seine angebetete Loreley wieder sehen würde.

Ihre Eltern waren alte Freunde, und die Kinder wurden schon seit frühester Kindheit einander versprochen, und noch im diesen Jahr, sollten sie ein paar werden.

Harald liebte seine Loreley abgöttisch, und war bereit zu jeder Zeit sein Leben für sie zu geben. Das Köhlermädchen Loreley war eine blonde Schönheit mit seidenen langen Haaren, was sie zu jeder erdenklichen Gelegenheit mit einen goldenen Kamme durchfuhr um es zu kämmen.

Sie saß mit Vorliebe vor der Hütte der Eltern auf einer kleinen Bank.

Denn von hieraus konnte sie einen Teil des Weges übersehen, und sah schon die Leute

 

 

6.

vom weiten. Die Glasmacher oder Schmiede, kamen oft um ihre Kohlen bei ihr zu kaufen. So mancher Junge Mann, versuchte ihr den Kopf zu verdrehen, doch sie hatte nur Augen für Harald, den mann auch den Wikinger

Nannte.

Harald kam, dem Weg endlang und Loreley lief ihm entgegen, als sie ihn erblickte.

Sie umarmten sich fest und waren glücklich darüber wieder vereint zu sein.

Haralds Männer aber schlugen ihr Nachtlager neben den Kohlenmeilern auf,

Und nutzten die Abwärme für die kühle Nacht, die sich jetzt hoch über dem Rheintal nieder ließ. Sie lagen eng zusammen und hatten ein Feuer brennen,

Was die Wölfe abhalten sollte. Doch mit dem ersten Hahnenschrei, erwachte das Leben auf dem Köhlerhof vom neuen, und die Leute nahmen ihr Tagewerk in Angriff.

Harald aber, verabschiedete sich von seiner Braut, die er erst im Herbst wieder sehen würde.

Denn da sollte die Hochzeit gefeiert werden. Sie zogen an den Rheinufern entlang, und hörten von so manchen Kaufmann die Geschichten über den schwarzen Grafen und seinen Verbündeten den Drachen, die immer boshafter und gemeiner wurden.

Sie dachten sich ständig neue Steuern aus und

 

 

7.

Hoben die Zölle weiter an, bis der Schifffahrtsverkehr auf dem Rhein fast zum erliegen kam.

Die Kaufleute tranportierten ihre Waren lieber auf dem beschwerlichen Landweg, als alles den Grafen oder seinen Drachen in den Rachen zu werfen.

So kam es, dass der Graf allen Händlern die Durchreise durch seine Wälder bei Todesstrafe untersagte.

Schlimm war die Zeit, und so wurde der Ruf nach einem Helden im Rheintal immer lauter,

Und hallte über viele Landesgrenzen hinweg.

Doch niemand erhörte ihn.

Beschwerlich kam Harald mit seinen Leuten voran, denn sie gingen die meiste Zeit zu fuß,

Wenn sie nicht gerade gegen Endgeld von irgendwelchen Fuhrwerken mitgenommen wurden.

Als sie die Nibelungengemeinde erreichten, hatten sie es bald geschafft. Nur noch eine Woche, und sie waren alle wieder zuhause bei ihren lieben.

Die Nibelungen, feierten ein großes Fest,

Wozu sie herzlich eingeladen wurden.

Und auch gern daran teilnahmen.

Die wilden Krieger der Nibelungen veranstalteten Schwertkämpfe und sonstige Reiterspiele, wozu sie Harald den Wikinger

 

 

 

8.

Einluden um ihre Kräfte mit ihnen zu messen.

Harald der mit den Waffen geschickt war wie kein zweiter, ließ sich besiegen.

Denn er wollte die Nibelungen nicht verärgern, wenn er jeden besiegen würde.

Und so tranken sie zusammen, ein berauchendes Getränk mit den süßen Namen Met. Am Feuer drehten sich Stieße mit ganzen Ochsen oder Hirschen.

Die Frauen reichten Früchte und süßes Backwerk dazu. Sie feierten ausgelassen und manche betranken sich bis zum umfallen.

Sie blieben an Ort und Stelle liegen, bis ihr Rausch vergangen war, und sie von vorn begannen.

Noch nie hatte Harald so einer großen Festlichkeit beigewohnt, und er musste sich stark zurück halten, dass er nicht wie so manch anderer, betrunken zu Boden sank.

Nach alter Sitte, sahen die Frauen nur zu und waren ihnen bei allen zu diensten.

Sie schenkten den Met nach oder brachten das Essen. Um die anfallenden Knochen, kümmerten sich die Hunde, die es hier scharenweise zu geben schien.

Nun feierten sie bereits den dritten Tag,

Harald konnte seine Heimreise nicht fortsetzen.Denn es wäre unhöflich, und hätte die Nibelungen beleidigen können.

Sie feierten mit ihnen weiter, bis Schluss.

 

 

9.

Man verabschiedete sich und war dankbar für die gute Bewirtung während der Festtage.

Beschwerlich zogen sie von Tannen.

Ihre Köpfe waren noch schwer vom Met und drohten zu zerplatzen. Harald ging vorn an der Spitze, aber seine Beine wollten ihn nicht richtig gehorchen, so dass er sich auf einen Stock stützen musste.

Der Weg führte sie gegen Mittag an eine Bergmann Siedlung, hier machten die Kaufleute Rast und trieben Handel mit einander. Harald der hier immer das benötigte Salz für sein Dorf einkaufte, machte sich sofort daran. Und es gelang ihm die benötigte Menge zu einem guten Preis zu erstehen.

Sie machten Rast und schlugen ihr Nachtlager im Schutz der Siedlung auf.

Denn da wo gehandelt wurde, waren auch die Räuber und Wegelagerer nicht weit,

Und es war ratsam sich nur in größeren Gruppen zu bewegen. Aus diesem Grund schlossen sie sich einen bewachten Händler Tross an, der am nächsten Morgen sich Rheinaufwärts bewegen würde.

Hier waren sie sicher, denn sie waren nur mit ihren Flößerhaken bewaffnet, und konnten mit ihnen nicht all so viel ausrichten.

Sie durchstreiften die Siedlung und schauten sich die Ware der Händler an und kauften

 

 

10.

Stoffe, und was sie sonst noch so alles benötigen würden. Der Tag verging und die Nacht brach herein.

Im Reintal dagegen, flossen die Tränen. Der schwarze Graf lies sieben Jungfrauen entführen um des Drachen Gier nach Menschenfleisch zu stillen. Groß war die Not im Rheintal, größer als je zuvor.

Der Graf wurde immer dreister, denn er wusste. So lange er den Drachen auf seiner Seite hatte, gehörte ihn auch die uneingeschränkte Macht im Rheintal.

Die Bauern und Handwerker bettelten und flehten ihn an, aber das nutze ihnen alles nichts, denn sie blieben hart wie Stein.

Im Dorf aber herrschte große Trauer, Haralds Mutter war von ihnen gegangen, um in der Walhalla Einzug zu halten, wo sie mit ihren Ahnen wieder vereint ist. Gunter der Schmied, hatte sich um die Abschieds Feier und um das letzte Geleid gekümmert.

Das gesamte Dorf trauerte, denn sie war eine weiße Frau, die ein jeder vermissen würde.

Nun war Harald mit seiner Schwester Rheinhild allein, denn Sein Vater war vor Jahren schon beim Kampf mit einem Bären um das Leben gekommen.

Rheinhild führte nun das Haus und kümmerte sich um ihren geliebten Bruder, der ein paar Jahre Jünger war als sie.

 

 

11.

Sie besaßen ein stattliches Anwesen, wie es noch nie ein einfacher Holzflößer besessen hatte. Das kam, weil Haralds Vater schon vor Jahren nicht nur das Flößen, sondern auch den Handel mit dem Holz übernommen hatte.

So gelangten sie zu Ruhm und Ehren, und auch der Familienkasse war es zuträglich.

Harald war ein starker junger Mann, mit dem Geschick eines Kriegers. Man sagt, das, das kämpfen den Nordmännern im Blut liegt, und sie mit dem Schwert in der Hand geboren werden, und mit dem Schwert in der Hand auch die Erde wieder verlassen würden.

Haralds Großelter, kam einst mit ihren Stamm aus dem hohen Norden und gründeten die Siedlung, die jetzt zu einen stattlichen Dorf angewachsen war.

Im Rheintal trauerten die Menschen, denn sie sahen keine Möglichkeiten ihre Töchter zu retten. Ein angemessenes Lösegeld, konnten sie nicht zahlen. Leibeigen waren sie auch, und konnten ihre Schuld nicht abarbeiten.

Denn alles was sie taten, gehörte den Grafen.

Sie beschossen das Rheintal zu verlassen, doch der Graf ließ sie von seinen Drachen gut bewachen und wie eine Schafherde zusammen halten. So war es bis zum heutigen Tage noch keinen gelungen das Rheintal zu verlassen.

Die ehrlichen Kaufleute, verkamen immer mehr zu Schmugglern, damit sie wenigstens

 

 

12.

Das nötigste herüber retten konnten. Sie begannen damit, ihre Goldmünzen mit Pech an den Boden ihres Schiffes zu kleben, und überstrichen alles mit Pech, damit man es nicht sehen konnte.

Das Salz, was ebenfalls mit Gold aufgewogen wurde, lösten sie im Wasser auf. Damit sie es bei den Wachen des Grafen als Ballastwasser

 

 

Ausgeben konnte.

Als sie später an ihren Bestimmungsort waren, wurde das kostbare Salz steuerfrei wieder aus dem Wasser herausgesiedet.

So wurden die Kaufleute immer trickreicher um die Früchte ihrer Arbeit nach hause zu bringen. So setzten sie für den Schmuggel von

 

13.

Edelsteinen oder Perlen ihre tauben ein, oder schluckten sie herunter, um sie später wieder auszuscheiden.

Der Graf merkte das seine Einnahmen ständig weiter zurück gingen, begründete es aber mit der Armut der Kaufleute, denn er hatte ja so manchen die Lebensgrundlage genommen und sie zum betteln verurteilt.

Die Kaufleute fuhren nur noch bei Tag den Rhein endlang, sie legten sich Karten an, wo jede gefährliche Stelle eingezeichnet war. Wie die Stromschnellen zwischen den großen Felsen, wo der Rhein die Biegung macht. Hier ragten die Klippen und Felsenriffe besonders eng und spitz aus dem Wasser.

Das war mit Abstand die gefährlichste Strecke die der Rhein aufzuweisen hatte.

So das die Schiffer und Kaufleute beteten wenn der Schiffsführer die Stelle mit drei Glockenschlägen ankündigte.

Das war die Stelle, wo der schwarze Graf sein Unwesen trieb und das Unglück der Kaufleute ausnutzte. Bis jetzt, hatte er nur die Flößer verschont. Denn sie führten kein Gold mit sich, und wenn das Holz in klingende Münze verwandelt war, mieten sie den Fluss und gingen lieber zu Fuß auf dem Landweg.

Das passte den Grafen nicht, aber er konnte auch nichts dagegen tun, den die schlauen

 

 

14.

Flößer, nahmen ein jedes mahl einen anderen Rückweg. So das sich der Graf immer vergebens auf die Lauer gelegt hatte, und sie nicht ausrauben konnte. Auf dem Felsen kohlten die Meiler, und das Geschäft ging gut.

Es war den Köhler gelungen für seine Tochter eine stattliche Aussteuer zusammen zu tragen.

Sie vergruben alles tief in der Erde, unter einen großen Kohlenmeiler, um es vor den gierigen Blicken des Grafen zu verbergen.

Denn es machte das Gerücht die Runde, das der Graf, das Gold sogar riechen könne.

 

 

So einige Handwerker und Bauern, hatten ihr Gold im Rheintal vergraben. Da des Grafen

 

 

15.

Ritter schon viele Bauern erschlagen hatten, weil sie nichts bei ihnen fanden, bleiben deren Schätze für immer im Rheintal verborgen, denn kein anderer als die Besitzer kennen seine Lage.

Harald kam mit seinen Gefährten gut voran, und sie erreichten die Fischersiedlung ehr als geplant. Hier wollten sie sich mit Kaufleuten aus ihrem Dorf treffen, um ihnen Geleid auf dem Nachhauseweg zu geben.

Sie reisten immer in größeren Gruppen, um Hab und Gut besser schützen zu können.

Hier am Rein gründete sich zu dieser Zeit, der Schmelztiegel der Welt. Völker aus allen Ländern siedelten hier und verschmolzen mit einander.

So konnte sich hier eine Kultur entwickeln, wie die Welt sie noch nicht gesehen hatte.

Römer heiraten Goten, oder Franken Kälten.

So wollte auch Harald der Wikinger eine Germanin zur Frau nehmen.

Die Entwicklung schritt schnell voran, denn die Völker vereinten auch ihr Wissen unter einander.

Sie durchstreiften die Siedlung und sprachen mit dem Rheinfischern und deren Familien.

Harald ließ ihr Nachtlager aufschlagen, und er kaufte frischen Fisch für alle, den sie als Nachtmahl zu sich nehmen wollten.

 

 

 

16.

Sie durchstreiften die nahe gelegenen Wälder um das benötigte Feuerholz für die kommende Nacht zu besorgen.

Mit dem Einbruch der Dunkelheit, kamen die Händler. Sie hatten Wahren aus der Region eingekauft. Nun brauchten sie nur noch auf

 

 

Dem Nachhauseweg, in der nächsten Töpfersiedlung, das Tonzeug für das Dorf ein zu handeln.

Sie saßen vereint am Lagerfeuer und erzählten ihre Geschichten, und berichteten davon, wie es ihnen in der letzten Zeit ergangen war.

Sie sprachen über den schwarzen Grafen, der verbreiten ließ, dass die Flößer jetzt auch den fünfzigsten Teil als Zoll entrichten sollten, wenn sie ihr Leben nicht verlieren wollten.

Harald war erzürnt und trank aus lauter Wut

 

 

 

17.

Sein Horn mit einen Zug aus, bevor er sagte,

Ehr trage ich die Stämme auf der Schulter, als ich den Zoll bezahle.

Alle lachten darüber, denn ihnen war der Ernst der Lage noch nicht bewusst und sie konnten die Lage zu diesen Zeitpunkt auch noch nicht Übersehen.

Sie feierten ausgelassen mit den Fischern bis in die frühen Morgenstunden.

Sie machten ihre Boote klar um nach den Netzen zu sehen, als Harald das Nachtlager abbrechen ließ. Denn sie wollten noch heute die Töpfersiedlung erreichen.

Der Weg war nun nicht mehr so beschwerlich wie am Anfang, denn die Händler hatten ihre Pferde mitgebracht, und sie konnten jetzt die letzten Tage reiten.

Die Wege waren schmal und von den schweren Fuhrwerken stark ausgefahren, so das sich nach jedem Regenguss dass Wasser in den verdichteten Lehmboden sammelte, und den Weg zu einem schlammigen Fluss werden ließ. Langsam kamen die schweren Wagen mit den Ochsengespannen voran, und Harald ritt immer ein Stück voraus, und wartete dann bis ihn der schwere Tross wieder einholte.

Er nutzte die Zeit und ging im Rhein Baden

Oder jagte an dessen Ufern, wo das Wild

 

 

 

 

18.

Zahlreich zum saufen erschien.

Harald war ein sehr guter Jäger, und mit seinen Knochenbogen, war er unschlagbar.

Die Pfeile die er abschoss, konnten die stärkste Rüstung durchschlagen, und waren von seinen Feinden deshalb sehr gefürchtet.

Am späten Nachmittag, erreichten sie die Siedlung. Harald ließ wieder die Lager für die kommende Nacht bereiten, und übergab das

 

 

Erlegte Wildbrett seinen Leuten.

Die Töpfer bereitetn nach alter Sitte das Wild in der Heißen Kammer des Brennofens, wo es mit erlesenen Kräutern und Gewürzen im Rotweinschwaden gebacken wurde.

Müde von der langen Reise, legten sie sich auf

 

 

19.

ihr Lager, um für ein paar Stunden die müden Glieder zu strecken. Die Jungen und Mädchen der Töpfersiedlung, versorgten gegen ein geringes Endgeld die Pferde und Ochsen mit Futter.

Im Dorf, stand der Schied Gunter vor seinen Feuer und schmiedete ein rotglühende stück Eisen zu einer Axt um.

Als er das große Horn hörte, was die Ankunft eines Fremden vermeldete.

Sie rannten alle in die Dorfmitte, um den Fremdling willkommen zu heißen.

Odin zum Gruße, sagte er. Ich bin Swen vom Fjord, und komme mit meinem Mannen aus dem hohen Norden, um mit meinen Leuten hier zu siedeln.

Seit uns willkommen Swen vom Fjord, ich spreche stellvertretend für Harald, der unser neuer Anführer ist. Es ist in Haralds Sinne, wenn wir euch hier willkommen heißen und euch Siedeln lasse.

Gunter hielt alle, seines Stammes an, ihnen beim Bau ihrer Hütten und Häuser zu helfen.

Damit sie fertig werden würden, bevor der lange Winter im Rheintal seinen Einzug halten würde.

Harald lag auf seinem Lager, das aus Gras und Bärenfellen bestand. Die schöne Töpferstochter Hella schlich die gesamte Zeit um sie und beobachtete ihn im Schlaf.

 

 

20.

Hella war ein schönes reifes Mädchen mit blonden wallenden Haaren, und noch Jungfrau. Sie hatte sich schon vor langer Zeit in Harald verliebt, und ließ nichts unversucht, dass er ihre Liebe erwidern sollte.

Harald der nicht im Traum daran dachte, ihr nur eines Blickes zu würdigen, war viel zu sehr in die Köhlertochter Loreley verliebt ,

Und sie hatten sich ewige Treue versprochen.

 

 

Hella kümmerte das wenig, sie schreckte sogar vor Verleumdungen nicht zurück, um ihr Ziel zu erreichen. So setzte sie manches Gerücht in die Welt, was die zwei entzweien sollte. Doch

 

 

21.

Harald blieb wie immer standhaft, und schenkte seiner angebeteten uneingeschränktes Vertrauen.

Der schwarze Graf hingegen, ritt wie immer um die Zeit durch die Lande, um die Ernte der Bauern zu kontrollieren.

Schnell versteckten sie ihre Jungfrauen, damit sie der Graf nicht vor sein Gesicht bekommen würde. All die Handwerker wurden gewarnt, damit sie Hab und Gut rechtzeitig in Sicherheit bringen konnten.

Sie riefen heimlich den Widerstand auf, und sahen sich nach einen geeigneten Hünen um, der sie führen konnte, doch sie suchten vergeblich. Und so mussten sie sich weiter unter der Knute des erbarmungslosen Grafen beugen.

Früh am nächsten Morgen, ließ Harald das Lager abbrechen und zog mit den Kaufleuten seines Dorfes weiter in Richtung Heimat.

Er wusste, dass er nur noch einmal lagern musste, bevor sie das Dorf erreichen würden.

Auf halber Strecke kreuzte der Handelsweg die Salzroute, dort gab es einen Handelsplatz, wo sie die letzte Nacht der reise verbringen würden. Sie würden gegen Abend diesen Platz erreichen, und Harald ritt mit zwei seiner Mannen wieder voraus, um das nötige Wild zu

 

 

22.

Erlegen. Langsam schlängelte sich der schwere Tross durch Wälder und Täler, so wie durch Schluchten und über Berge.

Sie durchquerten die Zuläufe des Rheins und umfuhren seine geheimnisvollen und Sagenumwobenen Auen.

 

 

Sie überquerten die Weinberge, und passierten die Gebirgspässe des Rheintals.

Bis sie erschöpft am Handelsplatz angelangten. Mann sah den Männern die lange und beschwerliche Reise gut an, und konnte mit ihnen fühlen, wenn sie sagten. Ich möchte nur noch schlafen, und auf ihren Nachtlager zusammen sanken, und sich erst beim ersten Hahnenschrei wieder erhoben.

Sie handelten wie immer die noch benötigten Wahren, für das gesamte Dorf ein.

 

 

23.

Harald kannte die Händler sehr gut, denn sie machten schon seit Jahren ihre Geschäfte mit ihnen.

Zum Abschluss eines erfolgreichen Handelstages, setzten sie sich zusammen, und tauschten die neuesten Nachrichten unter sich aus.

Sie ersonnen immer wieder neue Möglichkeiten, den Zoll beim Grafen zu Umgehen. So kam es das manche Händler, Umwege von vielen Tagesreißen auf sich nahmen, oder das gesamte Rheintal mieden.

Das warf den Handel in der Gegend weit zurück. Harald, der den Rhein auf biegen und brechen benutzen musste, hatte auch schon darüber nachgedacht, das benötigte Holz wo anders fällen zu lassen, und es der Mosel herunter zu flößen. Doch das würde auch wieder nur Krieg mit einen der Nachbarreiche bedeuten, denn der benötigte Wald gehörte ihm nicht.

So hörte er nur das Wehklagen der Händler, und kam zu dem Entschluss, den Grafen die Stirn zu bieten. Er wusste zwar noch nicht wie, aber er dachte ins geheime schon darüber nach. Wenn er doch bloß den Drachen nicht hätte. Der verfluchte Drache! Wenn mann ihn besiegen könne, dann würde auch der Graf fallen.

Viele kühne Ritter und Recken hatten es schon

 

 

24.

Versucht, und ihr Leben dabei gelassen.

Harald hörte angespant zu, wenn die Kaufleute über den Drachen sprachen.

Er wollte alles über ihn wissen, was die Kaufleute und Schiffer wussten. So versuchte er sich ein richtiges Bild von ihm zu machen. Denn ein Krieger muss wissen wie es mit seinen Feind bestellt ist.

 

 

Des Grafen Burg, drohnde, hoch über dem Rhein, wo die Aussicht auf dem Fluss am größten war, so sah er schon vom Weiten, ob sich ein Schiff oder Floß näherte.

Bei Nacht oder Nebel, war die Sicht des Grafen stark eingeschränkt. Doch für die

 

 

25.

Schiffer waren die Felsenklippen und Riffe zu gefährlich. Das galt aber nicht für Harald, der ja nur Holzstämme flößte.

Sicher würden da auch welche zwischen den Riffen hängen bleiben, aber den Verlust konnte er mit einkalkulieren und aus diesen Grunde ein paar Stämme mehr auf den Weg schicken. Aber wie würden sie ihr eigenes Floß unbeschadet durch die Dunkelheit geleiten?

Harald wusste es nicht und zermarterte sich den Kopf darüber.

Im Dorf gingen die Siedlungsarbeiten der Neuankömmlinge rasch voran. Die Männer und Frauen arbeiteten Tag und Nacht, denn es gab noch viel zu tun. Ein paar der Männer machten sich mit ihren Anführer, Swen vom Fjord auf dem Weg zum nächsten Handelsposten, um die benötigten Vorräte zu erhandeln. Als sie den Handelplatz betraten, sah Harald den hünenhaften Swen, der ein breites Wikingerschwert an seinen Gürtel führte. Dann richtete sich sein Blick auf, und er sah den Riesen großen blonden Mann in die Augen. Ein Landsmann, sagte Harald und bad ihn platz zu nehmen.

Ich bin Swen vom Fjord, stellte er sich vor, während er platz nahm. Er nahm sein Horn und ließ es mit Met füllen. Und ihr müsst

 

 

26.

Harald sein, den man überall nur den Wikinger nennt. Ich habe schon viel von euch gehört und trinke auf euch.

Die Männer kamen ins Gespräch und verstanden sich glänzend. Harald half ihnen dabei, dass sie bei dem Händlern einen guten Preis bezahlten. Denn die Händler versuchten immer wieder die Neuankömmlinge zu übervorteilen.

 

 

Nach dem erfolgreichen Handel, machten sie sich gemeinsam auf den Weg in ihr Dorf, wo sie schon sehnsüchtig erwartet wurden.

Rheinhild wartete schon mit einen saftigen Braten auf ihren Bruder Harald, denn sie wusste genau was er gerne essen tat.

 

 

27.

Sie umarmten sich, und Harald holte ein paar kostbare Tücher von einem Wagen des Trosses und gab sie ihr. Wie verzaubert stand sie da und hüllte sich in den Stoffen ein um zu sehen wie die Farbe zu ihren blonden langen Haaren passen würde.

Im Dorf gab es ein großes Fest, sie feierten das wiedersehen, und tranken auf das gute Geschäft, was Harald mit den Stämmen gemacht hatte. Er hatte wie immer das gesamte Dorf mit Vorräten für den gesamten Winter versorgt, und er selber hatte auch einen riesen Gewinn gemacht.

Da sich jetzt viele Flößer nicht mehr trauten den Rhein herunter zufahren, Kaufte Harald ihnen ihre Stämme unterwegs zu einen guten Preis ab und flößte sie weiter, um sie an ihren Bestimmungsort gewinnbringend zu verkaufen.

Er hatte das Handwerk des Flößers und das, des Holzhändlers von seinen Vater übernommen, der ihnen alles was er wusste beigebracht hatte.

Loreley saß wie meistens vor der Köhler Hütte, und passte auf die Meiler auf, während ihre Eltern im Wald die frischen Buchen schlugen, um daraus das Kohlholz zu gewinnen.

Sie kämmte dabei ihr Haar und summte eine

 

 

28.

wunderbare Melodie dazu, die jeden der sie hörte, nicht mehr aus dem Sinn ging. Es war wie ein Rausch, mann konnte an nichts anders mehr denken und summte die Melodie vor sich hin und wurde ganz fröhlich dabei.

 

 

So zogen Kohlenhänder immer mit gut gelaunter Miene von Tannen, bis sie der Graf oder einer seiner bedienstete erwischte und bis auf das Hemd auszog. So kamen immer weniger Händler zu ihnen und die fertig gebrannte Kohle, sammelte sich auf dem Hof.

Sie branden, jetzt schon nur noch die hälfte als vorher, und die Steuern wurden immer höher.

So hild die Not auch langsam auf dem hohen Felsen ihren Einzug.

 

 

29.

In Colonia dagegen stiegen die Preise ins unermessliche, da kaum noch Wahren den Rhein herunter kam. Es rechnete sich für die meisten Händler einfach nicht mehr, denn der Graf nahm ihn erbarmungslos alles, und wenn er etwas übersah, nahmen es die anderen Ritter Grafen oder Könige die entlang des Rheines ihre Burgen errichtet hatten.

So herrschte in Colonia der Hunger und die Armut, und wo die herrschten, war die Pest nicht weit.

So wurden die Stimmen auch hier laut, die nach einen Helden riefen, der sie von dem schwarzen Ungeheuer und den Drachen befreien würde. Aber auch hier verhallten die Schreie ungehört im Wind. Es gab keinen Racheengel mit einen brennenden Schwert in der Hand, der den Grafen vertreiben würde.

Und so ging ein Seufzer durch das Volk, und sie rückten noch näher zusammen und teilten sich die Not und das Elend.

Im Dorf probierte Harald die Rüstung, die Gunter für ihn angefertigt hatte.

Sie passte wie angegossen und das Schwert ließ sich führen wie eine Verlängerung seines eigenen Armes.

Die Rüstung war sehr leicht, und trotzdem vermag kein Pfeil sie zu durchdringen. Das Schwert schnitt Eisen und trotz alledem blieb

 

 

 

30.

seine Klinge magelos.

Nur die Götter selbst konnten solche Waffen schaffen. Harald sank auf die Knie und flehte, Odin zeige mir den Weg. Doch Odin blieb stumm, denn die Zeit war noch nicht reif.

Harald nahm sich Swen als Waffengefährten und scharrte alle Mannen um sich, um sie im

 

 

Kampf weiter auszubilden.

Sie ersonnen so manche Kriegslist, und probierten sie aus.

Die Männer schlugen das Holz, was sie zum

 

 

31.

Flößen benötigten. Harald wollte auserplanmäßig und unerwartet die Stämme dem Rhein herunter schicken.

Man brachte die Stämme in den Rheinauen in das seichte Wasser ein, und verzurrte sie mit Tauwerk zu einen schmalen aber sehr langen Floß, was sie Führerlos an den Stromschnellen der großen Felsen bei Nacht vorbei schwimmen lassen wollten. Harald Würde sich mit seinen Leuten hinter dem Rheinfelsen auf die Lauer legen und die Stämme in empfang nehmen.

Sie trafen die Vorbereitungen, und machten sich mit ihren kleinen unscheinbaren Flößen ohne Stämme auf die lange Reise.

Die anderen Männer folgten ihnen in gebührenden Abstand mit den Stämmen.

Der Graf saß auf seiner Burg, und feierte mit seinen Spießgesellen rauschende Feste, die von den Bauern der Umgebung, bezahlt werden mussten. Sie raubten und plünderten bei ihnen und nahmen alles was sie nur wollten, ohne das ihnen jemand Einhalt gebot.

Sie kamen mit Vorliebe, im Morgengrauen, als die Bauern noch schliefen, so konnten sie alle wehrlos in ihren Betten überraschen.

Doch um den Köhlerhof, machten sie einen Bogen.

Sie hatten schon mehr als einmal erfahren müssen, das es da außer schwarze und

 

 

32.

Schmutzige Holzkohle nichts zu holen gab, und von der Existenz des Mädchens Loreley,

Wussten sie noch nichts.

Gegen Nachmittag, setzte ein heftiger regen ein und lies die Ufer des Rheins leicht anschwellen, und die Leute des Grafen zogen sich zurück.

 

 

Denn niemand anderes als die gute Fee Morgana war es, die Haralds kleines Floß mit den Männern sicher durch die Felsenriffe geleitete. Harald bedankte sich mit einen Gebet, was er Morgana widmete.

Hinter dem Großen Felsen, da wo sich der Fluss wieder beruhigt hatte, legten sie an um zu warten. Won der Burg des Grafen, konnten sie hören, wie dort ausgelassen gefeiert wurde

 

 

33.

Und die Fackeln die gesamte Burganlage erleuchteten. Doch im Rheintal herrschte große Finsternis.

Mit dem Anbruch der Morgendämmerung, kam das große lange zu einen Floß zusammengezurrte Holz unbeschadet angeschwommen. Es war vollbracht, und sie hatten nicht einen einzigen Stamm davon verloren.

Man flößte es weiter bis zu seinen Bestimmungsort und erzielte wieder einen guten Preis.

Nun machte sich Harald mit seinem Mannen wieder auf den Beschwerlichen Rückweg, der Wochen dauern würde. Sie waren in Eile, denn sie mussten ja noch die Vorbereitungen für das große Herbstflößen treffen.

Beschwerlich wurde der Weg, denn die Sonne brannte erbarmungslos, und sie mussten noch einen weiten Weg zu Fuß gehen, bevor sie wieder bei den Händlern eine Mitfahrgelegenheit finden würden.

Als sie nach einer Woche strammen Fußmarsch, die Fähre ihres Freundes, Olaf erreicht hatten, hatten sie geschwollene Füße, und mussten eine längere Rast einlegen, bevor sie den beschwerlichen Weg über die Rheinfelsen fortsetzen konnten.

Sie ruhten sich aus und kühlten ihre müden

 

 

 

34.

Füße in den Fluten des Rheines.

Loreley, die nicht ahnen konnte, wie nah ihr geliebter war, saß wie immer bei den Kohlenmeilern und hielt die Wacht, damit auch nicht nur ein Meiler verbrenne.

 

Ihre Eltern und der Köhlergeselle, stapelten die Hölzer für einen neuen Meiler, den sie noch vor Sonnenuntergang anzünden mussten.

Im Dorf trafen die ersten Flößer, die das herrenlose Holz auf die reise geschickt hatten ein, und sie knieten nieder um zu Odin zu beten, das Haralds Vorhaben gelingen würde. Sie konnten ja nicht wissen, das Harald mit

 

 

35.

seinen Leuten schon seit langen unbeschadet auf dem Rückmarsch war. Rheinhild und die anderen Frauen standen täglich am Fluss und beteten zu Morgana, auf das sie ihre Männer beschütze.

Kaum waren Haralds Männer wieder Marchbereit, da machten sie sich auf den Weg. Sie durchquerten wieder die breite Felsenschlucht, die den Weg zum großen Felsen säumte. Als sie um die Biegung gingen, wurden sie schon vom weiten gesehen. Das Mädchen Loreley legte ihren goldenen Kamm bei Seite, und hörte auf zu singen.

Sie stand auf um besser sehen zu können, wer die Ankömmlinge waren.

Als sie ihren Liebsten erblickte, rannte sie flink wie ein Reh im entgegen und Harald nahm sie in seine starken Arme.

Es war eine gelungene Überraschung, womit keiner gerechnet hatte.

Harald sah den Einbruch des Geschäftes und beschloss zu helfen. Er kaufte die benötigte Kohle für seinen Freund Gunter.

Der Köhler besorgte von einem nahegelegenen Händler einiger Esel für den Transport, und die noch immer Fußkranken Männer.

Sie feierten ihr Wiedersehen und blieben eine Woche. Harald ging Arm in Arm umschlungen mit seiner Liebsten zur Felsenspitze, und sie

 

 

36.

Zeigte ihm den Platz, wo sie am liebsten saß und in den Sonnenuntergang sah, wobei sie ständig an ihn dachte.

Harald küsste sie und sie waren glücklich, wieder vereint zu sein.

 

 

Sie sahen eng umschlungen in den

 

 

37.

Sonnenuntergang, und das Mädchen sagte, hier mein liebster, werde ich immer auf dich warten. Sie saßen bis die Sonne fast versunken war, und nutzten dann den letzten Rest vom Tageslicht, um ihren Weg wieder zu finden. Sie eilten zur Köhlerhütte, bevor die Dunkelheit ihren Mantel über das Rheintal breiten würde.

Hier saß man am Feuer und redete leise über den Grafen, und das Unglück, was er über das Rheintal gebracht hatte.

Obwohl der Köhler gesehen hatte, wie der Graf mit seiner Streitmacht gegen Morgen den Rheinlauf hinauf gezogen ist, traute er sich nicht lauter zu reden, damit der Graf ihn nicht hören konnte, und ihn bestrafen würde.

Wie er es mit jeden tat, der sich auflehnte.

Die Burg war jetzt nur leicht bewacht, wie schon seit langen nicht mehr. Harald hätte sie am liebsten eingenommen, doch seine Männer standen nicht unter Waffen und reisten nur leichten Fußes.

Aber so eine Gelegenheit, hatte es noch nie gegeben, und ob sie wieder kommen würde. Wussten nur die Götter. Auch der widerliche Drache, war mit ihnen den Rhein hinauf gezogen.

Harald versorgte den Köhler mit genügend Gold, und nutze die Abwesenheit des Grafen, um in aller Ruhe die Kohlen auf dem Landweg

 

 

38.

Nach hause zu bringen.

Die Kunde verbreitete sich wie ein Lauffeuer, und alle Händler der Gegend liefen mit ihren Schiffen und Booten aus, in Richtung Colonia, um dort ihre Wahren umzuschlagen, bevor der Graf zurück sein würde.

 

 

Der Graf hatte die Nibelungen Siedlung erreicht, und machte sie den Erdboden gleich. Da die Nibelungen sich weigerten an ihn Steuern oder Zölle zu zahlen, strafte er sie jetzt.

Doch das war alles nur ein Vorwand, um den großen Schatz der Nibelungen zu rauben. Die Nibelungen, waren das älteste Volk im Rheintal und besaßen sagenhafte Schätze.

 

 

 

39.

Schon lange gierte der schwarze Graf nach den Schätzen, und nun ließ er sie mit sieben Ochsengespannen abtransportieren.

Der Drache, der wie immer nur untätig zusah und gelegentlich mit seinen Feuerschwall etwas in brand setzte, grinste heimlich in sich hinein. Und das konnte nichts Gutes bedeuten, denn mann konnte sehen, wie auch ihm jetzt die Gier aus den Augen schien.

Die Nibelungen aber, schlachteten sie einfach ab, um sie später nicht als Feind vor den Toren der Burg sehen zu müssen.

Als Harald die Siedlung mit seinen Männern erreichte, waren die Brände schon lange wieder erloschen und die verbleibende Asche ausgekühlt.

Sucht nach überlebenden, sagte Harald zu seinen Männern, die sich sofort auf die Suche machten. So sehr sie auch suchten, sie konnten Niemand finden, der Graf hatte keinen von ihnen verschont.

So blieb ihnen nur noch, die Toten zu begraben und ihnen das letzte Geleit zu geben.

Das sie im Kreise der Nibelungenstadt, von ihren Ahnen aufgenommen werden konnten.

Aber Harald, der jetzt die ganze Macht des Grafen gesehen hatte, musste einsehen das seine Männer zu wenige waren, um ihn die Stirn zu bieten.

 

 

 

40.

Wieder im Dorf zurück, saßen sie am Feuer, und konnten sich nicht freuen über den gelungenen Holzschmuggel.

So konnte es nicht weiter gehen, der Graf musste endlich seine gerechte Strafe für seine Untaten erhalten. Wenn da nur nicht der Drache währe, der machte jeden Angriff zu Nichte.

 

Aber wie konnte man ihn besiegen? Harald bildete seine Leute weiter aus und warb neue Krieger an, um sein Vorhaben weiter voran zu treiben.

Sie saßen so manche Nacht am Lagerfeuer und ersonnen die kühnsten Pläne, doch immer wieder war ihnen der Drache im Weg.

 

 

 

41.

Und wenn wir nur den Drachen angreifen, sagte Swen. Darüber habe ich auch schon nachgedacht, antwortete ihn Harald. Doch der Drache hauste unweit der Burg und mann konnte ihn nicht unbemerkt überfallen.

Harald beschloss ein großes Floß zu bauen, was über eine Holzwand verfügen würde, um dahinter Schutz vor den Bogenschützen des Grafen zu finden. Auf der anderen Seite bauen wir aus dem Holz der Eibe eine riesen Armbrust, mit dessen Pfeil wir den Drache töten können, wenn er im Anflug ist.

Ja sagte Swen, wenn wir das Floß immer mit Wasser begießen, saugt es sich voll, und brennt nicht, wenn der Drache kommt. Oder die Bogenschützen des Grafen Brandpfeile benutzen.

Sie machten sich an die Arbeit, und bauten das Floß wie besprochen. Sie errichteten eine Holzwand die das gesamte Floß umschloss, und bauten eine riesen Armbrust in dessen mitte. Am Ende des Floßes, befestigten sie eine große Winde, womit zwölf Mann die Armbrust spannen konnten.

Daneben lagen die Pfeile, die aus den Stämmen der Fischten gefertigt wurden.

Das Floß lag gut versteckt in den Auen des Rheines, wo die Männer täglich ihren Angriff vorbereiteten.

Im Herbst, mit den großen Holztrieb, wollten

 

 

42.

Sie sich wehren, wenn sie angegriffen werden sollten. Denn für einen Sturm auf die Burg, waren sie noch zu wenige.

Harald sendete Boden aus, die das Volk zum Kampf aufrufen sollten, doch es war vergebens. Sie hatten schon öfters versucht sich gegen den schwarzen Grafen zur Wehr zu setzen, aber damit nur ein jedes mahl ihre Situation verschlimmert, denn der Graf hob ein jedes mahl die Steuern noch weiter an.

 

 

In Colonia war der Handel für kurze Zeit wieder erblüht und erlosch wieder wie ein Strohfeuer, denn jetzt wo der Graf wieder auf seiner Burg saß, blieben die meisten Händler wieder aus.

 

43.

Der Drache stritt zum ersten mahl mit dem schwarzen Grafen, denn er wollte den Schatz der Nibelungen für sich allein haben.

Da das der Graf nicht zuließ, gifteten sie sich gegenseitig an, und der Drache zog sich voller Zorn in seine Höhle zurück.

Hier lag der gebrällde Drache und sann darüber nach, wie er dennoch den Schatz in seinen Besitz bringen würde.

Die Gier danach, ließ ihn nicht schlafen, denn er musste den Schatz besitzen, koste es was es wolle.

Der Graf misstraute den Drachen, und ließ seine Wachen verdoppeln. Er ließ den Schatz tag und Nacht von seinen besten Rittern bewachen, und deshalb fehlten sie ihm am Ufer des Rheins, denn die Kaufleute kamen jetzt in hoher Anzahl ungeschoren durch die großen Rheinfelsen.

Da die Gier des Grafen unermesslich war, wusste er keinen Rat. Würde er die Kaufleute scheren, so fehlten seine Leute auf der Burg, und der Drachen würde leichtes Spiel haben.

Also musste er sich des Drachens entledigen, aber wie?

Harald schlug mit seinen Männern das Holz für den Herbst und täglich schlossen sich ihnen gleich gesinnte an, und verstärkten sein kleines Heer, was schon über siebzig Mann

 

 

 

44.

Aufweisen konnten.

Aber für die Schlacht, waren es einfach noch zu wenig.

Die Frauen legten den Wintervorrat an und fertigten warme Kleidung für ihre Männer und Kinder, denn die Vorboten eines harten Winters machten sich schon bemerkbar.

 

 

Die Männer jagten das Wild und machten es durch trocknen, einsalzen oder räuchern haltbar für die langen Wintermonate.

Die Frauen ernteten das Getreide mit den Kindern und verstauten es gut getrocknet in den Steinkrügen, wo es als Brot oder

 

 

 

45.

Saatgetreide aufbewahrt wurde.

Die alten kelterten den Wein, den sie an den langen Winterabenden am Lagerfeuer tranken.

So hatte ein jeder seine Aufgabe im Dorf, um das Überleben der Gemeinschaft zu sichern.

Einige Überlebende, der Nibelungen konnten sich durch die Wälder retten, und suchten Zuflucht bei den Germanen.

Sendgetorix der Anführer, der Germanen, gewehrte ihnen die Zuflucht, obwohl er gerade zum Krieg gegen den schwarzen Grafen rüstete.

Sendgetorix führte gerade die Verhandlungen, die alle Germanenstämme zum Kampf vereinen sollten. Sie wollten nicht mehr hinnehmen, das ihre Dörfer vom Grafen überfallen wurden, während die Männer auf der Jagt waren. Sie besaßen aber noch zu wenige Waffen, die sie wirkungsvoll einsetzen konnten, und so befanden sich noch zahlreiche Männer auf Reisen, um das nötige Eisen zu erhandeln.

Die Germanen waren ein Volk, was aus vielen kleinen uneinigen Stämmen bestand, und das machte sie leicht verwundbar. Das hatte Sendgetorix erkannt. Er wusste wie leicht man einen Pfeil zerbrechen konnte, aber einen ganzen Köcher voller Pfeile vermag niemand zu biegen oder zu zerbrechen.

Das sahen auch die anderen Stammesführer

 

 

46.

Ein und folgten ihm.

Die Schmiede arbeiteten Tag und Nacht, um das benötigte Eisen aus dem Erz zu schmelzen.

Doch ihr Eisen war zu weich um wirklich gute Waffen zu schieden, aus diesen Grunde, vermischten sie es mit den fremdartigen

 

 

Eisensorten, die sie erhandelten.

Das machte ihre Schwerter besonders hart, und sie blieben trotzdem biegsam wie die Weiden im Wind. Da ihre Klingen eine besonders gute Schärfe besaßen, die sich kaum abnutzte, waren es die besten am gesamten Rhein.

Sie waren von allen begehrt, doch es gab zu wenige davon um ein Heer auszurüsten.

Der Graf ließ seine Schleudern und Wurfmaschinen aufbauen und gegen den

 

 

47.

Flusslaufes des Rheins ausrichten.

Er wollte damit die Händler in Angst und Schrecken versetzen, denn so hatte er wieder den Fluss unter Kontrolle, ohne das er die Burg verlassen musste, und konnte seine Ritter weiterhin zum Schutz der Burg einsetzen.

Seine Idee, war erfolgreich, denn keiner der Händler, wollte den Grund des Rheins sehen.

So zahlten sie unaufgefordert, nutzten aber die Lage um den Grafen um so einiges zu prellen, denn er ließ die Schiffe, Boote oder Flöße nicht kontrollieren, sondern verließ sich auf die Angst der Leute.

Es war wirkungsvoll, denn der größte Teil der Händler bezahlte, denn sie wussten, dass ihnen der Graf den Kopf abschlagen würde, wenn er sie erwischen würde.

Auf dem großen Felsen, war die Stimmung bedrückt, Anna, was Loreleys Mutter ist, liegt in sterben. Ein herabfallender Ast, hatte sie so schwer verletzt, dass ihr keiner mehr helfen konnte.

Loreley saß an ihrem Krankenlager und hielt ihre Hand um sie zärtlich zu streicheln. Die Tränen flossen ihr unaufhaltsam über die Wangen. Ihr Vater der am Fußende ihres Lagers kniete, betete um Genesung seiner lieben Frau, die doch sein ganzes Leben ausmachte. Im Herbst würde auch Loreley ihn mit Harald verlassen, und er wäre dann allein

 

 

48.

Auf dem Felsen, und würde niemand haben der sich um ihn kümmern würde, wenn er krank wäre oder sterben würde.

Kümmert euch um Vater, waren ihre letzten Worte, bevor sie ihre Augen für immer schloss, und zu ihren Ahnen hinüber ging.

 

 

Weinend umarmte sie ihren alten Vater und sagte, du kommst mit uns.

In Colonia war die größte Not überstanden, denn nun kamen die Händler von überall.

Es hatte sich herumgesprochen, dass man hier gute Geschäfte machen konnte, und das ließ die Stadt aufleben.

Täglich ging es den Menschen in der Stadt besser, denn der Handel nahm Täglich zu und trieb die Stadt zu einer neuen Blüte.

Nur am Mittelrhein, herrschte noch das Böse, in Form des schwarzen Grafen.

 

 

49.

Der nach wie vor die Blüte und Entwicklung der Kulturen mit seiner unermesslichen Gier verhinderte.

Der Himmel zog sich zu über dem Rheintal, und der Donner des Gewitters hallte stark wie noch nie zuvor durch die Felsen des Rheins.

Ein Nichtendenter Regen setzte ein und verwandelte die Wege des Landes in Schlammbäche oder Lagen.

Es goss wie aus Kübeln, die Ritter wagten sich nicht vor die Burg, denn sie wussten, das der Blitz schon einige von ihnen erschlagen hatte, als sie mit ihren gepanzerten Streitrössern durch die Lande ritten.

Das nutzten dutzende Händler um Zollfrei ihre Waren durch die Felsen zu bringen.

Keine andere als die Fee Morgana war es, die den Grafen den lauten Donner über dem Rhein bescherte, und ihn damit in Angst und Schrecken versetzte.

Der Graf aber hockte auf seiner Burg am Kamin, und hielt sich entsetzt die Ohren zu.

Denn hier in der Höh, hörte sich der Donner noch bedeutend grausiger an als unten im Tal.

Der Drache hingegen lag tief im inneren des Berges, wo er vergrämt in seiner Höhle lag und vor sich hin starrte.

Harald hatte davon gehört, das Sendgetorix die Germanenstämme Einte, und rief den Rat der Ältesten zusammen, um mit ihnen zu beraten,

 

 

50.

Was zu tun sei.

Noch nie hatten sich die starken Wikinger einen anderen Volksstamm angeschlossen.

Doch das war die Lösung, um gegen den schwarzen Grafen bestehen zu können.

Doch nach langer Beratung, lehnte der Rat den

 

 

Ältesten die Möglichkeit ab. Ein Wikinger konnte mit anderen Kämpfen, aber niemals unter einen anderen Volksstamm, der dann den Sieg für sich beanspruchen würde. Wenn sie miteinander Kämpften, mussten sie den Ruhm auch teilen.

Harald schickte einen Boten zu Sendgetorix,

 

 

51.

Der ihn wissen lassen würde, das die Wikinger den Grafen gleichzeitig angreifen würden, wenn sie die genaue Zeit erhalten würden. Sendgetorix traf sich mit Harald, und sie schmiedeten einen Plan.

Die Wikinger als erfahrene Seeleute, würden den Angriff vom Rhein aus führen, und damit das gesamte Feuer der Wurfmaschinen und Katapulte auf sich lenken.

So würden sie den anfliegenden Drachen vor die Armbrust bekommen. Während die Germanen die Burg von der Rückseite überrennen würden.

Ein guter Plan, sagte Harald, und sie leerten ihre Hörner um ihn zu besiegeln.

Der Drache aber kam nicht zur Ruh, denn seine Gierigen Gedanken waren ständig bei dem Schatz der Nibelungen.

Noch nie hatte die Welt solch einen mächtigen Schatz gesehen. Den musste er einfach haben!

Loreley saß am Grabe ihrer Mutter, und redete mit ihr, als wenn sie neben ihr sitzen würde. Zu groß war die Liebe zu ihrer Mutter gewesen um sie Einfach vergessen zu können.

Es machte ihr Unbehagen, mit Harald und ihren Vater einfach fortzugehen, und sie hier ihrem Schicksal zu überlassen.

Aber sie mitnehmen, das ging auch nicht. Sie war hier geboren, und hatte ihr gesamtes Leben hier verbracht! Sie gehörte hierher.

 

 

52.

Aber Harald zu bitten mit ihr hier zuleben, das ging auch nicht, Denn Harald war in seinen Dorf der Anführer, und sie brauchten ihn, denn nur er war in der Lage sie gut zu führen, wie es schon sein Vater tat.

 

 

Traurig setzte sie sich auf die Felsenspitze, da wo sie mit Harald so glücklich war, und Kämmte ihr goldenes Haar, und sang dabei eine wundervolle Melodei.

Doch so sehr sie sich auch mühte, konnte mann sie auch dabei schluchzen hören, denn sie war todunglücklich über den Verlust der Mutter.

Auf der Burg des Grafen, wurden in zwischen

 

 

53.

Wieder rauschende Feste gefeiert, die seine Ritter bei Laune halten sollten, denn die ersten waren bereits unzufrieden.

Da der Graf ein alter knauser war, und auf dem Golde saß wie die Glucke auf dem Ei, machte sich die Unzufriedenheit immer breiter.

Die Ritter wollten nicht nur Speis und Trank, sie wollten Reichtümer anhäufen, um sich eigene Burgen zu bauen.

So kam es, das die ersten den Zoll nicht in voller höhe abrechneten, sondern einen geringen Teil, der mit jeden mahl größer wurde einfach verschwinden ließen.

Die Germanen bekamen immer mehr Waffen zusammen, und die Stämme vereinten sich wie nie zuvor. Sie übten sich gemeinsam im Kampf, denn sie hatten denselben Feind.

Sie übten hart und täglich miteinander, doch sie hatten nach wie vor zu wenig Waffen und Rüstzeug.

Die Waffenschmiede schmiedeten rund um die Uhr, wenn sie genügend Eisen hatten.

Mahl fehlte es an Erzen, mahl fehlte es an Kohlen und mahl fehlte es an Fremdeisen, was sie zum untermischen benötigten.

Die Bogenbauer kamen gut voran, und die Frauen fertigten Pfeile bis ihnen die Finger bluteten.

Harald saß mit Swen auf einen Holzstamm, und sie schauten erwartungsvoll in den

 

 

54.

Abendhimmel. Viel zu langsam vergingen ihnen jetzt die Tage, und das ungewisse, wenn die alles entscheidende Schlacht stattfinden würde. Zermarterte ihnen das Hirn und machte sie leicht reizbar.

 

 

Überall den Rhein entlang, rüsteten sich die Völker. Viel zu lange wurden sie vom Grafen unter die Knute gezwungen, und nun kam die Stunde des Widerstandes.

Sie waren alle so arm geworden, dass sie nichts mehr zu verlieren hatten. Die Armut schweißte sie eng aneinander, und sie standen auf wie ein Mann, und schlossen sich den großen Sendgetorix an, um für Gerechtigkeit im Rheintal zu kämpfen.

 

 

 

55.

Sie schicken Speere aus, um ständig die Lage an den großen Felsen zuerkunden, und jede Veränderung ihnen sofort zu melden.

Sie scharrten alle Bewohner um sich und sammelten alles Eisen ein, was sie finden konnten.

Auf das die Schmiede ihnen Waffen daraus fertigen würden.

Überall, wo man hinsah, bereiteten sich die Leute heimlich vor, um die größte Schlacht zu schlagen, die es je im Rheintal gegeben hatte.

Sie sanden Boden in alle Himmelsrichtungen, die heimlich alle Bauern und Handwerker zum Kampf aufriefen.

Harald sande zwei Langboote aus, um in seiner alten Heimat den hohen Norden nach Hilfe zu bitten.

Sie waren bei dunkler Nacht durch die Rheinfelsen gefahren, und ließen sich vertrauensvoll von der guten Fee Morgana, den Rhein herunter treiben.

Als sie das offene Meer erreicht hatten, segelten sie immer in Küstennähe den Norden entgegen.

Der Himmel verfinsterte sich, und Harald sagte zu Swen, schau ein Gewitter zieht auf.

Swen sah zum Himmel und sagte, verdammt, und wir müssen noch ein paar Hütten eindecken. Er feuerte seinen Leute an, und Harald schickte seine Leute um zu helfen.Sie

 

 

56.

Schnitten in den Rheinauen das Schilf und bündelten es, damit Swens Leute damit das Dach eindecken konnten.

Sie hatten gerade etwas über die Hälfte geschafft, als sich die ersten Tropfen bemerkbar machten.

 

 

Lauft, Leute lauft, sagte Harald und schaute gegen den Himmel, der immer dunkler wurde.

Sie arbeiteten im Laufschritt, und schafften es die letzten Dächer zu verschließen, bis der Platzregen niederging.

Ein Gewitter zog auf, und es donnerte furchtbar. Die ängstlichen Kinder, klammerten sich fest an ihre Mütter, und sie nahmen sie

 

 

57.

Fest in ihre Arme.Harald stand mit Swen in der Tür des großen Hauses, und sie sahen gegen den Himmel.

Die Hölle bricht los, sagte Swen. Auch Harald sah, dass dieses Gewitter außergewöhnlich war.

Denn so stark sahen sie es nur selten.

Der Regen braselte herunter und weichte den Boden auf und riss alles mit sich in den Rhein.

Wahre Stürzbäche kamen aus den Gebirgen, die alles mit sich rissen was sich ihnen in den Weg stellte.

Das macht mir Sorgen, sagte Harald. Sie hatten ihre Siedlung zwar auf einen Hügel gebaut, aber die Flöße und Langschiffe lagen in den Rheinauen verdeut.

Der Rhein schwoll schnell an, und der Zugang zu den Rheinauen war bereits überflutet, so dass sie ihre Schiffe nicht mehr erreichen konnten.

Sie gingen soweit sie konnten, um zu sehen, was das Unwetter für einen Schaden im Haven angerichtete hatte.

Da, schau sagte Swen, das große Floß mit der Armbrust, hatte sich losgerissen und trieb den Rhein herunter. Es war rettungslos verloren, und sie mussten es tatenlos aufgeben.

Verdammt, sagte Harald, da waren einige Waffen und Rüstungen darauf.

Wenn es den schwarzen Grafen gelingt, das Floß zu bergen, so wirt er sehen das es

 

 

58.

Wikinger Waffen sind, und das wir mit der großen Armbrust keine Spatzen schießen wollten, kann er sich dann auch denken.

 

 

So blieb ihnen nur noch zu Morgana zu beten, das sie das große Floß nicht den Grafen ausliefern werde.

Nun machten sich auch die ersten Undichtheiten in den Hütten bemerkbar, und der Regen bahnte sich seinen Weg in das innere. Die Frauen stellten Holzeimer unter die Stellen, wo das Wasser ungehindert eindringen konnte.

Das Gewitter, wurde immer heftiger. Rund um

 

 

59.

Das Dorf herum schlugen Blitze in die Bäume und steckten einige in Brand, die der starke Regen wieder zum erlöschen brachte.

Es war als sich die Hölle auftuen würde, um alles zu verschlingen.

Doch viel weiter unten, wo die Siedlungen waren, verschlang das Wasser alles, was sich nicht schnell genug in Sicherheit bringen konnte.

Die Leute trieben im strömenden Regen das letzte Vieh auf die Hügel und Berge.

Sie versuchte noch zu retten was zu retten war.Einige von ihnen, die keinen Wagen oder sonst ein Fuhrwerg besaßen, mussten jetzt mit ihrer Familie bei dem Unwetter unter freien Himmel verbringen.

Und trotzdem waren sie noch glücklich, denn sie hatten das wertvollste retten können! Ihr Leben. Vielen anderen Familien war das nicht gelungen, und sie hatten alle Angehörige zu beklagen.

Die gesamte Töpfersiedlung, war vom Wasser geflutet. Den meisten war es gelungen rechtzeitig auf den Berg zu kommen. Hier hockten sie nun eng umschlungen und versuchten frierend mit ihren Fellen, Stoffen und anderen Sachen den Regen abzuwehren.

Doch das Gewitter steckte fest und öffnete seine Schleusen genau über ihnen.

Der Rhein war schon so breit und reißend wie

 

 

60.

noch nie. Unmengen von Holz trieb in ihm herunter. Die Holzfäller, die ihr Holz in Rheinnähe gelagert hatten, waren es jetzt los.

Auch die angeschwollenen Flüsse und Gebirgsbäche, die in den Rhein mündeten, brachten Unmengen an Holz mit. Umgestürzte Bäume und Gehölze, so wie einfach weggeschwemmte Hütten oder Ställe.

Auch eine beträchtliche Anzahl von Toten konnte man den Rhein herunter treiben sehen.

 

 

Besonders schlimm, hatte es die Germanen getroffen. Sie Siedelten in den Rheinauen und wurden vom Wasser eingeschlossen.

Weite Teile der Siedlungen, hatte das Wasser

 

 

61.

Bereits mit sich gerissen, und drohte nun die Insel, die sich aus der Anhöhe gebildet hatte, in den Fluten versinken zu lassen.

Hier war Sendgetorix mit seiner Hauptstreitmach eingeschlossen und dem Untergang geweiht.

Auf dem großen Felsen, war das Leben erträglich. Sie konnten zwar keine Kohlen brennen bei dem starken Gewitterregen, aber sie waren wenigstens in Sicherheit, hatten zu Essen und schliefen in warmen trockenen Lagern. Ein wärmendes Feuer loderte im Kamin, und Loreley saß in der Tür und sah zu dem Weg, der zur Hütte führte, in der Hoffnung, sie würde Harald ihren Liebsten erblicken.

Der schwarze Graf, saß wie immer auf seiner Burg, wo ihnen der Regen nichts anhaben konnte und trank mit seinen Rittern den guten Rheinwein, den sie letztes Jahr den Bauern geraubt hatten.

Der Drache Ork, lag noch immer Rastlos in seiner höhle und vermochte nicht einzuschlafen, denn viel zu groß war die Gier nach dem Schatz, der hinter den dicken Mauern der Burg, verborgen lag.

Der Schatz war so sicher bewacht. Und der Drache wusste, dass er in den engen Gängen der Burg, nicht viel gegen die Ritter ausrichten konnte.

 

 

62.

Aber er hatte Zeit, und konnte warten, bis sich eine günstige Gelegenheit bieten würde, und dann sei der Schatz endlich in seinen Besitz.

Der Himmel riss auf und die heiße helle gute alte Sonne stieß durch die Wolken und ließ den Tag erhellen.

Die Leute machten sich daran, ihre Kleidung zu trocknen, und sie warteten bis das gesamte Wasser dem Rhein herunter geflossen war.

 

 

Sendgetorix konnte aufatmen, er hatte keine Leute mehr an den Fluss verloren, und sie sahen wie langsam der Rhein wieder in sein Bett zurückkehrte.

 

 

 

63.

Nun kamen die Mücken, und machten das Leben unerträglich, denn sie stachen die Siedler so oft sie nur konnten.

Harald ließ überall nasses Laub und Gras verbrennen, um mit dessen starken Qualm sich die Plagegeister vom Leib zu halten.

Die Wege und Dörfer hatten sich jetzt in wahre Schlammfelder verwandelt.

Die Töpfer zogen nun durch die Lande, um in den Dörfern nach Obdach zu suchen.

Denn sie besaßen meist nur was sie auf dem Leib trugen, und um neue Wintervorräte anzuschaffen, war es bereits zu spät. Ihre eigene Ernte, hatten sie nicht retten können, und das Vieh war scharenweise im Rhein ertrunken.

Um die meisten Dörfer war es schlecht bestellt, und so konnten sie nur einzeln auf den Dörfern unterkommen.

Die Aufräumarbeiten und die Trauerzeremonien gingen nur langsam und schleppend voran. Viel zu groß waren die Wunden in den Herzen der Menschen, die das Gewitter mit seiner Naturgewalt gerissen hatte.

Die Männer gingen erneut auf die Jagt, um die erlittenen Verluste auszugleichen, und um die Obdachsuchenden mit über den langen, und sich ständig nähernden Winter zu bringen.

 

 

 

64.

Die Frauen trockneten und konervirden das Fleisch oder machten es durch salzen und räuchern haltbar.

Die Felle wurden gegerbt und lieferten den Leuten die erforderliche Bekleidung für den langen Winter.

Jetzt klapperten die Webstühle der wenigen Tuchmacher Tag und Nacht, Zu groß war der Bedarf von Leinen oder Decken aus Wolle.

Männer gerbten das Leder der Hirsche, und

 

 

Fertigten die Kleidung für die Neuankommlinge und dessen Kinder.

Ein Krieger der Wikinger kam gelaufen und rief nach Harald, dem Anführer.

 

 

65.

Er teilte ihnen mit, dass er das große Floß etwas unterhalb in einer Rheinaue gefunden habe.

Es sei vollkommen im Takt und müsse nur noch Rheinaufwärts zu seinen alten Liegeplatz geschleppt werden.

Da die Ufer und die gesamte Erde noch zu aufgeweicht waren, beschloss Harald, das Floß an seinen Platz zu belassen. Er ließ es vorsorglich von seinen Männern bewachen, die es auch fest am Ufer vertäuten.

Es war gar nicht so schlecht, das Floß nicht im eigenen Haven zu haben, denn so konnte kein Fremder Verdacht schöpfen. Den Zugang zu den Rheinauen, wo das Floß jetzt lag, kannten nur sie, und es war dort in Sicherheit.

Langsam erholten sie sich, von der Naturkatastrophe, und der Alltag hielt wieder seinen Einzug.

Sie hatten noch einmal Glück im Unglück gehabt. Die gesamte Ernte war bereits eingebracht, und gut verstaut, so das Wasser und Gewitter nichts anrichten konnte.

Der Wein stand nach wie vor prächtig auf den Bergen und wartete auf seine Kälter. Er hatte in dieses Jahr besonders viel Sonne bekommen und die Trauben schmeckten zuckersüß.

Sie machten sich an die Leese, damit die alten sie kältern konnten.

 

 

 

66.

Sie legten ihre ganze Liebe und Erfahrung mit in die Fässer, was ein besonders guter Wein ergab.

Langsam trocknete das Rheintal wieder aus, und die Händler machten sich wieder auf die Wege, um ihre Wahren pfeil zu halten.

Die Germanen, hatten einen enormen Bedarf,

 

 

Denn sie hatten fast alles verloren und mussten auch ihre enormen Vorräte ergänzen, wenn sie über den Winter kommen wollten.

Jetzt dachte niemand daran einen Krieg gegen den Grafen zu führen, der sich in der letzten Zeit auffällig ruhig verhielt.

 

 

 

67.

Sollte der Tyrann etwa so etwas wie Mitleit verspüren, oder steckte da nur eine neue Teufelei dahinter.

Man wusste es nicht, und misstraute den Grafen. Denn immer wenn man gerade nicht an ihn dachte, tauchte er mit einer neuen Gemeinheit aus dem Hinterhalt auf und überraschte die Leute auf das unangenehmste.

In Colonia herrschte auch wieder ein fröhliches treiben, die Leute zogen die angeschwemmten Stämme aus dem Wasser und verwandelten sie bei den Holzhändlern in klingende Münze.

Aber nicht nur das Holz wurde angeschwemmt, und so mussten sie sich auch um die Toten kümmern, um eine Pest zu verhindern.

Sie verbrannten die toten auf Scheiderhaufen und übergaben die Reste wieder an den großen starken Vater Rhein, der sie mit bis auf das Nordmeer hinaus nahm, wo sie ihre letzte Ruhe fanden.

Auf dem großen Felsen erwachte das Leben, und die Meiler brannten wieder. Die Kohlehändler oder Schmiede so wie die Glasmacher kamen wieder auf den großen Felsen um ihre benötigten Kohlen zu ersteigern, und um den schönen Mädchen Loreley den Hof zu machen.

Doch Loreleys Gedanken waren stets in der

 

 

68.

Ferne bei ihren geliebten Harald.

Im Dorf der Wikinger herrschte Ratlosigkeit, denn das gesamte Flößholz, hatte ihnen der Rhein gestohlen, und sie würden es nicht schaffen rechtzeitig neues zu schlagen, denn die ersten Blätter vielen bereits von den Bäumen herab, und kündigten den Herbst an.

 

 

Nun wurden die Nächte langsam kälter, Harald ließ von den Leuten Bäume fällen, denn der musste die große Ringbefestigung, die das Dorf umgab erweitern.

Die neuen Siedler, lagen noch schutzlos außerhalb der Befestigungen. Sie schlugen die Stämme und spitzten sie an, um sie als Schutzring aufzurichten. Die Männer

 

 

69.

Arbeiteten von früh bis spät, um vor dem ersten Schneefall damit fertig zu werden. Die Frauen und Kinder, sammelten die etwas kleineren Äste, und legten sie in mitten des Dorfplatzen ab, von wo sie bei Bedarf als Feuerholz von den Einwohnern weggeholt wurden.

Die Germanen waren auch damit beschäftig ihr Hab und Gut durch Starke Ringwälle zu schützen. Sie errichteten auch, wie die Wikinger hohe Wachtürme, um von da weit, in das Landesinnere sehen zu können.

Sie legten Fackelvorräte an, und verteilten die Waffen und Pfeile an den dafür vorbestimmten Positionen.

So mussten sich im Winter vor den Wilden Wölfen oder Bären schützen.

Nicht selten wurden sie auch von den Nachbarstämmen überfallen, mit denen sie den gesamten Sommer lang friedlich nebeneinander gelebt hatten. Oft war der überfall auf eine andere Siedlung die einzige Möglichkeit, den Winder lebend zu überstehen. Und in diesen Jahr, wo das Unwetter vieles vernichtet hatte, mussten sie besonders auf der Hut sein.

Niemand konnte sagen wie hart oder wie lange der kommende Winder seien würde, und so rechneten sie mit den schlimmsten.

In der Bergwerkssiedlung, hatten die Männer

 

 

70.

Die Stolleneingänge befestigt und ihre Habe in Sicherheit gebracht, sie hatten ihre tiefen Stollen die ihnen im Winder den optimalen Schutz boten vor der Kälte oder feindlich gesinnten Stämmen.

 

 

Nun wurden die Tage immer Kürzer im Rheintal, und die Kälte hielt langsam ihren Einzug.

Die Wikinger sind in den Wäldern und schlagen Feuerholz für den bevorstehenden

 

 

71.

langen Winter. Sie jagen nach wie vor was sie kriegen können, denn der Bedarf der Gemeinschaft ist hoch, und was sie jetzt erlegen, müssen sie nicht in der verdammten Eiseskälte tun.

Die Frauen nutzen die Zeit um die Hütten mit einem Heu- Lehmgemisch die Hütten gegen die Zugluft abzudichten. Sie Sammeln große, vom Wasser rundgeschliffene Steine an den Ufern des Rheins. Sie säubern die Steine, damit sie als Wärmsteine am Feuer erhitz werden können, und man sie als Wärmespender für die Nacht, mit in die Nachtlager legen kann.

Andere Männer befestigen den Schutzwall und dichten ihn so weit ab, bis keine hungrigen Wölfe mehr hindurch passen und in das Dorf bei Nacht einfallen können.

Harald überwacht die gesamten arbeiten, und findet keine Zeit sich zu seiner Liebsten auf den Weg zu machen.

Aus diesem Grund, schickte er einen Boten, der zum großen Felsen geht, um die Leute dort in Kenntnis zu versetzen.

Er musste sich beeilen, damit er vor dem Schnee wieder im Dorf war. Aus diesem Grunde, ritt er mit zwei Pferden um schneller voran zu kommen.

Im Lager der Germanen, hatten die Arbeiten ihr Ende gefunden, und sie zogen sich immermehr in ihre großen Rundbauten zurück, um.

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der Kälte zu entgehen.

Sie saßen am Lagerfeuer und lauschten den Geschichten der alten Krieger.

So spielte sich das Leben immer mehr im Schutze der warmen Hütten ab, wo selbst die Tiere Unterschlupf fanden.

 

 

Harald hatte ein Gebäude genau über dem Brunnen errichten lassen, damit er nicht wieder einfrieren würde wie in den Jahren zuvor, wo sie sich einen Weg durch den Schnee zum Rhein stampfen mussten, um das benötigte Wasser zu holen.

 

 

 

73.

Harald hatte eine Brunnenwache eingeteilt, die das kleine wärmpendente Feuer am Leben erhält.

Überall im Dorf waren die Leute weiter damit beschäftigt, ihre Vorbereitungen abzuschließen.

Auf dem großen Felsen, herrschte große Endtäuschung, als nur der Bote kam, Loreley hatte gehofft, das Harald jetzt um ihre Hand anhalten würde, und sie würden das Ritual der Ehe vollziehen.

Doch sie hatte Verständnis, denn sie kannten die schwere Lage im Rheintal.

Der Boote aber machte sich sofort wieder auf dem Rückweg.

Der Graf zwang die Bauern, ihn genügend Feuerholz auf die Burg zu bringen. Er nahm ihnen das Vieh und auch das Getreide, und den gesamten Weinvorrat, den sie gekeltert hatten.

Der Drache aber lag in seiner Höhle und war eingeschlafen. Er träumte vom Gold der Nibelungen, und das er es besitzen würde. Dabei schnarchte er so laut, das man ihn bis vor den Eingang der Höhle hören konnte.

In Colonia erblühte das Leben immer weiter,

Die Bewohner verfügten durch das Hochwasser genügend Brennholz für den langen Winter. Sie hatten Bauholz um ihre Hütten und Häuser zu erweitern oder neu zu bauen. Ihr Hantel verbesserte sich täglich, und

 

 

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Die Händler kamen zu Rum und Ansehen, sie wurden so reich, das die ersten ihre Häuser bereits aus Steinen bauen ließen.

In der Bergbau Siedlung wurde es eng, wie in jeden Winter, die Leute rückten zusammen, und saßen den langen kalten Winter in ihren

 

 

Höhlen und Stollen einfach aus.

Sie erzählten die alten Geschichte, und fertigten ihre Werkzeuge an. Die Männer arbeiteten genauso wie im Sommer, und sammelten ihr Erz auf Halten, bis die Händler im Frühjahr wieder kamen.

Die Bergleute waren eine Gemeinschaft, die

 

 

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Ihre Arbeit immer vorrichten konnte und dadurch auch einen gewissen Ruhm und Ansehen unter den Bewohnern des Rheintales genossen. Ihre Arbeit war hart und der Erlös gering, aber es reichte um zu leben.

Andere Gemeinschaften lebten vom Holzhandel und von der Jagt.

Die Germanen betrieben Ackerbau und Viehzucht, und gingen auf die Jagt.

Sie übten die verschiedensten Handwerksberufe aus und entwickelten sich gut. Ihr größter Feind, waren sie allerdings selber, denn die Stämme waren untereinander uneinig, und bekämpften sich selbst.

Dies wollte Sendgetorix jetzt zum Wohl der Germanen ändern. Jetzt kam der erste harte Winter, wo sie mit vereinten Kräften der Natur trotzten. Die Stammesführer sahen schon jetzt, dass sie bedeutend besser voran kamen als sonst. Die Germanen sind ein starkes und stolzes Volk, was nur den richtigen Anführer bedarf.

In der Nacht, fielen die ersten Schneeflocken, und ließen das Rheintal unter einer weißen Decke verschwinden. Zeitgleich traf auch Haralds Bote wieder ein, und übersandte die Grüße vom hohen Felsen.

Harald, der mit Swen die gesamte Nacht am Feuer gesessen hatte, legte sich jetzt erleichtert, und glücklich auf seine Lagerstätte und schlief

 

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Fest ein.

Bei Anbruch des Tages, begann die große Arbeit. Harald ließ den gefallenen Schnee, von seinen Männern aus dem Dorf schaffen, bevor es so viel war, und sie darin versinken würden.

 

 

Weiß waren jetzt die Berge, und auf dem großen Felsen wurden wie immer die Kohlen gebrannt. Die Händler und Handwerker kamen den beschwerlichen Weg auch im Winter, denn sie benötigten die Kohlen für ihre Arbeit.Loreye saß in ihren dicken Wintersachen wie immer neben den Kohlenmeilern und hielt die Wacht, das auch nicht nur ein Stückchen davon verbrenne.

 

 

77.

Ihr Gesicht war rußgeschwärzt, die zarten Hände verbarg sie unter ihrer Bekleidung, und ein fröhlicher Gesang glitt über ihre Lippen, der sogar die Vögel des Waldes aufhorchen ließ.

Zur gleichen Zeit, kamen die räuberischen Ostgoden durch das Rheintal, und griffen die Germanen an, um deren Vorräte zu rauben.

Sie wussten nicht, das Sendgetorix die Stämme vereint hatte und klaubten wieder ein leichtes Spiel zu haben.

Es entbrannte eine kurze aber heftige Schlacht, wo die Ostgoten stark unterlegen waren, und die Flucht ergriffen.

Wieder einmal konnte Sendgetorix den Stammesanführern beweisen, dass Einigkeit die stärkste aller Waffen ist, und sie stimmten ihm zu.

Bis jetzt waren die Germanen immer von den Ostgoten geschlagen wurden, und jetzt hatten sie ihren ersten großen Sieg in einer offenen Feldschlacht gewonnen.

Die Ostgoten sammelten sich in den Wäldern.

Sie hatten viele tote und verwundete zu beklagen. Ihre Frauen und Kinder, die ihr Lager bewacht hatten, waren entsetzt, denn ohne Beute waren sie dem Tot geweihte.

Sie mussten also wieder einen Angriff wagen, aber gegen wen. Von den Wikingern, hatten sie schon

 

 

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Immer Prügel bezogen, und mieten sie deshalb.

Jetzt bezogen sie auch von den Germanen Prügel, und die Bergleute waren für sie unangreifbar, und selbst wenn, dann würden sie trotz alledem zu wenig Beute machen.

 

 

Nach der Niederlage gegen die Germanen, waren sie auch stark geschwächt, aber sie mussten mit vereinten Kräften die Wikinger angreifen, sonst wären sie dem Hungertot geweiht.

Harald der mit ständigen Angriffen rechnete, war sehr gut vorbereitet, und hatte wie immer

 

 

79.

Wachen eingeteilt. Ein jeder Wikinger schlief mit seinen Schwert neben sich und war zu jeder Zeit, Kampfbereit.

In den frühen Morgenstunden, griffen die Ostgoten mit der Morgendämmerung aus Verzweiflung die starken Wikinger an.

Das große Signalhorn wurde geblasen,

Und ein jeder Wikinger lief Kampfbereit auf seinen Posten. Den Ostgoten gelang es nicht die Befestigungen zu durchbrechen, und so starben die meisten im Hagel der Wikingerpfeile. Verletzt und geschlagen ergriffen sie die Flucht, um sich auf einen erneuten Angriff vorzubereiten.

Sie hatten nur die Wahl zwischen den Hungertot oder den Ehrenvollen tot auf dem Schlachtfeld.

Die wenigen Männer die ihnen geblieben waren, formierten sich zu einem erneuten Angriff, und zogen in die Schlacht, wo sie von den Wikingern bis zum letzten Mann niedergemetzelt wurden.

Ihre Frauen und Kinder, waren nun den Untergang geweiht, und Beginngen reihenweise Selbstmord mit ihren Familien, um den harten Hungertot zu umgehen. Einige Frauen, die noch stark genug waren, konnten den harten Winter auf die Kosten der anderen überleben. Sie jagten und hausten in einer Börenhöhle und ermöglichten mit ein paar

 

 

80.

Kindern das Überleben ihres Stammes, der von den Germanen und den Wikingern das recht zum Siedeln erhielt.

Sie nahmen sich Männer von anderen Stämmen und sicherten ihre Zukunft.

 

 

Die große Schneeschmelze ließ den Rhein wieder anschwellen, aber der Wasserstand war nicht so hoch, wie ihn Harald erwartet hatte.

Er hatte das Saatgut und die gesamten Vorräte des Dorfen vorsorglich in ein Haus auf dem Hügel bringen lassen, damit es keinen Fluten zum Opfer fallen konnte.

Der abschmelzende Schnee, legte jetzt die Gefallenen Ostgoten stück für stück frei.

 

 

81.

Es begann kein Tag, wo nicht irgendwelche Toten nach der Sitte der Ostgoten verbrannt wurden. Man sammelte deren Waffen und Werkzeuge ein, um sie mit im Kampf gegen den schwarzen Grafen zu verwenden.

Langsam hielt der Frühling seinen Einzug,

Auf dem großen Felsen erwachte das Leben, der Köhler brachte mit seinen Gehilfen die Saat aus und Loreley pflückte die ersten Frühlingsblumen und stellte sie ihrer lieben Mutter auf das Grab, und sprach wie immer mit ihr über das Leben.

Die Kohlenmeiler rauchten, und die Händler kamen jetzt wieder Zahlreicher auf dem Felsen.

Auch die Germanen rodeten den Wald, um daraus kostbares Ackerland zu gewinnen.

Sie gingen jetzt mit vereinten Kräften vor und kamen sehr gut voran, was sie auch mussten.

Denn ihr bedarf an Lebensmitteln war enorm geworden und die vielen Mäuler wollten auch gut gestopft sein.

Die Wikinger hatten begonnen ihr Dorf wieder zu erweitern und sie beschlossen alles noch besser zu befestigen.

Sie hatten bei den Überfällen der Ostgoten einen Mann verloren, nur weil ein Krieger durchbrechen konnte.

 

 

 

82.

Sie legten einige Felder innerhalb des Dorfes an, um so im Falle eines Krieges ihr Bedarf an Saatgut zu sichern.

Sie fuhren mit ihren Langbooten Rheinauf und trieben mit den ansässigen Völkerstämmen einen guten und gewinnbringenden Handel.

 

 

Ein teil der Männer kümmerte sich mit den Frauen um die Aussaat des Getreides, und bearbeiteten die Böden um sie fruchtbar zu machen.

Die Holzfäller aber schlugen eine breite Schneise immer tiefer in den Wald hinein und

 

 

83.

Transportierten die entästeten Stämme bis zum Rheinufer hinab, wie sie es schon seit Jahren taten.

Täglich wurde es wärmer, und sie konnten sich bereits in der Sonne einen Brand holen, wenn sie nicht aufpassten.

Sie fischten nach alter Sitte und machten den Fisch über dem Rauch haltbar.

Harald verschonte, um diese Zeit das Wild, denn auch sie zogen ihre Jungen auf und sorgten damit dafür, dass die Menschen im Winter etwas zu Essen hatten.

Sie sammelten in den Wäldern schmackhafte Beeren und Pilze. Sie aasen Wurzeln und Knollengewächse, die sie in der Erde fanden.

Die Fleischvorräte aber, wurden im letzten Winter vollkommen aufgebraucht und so konnten sie in der Blütezeit nicht viel zu essen finden, und waren auf den Fisch oder das selbst gezogene Vieh, angewiesen.

Man schlachtete die Ochsen, mit dem letzten Frost. Denn das Fleisch musste haltbar gemacht werden, bevor die Fliegen kamen und ihren Tribut forderten.

Überall im Rheintal grünte und blühte es, denn die Warme Sonne, ließ die Natur erwachen.

Die Felsen speicherten die Sonnenwärme am Tag, und gaben sie in der Nacht an die Natur wieder ab.

So konnten hier die besten Reben weit und

 

 

84.

Breit gedeihen. Der Saft der Trauben war süß und bei dem Menschen sehr begehrt. Sie zauberten die verschiedensten Gerichte daraus oder kelterten den berauschenden Wein für den Winter.

 

 

Nun nahm der Verkehr auf dem großen Fluss wieder zu, die Fährleute nahmen ihren Betrieb wieder auf, und der Handel zwischen den beiden Rheinseiten erreichte eine neue Blüte.

Bis der schwarze Graf wieder auf seine Raubzüge ging, und die Händler erpresste oder einfach erschlug.

Ständig lag der Schatten des schwarzen Grafen über dem Rheintal, und er saugte es aus, wie eine

 

85.

Auster.

Der Drachen aber schlief noch immer, und grinste im Schlaf heimtückisch vor sich hin.

Da der Graf, ihn jetzt nicht brauchen tat, wagte er es auch nicht ihn aufzuerwecken.

Der Drache würde sofort nach seinen versprochenen Jungfrauen fragen, und die hatte der Graf nicht. Die Bauern, Handwerker und auch die Händler hatten ihre Jungfrauen vorsorglich außer der Reichweite des Grafen gebracht.

Die Kinder spielten am Fluss, während die Mütter Fische schlachteten oder einfach nur die Wäsche wuschen.

Harald war mit seinen Freund Swen und Gunter ständig damit beschäftig, das Dorf zu befestigen und Neuerungen einzuführen, die das harte Leben etwas leichter machen konnten.

So bauten sie eine Winde, mit der sie beim nächsten Hochwasser die Boote aus den Auen ziehen konnten.

Wenn sie jetzt ein Boot aus dem Wasser zogen mussten sie mehr als vierzig Männer sein.

Mit der neuen Winde, würden etwa zehn Mann genügen.

Außerdem ließ Harald die Fußböden in den Hausern und Hütten befestigen.

Sie bestanden aus gestampftem Lehm, der bei

 

 

 

86.

Starken Regen, regelmäßig aufweichte.

Jetzt legten sie die Böden mit Holzbalken aus, die sie etwa 20 Cm über dem Boden anbrachten, damit die Luft darunter zirkulieren konnte, und die Balken nicht faulen konnten.

Sie Schnitten Balken in kurze Stücke, und verlegten sie als Verbindungswege zwischen

 

 

den Hausern und Hütten.

So mussten sie bei Regenwetter nicht immer durch den Lehmschlamm, bevor sie in ihre Häuser gingen.

Sie bauten ein Backhaus für das gesamte Dorf, denn bis jetzt, hatte ein jeder sein Brot für sich allein gebacken.

 

 

 

87.

Der Bedarf an Brennholz war dadurch zu hoch.

Besonders im Winter, wo sich das Brennholz nur mühselig herbei schaffen ließ.

Jetzt konnten die Leute in einen Warmen Steinhaus sitzen und ihre Arbeit verrichten.

In der Dorfmitte aber, da wo das Brunnenhaus stand, legten sie einen kleinen Teich an.

Der sollte dazu dienen, um bei einem Angriff, genügend Wasser in ihrer Reichweite zu haben, um die Brände zu löschen, die durch die abgefeuerten Brandpfeile entstanden.

So wuchs das Dorf ständig weiter und wurde mit jedem Neuankömmling moderner.

Harald machte sich das Wissen der Leute zum Nutzen und vereinte es mit sein eigenen.

Fremde Stämme, brachten ihre Kulturen, Traditionen und Brauchtum mit und bereicherten mit ihrer Lebensart, das wohl aller.

So kamen neuartige Gewürze und Arten der Speisenzubereitung in das Dorf, was ein großer Nutzen für alle war.

Da es unter den Fremden Kulturen, auch oft einen Streit gab, und Harald des schlichten müde war, ernannte er Gunter den Schmied zum Obersten Schlichter im Dorf.

Er hatte das Recht, in besonderen Fällen die Streithähne zu maßregeln.

Der Handel erblühte zusehend, im Dorf Wurde der Platz, immer enger. Deshalb

 

 

88.

Ließ Harald einen Handelsplatz, vor den Schutzwällen des Dorfes einrichten, Wo die Händler ihre Ware pfeil hielten. Man nutzte den Platz, auch für Waffenübungen und

 

 

Kampfturniere. Hier übten die kleinen ihre ersten Bogenschüsse, oder lernten die Wikingeraxt zu beherrschen.

Alles Holz, was sie bis dahin gefällte hatten, hatten sie auch selbst verbaut.

Und jetzt, sollte der große Holzeinschlag von statten gehen, der das Holz, für die Flößerei

Bringen sollte.

 

 

 

89.

Die Männer trafen ihre Vorbereitungen, für die harte Arbeit, die schließlich das Überleben des

Gesamten Dorfes sichern sollte.

Die Frauen und Kinder, hielten das Leben im Dorf aufrecht, während die Männer den heißen Sommer im Wald verbrachten.

Gelegentlich kehrten sie für ein paar Stunden zurück, um ihre Pflichten der Ehe nachzukommen.

Sie brachten bei der Gelegenheit regelmäßig erlegtes Wild mit für ihre Familien, und die, die keine mehr hatten und zum Jagen zu alt waren.

Langsam und mühselig gingen die Fällarbeiten vorrann, und die Transportwege wurden mit jedem neuen Stamm immer länger.

Jetzt brauchten sie schon für einen Stamm, mehrere Tage, um ihn mit den Pferden an den Rhein zu bringen.

Beschwerlich war die Arbeit, die den Männern hart auf die Knochen ging.

Ob wohl sie sich vorsahen, waren Unfälle an der Tagesordnung.

Mahl wurde jemand durch herabfallende Äste oder Bäume verletzt, Mal durch eine Axt, oder es stürzte jemand einen Hang herunter.

Ständig lagen verwundete Männer auf ihren Lagern und leckten ihre Wunden, bis sie wieder arbeiten konnten.

Da der Weg jetzt enorm weit entfernt war,

 

 

90.

Begannen sie damit einen Flößgraben anzulegen. Harald ließ einen weit entfernten Bach, eigens dafür umleiten, um dessen Wasserkraft zum Transport der Stämme, durch einen schmalen Graben zu nutzen.

 

 

So konnten sie die Stämme später schneller und leichter zum Rhein befördern.

Sie schachteten den Flößgraben aus und legten eine Uferbefestigung aus Pfählen und Weidenflechtwerk an.

Nach getaner Arbeit, lagen die Männer in ihren Unterkünften und schliefen.

Lange lag Harald noch wach, denn er war mit

 

 

91.

seinen Gedanken, auf dem großen Felsen bei seiner geliebten, Loreley. Schon des Öfteren, hatte er des Nachts wach gelegen,

Seine Liebe zu Loreley war so groß, das es ihn ganz schwer um sein Wikingerherz wurde, wenn er nur an seine liebste dachte, und das war ziemlich oft.

Loreley lag auch wach, und musste ständig an Harald denken.

Sie ersann den Tag herbei, wo er für immer mit ihr vereint seien würde.

Ständig war sie mit ihren Gedanken weit in der Ferne, bei Harald.

Die ausgesandten Langboote, waren auf der Rückreise aus dem Norden. Sie kreuzten noch im Nordmeer vor der Rheinmündung.

Sie hatten sich hier gesammelt, um mit der Flut in den Rhein einzulaufen.

Es war eine starke Streitmacht mit vielen Kriegern an Bort, die ihre Leute mitbrachten um auch am Rhein,

In Haralds Dorf zu siedeln.

Das war ihre einzige Bedingung. Sie wollten ihre Familien aus der Kälte an den Warmen Rhein führen.

In den Siedlungen der Germanen, ging die Ausbildung der Krieger weiter vorrann, denn die große und alles entscheidende Schlacht, stand bereits unmittelbar vor ihnen.

Sie schmiedeten jetzt wieder Tag und Nacht,

 

 

92.

ihre Waffen und Rüstungen.

Die Anführer saßen nun immer Öfters zusammen, um den Angriffsplan aus zu arbeiten, den sie Zeitgleich mit den Wikingern durchführen wollten.

 

 

Die Wikinger, wurden von einem Boten heimgesucht, und die Männer verließen jetzt das Holzfällerlager. Sie kehrten in ihr Dorf zurück, um ihre Waffenübungen durchzuführen.

Harald der mit Swen und Gunter einen Angriffsplan ausdachte, saßen unter einen Baum, mit einen großen Krug Wein im Schatten.

 

 

93.

Zeitgleich passierten die ankommenden Langboote die Untiefen und Klippen am großen Felsen.

Loreley, die wie schon des Öfteren auf dem Felsen saß, winkte ihnen freundlich zu.

Die Neuankömmlinge grüßten sie freundlich zurück, und setzten die beschwerliche Reise, Rheinaufwärts fort.

Mühselig zogen sie ihre Boote mit Seilen vom Ufer aus, an den Stellen, wo sie nicht segeln konnten, weil der Fluss dort zu reisend war.

Sendgetorix, gelang es beinah Täglich, neue Stämme zu vereinen, und zu einer der mächtigsten Macht im Rheintal, anwachsen zu lassen.

Nach Tagen, erreichten die Langboote das Dorf der Wikinger.

Groß war die Freute, und sie die gaben den Ankömmlingen zu Ehren ein großes Fest.

Sie feierten bis tief in die Nacht hinein.

Harald saß schon wieder mit Gunter und Swen zusammen. Sie machten sich Gedanken, über die neuen, denn es waren bedeutend mehr gekommen, als erwartet.

Nun mussten sie in Windeseile noch einiger Häuser mehr bauen, und sie beschlossen, das geschlagene Holz was für den Handel bestimmt war dafür zu nehmen.

So würden die Bauarbeiten schneller

 

 

 

94.

Voranschreiten.

Doch bis es soweit war, teilten sie die Familien auf ihre Behausungen mit auf, damit keines der Kinder oder Frauen unter freien Himmel schlafen musste.

 

 

Sie machten sich am kommenden Morgen, mit vereinten Kräften an die Arbeit, und sie sägten, hämmerten und bohrten bis in die späte Nacht hinein.

Da sie im Hausbau jetzt bereits einige Erfahrungen gesammelt hatten, gingen die arbeiten jetzt auch schneller voran, und sie bauten jetzt auch zu Beginn die Holzfußböden

 

 

 

95.

Gleich mit ein.

So gewannen sie wertvolle Zeit, die sie für ihre Waffenübungen so dringend benötigten.

Die Frauen und Kinder, schnitten in den Rheinauen das Schilf, und bündelten es.

Loreley, saß wie des öfteren bei ihrer Mutter am Grab und hielt ein Zwiegespräch mit ihr.

Sie hatte wie an jeden Tag, einen frischen Strauß Blumen in die kleine Vase auf der Steinplatte gestellt, und entfernte ständig das nachwuchernde Unkraut, was sich hier immer wieder breit machte.

So drohte das Dorf auseinander zu platzen, und zwang die Wikinger, es wieder zu erweitern.

Um das benötigte Bauland zu bekommen, mussten sie den großen Befestigungswall versetzen, und die Zeit hatten sie nicht mehr.

Harald beschloss nur die Befestigungen zu versetzen, und die Häuser direkt auf dem Wall zu errichten.

So ragten sie über den anderen hinaus, was aber gar nicht so schlecht war.

So konnten sie wenigstens bei einen starken Regen, nicht absaufen.

Sie hatten von dort einen schönen Überblick über das gesamte Dorf, und das Gefiel Harald so gut, dass er sein neues Haus auch dort errichten wollte.

 

 

 

96.

Seine Schwester Rheinhild, die mit seinen besten Freund Gunter sich vermählen wollte, konnte dann sein Elternhaus übernehmen.

Gunter, der in der Schmiede wohnte, hatte bis letzt noch kein eigenes Haus benötigt, und konnte sich das Bauen ersparen.

 

 

Die Bauarbeiten schritten rasch vorrann, fast Täglich, konnten die Hauser von den Siedlern in Beschlag genommen werden.

So stellten sie gemeinsam das Bauvorhaben sicher, und errichteten einen neuen Schutzwall, mit einer starken Befestigung.

 

 

 

97.

Rasch verging die Zeit, und der Tag der großen Schlacht, rückte immer näher.

Alle Anführer, trafen sich mit Sendgetorix im

Dorf der Germanen, sie besprachen noch einmahl den Angriffsplan und die vorgehensweiße der einzelnen Stämme.

Sie brachten ihren Göttern, die dafür nötigen Opfergaben, und die Wikinger beteten zu Odin.

Es waren nur noch drei Tage, bis die stattliche Flotter der Wikinger mit dem großen Kampffloß auslaufen würde.

Jetzt war die Zeit des Feierns gekommen, und die Männer berauchten sich am Med, oder tranken den Süßen Rheinwein.

Sie verbrachten die Zeit mit ihren Familien, und verabschiedeten sich von ihnen.

Für wen es ein Abschied für immer werden sollte, das wusste nur Odin.

Die Wikinger waren eine starke Gemeinschaft, und die Überlebenden, kümmerten sich mit um die Familien der gefallenen Kampfgefährten.

Denn sie würden sich eines Tages alle in der Walhalla wieder sehen, und dort mussten sie dann Rechnung ablegen.

Wer nicht nach den Ehrenkodex der Wikinger handelte, würde in der Walhalla nicht aufgenommen werden, und dessen Seele müsse für immer auf Erden wandeln.

 

 

 

98.

Es war noch sehr früh am Morgen, als das große Horn ertönte, und die Männer an Bord ihrer Schiffe gingen. Die Frauen und Kinder, standen am Ufer, um sich von ihren Männern zu verabschieden.

 

 

Loreley lag auf ihrem Nachtlager, und ihre Gedanken waren bei ihren Liebsten. Sie konnte einfach nicht mehr schlafen, es war als ob sie ahnen würde, dass ihr geliebter in eine Schlacht ziehen würde.

Der Drache, war schon lange wach, und beobachtete heimlich die Burg des schwarzen Grafen. Er lauerte auf einen günstigen Moment, den er nutzen wollte.

 

 

99.

Denn der Drache fühlte sich an einen jeden Tag, auf das neue von Grafen betrogen, und wurde immer zorniger.

Die Wikinger, waren zu früh dran, und so beschloss Harald, bei der Bergbausiedlung vor Anker zu gehen, um dort die Zeit auszusitzen.

Komisch, sagte Harald zu Gunter. Ich muss an einen fort an meine Braut denken, was sie wohl gerade machen wird?

Fragte er sich.

Doch Loreley, saß auf der kleinen Bank vor der Köhlerhütte, und nähte weiter an ihren Hochzeitsgewand.

Sie wollte bei der Vermählung, besonders hübsch aussehen. Ihre Mutter hatte immer zu ihr gesagt, du wirst die schönste Braut im gesamten Rheintal sein.

Mit einen lieblichen Lächeln auf den Wangen, nähte sie weiter.

Nur noch ein paar Stunden, und Sendgetorix würde die Burg des Grafen erreicht haben, und sich mit seinen Germanenkriegern in den Hinterhalt legen.

Nervös lief Harald hin und her auf seinen Langboot. Nur noch ein paar Stunden, und er würde die Schlacht vom großen Floß aus lenken. Die Männer saßen alle angespannt auf ihren Kampfpositionen, und wurden mit jeder Stunde nachdenklicher und ruhiger.

 

 

 

100.

Harald gab den Befehl zum Ablegen, und die Schiffe folgten in Kiellinie den großen Kampffloß.

Sie segelten Rheinabwärts, und die Ruder waren eingeholt.

Angespannt, saßen die Männer auf ihren Plätzen, und erwarteten den Beginn der Schlacht.

 

 

Nun war es soweit, Harald stieg auf das große Floß um.

Er hielt das Tuch in der Hand, was ihnen seine Liebste mit auf dem Weg gegeben hatte.

Er band es sich um den Hals, denn es sollte Glück bringen. Nun musste er wieder ständig

 

 

101.

An seine geliebte denken, und mahlte sich in seinen Gedanken die Hochzeitsfeier aus, und er sah bereits Bildlich seine kleine Familie vor

sich.

Er sah Loreley, wie sie mit seinen Kindern am Rhein die Wäsche wusch, und wie sie am Ufer herum tollen.

Da ertönte das Horn, was die Aufmerksamkeit des Grafen auf sich lenken sollte.

Die Krieger griffen mit ihren Bogen sofort die Ritter des Grafen an, und die Pfeile durchschlugen ihre Rüstungen, und töteten sie auf der Stelle.

Auf der Burg, wurde wie erwartet zum Allarm geblasen. Der Graf schickte sofort einen Booten aus, der den Drache wecken sollte.

Doch der Drache war schon lange wach und fraß den Booten mit samt seiner Nachricht einfach auf.

Der Graf ritt mit seinen Spießgesellen den steilen Berg herunter, und befahl den Schleudern und den Wurfmaschinen, das Feuer zu eröffnen. Sie schleuderten Steine und Griechisches Feuer gegen die sich annährenden Schiffe der Wikinger. Sendgetorix, griff ihn mit seiner starken Streitmacht aus dem Hinterhalt an und schnitt ihm den Rückweg zur Burg ab.

Der Drache aber sah nun seine Stunde des Triumphes gekommen, und flog so schnell er

 

 

102.

Nur konnte zur Burg, die jetzt kaum noch bewacht war, schnappte sich den gesamten Schatz und verschwand damit auf nie mehr wiedersehen zwischen den Felsen des Rheintals.

 

 

Die ersten Ritter des Grafen, ergriffen die Flucht, denn sie wollten sich bei der schlechten Bezahlung sich nicht auch noch von den Wikingern abschlachten lassen.

Die Schacht hatte ihren Höhepunkt erreicht.

Sendgetorix war es gelungen die ersten Schleudern in brand zu setzen, und die ersten

 

 

103.

Langboote hatten bereits am Ufer des Rheins angelegt, und die Männer griffen in die Schlacht ein.

Loreley, die von all dem nichts wusste, saß wieder auf der keinen Bank, und hütete mit geübten Blick die Kohlenmeiler.

Sie nähte und seufzte, ach Harald, wenn du doch endlich kommen würdest.

Ihr Vater, der ihren Seufzer gehört hatte, kam und tröstete sie und nahm sie in seinen Arm.

Harald, der mit den großen Floß in einer guten Angriffsposition lag, lauerte auf den Drache.

Der Graf feuerte die große Wurfmaschine auf Haralds Floß ab, und sah wie der große Stein durch die Luft flog und sich den Floß näherte.

Der stein schlug genau auf den Auslöser der großen Armbrust und löste damit den riesen Pfeil aus, und prallte wieder ab, und traf Harald tödlich am Kopf. Der riesen Pfeil suchte sich seinen Weg in die Brust des Grafen und durchschlug sie mit samt ihren Panzer.

Leblos glitt der Graf zu Boden, die letzten seiner Ritter, ergaben sich, und gingen in die Gefangenschaft, wo sie ihrer gerechten Strafe zugeführt wurden.

Die Burg aber, wurde geschliffen, und selbst die Grundmauern holten die Bauern zum Schluss noch weg und verbauten die Steine in ihren neuen Hausern und Ställen.

 

 

 

104.

Haralds Körper, der leblos vom Floß gefallen war, sank vor den großen Felsen auf den Grund des Rheins, und tauchte nie wieder auf.

Die frohe Kunde, über die Niederlage des schwarzen Grafen, verteilte sich wie ein Lauffeuer im gesamten Rheintal.

Das Mädchen Loreley, saß von diesen Tage an, auf der Spitze des großen Felsen, wo sie schon früher mit ihren geliebten Harald gesessen hatte, und schaute in die Tiefe, wo ihr Geliebter in den Fluten versunken war, und sang ihre Melodie, und kämmte ihr goldenes Haar.

 


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